Stechapfel, Datura - Pflege und Verwendung

Der Stechapfel, welcher den lateinischen Begriff Datura hat, verdankt seinen schönen Namen den   recht großen und trompetenförmigen Blüten, die das Nachtschattengewächs besonders im Sommer zum Vorschein bringt. Er gehört zu den schnellwachsenden Pflanzen und wird daher gerne in Gärten auf der ganzen Welt angebaut. Gerne mag er es warm und wird bis zu 2 Metern hoch. Die Blüten sind weiß oder sehr hell und hängen nach unten. Bei der Pflege wie auch bei der Verwendung ist diese schöne Pflanze nicht wirklich anspruchsvoll, was ihre weite Verbreitung zusätzlich begründen mag.

Pflege & Gießen

Durch

die doch recht große Höhe der Pflanze ist es wichtig, dass diese schon frühzeitig gut und sicher abgestützt wird. Gerne mit Pflanzstöcken oder auch Bändern, die die Pflanze zusammenhalten und ihr so ein schönes Aussehen geben. Besonders im Sommer benötigt der Stechapfel viel Wasser. Er sollte daher täglich gegossen werden. Der Boden oder das Substrat, in dem die Pflanze wachsen darf, muss stets feucht sein. Sollte die Pflanze in einem Kübel wachsen, muss mehrmals am Tag gegossen werden. Nur so kann vermieden werden, dass die Blätter schlaff herunterhängen und die Blütenpracht durch den Wassermangel leidet. Tipp: Im besten Falle wächst der Stechapfel auf einem Beet, welches ausreichend Erde bietet und somit ermöglicht, dass die Pflanze nur einmal am Tag gegossen werden muss.

Lichtverhältnisse und Überwinterung

Neben dem ausreichenden Wasser ist auch das Licht entscheidend für ein gutes Wachstum. Da die Pflanze gerne in der Sonne steht, sollte man ihr diesen Wunsch auch erfüllen. Sollte das sonnige Plätzchen nicht den ganzen Tag gewährt werden können, ist dies aber auch nicht ganz so schlimm. Denn auch Halbschatten wir akzeptiert. Sollte die Pflanze in einem Kübel wachsen, dann kann sie den Winter über in einen frostfreien Raum gebracht werden. Für den "Winterschlaf" benötigt sie nur wenig Licht, aber trotz alldem immer ein wenig Wasser. Die Erde oder das Substrat darf auch in den Wintermonaten nicht austrocknen. Wächst er auf dem Beet, dann sollte er ausgegraben werden. Auch wenn dies eine recht aufwendige Arbeit ist, so ist das Beet immer noch der bessere Standort für den Stechapfel. Das Ausgraben und Überwintern an einen frostfreien Ort wird er im nächsten Sommer mit vielen neuen Blüten danken. Tipp: Vor dem Ausgraben schneiden, dann fällt das Handling deutlich leichter.

Temperaturen

Auch wenn die Temperatur besonders in den Sommermonaten nur bedingt beeinflusst werden kann, so mag es diese Pflanze doch besonders sonnig und warm. Besonders in der Wachstumsphase freut sie sich über jeden warmen Tag, der ihr geboten wird. Damit auch nachts ausreichend Wärme vorhanden ist, wäre es schön, wenn der Stechapfel in die Nähe von einer Hauswand gepflanzt wird. Er profitiert so von der Wärmeabgabe des Hauses und steht windgeschützt. Im Winter - wie bereits erwähnt - wünscht sich die Pflanze keinen Frost und nur wenig Licht. Tipp: Sollte es keinen frostfreien Keller für die Überwinterung geben, kann der Stechapfel auch im Wintergarten oder in einem
anderen kühlen Raum gelagert werden.


Düngung

Nicht nur Wasser, Licht und Wärme lassen den Stechapfel wachsen und gedeihen. Auch eine regelmäßige Düngung ist unerlässlich. Einmal pro Woche sollte dies geschehen. Im besten Falle mit Grün- oder Blühpflanzendünger. Wie viel Dünger

benötigt wird, kann den Angaben des Herstellers entnommen werden.

Verwendung

Auch wenn der Stechapfel "nur" eine Pflanze ist, so lassen sich doch recht vielfältige Einsatzmöglichkeiten finden. Jedoch muss dabei immer bedacht werden, dass der Stechapfel, so schön er auch aussehen mag, eigentlich giftig ist. Es ist daher sehr wichtig, dass kleine Kinder, die gerne einmal alles in den Mund nehmen, nicht mit dieser Pflanze in Berührung kommen, damit nichts verschluckt werden kann. Zudem darf keine Überdosierung stattfinden. Besonders dann, wenn er für medizinische Zwecke verwendet werden soll. Hier ist es wichtig, dass nur die Produkte aus der Apotheke zum Einsatz kommen und keine eigenen Präparate hergestellt werden. Der Rauch der getrockneten Pflanzen kann unter anderem schweres Asthma lindern.
  • In Russland werden die Blätter vom Stechapfel zur Behandlung von Brandwunden genutzt.
  • In einigen Gegenden wird der Stechapfel auch gerne bei zeremoniellen Anlässen verwendet.
  • Zuni-Priester nutzen schon seit langer Zeit die Pflanze, um verstorbene Ahnen zu kontaktieren oder um Dieben auf die Spur zu kommen.
Doch das Haupteinsatzgebiet des Stechapfels liegt immer noch im Garten. Hier wird er gerne als Zierpflanze genutzt, die besonders wegen ihrer möglichen Höhe nicht nur schön aussieht, sondern gerne auch einmal Schatten spendet. Beachtet man, dass diese Pflanze stets giftig ist, kann sie ein schöner Blickfang in jedem Garten sein und den Sommer so noch ein wenig bunter und interessanter machen. Folgendes muss beachtet werden:
  • keine frischen Blätter in den Mund nehmen und schlucken
  • stets an die Angaben der Mediziner halten
  • keine eigenen "Medikamente" herstellen
Häufig auftretende Fragen
  • Kann der Stechapfel im Freien überwintern? - Nein. Ist er nicht in einem Kübel zu Hause, dann sollte er vor dem ersten Frost ausgegraben und an einen kühlen aber nicht zu kalten Ort gebracht werden. Ist er in einem Kübel untergebracht, kann er in diesem einfach in einen entsprechenden Raum zum Überwintern gebracht werden.
  • Wann muss er verschnitten werden? - Im besten Falle verschneidet man den Stechapfel im Frühjahr. So kann er im Anschluss wieder kräftig austreiben und schöne Blüten ausbilden.
  • Welche verschiedenen Verwendungsmöglichkeiten gibt es? - In der Medizin wird der Stechapfel hin und wieder noch bei der Behandlung von Asthma oder Keuchhusten eingesetzt. Zudem wird er in einigen Regionen bei zeremoniellen Anlässen oder zur Wundbehandlung genutzt. Hauptsächlich steht er aber in den Gärten und erfreut die Augen.
Symptome einer Stechapfelvergiftung
  • Gerötete, heiße und trockene Haut
  • Erbrechen
  • Fieber
  • Krämpfe
  • Störungen des Sehapparates
  • innere Unruhe oder Verwirrtheit
Gerade Letzteres kann für den Betroffenen sehr gefährlich werden, da er sich und seinen Körper nicht mehr unter Kontrolle hat. Im Extremfall kann eine Vergiftung tödlich enden. Es ist also in jedem Fall äußerste Vorsicht im Umgang mit der Pflanze geboten. Sollten Sie in Verbindung mit einem Stechapfel an den hier aufgeführten Symptomen leiden, dann sollte unverzüglich ein Arzt aufgesucht werden.