Blauregen, Glyzine - Pflege-Anleitung

blauregenDer Blauregen (Wisteria) gehört zur Familie der Schmetterlingsblütler (Fabaceae). Er wird auch Glyzine, Glycinie genannt. Es gibt verschiedene Arten die auch in weiß, rosa oder violett blühen. Die bei uns bekanntesten Arten, sind der chinesische (Wisteria sinensis) und der japanische (Wisteria floribunda) Blauregen, der etwas frostempfindlicher ist.

Der Blauregen ist ein sommergrüner Ranker und gehört zu den Gehölzen. Der chinesische (W. sinensis) windet sich links herum und der japanische (W. floribunda) dagegen rechts herum um die Rankhilfe. Da der Blauregen mit den Jahren

schwer wird und mit seiner Würgekraft sogar Regenrohre zusammen drücken kann, muss die Rankhilfe aus einem stabilen Gerüst bestehen.

Die duftenden Blüten erscheinen je nach Art und Sorte von Ende April bis in den Juni hinein. Es öffnen sich alle Blüten einer Traube gleichzeitig. Eine Nachblüte im Spätsommer ist möglich. Der japanische Blauregen blüht wenn die Pflanze vollbelaubt ist, der chinesische dagegen gleichzeitig mit dem Blattaustrieb.

Beim Kauf muss man darauf achten das die Pflanze veredelt ist, denn Sämlinge blühen oft erst sehr spät und mitunter auch nicht in der gewünschten Farbe.
Ein weiterer Grund für das Ausbleiben der Blüte kann die Art und der Schnitt sein. Der japanische Blauregen blüht mitunter erst nach 10 Jahren.

Nach der Pflanzung wird der Blauregen bis auf wenige Augen zurückgeschnitten, denn nur so blühen die Pflanzen schon nach zwei bis drei Jahren. Blauregen blüht am mehrjährigen Holz. Ein Rückschnitt dieser stark wachsenden Ranker kann nach der Blüte oder Juni/August an einjährigen Trieben durchgeführt werden.

Der Boden muss humus- und nährstoffreich sein und außerdem im schwachsaueren bis schwachalkalischen Bereich liegen, da sich die Blätter andernfalls gelb färben können
(Eisenchlorose). Es muss unbedingt stauende Nässe durch Bodenverdichtung vermieden werden.
Der Wasserbedarf des Blauregens ist hoch, besonders an sonnigen Hauswänden.
Junge Pflanzen benötigen einen Winterschutz.

Blauregen an der FassadeAlle Pflanzenteile des Blauregens sind giftig, besonders aber die Hülsen und der Samen.

Vom Blauregen gibt es auch eine weiße Variante (Wisteria sinensis ’Alba’). Es ist eine schöne Alternative zu den violetten Sorten und gut geeignet für all die Gartenfreunde, denen die blaue Farbe zu intensiv ist. Weiß passt immer und überall.

Fassadengestaltung

Blauregen eignet sich gut zur Fassadengestaltung, muss dazu aber fachgerecht geführt und geschnitten werden. Ihn einfach wachsen zu lassen ist keine gute Idee. Das führt oft zu erheblichen Bauschäden.  Die Pflanze benötigt möglichst stabile stabartige Rankhilfen, die auf Wuchshöhe und Wuchsbreite abgestimmt sind. Holzspaliere sind ungeeignet. Besser sind Drahtseile, vor allem wenn der Stammaufbau parallel ohne Umschlingung erfolgt. Es ist darauf zu achten, dass der Stamm nicht an der Hausfassade kratzen kann! Die Rankhilfen sollten einen Abstand von 2 Metern zu Blitzableitern, Fallrohren, Dachrinnen und zur Traufe haben, seitwärts und nach oben!
Geeignete Rankhilfen unter: www.fassadengruen.de/uw/kletterpflanzen/uw/blauregen/blauregen.htm

Schneiden

Blauregen hängendUnerlässlich ist das regelmäßige Schneiden, sonst kann es zu Schäden an den Rankhilfen und auch am Haus direkt kommen. Die enorme Wuchskraft des Blauregens muss gebändigt werden. Unterlässt man das

Schneiden, bilden sich immer weniger Blüten. Es ist keine Energie für die Bildung von Blütenknospen mehr da. Alles wird in das Längenwachstum gesteckt.
Zuerst kommt immer der Grund- und Richtungsschnitt.  Ab dem 3. Jahr müssen dann die Seitentriebe geschnitten werden. So wird die Pflanze buschig und  trägt viel Blüten. Wichtig ist, zweimal im Jahr zu schneiden, im Frühjahr und im Hoch- oder Spätsommer. Durch falschen Rückschnitt können die blütenbildenden Triebe entfernt werden.
Blauregen verträgt im Notfall auch einen Radikalschnitt auf 40 bis 50 cm. Wenn ältere Gewächse nicht mehr blühen wollen, ist ein Radikalschnit eine Art, die Blüte wieder dazu anzuregen.

Blauregen als Hochstamm

Wer nicht so viel Platz im Garten hat oder sich nicht an eine Fassadenbegrünung herantraut, kann sich einen Hochstamm ziehen, ein separates Bäumchen, dass einen eigenen Stamm besitzt und völlig frei steht. Man kann die Pflanzen auch schon fertig als Stämmchem im Handel kaufen. Auch der Hochstamm muss geschnitten werden, um ihn einzudämmen und damit er ausreichend blüht.