Clematis - Pflege der Waldrebe

Clematis BlütenSie Clematis ist eine wunderschöne, herrlich anzusehende Pflanze, die mit wenig Pflege ihren Besitzer mit einem exzellenten Wuchs und üppigen Blüten erfreut.

Die Clematis (Waldreben) gehört zur Gattung der Kletterpflanzen (Gehölze im Garten), stammt aus der Familie der Hahnenfußgewächse (lateinisch: Ranunculaceae) und kommt mit ihren rund 200 Arten vorwiegend nur im gemäßigten Klima von Asien, Amerika und Europa vor.

Die Waldreben sind meist holzig, manchmal krautig, und verfügen über gefiederte Blätter. Die Ranke der Clematis kann eine

Höhe von rund 2 m erreichen. Die Kelchblätter besitzen vier bis acht Blütenblätter. Die Früchte bilden silbrig-weiße oder goldene Fäden als Fruchtschmuck aus und besitzen fedrige Samenbüschel. Die Blüten der Clematis sind je nach Sorte weiß, rot, rosa, blau oder violett und haben einen maximalen Durchmesser von 20 cm. Die Blütezeit erstreckt sich von Juli bis September. Man unterscheidet dabei die Alpina-, Macropetala- und Montana-Typen, welche früh blühen, von den früh bis spät blühenden großblumigen Sorten und denn stets spät blühenden kleinblumigen Arten.

Einpflanzen und Düngen

Die Clematis ist aufgrund ihrer Schönheit ein sehr gern gesehener Gast in vielen Gärten. Gepflanzt wird sie von August bis September, denn dann wurzeln die Pflanzen in der von der Sonne gewärmten Erde sehr schnell ein, wodurch sie in der Regel gut über den anstehenden Winter kommen.

Clematis mit schöner BlüteAuf diese Weise profitiert man davon, dass die Pflanzen im nächsten Jahr ohne Weiteres üppig blühen. Um die Waldrebe richtig zu pflanzen, sollte der Untergrund zunächst mit Splitt oder auch mit Kies trockengelegt werden. Wenn es notwendig ist, können Wurzelsperren eingegraben werden. Anschließend wird der Topfballen tief genug eingesetzt, sodass sich dessen Oberfläche circa eine Handbreit unterhalb der Erdoberfläche befindet. Der Bereich der Wurzeln sollte dann mit Rindenmulch abgedeckt werden. Vor dem Einpflanzen muss bedacht werden, dass die Clematis einen humusreichen Boden bevorzugt, der gleichmäßig feucht ist und einen guten Wasserabzug besitzt. Denn bei einer etwaigen Staunässe faulen die Wurzeln der Pflanze, wodurch sich eine gewisse Anfälligkeit für die Clematis-Welke einstellt. Gedüngt wird die Waldrebe erst im nächsten Frühjahr. Generell ist es empfehlenswert, sie immer zur Wachstums- und Blütezeit mit regelmäßigen Düngerzugaben zu unterstützen. Hierfür empfiehlt sich ein organischer Dünger, wie etwa Kompost oder Stallmist.

Die Wahl des Standortes - damit die Waldrebe sich wohlfühlt

Die Waldrebe bevorzugt einen sonnigen Standort, der jedoch nicht zu heiß sein sollte, wie das zum Beispiel bei Hauswänden der Fall ist, die nach Westen ausgerichtet sind. Idealerweise stehen die 30 bis 50 unteren Zentimeter der Pflanze im Schatten. Um eine solche Beschattung zu erreichen, können dort beispielsweise Stauden, wie etwa Glockenblumen oder Funkien gepflanzt werden.

Kletterhilfen für einen geordneten Wuchs

Bereits beim Pflanzen der Clematis sollte an eine Rankhilfe für die Pflanze gedacht werden, da es bereits nach einem Jahr schon geschehen kann, dass die Triebe ohne einen Rückschnitt kaum mehr zu entwirren sind. Ideal ist es, wenn nach dem Pflanzen der Stützstab entfernt, und die Haupttriebe
anschließend fächerförmig durch das Gitter geleitet werden. Dabei ist es ratsam, auf

Rankhilfen aus Stahl oder Ähnlichem zu verzichten, da das Metall die Außentemperatur aufnimmt und dadurch beispielsweise Erfrierungen an der Clematis entstehen können. In der Regel sollte die Kletterhilfe einen Abstand von circa acht bis zehn Zentimetern zur Hauswand aufweisen, denn dadurch bekommt auch die Hinterseite viel Luft. Die Größe der Rankhilfe bestimmt dabei die Größe der ausgewählten Pflanze.

Häufige Krankheiten und Hilfsmittel

Clematis StrauchTrotz einer sehr guten Pflege kann es durchaus vorkommen, dass die Waldrebe erkrankt. Dabei kommen hauptsächlich die folgenden drei Krankheiten bei der Pflanzenart vor:
  • Mehltau
  • Krautfäule (Botrytis)
  • Clematis-Welke
Vor allem bei schwülwarmem und nassem Wetter leidet die Pflanze oft unter Mehltau. Allerdings muss dieser nicht einfach hingenommen, sondern kann effektiv mit Netzschwefel bekämpft werden. Die Krautfäule dagegen kommt zumeist dann vor, wenn sich im Sommer längere Regenzeiträume einstellen. Hier helfen diverse Pflanzenschutzmittel, die Kupfer enthalten. Von der oftmals von vielen Hobbygärtnern gefürchteten Clematiswelke sind hauptsächlich Jungpflanzen betroffen. Wie der Name der Krankheit bereits andeutet, werden die Blätter der Waldrebe welk oder hängen schlaff herunter. Hier ist es notwendig, die betroffenen Jungpflanzen bis auf das gesunde Holz zurückzuschneiden. Dabei gehört der Rückschnitt auf keinen Fall in den Kompost, sondern in die Mülltonne. Andernfalls besteht die Gefahr, dass sich auf dem Kompost die Pilze der Krankheit erneut bilden.
  • Die Waldrebe ist bei nassem oder schülwarmem Wetter oftmals von Mehltau betroffen. Dieser lässt sich jedoch mit Netzschwefel bekämpfen. 
  • Die Krautfäule (Botrytis) taucht besonders in langen Regenzeiträumen im Sommer auf und kann mit Mitteln bekämpft werden, die Kupfer enthalten. 
  • Als dritte Krankheit ist die Clematiswelke zu nennen, die besonders Jungpflanzen bedroht und sich dadurch bemerkbar macht, dass die Blätter welk oder schlaff werden. Wenn die Jungpflanze von der Clematiswelke betroffen ist, sollte diese bis auf das gesunde Holz zurückgeschnitten und der Rückschnitt unbedingt in den Müll - jedoch nicht in den Kompost - geworfen werden. Landet der Rückschnitt auf dem Kompost, können dabei wieder die gefährlichen Pilze der Clematiswelke entstehen.
Notwendiger Rückschnitt für einen herrlichen Wuchs 

Die Pflanze möchte, um gesund, stark und üppig blühend zu wachsen, zurückgeschnitten werden. Dabei ist der richtige Rückschnitt jedoch nicht ganz so einfach, denn dieser unterscheidet sich je nach Art. Generell kann man hier jedoch gross- und kleinblumige Sorten voneinander differenzieren. So ist es bei den großblumigen Pflanzen, wie etwa der Viticella, notwendig, einen Rückschnitt von circa 50 bis 80 Zentimetern durchzuführen. Bei deren kleinblumigen Verwandten, wie etwa der C. Vitalba, ist es nach der Blüte im Juni/Juli möglich, diese bei Bedarf zurückzuschneiden oder auszulichten. Dies kann beispielsweise dann der Fall sein, wenn die Clematis zu dicht oder zu hoch geworden ist.

Vermehrung: auf einfachem Weg zur neuen Pflanze

Clematis KletterpflanzeSämtliche Clematis-Sorten lassen sich von März bis Anfang August sehr einfach vermehren. Hierfür wird ein Blumentopf mit Anzuchterde gefüllt und ebenerdig, in der Nähe der Mutterpflanze, in den Boden eingegraben. Dann nimmt man einen jungen Stängel und senkt einen Teil davon in den Blumentopf und verankert ihn mit einem Metallhaken. Etwaige Blätter sollten abgeschnitten werden. Das Ende des Triebes wird mit einem Bambusstab nach oben geleitet. Bis zum nächsten Frühjahr hat der Ableger Zeit, eigene Wurzeln zu bilden. Wenn er gut durchwurzelt ist, wird die Verbindung zur Mutterpflanze durchtrennt. Die Clematis kann anschließend direkt in den Garten gepflanzt werden. Dort sollte man sie in den nächsten Wochen gut feucht halten.

Winterschutz: damit die Waldrebe die kalte Jahreszeit gut übersteht

Normalerweise benötigt die Waldrebe keinen speziellen Winterschutz. Aufgrund dessen empfiehlt sich dieser nur dann, wenn die Pflanze an rauen, exponierten Lagen gesetzt wurde. In diesen Fällen ist es ratsam, die Pflanze durch ein leichtes Anhäufeln zu schützen. Hierfür kann zum Beispiel Erde ebenso genutzt werden wie etwa Laub oder Kompost. Aber auch ein Abschirmen mit Tannenästen ist dann ratsam. Damit müsste die Waldrebe selbst bei einem äußerst unwirtlichen Klima gut durch den Winter kommen und im nächsten Jahr ihre Besitzer wieder mit einem gesunden Wuchs und wunderschönen Blüten erfreuen.