Einjährige Kletterpflanzen - Sorten und Pflege

BlauregenEinjährige Kletterpflanzen wachsen innerhalb von nur einer einzigen Vegetationszeit erstaunlich schnell und zeigen bereits in dieser prachtvolle Blüten. Deshalb sind sie eine bevorzugte Pflanzenart, wenn ein Gewächs gesucht wird, das schnell wächst und wuchert. Einjährige Kletterpflanzen sind, je nach Art, aber auch relativ pflegeleicht.

Beliebte Arten der einjährigen Kletterpflanzen

Die Kletterpflanzen lassen sich meist relativ unkompliziert aus dem Samen der Pflanze ziehen. Jedoch findet sich eine Vielzahl an einjährigen Kletterpflanzen zum Frühjahr hin auch in Gartenfachgeschäften ein.
Beliebte und bekannte Sorten

der einjährigen Kletterpflanzen sind beispielsweise:
  • Glockenrebe (Cobaea scandens)
  • Helmbohne (Dolichos lablab)
  • japanische Hopfen (Humulus scandens)
  • Zierkürbis (Cucurbita pepo)
  • Ballonwein (Cardiospermum halicacabum)
  • Prunkwinde (Ipomoea tricolor)
  • Stachelgurke (Echinocystis lobata)
  • Heckenknöterich (Fallopia dumetorum)
  • Sternwinde (Ipomoea lobata)
  • Duftwicke (Lathyrus odoratus)
Die vielen Arten, in denen sich die Pflanzen der Gattung präsentieren, sind grundlegend sehr verschieden. Sie unterscheiden sich in ihrem Aussehen, in ihrer maximalen Größe, in ihren Eigenschaften, in ihren "Vorlieben" oder in ihrem Wuchs und ihrer Verwendung. Allerdings haben einjährige Kletterpflanzen auch viel gemeinsam. Vor allem, wenn es um die Pflege der kleinen aber feinen Kletterer geht, die so rasend schnell eine stattliche Höhe von bis zu vier Metern in nur einer Vegetationszeit annehmen können. Trotzdem schadet es aber natürlich nicht, sich in Sachen Pflege und Aufzucht der Pflanze, für die man sich entscheidet, genauer zu informieren.

Kletterer und ihre Vorlieben und Anforderungen

Kletterer sind sich recht ähnlich, wenn auch nicht absolut gleich. Die Glockenrebe bezeichnet beispielsweise einen Kletterer, der mit großen glockenförmigen Blüten besticht - und diese Blüten zeigen sich etwa ab Mitte Juli und bleiben bis hin zum ersten Frost erhalten. Zudem verströmen die schönen Glöckchen einen süßlichen und honigartigen Duft, der sich ebenfalls so lange hält, wie die Glockenrebe blüht.
Dann gibt es da noch die Helmbohne, die die Kletterer der Familie Dolichos sehr gut präsentiert. Sie trägt von Juli bis September für wunderschöne violette Blüten, ist aber auch als eine edle weiß blühende Art vertreten. Die Helmbohne mag es außerdem nährstoffreich und warm, wie die meisten einjährigen Kletterpflanzen.

Der japanische Hopfen ist für eine einjährige Kletterpflanze fast schon untypisch unscheinbar und ist auch etwas "eigen". Deshalb sollte man bei dieser Art der Pflanzengattung (Humulus) wissen, worauf man sich einlässt, bevor man sie pflanzt. Denn der japanische Hopfen ist beispielsweise als männliche und als weibliche Pflanze vertreten: Und beide Arten bringen andere Blüten hervor, haben andere Vorlieben in Sachen Aufzucht und auch andere Anforderungen in Sachen Pflege. Übergreifend sind jedoch beide Pflanzentypen sehr anspruchslos und gedeihen in fast jedem Boden - sei er auch noch so nährstoffarm.

Robuste Vertreter der Kletterpflanzen und Arten übergreifende Gemeinsamkeiten

GlockenrebeWenn man sich diese drei Beispiele von einjährigen Kletterpflanzen ansieht, wird schnell klar, dass ihre Vorlieben und Eigenarten im Bezug auf ihren Standort und auf den Boden, in dem sie gedeihen, sehr ähnlich sind. Die meisten einjährigen Kletterpflanzen bevorzugen einen warmen, sonnigen und windgeschützten Platz
sowie einen Boden, der reich an Nährstoffen ist. Doch wie man am japanischen Hopfen sieht, gibt es durchaus auch einjährige Kletterpflanzen, die es auch schattig mögen oder die weder an ihren Standort, noch an den Boden

große Ansprüche stellen. Weitere Kletterer, die als relativ anspruchslos und daher auch pflegeleicht gehandelt werden können, sind zudem:
  • Feuerbohne (Phaseolus coccineus)
  • Kapuzinerkresse (Tropaeolum)
  • Schling-Knöterich (Fallopia baldschuanica)
  • Heckenknöterich (Fallopia dumetorum)
Auch diese Pflanzen stellen jedoch, wie die meisten einjährigen Kletterpflanzen, dieselben Anforderungen an die Pflege, die ihnen zuteilwerden sollten. Zudem sind sie sich bei der richtigen Zeit für die Aussaat und für das Pflanzen, für das Umtopfen, das Gießen, das Düngen, das Zurückschneiden, das Überwintern und das Vermehren recht ähnlich. Und: Sie leiden häufig unter denselben Krankheiten und sind denselben Schädlingen ausgesetzt.

Die meisten Kletterer...
  • bevorzugen eine Aussaat Ende Februar bis Anfang März
  • sollten erst nach den Eisheiligen ins Freie gesetzt werden
  • brauchen eine Grunddüngung im Frühjahr
  • sollten einmal pro Woche gedüngt werden
  • sollten an heißen Tagen einmal täglich (abends), ansonsten wenn der Boden trocken wird, gegossen werden
  • sollten im Frühling zurückgeschnitten werden
Die Aufzucht von einjährigen Kletterpflanzen - kein Buch mit sieben Siegeln

Die meisten Kletterer bevorzugen es während der Aufzucht warm und sollten daher stets an einem warmen Platz verweilen, bis sie bereit zum Umtopfen oder Umpflanzen in den Garten, auf die Terrasse oder auf den Balkon sind. Pro Topf sollten übrigens drei bis fünf Samen verwendet werden. Zudem ist es hilfreich, den Pflanzen bereits jetzt Rankhilfen (etwa dünne Bambusstäbe) zur Verfügung zu stellen. Außerdem sollte die Pflanze im Frühling - während sie heranwächst, aber bevor die ersten Blüten sprießen - und im Winter zurückgeschnitten werden, damit die Verzweigung dichter wird.

Keine Angst vor Krankheiten und Schädlingen

Einjährige Kletterpflanzen sind häufig zwar recht robust, leiden aber dennoch oft unter typischen Krankheiten (Pilzbefall oder Viruserkrankungen) und Schädlingen (Blattläuse, Wühlmäuse oder Milben). Rückt man diesen jedoch rechtzeitig mit Hausmitteln oder mit geeigneten Pflanzenschutzmitteln zu Leibe, lässt sich oft Schlimmeres vermeiden.

Anzucht aus Samen

Viele der einjährigen Kletterpflanzen lassen sich ganz einfach aus Samen ziehen. Im Frühjahr kann man sie aber auch beim Gärtner oder in Pflanzenmärkten erstehen. Meist benötigen die Pflanzen eine Kletter- oder Rankhilfe. Das kann ein speziell gebautes Gerüst sein oder einfach die Stäbe der Balkonverkleidung. Auch gespannte Schnüre oder Drähte sind gut geeignet.

Viele Kletterpflanzen haben wunderschöne Blüten. Die Farben reichen von weiß über leuchtendes Gelb und Rot bis zu kräftigem Blau. Auch bei den Blütenformen sind kaum Grenzen gesetzt. Große Trichterblüten oder lange Blütenrispen locken viele Insekten an.  Einige Kletterpflanzen liefern sogar essbare Früchte, wie die Gurken, Melonen, Feuerbohnen und Erbsen.

PrunkwindeKletterpflanzen benötigen nahrhaften, humosen Boden. Im Kübel sollte man gute Einheitserde verwenden. Der Pflanzabstand sollte 20 bis 30 cm betragen, je nachdem, wie dicht der Blütenvorhang werden soll. Kletterpflanzen brauchen regelmäßig Wasser und sollten wöchentlich gedüngt werden. Mit den einjährigen Kletterern kann man gestalterisch gut arbeiten. Selbst gebaute Pyramiden, Kletterwände und Rankspaliere aus Metall und Holz lassen sich bestens für die sommerliche Blütenflor verwenden. Mit einjährigen Pflanzen lässt sich gestalterisch besser arbeiten als mit mehrjährigen, die doch recht starke, unbewegliche Stämme und Äste bilden. Mit den einjährigen kann man das Erscheinungsbild immer wieder neu prägen.

Zu den einjährigen Kletterpflanzen gehören: Gloxinienwinde, Ballonwein, Glockenrebe, Zierkürbis, Helmbohne, Schönranke, Hopfen, Prunkwinde, Duftwicke, Feuerbohne, Sternwinde, Rosenmantel, Schwarzäugige Susanne und Kapuzinerkresse.

Fazit: "Kleine" Kletterer schnell ganz oho

Durch einjährige Kletterpflanzen kann man dem Garten, der Terrasse oder dem Balkon Jahr für Jahr ein vollkommen anderes Gesicht verschaffen. Denn der Oberbegriff einjährige Kletterpflanze umfasst zahlreiche verschiedene Arten, die verwendet werden können, um farbliche Akzente zu setzen und um für viel Abwechslung zu sorgen. Zudem gedeihen viele Pflanzenarten auch problemlos im Kübel, sodass es hier nur wenige Einschränkungen gibt, wenn es darum geht, wo die Pflanze positioniert werden soll.