Scheinrebe, Ampelopsis elegans - Pflanzen und Pflege

Viele Gartenfreunde haben eine Pflanze für sich entdeckt, die viele Vorzüge in sich vereint. Sie sieht schon erst einmal im Gesamtbild gut aus und begrünt in kurzer Zeit Pergolen, Zäune oder Hauswände. Gemeint ist die Scheinrebe, mit dem botanischen Namen Ampelopsis elegans. Sie entstammt der Familie der Weinrebengewächse und stammt ursprünglich aus Mittel- und Nordamerika, ist aber in Asien weit verbreitet.

Auch in Deutschland hat diese Pflanzengattung bereits sehr viele Freunde gefunden und das nicht erst seit heute oder gestern, denn schon 1803 wurde diese Pflanzenart von  André Michaux beschrieben. Die Scheinreben sehen

dem Wilden Wein sehr ähnlich, da sie miteinander verwandt sind. Ein sehr schönes Merkmal der Scheinrebe sind die glänzenden erbsengroßen Früchte, die in verschiedenen Blautönen zu sehen sind und von September bis Oktober erscheinen. Die Blätter sind bis 10 cm lang, dreilappig, herzförmig und grün-weiß, leicht rosafarben. Die Scheinrebe ist eine sehr robuste Kletterpflanze, die selbst harte Winter übersteht. Sie wächst an Pergolen oder Zäunen problemlos in die Höhe, aber an Hauswänden braucht die Scheinrebe eine Rankhilfe. Bei guten Bodenverhältnissen kann die Scheinrebe eine Höhe von 4 m erreichen.

Welche Bedürfnisse hat die Scheinrebe

Wer die Scheinrebe in seinem Garten kultivieren möchte, der ist gut beraten, sich in erster Linie über die Lebensbedingungen der Pflanze zu informieren. Welchen Standort braucht die Pflanze, wie sollte der Boden beschaffen sein und wie sollte sie gepflegt werden. Ist der Pflegeaufwand zu hoch? Muss die Pflanze im Winter geschützt werden? Ist man derart vorbereitet, dann ist man sicher, der Pflanze die richtige Pflege zukommen zu lassen und durch das Gedeihen der Scheinrebe auch Freude an dieser Pflanze zu haben. Auf was sollte also geachtet werden?

Die besten Bedingungen findet die Pflanze vor, wenn der Boden humos und leicht feucht ist. Ist viel Lehm im Boden führt zu Staunässe, die viele Pflanzen nicht vertragen. Wenn der Boden aber zu sandig ist, dann speichert er kaum Wasser und das ist für die Pflanzen auch nicht gut. Wer einen ungünstigen Boden besitzt, der sollte den Boden der Pflanzstelle verbessern, indem eventuell etwas Sand oder Kompost beigemischt wird. Der Standort sollte hell, also sonnig bis halbschattig sein. Zum Wachsen sollte der Pflanze eine Rankhilfe gegeben werden. Das ist besonders wichtig, wenn man zum Beispiel eine Hauswand begrünen möchte. Wie aber kommt man zu einer Scheinrebe, sollte man sie aus Samen ziehen oder doch lieber eine bewurzelte Pflanze kaufen.

Aussaat und Anzucht junger Pflanzen

Wer seine Pflanzen aus Samen ziehen möchte, der kann das tun. Allerdings muss er dann damit rechnen, dass die kleinen neuen Pflanzen nicht mehr die Eigenschaften der Mutterpflanze besitzen. Sollte man sich aber dazu entschließen, dann sollte man in einen Pflanztopf zwei bis drei Samen legen. Leicht angießen und den Topf an einer geschützten Stelle deponieren. Eine ständige Kontrolle ist natürlich notwendig, um zu sehen, wann die kleinen Pflänzchen erscheinen. Wenn das so weit ist, dann mäßig gießen, denn die kleinen Pflanzen können noch nicht viel Wasser aufnehmen. Sie gedeihen am besten im Freiland, sollten aber über den Winter im Haus stehen, damit sie keinen Schaden nehmen. Im Frühjahr könne  die kleinen Pflanzen entweder in Kübeln weiter kultiviert werden oder man pflanzt sie an Ort und Stelle aus. Allerdings sollte man damit rechnen, dass es minderwertige Pflanzen sein

können, die in Wuchs, Gesundheit, Fruchtqualität oder Reifezeit nicht mehr mit den Eigenschaften der Mutterpflanze übereinstimmen. Gesagt werden sollte aber, dass in den Gärtnereien Samen zur Anzucht neuer Sorten verwendet wird.

Pflanzen aus
Stecklingen und Ableger


Wer seine Scheinrebe allerdings als Jungpflanze beim Gärtner kauft, der kann davon ausgehen, dass die Pflanze aus einer vegetativen Vermehrung stammt. Diese Pflanzen besitzen alle Eigenschaften der Mutterpflanzen, sie sind erbgleich. Eine Vermehrung der Scheinrebe erfolgt durch Steckhölzer, Augenstecklinge oder durch Ableger. Jede Art der Vermehrung erfolgt auf eine spezielle Art und Weise, aber immer in der Tendenz, einwandfreie kräftige Pflanzen zu erhalten. Wie unterscheiden sich die Anzuchtarten?

Augenstecklinge
Sie werden unter Glas gezogen, indem man ein Augenholz in die Erde steckt und ein Glas darüber stülpt. In Gärtnereien erfolgt die Anzucht im Gewächshaus, weil diese Art der Vermehrung im Freien misslingt.

Steckhölzer
Ein Holz, das drei bis vier Augen besitzt, wird bis zum obersten Auge in die Erde gesteckt.  Man sollte darauf achten, dass es sich bei dem Holz um junges Holz handelt, das auch noch austreiben kann. Diese Anzucht sollte auch in geschützten Umfeld erfolgen.
Ableger
Bei einer Vermehrung als Ableger wird einfach ein einjähriger Zweig nach unten in eine Erdgrube gebogen und mit Erde bedeckt. Zwei Augen sollten draußen bleiben. Erst im zweiten Herbst ausgraben und von der Mutterpflanze abtrennen. Diese Art der Vermehrung bringt die kräftigsten Jungpflanzen ohne großen Aufwand hervor.

Weitere Pflegemaßnahmen

Die weitere Pflege der Scheinreben ist sehr einfach. Die Pflanze braucht einen mäßig feuchten Boden und man sollte bei sehr warmen Wetter zusätzlich gießen. Ansonsten ist sie sehr genügsam. Eine Düngergabe im Frühjahr fördert die Blütenbildung und das Wachstum. Die Blüte zeigt sich in den Monaten Juni bis Juli, während die Früchte im September / Oktober erscheinen. Die Scheinrebe ist eine vorzügliche Bienen- und Vogelnährpflanze, denn die Beeren sind bei den Vögeln sehr beliebt. Auch Schmetterlinge besuchen die Scheinrebe gerne, denn sie dient vielen Insekten auch als Schutz.
Die letzte Maßnahme in einem Gartenjahr ist der Rückschnitt der Scheinrebe. Da sie sehr üppig wächst, ist ein Rückschnitt wirksam. Der Schnitt sollte so erfolgen, wie bei anderen Kletterpflanzen. Allerdings ist es angeraten, bei dem Rückschnitt nicht unter oder vor einem Auge zu schneiden, sondern zwischen zwei Augen. Wenn der Wuchs ins Buschige geht, dann kann auch gut ausgelichtet werden.
Werden alle Hinweise beachtet, dann hat man jahrelang Freude an seinen Pflanzen. Und wer seine Scheinrebe an seinem Haus zur Begrünung gepflanzt hat, der kann zusehen, wie sich sein Haus in ein grünes Haus verwandelt.
 
Weitere Pflege-Tipps

Was Temperaturen angeht, ist die hier beschriebene Pflanze sehr genügsam. Das bedeutet, dass sie ohne Probleme im Wohnzimmer gepflanzt werden kann, wo normale Zimmertemperatur herrscht. Aber auch wenn es etwas kälter ist bereitet das der Scheinrebe keine großen Schwierigkeiten, da sie auch niedrige Temperaturen, die nicht nur 10 Grad gehen ohne weiteres gut verkraftet.

Nicht ganz so pflegeleicht ist die Scheinrebe in punkto Licht. Hier wünscht sie sich viel Lichtzufuhr, am besten also einen Sonnenplatz an der Fensterbank oder einen gut beleuchteten Standort, an den viel Sonne heran kommt.

Grund für den großen Sonnenbedarf ist, dass die Blätter Flecken besitzen, diese weisen immer auf eine derart hohe Lichtzufuhr, die nötig wird, hin. Selbstverständlich muss die Ampelopsis auch mit ausreichend Wasser versorgt werden.

Hier ist die Pflege wiederum sehr knapp zu halten. Das Erdreich, in dem sich die Scheinrebe befindet, muss lediglich feucht bleiben, damit es nicht zur Austrocknung kommt, ansonsten - und vor allem bei der Ruhephase - wird nur wenig Wasser gebraucht. Im Sommer sollte man der Pflanze dagegen wieder etwas mehr kühles Nass spendieren, hier ist sie ein kleines bisschen anfälliger.

Generell ist die Scheinrebe aber nicht nur ein schönes Klettergewächs, welches im Inneren wie auch draußen für eine optische Bereicherung sorgt, sie hat auch noch den Vorteil, dass sie im Allgemeinen wenig Pflege braucht.