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Wilder Wein wird in erster Linie wegen seiner grünen oder rotschwarzen Früchte kultiviert, doch treibt er darüber hinaus reizvoll geformte Blätter. Einige verwandte Formen dienen ausschließlich als Zierpflanzen und bringen keine genießbaren Früchte hervor. Zierwein schmückt sich mit besonders prachtvollem Laub. Einige Arten tragen ihre bunten Blätter im Frühling und Sommer zur Schau, die meisten Formen bestechen jedoch durch ihr lebhaft gefärbtes Herbstkleid. Die nahe verwandten Arten des Wilden Weins gleichen dem Zierwein in Wuchsform und Erscheinungsbild. Mit ihnen lassen sich selbst hohe Hauswände, Mauern und Zäune begrünen. Im Lauf der Zeit überwuchern sie ihre Unterlage vollständig und
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überziehen sie mit einem dichten Blätterkleid.
Allgemeine Merkmale: Weinblätter fallen im Herbst ab, sind 6- 20cm breit und gelappt. Sie zeigen häufig hervortretende Adern und einen gezähnten Rand. Die Blüten sind klein und unscheinbar. Ihnen folgen weinrote, grüne oder schwarzblaue, oft grau bereifte Beeren, die sich zu Rispen oder Trauben vereinen. Die Triebe klettern mit Hilfe verzweigter Ranken, die sich an benachbarten Pflanzen oder Stützen festklammern. Die Ranken von Parthenocissus enden in Haftscheiben, die sich an jeder senkrechten, auch noch so glatten Fläche festsaugen.
Pflanzenauswahl: Die meisten Arten von Wildem Wein klettern mindestens 3,5m hoch. „Parthenocissus henryana“ erreicht 7,5- 9m Höhe. Jedes Blatt besteht aus drei bis fünf getrennten Fiedern von ungefähr 6cm Länge. Die Blattadern sind zartrosa bis weiß getönt und setzen sich deutlich von der samtigen, grünen Blattspreite ab. Im Herbst färben sich die Blätter rot, die Adern behalten ihre helle Tönung jedoch bei. „Parthenocissus quinquefolia“ klettert bis zu 21m hoch und bringt zwei- bis dreimal so große Blätter wie „P. henryana“ hervor, die jedoch keine weiße Äderung tragen. „Parthenocissus tricuspidata“ hat unzerteilte, dreilappige Blätter und unterscheidet sich dadurch von den anderen Arten. Mit einem Durchmesser von bis zu 20cm weisen die Blätter eine beträchtliche Größe auf. „Ampelopsis brevipedunculata“ ist ein wenig bekannter, aber durchaus lohnender Wilder Wein. Der kräftige Kletterstrauch bringt nach einem langem heißen Sommer und milden Herbst porzellanblaue Beeren hervor. Seine drei- bis fünflappigen, hopfenähnlichen Blätter sind ebenfalls sehr dekorativ. Die Sorte „Elegans“ wuchert nicht so stark und schmückt sich mit weißem und zartrosa gesprenkeltem Laub.
Standort und Boden: Alle Arten von Wilden Wein gedeihen am besten auf gut durchlässigem, lehmigem Boden, der alkalisch oder neutral reagiert; saurerer Boden wird nicht vertragen. Der Standort kann sonnig oder schattig sein. Wenn die Reben reichlich fruchten sollen, pflanzt man sie an eine Süd- oder Südostseite. Die Herbstfärbung wird durch Sonne oder Schatten nicht wesentlich beeinflusst.
P. henryana verträgt von allen Arten am wenigsten Frost und benötigt einen geschützten Platz, wie ihn eine Süd- oder Südwestmauer bietet. Die übrigen Arten geben sich mit jedem Standort zufrieden und sind frosthart. Da die Wilden weine nicht von selbst aufrecht wachsen können, pflanzt man sie vor eine feste Unterlage, beispielsweise eine Mauer oder einen Zaun. Bedenken Sie dabei, dass die Ranken und Parthenosissus sehr fest an Fenstern, Türen und Dachrinnen haften und eine Außenrenovierung des Hauses erschweren.
Pflanzung: Damit Wilder Wein von Anfang an gute Wachstumsbedingungen vorfindet, muss die Pflanzstelle sehr sorgfältig vorbereitet werden. Dabei ist zu beachten, dass das Erdreich in der Nähe einer Mauer oder eines Gebäudes meist trocken und nährstoffarm ist nicht die besten Voraussetzungen für ein gesundes Wachstum junger Pflanzen bietet. Weinstöcke werden bei milder Witterung in der Zeit zwischen Spätherbst und zeitigem Frühjahr gepflanzt. Gärtnereien und Baumschulen bieten Jungpflanzen in Töpfen an, da Pflanzen mit freiliegenden Wurzeln nicht ohne weiteres anwachsen. Beim Setzen sollten Sie Vorsicht walten lassen, um Beschädigungen der empfindlichen wurzeln vorzubeugen. Graben Sie in unmittelbarer Nähe der vorgesehenen Unterlage ein Pflanzloch von etwa 60cm Seitenlänge und 45cm Tiefe. Füllen Sie es mit feuchter, lehmiger Erde, und drücken Sie diese dann an. Darüber kommt eine Schicht von gut verrottetem Kompost, der leicht eingeharkt wird. Brechen Sie die Spitzenknospen der aufrecht wachsenden Triebe aus, um die Bildung seitlicher Verzweigungen anzuregen.
Pflege: Wilder Wein kommt mit einem Minimum an Pflege aus, wenn sie sich erst einmal etabliert haben. Bei zu starkem Wachstum schneidet man im Spätsommer alle alten Äste aus und verkürzt die jüngeren Triebe. Ein anderer Pflegeschnitt ist nicht erforderlich. Nach einigen Jahren besteht die Gefahr, dass die Weinranken in Abflussrohre oder Dachrinnen hineinwachsen und diese dann verstopfen. Schäden im Mauerwerk von Häusern sind selten zu beobachten.
Vermehrung: Am einfachsten lässt sich Wilder Wein durch 25- 30cm lange, holzige Stecklinge vermehren. Man schneidet sie im Spätherbst und steckt sie an einem geschützten Standort bis zur Hälfte in die Erde. Lange Triebe werden im Herbst als Absenker auf dem Boden fixiert. Sie bewurzeln in der Regel bis zum Herbst des darauf folgenden Jahres und werden dann von der Mutterpflanze abgelöst.
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