Wilder Wein - Pflege, Schneiden und Vermehren

Wilder Wein bringt schön gefärbtes Laub und kleine blaue Früchte hervorFür eine Fassadenbegrünung ist der Wilde Wein besonders gut geeignet. Der Wilde Wein wird auch gerne als Jungfernrebe bezeichnet. Er benötigt keine zusätzlichen Hilfen, um den Weg an der Fassade entlang zu finden. Fassaden, Mauern, Gartenlauben und Zäune können mit der Jungfernrebe ausgestattet werden. Es handelt sich hierbei auch um eine schnellwüchsige Pflanze und ist deshalb eine sehr beliebte Fassadenbepflanzung.

Der Wilde Wein verfügt über eine traumhafte Rotfärbung. Im Herbst erscheinen

kleine blaue Beeren, die ebenfalls ein prächtiges Farbbild abgeben. Für den Menschen sind die Beeren ungenießbar. Vögel hingegen finden die Beeren einfach köstlich. Der Wilde Wein ist eine sehr pflegeleichte Pflanze und wird neben dem Efeu gerne als Rankpflanze für verschiedene Bereiche verwendet. Allerdings ist bei der Jungfernrede ein richtiger Schnitt das A und O für ein wunderprächtiges Wachstum.

Wilden Wein aussäen und vermehren

Wilder Wein sollte am besten als vorgezogene Pflanze im Gartenfachmarkt erworben werden. Die Jungpflanze benötigt weniger Aufmerksamkeit und kann daher direkt an der Fassade gepflanzt werden. In der Nähe der Hausmauern ist der Boden oft nährstoffarm und sollte daher mit etwas Kompost angereichert werden. Denn damit die Pflanze gut wachsen kann, wird reichlich Nährstoff benötigt. Das Loch, in dem die Jungfernrebe eingesetzt wird, sollte beim Einpflanzen doppelt so groß sein wie der Wurzelballen der Pflanze. Am besten eignet sich der Spätherbst oder das Frühjahr, um den Wilden Wein anzupflanzen.

Um den Wilden Wein zu vermehren, gibt es mehrere Möglichkeiten. Zum einen kann der Wilde Wein mit Stecklingen vermehrt werden. Die Stecklinge sollten etwa 25 cm lang sein und mindestens vier Augen aufweisen. Ohne viel Aufwand können Sie den Steckling von der Mutterpflanze abschneiden. Schneiden Sie den Steckling im Herbst ab, damit der Steckling gut festwachsen kann. Der Steckling wird bis zur Hälfte in den Boden gesetzt. Reichern Sie den Boden auch wieder mit etwas Kompost an. Da der Steckling besonders im ersten Jahr Schutz vor der Kälte benötigt, sollten Sie ihn mit etwas Laub oder Pellets abdecken. Sie können den Steckling auch im Topf heranziehen und diesen dann im Frühjahr an den vorhergesehenen Platz einpflanzen.

Wilder Wein - Pflanztipps

Wilder Wein kann im Herbst oder im Frühjahr gepflanzt werden. Die Stelle sollte gut vorbereitet sein und mit etwas Kompost versehen werden, wenn der Boden sehr nährstoffarm beschaffen ist. Wenn Sie eine vorgezogene Pflanze aus dem Gartenfachmarkt erwerben, achten Sie darauf, dass die Wurzeln beim Einpflanzen nicht beschädigt werden. Ein Tipp wie Sie den Boden optimal vorbereiten ist sehr einfach zu bewältigen. Graben Sie ein Tiefes Loch von etwa 45 cm. Füllen Sie nun etwas Lehm hinein und drücken die Lehmschicht leicht an. Darüber füllen Sie eine dünne Kompostschicht. Diese verharken Sie leicht mit etwas Erde. Jetzt können Sie die Pflanze in die Erde setzen und das Loch mit der restlichen Erde füllen.

Wilder Wein - richtig umtopfen

Ein Umtopfen ist beim Wilden Wein nicht notwendig, da die Pflanze meist direkt in die Erde gepflanzt wird. Sollten Sie die Jungfernrebe dennoch in einem Topf anpflanzen wollen, sollten Sie ein Umtopfen in Betracht ziehen, wenn die Wurzeln über den Topf hinaus wachsen. Verwenden Sie beim Umtopfen immer einen größeren Topf.

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Wilder Wein eignet sich als FassadenbegrünungWilder Wein - Pflegetipps

Der Wilde Wein benötigt nicht viel Beachtung. Voraussetzung ist jedoch das die Pflanze gut im Erdreich verwachsen konnte. Er benötigt zudem nur mäßig viel Wasser.
  • Standort
Der Wilde Wein wächst besonders gut wenn er einen sonnigen bis halbschattigen Standort erhält. Wenn Wilder Wein im Schatten verweilen muss, schränkt er das Wachstum ein und die Beeren werden entsprechend kleiner. Dennoch kann er auch im Schatten gut ausharren. Ideal ist allerdings eine Südost- oder Ostseite.
  • Gießen
Die Jungfernrebe benötigt viel Wasser. Aber verträgt überhaupt keine Staunässe. Achten Sie darauf, dass Sie ein gutes Mittelmaß finden. Wenn eine lange Trockenzeit geherrscht hat, sollte Wilder Wein gut gegossen werden. Hat er weniger Wasser zur Verfügung, ist das mit dem Wachstum zu erkennen. Er schaltet dabei auf Sparflamme und stellt sozusagen das Wachstum ein. Eingehen aufgrund von zu wenig Wasser kommt nur in sehr seltenen Fällen vor.
  • Schneiden
Das Schneiden ist das Wichtigste beim Wilden Wein. Im Spätsommer werden alle Äste abgeschnitten, die zu üppig wachsen. Junge Triebe werden um einiges Verkürzt. Mehr sollten Sie in den ersten Jahren nicht schneiden. Wenn die Jungfernrebe eine großflächige Wuchsausbreitung eingenommen hat, sollten Sie darauf achten, dass die Pflanze keine Abflüsse und Dachrinnen verstopft. Sollte dies der Fall sein, schneiden Sie die überstehenden Äste der Pflanze ebenfalls zum Spätsommer ab.
  • Überwintern
Es gibt verschiedene Sorten der Jungfernrebe und nicht alle Pflanzen sind
winterhart. Zum Überwintern ist daher eine Südmauer am geeignetsten. Zudem sollte der Standort geschützt sein. Den Boden können Sie mit Laub oder Kompost bedecken, sodass die Wurzeln ausreichend vor Frost geschützt sind.

Krankheiten und Schädlinge

Wilder Wein ist gegen Mehltau und auch falschen Mehltau nahezu resistent. Aber es gibt dennoch Schädlinge, die die Pflanze angreifen können. Eine Krankheit nennt sich Verticillium-Welke. Sollte diese Krankheit vorkommen, bemerken Sie das mit einer plötzlich auftretenden Welke der Blätter und auch ganzen Trieben. Es handelt sich hierbei um eine Pilzerkrankung, die vom Boden aus in die Pflanze gelangt. Über die Wasserleitungsbahnen wird der Pilz auf die komplette Pflanze übertragen und er verstopft dort die Bahnen, sodass die Pflanze kein Wasser mehr bekommt. Gegen diese Krankheit ist noch kein wirksames Mittel gefunden und somit für einen Gärtner und auch Hobbygärtner eine Katastrophe, wenn die Pflanze von der Verticillium-Welke aufgesucht wird. Es ist nur bekannt, dass bei dieser Erkrankung die gesamte Pflanze beseitigt werden muss - inklusive aller Wurzeln und Erdreich, in dem sich die Pflanze befindet.

Wissenswertes zum WIlden Wein in Kürze
  • Wilder Wein ist eine Wildform der Kultur-Rebe. Die Wildrebe ist zweihäusig.
  • Es gibt männliche und weibliche Pflanzen. Um Trauben zu erhalten, benötigt man beide Geschlechter.
  • Der Wilde Wein überzeugt durch sein farbenprächtiges Laub und seine formschönen Blätter.
  • Einige Arten haben das bunte Laub schon von Frühjahr an und über den gesamten Sommer.
  • Die meisten bekommen ihre Blattfärbung aber erst im Herbst.
  • Mit dem Wilden Wein kann man Hauswände wunderschön gestalten.
  • Einige Sorten klettern bis zu 9 Meter hoch.
Reizvoll geformte und intensiv gefärbte Blätter des Wilden WeinsWilder Wein wird in erster Linie wegen seiner grünen oder rotschwarzen Früchte kultiviert, doch treibt er darüber hinaus reizvoll geformte Blätter. Einige verwandte Formen dienen ausschließlich als Zierpflanzen und bringen keine genießbaren Früchte hervor. Zierwein schmückt sich mit besonders prachtvollem Laub. Einige Arten tragen ihre bunten Blätter im Frühling und Sommer zur Schau, die meisten Formen bestechen jedoch durch ihr lebhaft gefärbtes Herbstkleid. Die nahe verwandten Arten des Wilden Weins gleichen dem Zierwein in Wuchsform und Erscheinungsbild. Mit ihnen lassen sich selbst hohe Hauswände, Mauern und Zäune begrünen. Im Lauf der Zeit überwuchern sie ihre Unterlage vollständig und überziehen sie mit einem dichten Blätterkleid.
  • Pflanzgefäß: Ein richtig großes Pflanzgefäß ist wichtig, zum einen, damit sich die Wurzeln gut ausbreiten können, zum anderen, das diese im Winter nicht erfrieren. Außerdem muss man bei einem kleinen Gefäß im Sommer, wenn es richtig warm ist, mehrmals am Tag gießen.
  • Standort: Wilder Wein mag einen sonnigen bis halbschattigen Standort. Er kommt aber auch mit Schatten zurecht, nur werden die Trauben dann nicht groß. Eine Süd- oder Südostseite ist ideal.
  • Pflanzsubstrat: Wilder Wein mag einen durchlässigen, lehmigen Boden. Er darf alkalisch oder neutral, jedoch nicht sauer sein. Eine Drainage am Topfboden sorgt dafür, dass überflüssiges Gieß- oder Regenwasser gut abfließen kann und es nicht zu Staunässe kommt.
  • Gießen und Düngen: Da der Wein im Topf nur begrenzt Wasser zur Verfügung hat, muss er bei Trockenheit gut gegossen werden. Wenn er zu wenig Wasser erhält, geht er selten ein, er wächst nur nicht so üppig und bildet keine oder nur sehr kleine Beeren aus. Staunässe ist zu vermeiden. Gedüngt werden muss nicht, kann aber.
  • Kletterhilfen: Wilder Wein kann meist nicht von allein aufrecht wachsen. Er benötigt einen Untergrund, den er zum Hochziehen verwenden kann. Mauern und Zäune sind ideal, aber natürlich helfen auch Klettergerüste.  Dieses sollte etwas Abstand zu Mauern haben, denn einige Arten haften richtig fest am Mauerwerk und können auch Schäden verursachen.
  • Schneiden: Im Spätsommer können bei zu üppigem Wuchs alte Äste ausgeschnitten und junge Triebe verkürzt werden. Mehr muss nicht geschnitten werden. Wenn sich der Wein nach einigen Jahren richtig ausgebreitet hat, sollte man darauf achten, dass er nicht in Abflussrohre und Dachrinnen wächst.
  • Überwintern: Nicht alle Sorten des Wilden Weins kommen mit Frost gut zurecht. Wichtig zum Überstehen eines kalten Winters ist der Standort. Er sollte geschützt sein, möglichst an einer warmen Südmauer. Parthenocissus henryana verträgt den wenigsten Frost. Alle anderen Arten kommen im Winter recht gut zurecht.
Sorten von Wildem Wein
  • Parthenocissus henryana erreicht 7,5 bis 9 m Höhe. Jedes Blatt besteht aus drei bis fünf getrennten Fiedern von ungefähr 6cm Länge. Die Blattadern sind zartrosa bis weiß getönt und setzen sich deutlich von der samtigen, grünen Blattspreite ab. Im Herbst färben sich die Blätter rot, die Adern behalten ihre helle Tönung jedoch bei.
  • Parthenocissus quinquefolia klettert bis zu 21 m hoch und bringt zwei- bis dreimal so große Blätter wie P. henryana hervor, die jedoch keine weiße Äderung tragen.
  • Parthenocissus tricuspidata hat unzerteilte, dreilappige Blätter und unterscheidet sich dadurch von den anderen Arten. Mit einem Durchmesser von bis zu 20cm weisen die Blätter eine beträchtliche Größe auf. 
  • Frisches Blattwerk des Wilder Weins im Frühjahr Ampelopsis brevipedunculata ist ein wenig bekannter, aber durchaus lohnender Wilder Wein. Der kräftige Kletterstrauch bringt nach einem langem heißen Sommer und milden Herbst porzellanblaue Beeren hervor. Seine drei- bis fünflappigen, hopfenähnlichen Blätter sind ebenfalls sehr dekorativ. Die Sorte Elegans wuchert nicht so stark und schmückt sich mit weißem und zartrosa gesprenkeltem Laub.
Alle Arten von Wilden Wein gedeihen am besten auf gut durchlässigem, lehmigem Boden, der alkalisch oder neutral reagiert; saurerer Boden wird nicht vertragen. Der Standort kann sonnig oder schattig sein. Wenn die Reben reichlich fruchten sollen, pflanzt man sie an eine Süd- oder Südostseite. Die Herbstfärbung wird durch Sonne oder Schatten nicht wesentlich beeinflusst.

P. henryana verträgt von allen Arten am wenigsten Frost und benötigt einen geschützten Platz, wie ihn eine Süd- oder Südwestmauer bietet. Die übrigen Arten geben sich mit jedem Standort zufrieden und sind frosthart. Da die Wilden weine nicht von selbst aufrecht wachsen können, pflanzt man sie vor eine feste Unterlage, beispielsweise eine Mauer oder einen Zaun. Bedenken Sie dabei, dass die Ranken und Parthenosissus sehr fest an Fenstern, Türen und Dachrinnen haften und eine Außenrenovierung des Hauses erschweren.