Apfelwickler Schadbild & Bekämpfung mit Wellpappe

Apfelwickler Schadbild & Bekämpfung mit Wellpappe Apfelbaum in BlüteLebenszyklus des Apfelwicklers

Der Apfelwickler ist ein kleiner graubrauner Schmetterling aus der Familie der Wickler. Seine Raupen zählen zu den bedeutendsten Schädlingen im europäischen Obstbau. Die Falter fliegen in der Regel im Spätfrühling bei Temperaturen um 20°C zur Paarung aus. Danach legen die Weibchen jeweils bis zu 60 Eier direkt auf den Früchten sowie auf den Blättern von Obstbäumen ab. Befallen werden dabei neben Apfelbäumen besonders Birnbäume, aber auch andere Obstgehölze. Je nach Witterungsbedingungen

entwickeln sich daraus dann in sieben bis fünfzehn Tagen zwei Millimeter lange weißliche Larven, die in die Früchte eindringen. Dort ernähren sie sich sowohl vom Fruchtfleisch als auch von den Kernen. Nach etwa drei bis vier Wochen haben die Larven eine Größe von bis zu zwei Zentimetern erreicht und suchen einen geeigneten Ort außerhalb der Frucht auf, um sich zu verpuppen. Bei günstigen Bedingungen kann im Laufe eines Sommers noch eine zweite Generation gebildet werden. Die Überwinterung erfolgt als Raupe in einem schützenden Gespinst in der Baumrinde oder im Boden in Baumstammnähe.

Schadbild

Apfelbäume sind betroffenVon außen lässt sich ein Befall mit Obstmaden, wie die Raupen des Apfelwicklers auch genannte werden, meist nicht bemerken. Nur gelegentlich ist um das Eintrittsloch eine kleine Fäulnisstelle zu sehen. Erst beim
Aufschneiden der Frucht kann man von den Larven abgesehen auch spiralförmige Bohrgänge erkennen, die mit mehlartigem Kot gefüllt sind. Allerdings werfen die Bäume befallene Früchte in einem frühen Entwicklungsstadium ab, so dass eine größere Menge an jungem, unreifen Fallobst ein sicheres Anzeichen für einen Befall durch den Apfelwickler ist.

Direkte Bekämpfung des Apfelwicklers

Neben dem relativ kostenintensiven Einsatz von Pheromon-Fallen und Pflanzenschutzmitteln auf der Basis von für Apfelwickler schädliche Viren empfiehlt sich vor allem die Förderung von Nützlingen wie Schlupfwespen, Wanzen und Ohrwürmern. Allerdings ist die direkte Bekämpfung sehr schwierig, da diese nur in der kurzen Zeit möglich ist, in der sich die Larve außerhalb der Frucht befindet. Sehr viel sinnvoller ist es, Maßnahmen zu ergreifen um einen erneuten Befall im Folgejahr zu verhindern.

Bekämpfung mit Wellpappe

Eine simple Methode zur Bekämpfung des Apfelwicklers ist, lose Rindenteile durch Abbürsten zu entfernen und dann ab Mitte Juni an dem Stamm Fanggürtel aus Wellpappe anzubringen. Die Larven kriechen nach dem Verlassen der Früchte am Stamm hinunter und verkriechen sich in den Vertiefungen der Wellpappe, um sich dort einzuspinnen. Diese Fanggürtel müssen dann nur noch regelmäßig kontrolliert und vernichtet werden. Allerdings werden auf diese Weise nur die Larven entfernt, die aus Früchten kommen, die sich noch am Baum befinden; Larven aus Fallobst ist mit dieser Methode nicht beizukommen. Um den Apfelwickler konsequent zu bekämpfen, sind deshalb weitere Maßnahmen notwendig.

Beseitigung von Fallobst

Das A und O bei der Bekämpfung des Apfelwicklers ist das regelmäßige und konsequente Entfernen des Fallobstes. Nur dadurch lässt sich verhindern, dass Larven direkt aus den befallenen Früchten in den Boden gelangen können, um sich dort zu verpuppen oder um zu überwintern. Da sie dafür nur wenig Zeit benötigen, ist es wichtig, dass die Früchte täglich

aufgesammelt werden. Auch Früchte, die noch am Baum hängen, aber erkennbar von Maden befallen sind, sollten sofort entfernt werden. Von äußerster Wichtigkeit ist dabei, dass diese Früchte auf keinen Fall kompostiert werden dürfen, da die Larven dabei überleben. Sie sollten stattdessen über den normalen Müll entsorgt werden.