Gundermann bekämpfen und dauerhaft vernichten

Gundermann bekämpfen und dauerhaft vernichten

Was für die einen eine hübsch anzusehende und noch dazu gesundheitsfördernde (Heil-) Pflanze, ist für die anderen lediglich lästiges Unkraut.

gundermann_flHierauf ließe sich gegebenenfalls entgegnen, dass es „Unkraut“ im eigentlichen Sinne gar nicht gibt, sondern lediglich Wildkräuter, die zur falschen Zeit am falschen Ort wachsen….

Aber in der Tat wächst der Gundermann, der im Übrigen auch unter der Bezeichnung Gundelrebe oder Erdefeu bekannt ist, buchstäblich „wie Unkraut“. Ein echtes Ärgernis für den engagierten Hobbygärtner.

Die Pflanze wächst, nein,

sie wuchert geradezu über den Boden, rankt sich an Zäunen und Abgrenzungen entlang und macht selbst vor Rasenflächen und Blumenbeeten nicht halt.

Nicht (immer) kommt es auf die Optik an…

Nichtsdestotrotz sind die herzartig geformten Blätter sowie die violetten Blüten durchaus nett anzusehen. Und auch die Traditionen, die mit dem Gundermann verbunden sind, sollten nicht in Vergessenheit geraten. So band man zum Beispiel vor über hundert Jahren in der Walpurgisnacht aus den Trieben der Gundelrebe wunderschöne Kränze, die vor allem Glück bringen sollten.

Fakt ist, dass die Triebe der Gundelrebe ohne weiteres bis zu einem Meter lang werden können. Wer einmal ein Blatt dieser Pflanze zwischen den Fingern zerrieben hat, wird sicherlich sogleich den würzigen, leicht herben Geruch sowie die zugleich ölige Konsistenz bemerkt haben.

Das in den Gundermannblättern enthaltene Öl zeichnet sich in erster Linie durch seine entzündungshemmenden, schleimlösenden, anregenden und stoffwechselfördernden Eigenschaften aus. Wissenswert in diesem Zusammenhang ist jedoch, dass der Verzehr von Gundermannblättern für Pferde, Kaninchen und Co. giftig ist – nicht jedoch für den Menschen! Und so lassen sich
aus Gundermann durchaus schmackhafte Salate zubereiten.

Ein echtes Highlight auf jeder Speisekarte.

Unauffällig und anspruchslos – der Gundermann

Der Gundermann ist zwar an sich als überaus anspruchslos bekannt, jedoch schätzt er Licht und feuchte Bodenverhältnisse sehr. Kenner sehen in ihm eine Art „Zeigerpflanze“, die meist auf stickstoffhaltige, feuchte Böden hinweist.

Und genau hier lässt sich im Hinblick auf eine erfolgversprechende, dauerhafte Entfernung des Gundermann aus Rasenflächen und Beeten ansetzen. In der Regel zeichnen sich Pflanzen, die Stickstoff anzeigen, vor allem dadurch aus, dass sie Stickstoff abbauen. Mehrmaliges, regelmäßiges Mähen betroffener Rasenflächen sowie ein sofortiges Abfahren des Grüngutes ist aus diesem Grund unbedingt erforderlich.

Zu berücksichtigen ist hierbei jedoch, dass die Rasenhalme nicht kürzer als vier bis fünf Zentimeter sein sollten. Denn dies begünstigt den Sonnenlichteinfall und ein daraus resultierendes, vermehrtes Wachstum des Gundermanns.

Es macht Sinn, von Gundermannbewuchs betroffene Rasenstellen mindestens zwei Mal im Jahr zu vertikutieren und neu nachzusäen. Auf die zusätzliche Bearbeitung mit stickstoffhaltigem Dünger sollte darüber hinaus verzichtet und stattdessen auf Naturdünger zurückgegriffen werden.gundermann2_fl

Wer im Hinblick auf die Bekämpfung von Gundermann auf chemische Hilfsmittel verzichten möchte, kommt wohl nicht umhin, die leidigen Triebe samt Wurzelwerk in regelmäßigen Abständen aus Beet- und Rasenflächen zu entfernen.

Eine überaus mühsame Tätigkeit, die vor allem auch deshalb kein Vergnügen ist, weil selbst kleinste Wurzelreste ausreichen, um neue Triebe entstehen zu lassen. Das kontinuierliche Herausrupfen ist somit die eine Seite der Medaille, die Verwendung von Pflanzenschutzmitteln eine andere.

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Die meisten Unkrautvernichter veranlassen die breitblättrigen sowie die zweikeimblättrigen Pflanzen dazu, nahezu ununterbrochen zu wachsen, bis diese letztendlich absterben. Um also ein möglichst rasantes Wachstum zu gewährleisten, sollte der „Gundermann-Vernichter“ möglichst bei warmer Witterung verabreicht werden.

Erst nach etwa zwei Monaten können bei Bedarf neue Pflanzen im Beet gesetzt oder Rasensamen nachgesät werden. So bestehen beste Chancen, dass Beet- bzw. Rasenflächen dauerhaft frei von Gundermann und Co. bleiben.