Was ist ein Magerrasen?
Einen Magerrasen erkennt man bereits aus der Ferne, denn er erscheint nicht saftig grün wie viele Wiesen, sondern ist bräunlich und verkümmert.
Unter einem Magerrasen versteht man ein ... besonderes Biotop, das sich an nährstoffarmen Standorten bildet. Charakteristisch für einen Magerrasen ist die Artenzusammensetzung aus Kraut- und Halbstrauchpflanzen.
Damit ein Magerrasen realisiert werden kann, sind einige besondere Standortbedingungen zu berücksichtigen. Da ein Magerrasen nährstoffarm ist, siedeln sich hier nur spezielle Pflanzenarten an, die wenig Nährstoffe benötigen und auch in Bezug auf die Bewässerung sehr anspruchslos sind. In der Regel besitzen die Pflanzen hier eine hohe Trockenheitsresistenz.
Natürliches und künstliches Vorkommen eines Magerrasen
Oftmals findet man heute einen natürlich entstandenen Magerrasen an Rutschhängen, denn im Laufe der Zeit entstehen hier immer wieder neue Flächen, die von Kräutern und Blumen besiedelt werden.
Auch auf verlassenen Grundstücken, wie beispielsweise alten Truppenübungsplätzen, sind heute noch Magerrasen zu finden. Hier haben sich nach dem Aufbrechen von Betondecken durch die Witterungseinflüsse viele verschiedene Kräuter und Gräser angesammelt, sodass ein solches Biotop entstehen konnte. Jedoch sind diese natürlichen Magerrasen immer seltener der Fall, denn durch die Ausrottung von großen Weidetieren ...
und der Zurückdrängung der Natur durch den Menschen, können sich Samen nicht mehr so gut verbreiten.
Bereits in der Jungsteinzeit wurden Magerrasen durch Menschenhand, üblicherweise in der Nähe von Siedlungen angelegt.
Heute wird ein Magerrasen oftmals im Garten anstelle eines gepflasterten Gartenweges angelegt. Auch auf Innenhöfen findet die Verwendung immer wieder Anklang. Das Anlegen eines Magerrasens ist eigentlich ganz einfach, denn es muss nur eine Pflanzenmischung für Magerrasen gesät werden, die man im Fachhandel bekommen kann.
Die Unterscheidung in Sand- und Kalk-Magerrasen
Magerrasen unterscheidet man in Sand-Trockenrasen und Kalk-Trockenrasen.
Der Sand-Trockenrasen zeichnet sich durch schwachwüchsige Pflanzen aus, die mit humus- und nährstoffarmen Sandböden gut zurechtkommen. Charakteristisch sind hier auch die geringe Speicherfähigkeit von Wasser, der sehr geringe Nährstoffgehalt des Bodens und die extremen Temperaturanstieg.
Zu finden ist ein Sand-Trockenrasen vor allem in Landschaften, die einzeitlich geprägt sind und daher kaum einen Waldbestand aufweisen. Meist handelt es sich um eine sehr trockene, wüstenartige Landschaft. Typische Pflanzenarten, die sich hier ansiedeln, sind die Sand-Grasnelke, die Heide-Nelke, das Bergsandglöckchen oder das Acker-Hornkraut. Als natürliches Vorkommen findet man den Sand-Magerrasen nur selten.
Geschaffen wurde er von Menschenhand vor allem auf beweideten Binnendünen und am Rand von Flussauen. Das Naturschutzgebiet Windmühlenberg in Berlin-Gatow ist ein gutes Beispiel für einen Sand-Magerrasen.
Kalk-Magerrasen findet man auf südlich gelegenen Hängen, die über eine gute Drainage verfügen. So kann der geringe Niederschlag schnell abgeführt werden. Ideal für einen Kalk-Magerrasen sind flachgründige Kalksteinböden. Die typische Bepflanzung eines solchen Magerrasens besteht aus schütteren, kurzen Gräsern und einer Vielzahl von schwachwüchsigen Blumen, wie die Küchenschelle oder die Silberdistel.
In Mitteleuropa ist der Kalk-Magerrasen die artenreichste Pflanzengesellschaft.
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