Hummelnistkasten bauen und richtig aufstellen

Hummelnistkasten bauen und richtig aufstellen

Unsere Hummeln sind vom Aussterben bedroht, zahlreiche Arten sind in der Rote Liste gefährdeter Arten aufgeführt. Wenn Sie gerne mithelfen möchten, diese für unsere Natur wichtigen Tiere zu erhalten, könnten Sie sich einen Hummelnistkasten bauen, damit in Ihrem Garten (vielleicht seltene) Hummeln Nachkommen produzieren:

hummelHummelnistkasten bauen

Für den Bau eines Hummelnistkastens brauchen Sie fünf Bretter von einer Größe von 40 x 40 cm, 2 cm dick, die den Boden und die Seitenwände bilden werden. Ein Brett von

50 x 50 cm in gleicher Stärke wird später das Dach. Zunächst bohren Sie etwa 10 cm über der Mitte eines der 40-cm-Bretter ein Einflugloch von 2,5 cm Durchmesser in diese spätere Vorderseite. Unter diesem Einflugloch wird ein Flugbrett von ungefähr 5 cm Tiefe und 15 cm Breite angeklebt, das die Hummeln bei Start und Landung benutzen. Dazu kann entweder ein Stück Restholz genommen werden oder auch eine Pappschachtel wie die Verpackung einer Zahnpasta.

In zwei der 40-cm-Bretter bohren Sie 2 cm unter der Oberkante jeweils mindestens fünf Löcher von 1,5 bis 2 cm Durchmesser zur Entlüftung, die anschließend mit Verbandsmull oder Gaze zugeklebt werden. Jetzt kann der Boden mit den Seitenteilen durch Holzschrauben verbunden werden (Mull nach innen), dann werden die Rückwand und die Vorderseite angeschraubt.

Hummelkasten richtig einrichten

Der Kasten wird anschließend bis einige Zentimeter unter das Einflugloch mit Kleintierstreu aus der Drogerie gefüllt. Nun kann die weitere Einrichtung eingebracht werden. Dazu brauchen Sie einen Karton von etwa 20 x 20 cm und 20 cm Höhe, etwas größer könnte er auch sein, z. B. ein hoher Schuhkarton. In die Vorderseite dieses Kartons wird ein großes Loch geschnitten, dann setzen Sie diesen Karton in den Hummelkasten. Das Einflugloch muss zum Loch des Kartons weisen, in den Karton wird jetzt auch Streu gefüllt. In der vorderen Mitte des Kartons legen Sie eine Nistmulde an, in die ein Nest aus Polsterwolle kommt. Polsterwolle bekommen Sie in Polstereien, sie muss unbedingt unbehandelt sein.

Dazu zerrupfen Sie eine Handvoll Polsterwolle, formen in ihr eine Höhle und legen dieses Nest dorthin, wo die Hummeln vom Einflugloch aus im Karton ankommen. Anschließend wird das Einflugloch mit dem Nest im Karton durch einen Laufgang verbunden. Dieser kann z. B. aus einer der Länge nach halbierten Klopapierrolle gebastelt werden, die Verbindung sollte vom Einflugloch aus in die Nistmulde abwärts geneigt sein. Das können Sie steuern, indem Sie die Einstreu unter dem Karton entsprechend hoch anhäufeln. Ihr Ziel ist es, der Hummelkönigin ein so einladendes Nest
zu bieten, dass Sie sich sofort für Ihren Hummelnistkasten entscheiden wird und durch das Einflugloch schnurstracks zum Nest marschiert.

Deshalb sind auch die Tipps kritisch zu sehen, dass der Hummelnistkasten wasserfest gestrichen werden solle, weil er im Freien aufgestellt wird. Denn das könnte nur mit einer Farbe oder mit einem Holzöl geschehen, die den Geruchssinn der Hummel nicht stören. Da die Hummeln über den Geruch unter anderem Nektar über weite Entfernungen aufspüren, ist ihr Geruchssinn sicher recht fein entwickelt. Viele Hummelfreunde beschränken sich deshalb darauf, das Dachbrett oben mit Dachpappe zu decken und zu hoffen, dass

der Dachüberstand ein Durchnässen des Inneren verhindert. Der Deckel wird einfach aufgelegt, er könnte durch einen umlaufenden Rahmen von kleinen Leisten stabilisiert werden, die die äußeren Kanten des unteren Kastens als Innenmaß haben.

hummel5 pcStandort für den Hummelnistkasten

Für diesen Hummelnistkasten müssen Sie jetzt einen Standort finden, der die Ansiedlung einer Königin wahrscheinlich macht. In der Natur nisten die meisten Hummelarten in verlassenen Nestern von kleineren Säugetieren, nur die Baumhummel hält sich an Baumhöhlen. Ihr Nistkasten macht jetzt quasi ein solches Kleinsäugernest nach, deshalb sollte er entsprechend aufgestellt werden: In einer mindestens halbschattigen Umgebung, in der immer eine konstante Temperatur und Luftfeuchtigkeit herrschen wird. Der Kasten kann von der Morgensonne erwärmt werden, sollte sich dann aber nicht weiter aufheizen können, in brütender Hitze würde keine Maus ihr Nest bauen. Sie sollten auch gut an den Hummelnistkasten rankommen, Sie wollen ja kontrollieren, ob sich etwas tut.

Haben sich Hummeln angesiedelt?

Wenn Sie den Kasten rechtzeitig im Frühjahr aufgestellt haben und eine vorbeikommende Hummelkönigin ihn gefunden hat, wird sie ihn eventuell annehmen. Ihre Chancen steigen, je attraktiver der Hummelnistkasten für die Königin ist, z. B. könnten Sie ihr mit einem schräg ansteigenden Brett eine kleine Rampe zum Einflugloch bauen. Je ähnlicher die Inneneinrichtung einem Mäusenest ist, desto wohler wird die Königin sich fühlen, gut ist also, wenn Sie außer Polsterwolle noch etwas feuchtes Moos und im Idealfall die Reste eines Mäusenests einbringen.

Wenn Sie nicht abwarten wollen, ob sich eine Hummelkönigin Ihres Nistkastens erbarmt, könnten Sie die Hummeln auch aktiv ansiedeln. Dazu brauchen Sie in manchen Bundesländern die Genehmigung der zuständigen Naturschutzbehörde, da Sie die Hummeln kurzzeitig fangen müssen. Dann müssten Sie im Frühjahr eine junge Hummelkönigin finden, die gerade nach einer Nistgelegenheit sucht, sie fangen und in den Nistkasten einsetzen. Wenn Sie eine Hummelkönigin fangen und in einen Hummelnistkasten einsetzen möchten, müssen Sie eine bestimmte Vorgehensweise beachten, damit dieses Vorhaben gelingt.

Hat die Königin den Nistkasten akzeptiert, zeigt sie das durch ihr Verhalten, wenn Sie wirksame Vorbeuge gegen Wachsmotten im Hummelnistkasten getroffen haben, steht nun dem Heranwachsen einer neuen Generation Hummeln nichts mehr im Weg. Falls Ihr Hummelnistkasten keiner Hummelkönigin gefallen hat, was leider recht häufig passiert, können Sie immer noch für den Hummelschutz tätig werden: Zahlreiche Menschen werden Sie nach dem Holzkasten fragen, der bei Ihnen im Garten steht. Wenn Sie jedes Mal erklären, warum Hummeln geschützt werden sollten und wie viel das uns allen hilft, haben Sie schon viel für den Hummelschutz getan.