Immergrüne Schlingpflanzen können im Garten viele Bereiche verschönern. Diese Pflanzen bilden keine Stämme aus und können sich nicht von selbst tragen. Deshalb sind der richtige Standort und eine unterstützende Rankhilfe extrem wichtig, zum Beispiel an Wänden oder einem Klettergerüst. An diesen können die Schlingpflanzen emporwachsen und bilden oft immense Blätterteppiche aus. In den hiesigen Breitengraden ist auf eine ausreichende Winterhärte zu achten.

Efeu

Efeu ist eine besonders winterharte Schlingpflanze, welche auch die extrem kalten Temperaturen des Winters standhalten kann. Das hierzulande heimische Gewächs trägt die botanische Bezeichnung Hedera helix und stellt nur geringe Ansprüche an das Klima und die Sonneneinstrahlung. Aufgrund der hohen Wuchskraft, eignet sich der Efeu ganzjährig als zuverlässiger Sichtschutz. Zur Auswahl stehen diverse Varianten, welche sich durch die Blattfarben unterscheiden. Die anpassungsfähige Kletterpflanze wächst auf fast allen
Bodenqualitäten und verfügt über robuste Eigenschaften. Der Efeu ist hervorragend zur Begrünung von abgestorbenen Bäumen, Fassaden, Zäunen, Geländern, Wänden und Pergolen geeignet. Nur eine einzige Pflanze kann eine Fläche von bis zu 500 m² alleine bedecken. Wenn der Efeu zu groß wird, dann kann dieser sogar Schäden am Mauerwerk anrichten. Das Entfernen von unerwünschten Pflanzenteilen ist oft schwierig, da die Haftwurzeln am Untergrund hängen bleiben.
  • Ideal ist ein nördlich bis westlich ausgerichteter Standort
  • Stark im Wuchs, jährlicher Zuwachs beträgt ca. 2 m
  • Kann Wuchshöhen und -längen bis zu 25 m erreichen
  • Bildet aber nur schwache Haftwurzeln aus
  • Ist auf eine Unterstützung durch Rankhilfen angewiesen
  • Laub ist dunkelgrün und sternenförmig
  • Unscheinbare, gelblich grüne Blütendolden
  • Blütezeit von September bis Oktober
  • Bildet erbsengroße und schwarze Beeren aus, diese sind giftig
  • Bevorzugt lockeres, humoses und etwas feuchtes Pflanzsubstrat
  • Mag keine verdichteten Böden
  • Optimal sind kalkhaltige Substrate
  • Verträgt keinen sauren pH-Wert

Immergrüne Waldrebe

Clematis - Doctor Ruppel - WaldrebeInnerhalb der Familie der Waldrebe gibt es unzählige Sorten, von denen einige auch immergrün sind. Dazu zählen die Exemplare der Clematis armandii, welche ihre Blätter den ganzen Winter über behalten. Diese sehen den Blättern vom Rhododendron ähnlich und sind eine Zierde für Zäune und Fassaden. Anders als beim Efeu, ist die üppige Blüte der Waldreben auf dem dunklen Laubwerk ein echter Hingucker. Die Clematis ist empfindlich und freut sich deshalb über einen geschützten Standort. Um den Wurzelballen vor Trockenheit und zu starker Sonneneinstrahlung zu schützen, bietet sich eine schwachzehrende Unterpflanzung an, die der Clematis keine Konkurrenz macht. Wenn die Waldrebe als Kübelpflanze kultiviert wird, dann sollte der Topf im Winter isoliert werden, um diese vor allzu harten Frostwerten zu bewahren. Aber auch in exponierten Höhenlagen freut sich die Clematis im Garten über einen zusätzlichen Winterschutz.
  • Holzige Schlingpflanze mit überschaubarem Wuchs
  • Klettert bis zu 3 m hoch
  • Benötigt unterstützendes Rankgitter oder Kletterhilfe
  • Ideal für Ost- und Westseiten von Gebäuden und Fassaden
  • Gedeiht an hellen bis halbschattigen Standorten
  • Verträgt keine permanente Sonnenstrahlung
  • Gut als Kübelpflanze geeignet
  • Blätter sind länglich und dickfleischig
  • Bildet duftend weiße oder rosafarbene Blüten aus
  • Blüht bereits zum Ende des Winters, ab März
  • Unbedingt Staunässe verhindern
  • Bevorzugt lockere und humusreiche Böden
  • Verträgt keinen extrem starken
    Frost
  • Als Schutz Boden mit Reisig oder Tannenzweigen abdecken

Immergrünes Geißblatt

Geissblatt - LoniceraDas Immergrüne Geißblatt trägt die botanische Bezeichnung Lonicera henryi und eignet sich hervorragend für die Begrünung von Mauern, Zäunen und Pergolen. Die Schlingpflanze überdeckt aber auch nach einiger Zeit mit ihren windenden Trieben unansehnliche Mauerkronen und Säulen. Allerdings ist das Immergrüne Geißblatt nicht ganz so starkwüchsig wie der Efeu. Wenn eine dichte und schön geschlossene Blätterwand erwünscht ist, dann sind Rankhilfen erforderlich. Diese wirken einem Abrutschen von größer werdenden Exemplaren entgegen. Frisch angepflanzte Geißblätter freuen sich im ersten Jahr über einen zusätzlichen Winterschutz, vor allem in exponierten Höhenlagen. Wenn der Standort zu schattig ist, dann verkahlt Lonicera henryi von unten heraus. Wenn die Sonne im Winter zu stark ist, dann drohen unansehnliche Verbrennungen. Da die Pflanze oft von Läusen befallen wird, sollte regelmäßig eine Kontrolle diesbezüglich stattfinden.
  • Ideal ist leicht sonniger bis halbschattiger Standort
  • Große Blätter sind lanzettlich und frischgrün
  • Bildet von Juni bis August gelbrote, eher unauffällige Blüten aus
  • Danach erscheinen kleine und runde Beeren, mit blauschwarzer Farbgebung
  • Erreicht Wuchshöhen von bis zu 8 m und Breiten von bis zu 4,50 m
  • Mittelstark wüchsig, wächst pro Jahr zwischen 30-60 cm
  • Vertikale Fächer oder netzförmige Rankgerüste einsetzen
  • Entscheidend sind unterstützende Querelemente und Verzweigungen
  • Abstand zu anderen Pflanzen sollte mindestens 2 m betragen
  • Bevorzugt nährstoffreiches, frisches bis feuchtes Pflanzsubstrat
  • Optimal sind kalkhaltige Böden
  • Stammfuß als Schutz vor Trockenheit beschatten

Immergrüne Kriechspindel

KriechspindelDie Immergrüne Kriechspindel trägt den botanischen Namen Euonymus fortunei und ist eine eher schwachwüchsige Schlingpflanze. Deshalb eignet sich diese gut für die Begrünung von unansehnlichen Wandsockeln und niedrigen Mauern, die verdeckt werden sollen. Aber auch andere, unschöne Bereiche im Garten lassen sich dahinter verstecken. Wenn es zu einem Bodenkontakt kommt, dann bilden sich an dieser Stelle sofort neue Wurzeln aus. Aus diesem Grund ist die Immergrüne Kriechspindel auch sehr gut für die Befestigung von Hängen geeignet. Dank starker Haftwurzeln kann die Pflanze leicht an Wänden empor ranken, allerdings braucht diese dafür ihre Zeit. Die Blätter der Kletterpflanze haben eine starke Leuchtkraft und sorgen für einen attraktiven Hingucker. Euonymus fortunei verfügt über robuste Eigenschaften und ist fast genauso winterhart wie der Efeu. Im Kübel verträgt die Kletterpflanze allerdings im Winter nur Temperaturwerte von bis zu -5° C.
  • Wächst als Bodendecker und Kletterpflanze
  • Verträgt sowohl halbschattige als auch sonnigere Standorte
  • Gedeiht auf allen Bodenqualitäten
  • Blätter sind hell- bis dunkelgrün und wachsen nah aneinander
  • Im Herbst verändert sich die Farbe, das Laub wird rötlicher
  • Sortenabhängig wird das Laub im Winter sogar purpurrot
  • Wird etwa 40-60 cm hoch und meistens doppelt so breit
  • Wächst weder stark noch sehr schnell
  • Höhenwachstum beträgt ca. 20 cm pro Jahr
  • Bildet mit der Zeit dichten Blätterteppich aus
  • Nur an älteren Exemplare reifen eher unscheinbare Blüten heran
  • Blütezeit ist von Mai bis Juli
  • Nach der Blüte reifen kleine rötliche Früchte heran
  • Haltung als Kübelpflanze möglich
  • Braucht dann aber im Winter zusätzlichen Schutz
  • Kübel bei
    Minusgraden in den Wintermonaten gut verpacken

Echte Brombeere

Brommbeere - Rubus sectio rubusDie Echte Brombeere trägt die botanische Bezeichnung Rubus sectio Rubus und eignet sich wegen ihrer wintergrünen Blätter gut für die heimischen Temperaturwerte. Die einheimische Kletterpflanze verfügt über einen üppigen Wuchs und bildet schon bald leckere Beeren aus. Aufgrund der vielen Dornen ist diese ideal für die Einfriedung von Gärten, um ein unerwünschtes Betreten zu verhindern. Mit der Hilfe von Rankgerüsten kann die Brombeere an Wänden als Spalierobst kultiviert werden. Dann lassen sich die Früchte auch viel leichter ernten und die Pflanze dient gleichzeitig als dekorative Wandverkleidung. Für eine bessere Fruchtausbildung sind schwül-warme Bedingungen optimal, der Standort sollte vor Wind und Wetter geschützt sein. Die Vegetation der Brombeere kann schnell ausufern und deshalb zur Plage werden. Der dornige Kletterstrauch breitet sich oft auch an unerwünschten Orten im Garten aus und ist nur schwer wieder zu entfernen.
  • Vielverzweigter und stacheliger Kletterstrauch
  • Kommt mit vollsonnigen bis halbschattigen Standorten zurecht
  • Ideal sind windgeschützte Lagen
  • Eignet sich gut als Spalierobst
  • Wächst in fast allen Bodenqualitäten
  • Verträgt aber keine zu trockenen und zu kargen Böden
  • Erreicht Wuchshöhen von 0,5-3 m, Einzelexemplare bis zu 4 m hoch
  • Gefiederte Blätter sind oberseits dunkelgrün, unterseits deutlich heller
  • Blätter werden im Herbst nicht abgeworfen, sondern verbleiben bis zum Frühling
  • Bildet im Juni bis August weiße Blüten aus
  • Blauschwarze Früchte reifen von Juli bis September heran
  • Wuchs mit Drahtrahmen oder Kletterhilfen unterstützen
  • Beim Rückschnitt besteht Verletzungsgefahr an scharfen Dornen