Im Garten gedeihen Pflanzen mit Frostverträglichkeit in unterschiedlichen Abstufungen. In der Regel genügen wenige Handgriffe, um Gartenpflanzen vor Erfrierungen zu bewahren. Wenn die altbewährte Schicht aus Laub oder Rindenmulch nicht ausreicht, kommt ein ausgefeilter Kälteschutz ins Spiel. Dieser Ratgeber beleuchtet die besten Optionen für den Winterschutz an Stauden und Gehölzen. Wann und wie Sie Pflanzenschutzfolie, Vlies & Co gegen Frost richtig verwenden, bleibt Ihnen hier nicht länger verborgen.

Welche Pflanzen benötigen Kälteschutz?

Herkunft, Alter, Wuchsform von Gartenpflanzen und das lokale Klima sind die entscheidenden Kriterien für die Notwendigkeit von Kälteschutz. Einheimische Stauden und Gehölze verfügen über einen natürlichen Frostschutz, der sich freilich erst im Laufe der Zeit entwickelt. Die ausgeprägte Vorliebe für mediterrane, subtropische und tropische Pflanzen in der kreativen Gartengestaltung hat Hausgärtner sensibilisiert für geeignete Winterschutz-Maßnahmen. Der Anblick umhüllter Kronen und Stämme im Beet oder dick ummantelter Kübel ist daher längst
gang und gäbe in Ziergärten nördlich der Alpen. Obschon die überwiegende Mehrheit Ihrer Gartenpflanzen aus eigener Kraft den Winter übersteht, wird die Liste schutzbedürftiger Arten zusehends länger. Die folgende Übersicht fasst zusammen, für welche Pflanzen ein Kälteschutz obligat ist:
  • Blütengehölze nach der Pflanzzeit im Herbst
  • Mediterrane und subtropische Pflanzenarten
  • Junge Zier- und Obstbäume
  • Palmen in Freilandkultur
  • Veredelte Rosen
  • Immergrüne Sträucher und Steingartenpflanzen
  • Alle Pflanzen im Kübel oder Kasten
Im Zuge der Klimaerwärmung zählen winterharte Sukkulenten nunmehr ebenfalls zu den Pflanzen, die einen Frostschutz benötigen. Das klingt vordergründig paradox. Tatsächlich sind zusehends Winterschäden an Kakteen oder Wolfsmilchgewächsen zu beklagen, obschon ihnen eine Frostbeständigkeit von bis zu - 40 Grad Celsius attestiert wird. Ursache ist das Ausbleiben einer schützenden Schneedecke, vornehmlich in Flachlandregionen.

Kronenschutz - Tipps & Tricks

Ein Kronenschutz ist empfehlenswert für immergrüne und laubabwerfende Gehölze gleichermaßen. Eisiger Wind und klirrender Frost greifen die empfindlichen Zweigspitzen an, die mitsamt bereits angelegter Knospen zurückfrieren. Pralle Wintersonne lässt zudem die Rinde reißen, was pathogenen Erregern als ideale Angriffsfläche nutzen. Die besten Optionen für einen wirksamen Kronenschutz können Sie im Folgenden nachlesen:

Immergrüne Kronen

Dattelpalme - PhoenixWenn Sträucher und Bäume im Winter ein Laubkleid tragen, darf der Kälteschutz die Krone nicht verdunkeln. Fotosynthese können die Pflanzen nur dann betreiben, wenn ein Minimum an Sonnenlicht auf die Blätter trifft. Darüber hinaus ist ein atmungsaktives Material von Vorteil, damit verdunstendes Wasser abgegeben wird und sich nicht in Form von Schwitzwasser ansammelt. Je kälteempfindlicher die Pflanzenart, desto dicker sollte das verwendete Material sein. Die folgende Übersicht nennt alle wichtigen Details:
  • Helle, transparente und atmungsaktive Vlieshauben für ungehinderte Licht- und Luftzufuhr
  • Stärken von 17 bis 50 g/m² für heimische, gut winterharte Pflanzenarten
  • Stärken von 50 bis 120 g/m² für immergrüne, bedingt winterharte Pflanzen
  • Thermomantel mit Reißverschluss und einer Stärke von 140 bis 200 g/m² für mediterrane Gehölze und Palmen
Vlieshauben passen sich flexibel einer Kronenform an und verfügen über eine eingenähte Zugkordel für die Befestigung. Für große oder dornige Sträucher und Bäume hält der Fachhandel Hauben im XXL-Format mit Reißverschluss bereit, die das Handling erheblich erleichtern.

Laubabwerfende Kronen

Werfen Gehölze im Herbst ihre Blätter ab, sind die Äste der winterlichen Witterung schutzlos ausgeliefert. Für heimische Sträucher und junge Obstbäume in den ersten fünf Standjahren ist Kälteschutz dringend zu empfehlen. Gleiches gilt für Rosen und bedingt winterharte Gehölze aus fernen Ländern, die in jedem Jahr anfällig sind für Frostschäden. Das Spektrum geeigneter Materialien ist größer, als für immergrüne Pflanzen. Laubabwerfende Kronen betreiben
im Winter keine Fotosynthese und sind folglich nicht auf Lichtzufuhr angewiesen. Ergänzend zu den genannten Optionen für immergrüne Kronen, haben sich die folgenden Alternativen als Winterschutz für sommergrüne Gehölze im Hausgarten gut bewährt:
  • Jutesack in zahlreichen Farben, grob gewebt und robust
  • Güteklasse 230 g/m², atmungsaktiv und kälteisolierend
  • Schafwolle, zuschneidbar in Bahnen, um die Krone zu umwickeln
Um Jutesäcke oder Schafwollbahnen ebenso sicher wie dekorativ zu befestigen, stehen bunte Bänder und Kordeln aus dem gleichen Material zur Auswahl bereit. Sofern die Pflanze unterhalb der Krone über eine Veredelungsstelle verfügt, wie bei Rosenstämmchen, binden Sie Haube oder Schafwollstrang unterhalb dieser Veredelung am Stamm fest.

Stammschutz - die besten Optionen gegen Rindenrisse

Im Herbst und zeitigen Frühjahr sind junge Obstbäume und Rosenhochstämmchen durch Rindenrisse bedroht. Die Kombination aus wärmenden Sonnenstrahlen und nächtlichem Frost lässt die empfindliche Stammrinde zerbersten. Die natürlichen Heilkräfte der Pflanzen agieren nicht schnell genug, um lauernden Krankheiten und Schädlingen zu Zugang über diese Verwundungen zu verwehren. Indem Sie gefährdete Gehölze im Herbst mit einem Stammschutz ausstatten, beugen Sie dem häufigen Schaden effektiv vor. Diese Möglichkeiten haben sich im privaten Garten als sinnvoll erwiesen:
  • Wickelbänder aus Schafwolle, Wintervlies oder Jute
  • Matten aus Jutefilz, Kokos, Stroh oder Schilfrohr
  • Alternativ an jungen Obstbäumen: Weißanstrich als biologischer Stammschutz gegen Frostrisse
Sofern sich Ihr Garten in der Nähe von Feld und Wald befindet, ergänzen Sie die wärmenden Bänder mit Manschetten gegen Wildverbiss.

Tipp: An Rosen zielt der Kälteschutz darauf ab, die empfindliche Veredelungsstelle vor Frostschäden zu bewahren. Sofern sich die Veredelungsstelle an der Triebbasis befindet, häufeln Sie vorab Erde, Rindenmulch oder Herbstlaub an und breiten darüber Vlies oder eine Kokosscheibe aus.

Pflanzenschutzfolie für Kübel und Sukkulenten - Bollwerk gegen die Kälte

KübelpflanzenKübelpflanzen sind prinzipiell auf Kälteschutz angewiesen, unabhängig vom Grad ihrer Frostresistenz. Hintergrund für diese Faustregel ist die exponierte Lage eines Wurzelballens. Im knapp bemessenen Substratvolumen, umgeben von schmalen Gefäßwänden, sind die Wurzeln von Stauden und Gehölzen deutlich angreifbarer für tiefe Minustemperaturen, als bei den Artgenossen im Beet. Im Gegensatz zum atmungsaktiven Kronen- und Stammschutz rückt an dieser Stelle luftdichte Pflanzenschutzfolie in den Fokus, idealerweise ergänzt mit Vlies, Jute oder Kokosmatten. Ziel ist ein mehrlagiger Mantel, der einen Kübel oder Balkonkasten umhüllt nach dem Zwiebelprinzip. Das folgende Beispiel verdeutlicht die Kälteschutz-Methode:
  • Kübel oder Kasten umhüllen mit Isolierfolie, z. B. eine zweilagige Luftpolster- oder Noppenfolie aus Polyethylen
  • Folie ummanteln mit Jute- oder Vliesbändern
  • In exponierten Lagen als dritte Schicht mit Kokosmatten verkleiden
  • Als isolierenden Bodenschutz einen Holzblock, Styropormatten oder Kokosscheiben unter das Gefäß legen
  • Substrat bedecken mit Kokosscheiben, Herbstlaub oder Rindenmulch
Pflanzenschutzfolie ist mit 8 mm Noppen nicht nur stabil, kälteisolierend und witterungsbeständig, sondern auch lichtdurchlässig. Daher ist ihre Funktion als Kälteschutz nicht auf Pflanzengefäße beschränkt. Für Kakteen und andere winterharte Sukkulenten dient die Folie als Ersatz für eine fehlende Schneedecke. Damit der direkte Kontakt des undurchlässigen Materials an den Pflanzen keine Fäulnis auslöst, konstruieren Sie mithilfe von Holzpfosten ein einfaches Gestell, das an drei Seiten und als Dach mit der Folie bespannt ist. Auf diese Weise entsteht ein Überbau, der Ihre sukkulenten Beetpflanzen bewahrt vor strengem Frost und winterlicher Dauernässe gleichermaßen.

Tipp: Sachkundiger Kälteschutz für Pflanzen besteht auch in der Kunst des Weglassens. Ab August sollten Gartenpflanzen keinen Dünger mehr erhalten, damit sie sich in Ruhe auf die Winterzeit vorbereiten können.

Kälteschutz-Komplett-Paket für Hanfpalme - so gelingt es

chinesische Hanfpalme - Trachycarpus fortuneiDie Hanfpalme (Trachycarpos fortunei) hat sich herauskristallisiert als die einzige Palmenart, die einen mitteleuropäischen Winter im Freien verbringen kann. Auf einen ergänzenden Winterschutz kann die Palme dennoch nicht verzichten, denn die bescheinigte Frosthärte von bis zu - 25 Grad Celsius bezieht sich auf die trockene Kälte ihrer Heimatländer. Erst ein Komplett-Paket aus Kronen-, Stamm- und Kübelschutz garantiert, dass der Winter Ihre Hanfpalme in bewährter Schönheit entlässt. So gehen Sie fachkundig vor:
  • Wedel locker hochbinden und auspolstern mit Stroh
  • Eine atmungsaktive, lichtdurchlässige Kronenschutz-Haube überstülpen und zusammenbinden
  • Stamm umwickeln mit luftdurchlässigem Wintervlies
  • Kübel auf Holz stellen und mit Noppenfolie sowie Kokosmatten umhüllen
  • Wurzelscheibe abdecken mit Laub und Nadelreisig oder einer Kokosdisc
An einer ausgepflanzten Hanfpalme ersetzt ein Boden- und Wurzelschutz die Ummantelung des Kübels. Eine praktikable und effektive Lösung ist die Kombination aus einer dicken Laubschicht mit einer Matte aus Schafwolle oder Kokosfasern als Abdeckung.

Überwinterungszelt - das Nonplusultra im Kälteschutz

Die Luxusversion für den perfekten Schutz gegen Kälte kommt als Überwinterungszelt daher. Die Konstruktion besteht aus lichtdurchlässiger, UV-beständiger PVC-Gitternetzfolie oder 3-lagiger Luftpolsterfolie sowie einem mit Klett und Flausch befestigten Boden. In der kleinen Iglu-Version mit einer Grundfläche von 120 x 120 cm und einer Höhe von 180 cm, passt der mobile Kälteschutz auch auf Balkon und Terrasse. Großflächige Modelle beginnen mit einer Grundfläche von 240 x 240 cm und einer Höhe von 200 cm, um mehreren, großen Kübelpflanzen ein sicheres Winterquartier zu bieten. Ein langer Reißverschluss ermöglicht problemlosen Zugang zum Gießen und Lüften. Der integrierte Frostwächter hält die Temperatur über dem Gefrierpunkt, sofern es die Kälteempfindlichkeit der Pflanzen
erfordert.