Canna - BlumenrohrDie Kälte-Empfindlichkeit einer Canna ist kein Grund, die tropische Blütenschönheit nach einer einzigen Saison ihrem Schicksal zu überlassen. Tatsächlich verfügen alle bildschönen Sorten einer Canna indica über die florale Beharrlichkeit einer Staude.  Es ist daher lohnenswert, sich mit den richtigen Maßnahmen für eine Überwinterung näher zu befassen. Diese Anleitung konkretisiert die beste Strategie, Indisches Blumenrohr zu überwintern. Erfahren Sie hier alles zur perfekten Vorbereitung, dem idealen Winterquartier und einer fachmännischen Pflege.

Warum verträgt die Canna keinen Frost?

Seit Generationen ist die wunderbare Canna ein vertrautes Bild, wenn sie ausgepflanzt oder im Topf mit ihrer verschwenderischen Sommerblüte in Parks und Ziergärten farbenfrohes Südseeflair verbreitet. Das verwundert wenig, denn bereits seit dem 16. Jahrhundert wird Indisches Blumenrohr in Europa kultiviert. Ungeachtet dieser langen Geschichte in unseren Regionen, hat die prächtige Blütenschönheit winterlichen Bedingungen nichts entgegenzusetzen. Beheimatet sind Canna in Südamerika, speziell in Brasilien, Argentinien und Kolumbien, wo die jährlichen, durchschnittlichen Temperaturen selten unter 20 Grad Celsius
fallen.

Warum ist eine Überwinterung dennoch lohnenswert?

Ihre tropische Herkunft bedeutet nicht, dass sich Indisches Blumenrohr auf ein einjähriges Gastspiel im Garten beschränkt. In ihren Habitaten gedeiht die Pflanze als krautige Staude, die in freier Natur verwildert. Im Anschluss an ihre Blütezeit zieht sich der Pseudostamm mit den Blättern zurück in seine kräftigen, bis zu 60 cm langen Rhizome. Mit Beginn der nächsten Vegetationsperiode treibt die Canna aus ihren Überdauerungsorganen aus, um ihr Blütenfestival erneut zu inszenieren. Am richtigen Standort und artgerecht gepflegt, kann das Blumenrohrgewächs sehr alt werden. Dieser Habitus macht eine Überwinterung lohnenswert.

Vorbereitungsarbeiten

Es genügt nicht, eine Canna im Topf vor dem Winter einfach einzuräumen. Damit die tropische Pflanze die kalte Jahreszeit übersteht, kommt es auf eine gezielte Vorbereitung an. Hierzu zählt, dass Sie in aller Ruhe die prächtige Blütezeit bis Oktober genießen können. Anschließend geben Sie dem Indischen Blumenrohr genügend Zeit, um die restlichen Nährstoffe aus dem Pseudostamm und den Blättern in die Rhizome zu verlagern. Dieser Prozess ist erkennbar an vollständig verwelkten Blüten sowie braun-orange verfärbten Blättern und Stängeln. So bereiten Sie eine Canna indica fachgerecht auf die Überwinterung vor:
  • Anfang November die Triebe einkürzen auf 5 bis 10 cm
  • Mithilfe einer Grabegabel oder kleinen Schaufel das Rhizom vorsichtig aus der Erde heben
  • Anhaftende Erde mit einem Malerpinsel entfernen oder mit Wasser abbrausen
  • Beschädigte, faule Wurzelstücke mit einem scharfen, desinfizierten Messer abschneiden
  • Vertrocknete, abgestorbene Haarwurzeln ebenfalls entfernen
Canna - BlumenrohrEs ist kein Grund zur Beunruhigung, wenn das Ausgraben mit einem knarrenden Geräusch verbunden ist. Die stabilen Rhizome verkraften die Prozedur problemlos. Wo sich eine Canna den Sommer hindurch gut aufgehoben fühlte, haben ihre Wurzeln zahlreich verzweigt. Zu große Rhizome können Sie bei dieser Gelegenheit teilen und auf diesem Weg die Pflanze im gleichen Zug vermehren. Schnittwunden bestäuben Sie bitte mit etwas Holzkohleasche zur Desinfizierung.

Tipp: Die Gefahr von Fäulnis und Schimmel im Winterquartier wird reduziert, wenn Sie die Rhizome vor dem Einräumen besprühen mit einer Chinosol-Lösung und lange genug trocknen lassen. Das Mittel ist in Tablettenform erhältlich in der Apotheke. Lösen Sie je Liter kalkfreiem Wasser 1 Gramm Chinosol auf und füllen die Mischung in einen Handsprüher.

Anleitung für die Überwinterung im Topf

Die vorbereiteten Canna-Rhizome legen Sie für einige Tage an einen schattigen, luftigen Platz zum Trocknen aus. Gut geeignet ist ein Gitter als Unterlage, damit die Wurzeln von allen Seiten trocknen können. Den Winter verbringen die Erdsprosse trocken, kühl und frostfrei. So geht es:
  • Die Rhizome einschlagen in mehrere Lagen Zeitungspapier (kein Hochglanzpapier)
  • Alternativ in einen Topf legen mit trockenem Sand, Sägespänen oder Stroh
  • In einen dunklen Raum verbringen mit Temperaturen um 10 Grad Celsius
Da die Canna-Wurzeln während der Überwinterung permanent von Fäulnis bedroht sind, wählen Sie bitte ein möglichst lufttrockenes Winterquartier. Kontrollieren Sie die Rhizome wöchentlich auf braune Flecken. Im frühen Stadium können Sie kleine Fäulnis-Stellen herausschneiden und mit Holzkohleasche desinfizieren.

Damit ein Indisches Blumenrohr im Winterquartier nicht vorzeitig austreibt, darf das Thermometer die 15-Grad-Marke nicht überschreiten. Befindet sich der Raum im Keller in unmittelbarer Nähe zur Heizung, könnte die Wärme zum Problem werden, wenngleich es hier dunkel und lufttrocken ist. Besser geeignet ist ein dunkler, frostfreier Dachboden oder unbeleuchteter Vorratsraum.

Überleitung vom Winter in den Frühling

Blumenrohr-Rhizome bieten die Option einer verfrühten Blütezeit, indem Sie die Pflanze vortreiben. Zu diesem Zweck wird eine Canna bereits im Laufe des März aus dem Winterschlaf geweckt. Dieser Prozess ist vergleichbar mit dem Vortreiben von Knollenbegonien oder Dahlien. So gehen Sie vor:
  • Rhizome aus dem Winterquartier holen
  • Eventuell anhaftende Erde mit einem Pinsel entfernen
  • Einen Mix aus 4 Teilen Sand und 1 Teil Laubkompost in einen Topf füllen
  • Darin die Rhizome so tief einsetzen, dass sie knapp mit Substrat bedeckt sind
  • Am hellen, warmen Standort aufstellen
  • Zunächst nur wenig gießen, bis sich die ersten Triebe zeigen
  • Proportional zum Wachstum häufiger gießen und alle 14 Tage düngen
Canna - BlumenrohrAnfang/Mitte Mai topfen Sie die vorgetriebene Pflanze ein in ihren angestammten Kübel mit nährstoffreichem Substrat. Nach einer Abhärtung von 8 bis 14 Tagen am halbschattigen Standort, nimmt Ihr Indisches Blumenrohr einen sonnigen, warmen Standort auf dem Balkon und der Terrasse ein. Dank des vitalen Wachstumsvorsprungs, verkürzt sich die Wartezeit auf den Beginn der Blütezeit um mindestens 2 Wochen.

Tipp: Je kraftvoller ein Rhizom, desto vitaler übersteht es die Überwinterung. Maßgeblichen Anteil an seiner Vitalität hat die Qualität des Kübelsubstrats während der sommerlichen Wachstums- und Blütezeit. Eine nährstoffreiche Erde auf Kompostbasis ist gut geeignet, idealerweise angereichert mit gut verrottetem Pferdedung.

Überwintern im Beet - So gelingt es

In Regionen innerhalb der Winterhärtezone Z8 kann eine Canna ausgepflanzt im Beet überwintern. Die krautigen Pflanzenteile sterben zwar bereits bei Temperaturen unter 10 Grad Celsius ab. Die kräftigen Rhizome überstehen tief im Boden immerhin noch Kälte bis - 10 Grad Celsius. Am Niederrhein, in milden Flußtälern oder Weinbaugebieten können Sie sich somit das Einräumen in ein Winterquartier sparen. Stattdessen geleiten Sie Indisches Blumenrohr im Beet mit den folgenden Vorkehrungen durch den Winter:
  • Anfang November die Pflanze zurückschneiden bis auf Handbreit über dem Boden
  • Auf der Wurzelscheibe eine 15 bis 20 cm dicke Mulchschicht ausbreiten
  • Geeignete Materialien sind Laub, Reisig, Tannenwedel oder Stroh
  • Ungeeignete Materialien sind Steine oder Kies
Bitte beachten Sie, dass die geschilderten Maßnahmen einzig in wintermilden Landschaften zum Erfolg führen. Im Alpenvorland, in den Mittelgebirgen sowie im Osten Deutschlands sind alle Experimente einer Überwinterung unter freiem Himmel zum Scheitern verurteilt.

Schöne Sorten

Hat Ihnen diese Anleitung vor Augen geführt, wie einfach Sie Canna überwintern? Dann bereichern Sie Ihren Sommergarten mit weiteren, prachtvollen Blütenschönheiten dieser exotischen Pflanzengattung. Die folgende Auslese stellt Ihnen klassische und neue Hybriden für Kübel und Beet näher vor.

Zwerg-Canna für den Topf

Cleopatra (Canna indica Hybride)
Die kleine Schönheit trägt zu Recht den Namen einer ägyptischen Königin. Ihre wunderschönen Blüten erstrahlen in einem warmen Gelbton und sind mit roten Sprenkeln verziert. Das sattgrüne Laub harmoniert mit diesem Farbenspiel perfekt.
  • Wuchshöhe: 50-60 cm
Canna - BlumenrohrCherry Red (Canna indica Hybride)
Die populäre Blumenrohr-Sorte setzt sich mit kirschroten Blüten in Szene, die über tiefgrünen Blättern thronen. Ihr kompakter Wuchs und die kräftigen Stiele verkraften auch einen windigen Standort, der mannshohe Hybriden in Bedrängnis bringen kann.
  • Wuchshöhe: 30-60 cm
Königin Charlotte (Canna indica Hybride)
Einer der schönsten Klassiker innerhalb der breit gefächerten Sorten-Familie darf in dieser Auslese nicht fehlen. Die royale Canna bezaubert mit kanariengelben, rot gestreiften Blüten von Mai bis Oktober.
  • Wuchshöhe: 30-60 cm
Evening Star (Canna indica Hybride)
Halten Sie Ausschau nach einer mittelgroßen Canna, möchten wir Ihnen diese Sorte empfehlen. Evening Star setzt reizvolle Farbtupfer in Beet und Kübel mit karminroten Blüten über saftig-grünen Blättern. Das Indische Blumenrohr eignet sich sowohl für den großen Topf auf dem sonnigen Balkon als auch für einen sonnendurchfluteten Vorgarten.
  • Wuchshöhe: 60-90 cm

Canna-Sorten mit Schmucklaub

Pink Sunburst (Canna indica Hybride)
Die spektakuläre Innovation trumpft auf mit tief rosafarbenen Blüten und pink-grün-schwarz-gestreiften Blätter. Ein fantastischer Blickfang für jeden sonnigen Standort im Garten und auf dem Balkon. Soviel Farbenpracht lässt die etwas kürzere Blütezeit von Juni bis August verschmerzen.
  • Wuchshöhe: 100-120 cm
Goldader (Canna indica Hybride)
Wer den floralen Auftritt dieser Canna einmal erleben durfte, nimmt den geringen Aufwand einer Überwinterung gerne auf sich. Goldader hält, was ihr Name verspricht. Die gold-gelben Blüten werden untermalt von grün-gelb-gestreiften Blättern. Von Juli bis Oktober erstreckt sich die Blütezeit. Vorgetriebe Pflanzen legen bereits im Juni ihr Blütenkleid an.
  • Wuchshöhe: 60-80 cm
Striata (Canna indica Hybride)
Diese gelungene Züchtung kombiniert orange-changierende Blüten mit hellgrün-dunkelgrün-cremeweiß-gestreiftem Blattwerk. Wer sich ein Indisches Blumenrohr mit einer dezenten und dennoch dekorativen Farbgebung wünscht, ist mit Striata gut beraten.
  • Wuchshöhe: 100-120 cm

Majestätische Canna-Sorten mit Sichtschutzfunktion

Tropicanna (Canna indica Hybride)
Mit imposanter Statur, zahlreichen orangefarbenen Blüten und einem dichten Blätterkleid empfiehlt sich diese Riesen-Canna als Zaungucker mit Sichtschutzfunktion. Natürlich erfüllt die exotische Blume diese Aufgabe auch gerne im großen Kübel auf dem Balkon und der Terrasse. In diesem Fall empfehlen wir einen ergänzenden Stützstab sowie einen windgeschützten Standort.
  • Wuchshöhe: 150-200 cm
Canna Liberte (Canna indica Hybride)
Wünschen Sie sich ein Indisches Blumenrohr mit Gardemaß, rückt diese orange-blühende Premium-Sorte in den Fokus. Im Beet übernimmt Canna Liberte gerne die Funktion einer Leitpflanze oder gesellt sich zu Tropicanna an den Zaun, als die schönste Variante einer Abgrenzung
  • Wuchshöhe: 120-180 cm
Fazit
Das exotische Blütenfestival einer Canna ist nicht beschränkt auf eine einzige Saison im Topf und Beet. Wird ihrer Frostempfindlichkeit entsprechender Respekt gezollt, gedeiht die südamerikanische Blütenschönheit mehrjährig. Die Pflanze im Topf kurzerhand einzuräumen, genügt hingegen nicht für eine erfolgreiche Überwinterung. Die krautigen Pflanzenteile werden im Spätherbst abgeschnitten, sodass lediglich die Rhizome eingeräumt werden. Im frostfreien, dunklen Winterquartier übersteht ein Indisches Blumenrohr die kalte Jahreszeit bei Temperaturen um 10 Grad Celsius. Die Wurzeln sind während dieser Phase eingeschlagen in trockenen Sand, Sägespäne, Stroh oder Zeitungspapier. Wer sich an einer extra frühen Blütezeit erfreuen möchte, weckt die Rhizome im März aus dem Winterschlaf und treibt sie vor am hellen, warmen Standort in einem Mix aus Sand und Laubkompost. In wintermilden Gärten verweilen Canna-Rhizome nach dem herbstlichen Rückschnitt im Boden, gut geschützt durch eine dicke Schicht aus Laub, Reisig oder Stroh. Die Kultivierung im Topf erfordert indes auch hier eine trockene Überwinterung hinter Glas.