Ursprünglich aus dem Urban Gardening entlehnt, ermöglicht das Salatrohr zahlreichen Hobbygärtnern und Selbstversorgern mit begrenztem Platzangebot den Anbau von Salat auf kleinem Raum. Wie der Eigenbau gelingt und welche Aspekte beim Salatbaum wirklich zählen, erklären wir hier in wenigen, leicht verständlichen Schritten.

Was ist ein Salatrohr?

Spätestens, seit Urban Gardening salonfähig ist, kursieren die unterschiedlichsten Varianten, um auf wenig Platz viele Pflanzen wachsen zu lassen, oder sogar eigentlich unbegrünbare Bereiche zur Gemüseerzeugung heranzuziehen. Eines der wesentlichen Kernelemente dieser Idee ist der Weg in die Höhe. Wo zu ebener Erde kein Platz vorhanden ist, soll die Anbaufläche nach oben wachsen und so einen adäquaten Ausgleich schaffen. Während andere Varianten, wie die Gemüseampel, lediglich die waagerechte Anbaufläche in kleine Stücke unterteilt und diese übereinander

stapelt, schafft der Salatbaum tatsächlich die Drehung in die Vertikale. Ähnlich der Rinde oder dem Stamm des namensgebenden Baumes verläuft die Anbaufläche senkrecht von unten nach oben, wobei die einzelnen Salatpflanzen seitlich aus dieser Fläche herauswachsen. Das Wachstumssubstrat wird im Salatrohr untergebracht, während die Wasserversorgung im inneren des Baumes der Schwerkraft folgend von oben nach unten erfolgt.

Das Salatrohr praktisch umgesetzt

Nachdem das Grundprinzip des vertikalen Salatanbaus im senkrechten Rohr nun bekannt ist, geht es an die praktische Umsetzung. Letztlich kann der Eigenbau mit wenig handelsüblichem Material erfolgen:

Materialien

  • Kunststoffrohr, Durchmesser ca. 20 Zentimeter, Länge bis maximal 2,00 Meter, z.B. Abwasserrohr, oder andere, formstabile Rohre
  • Reststücke Pappe, zum Beispiel alter Verpackungskarton
  • Blumentopf. Durchmesser mindestens 40 bis 50 Zentimeter, Höhe mindestens 30 Zentimeter
  • Untersetzer, passend zum Topf
  • Gartenerde
  • Kies, Sand oder Steine
  • Reststück Drainagevlies, alternativ Insektengitter oder Ähnliches

Werkzeuge

  • Metallsäge
  • Forstnerbohrer, Durchmesser ca. 40 Millimeter
  • Gärtnerschaufel

Vorbetrachtung

Sind die Materialien erst einmal beschafft und die Werkzeuge bereitgelegt, sollte man vor den ersten Handgriffen genau überlegen, wie das eigene Salatrohr aussehen soll. Als Hilfe können folgende Fragen herangezogen werden. Welche Auswirkungen die einzelnen Antworten auf den Bau haben, wird dann beim jeweiligen Arbeitsschritt erklärt:

  • Wie ist der geplante Standort belichtet? Einseitig oder von allen Seiten?
  • Welche Höhe steht am angedachten Stellplatz zur Verfügung?
  • Wie stark ist der vertikale Anbau zukünftig Wind und Wetter ausgesetzt?
  • Wie viel und welchen Salat möchte ich gleichzeitig überhaupt anbauen?

Haben Sie sich hierauf entsprechende Antworten zurechtgelegt, beginnen wir mit der eigentlichen Arbeit.

Das Rohr

Saltbaum - Salatrohr - Salatturm - MaterialKernelement des Salatbaumes ist das Kunststoffrohr. Es nimmt die Erde als Wachstumsgrundlage auf und sorgt gleichzeitig als Skelett der Konstruktion für den stabilen aufrechten Stand.

  • Rohr auf gewünschte Länge ablängen, maximale Länge so bemessen, dass oberhalb Platz zum Einfüllen des Gießwassers verbleibt
  • Öffnungen für Salatpflanzen mit Forstnerbohrer einbohren, je nach Belichtung einseitig, oder allseitig um den Rohrmantel verteilt
  • Untere 40 Zentimeter zur Standsicherung nicht
    bohren
  • Lochabstände in Abhängigkeit der geplanten Salatsorte analog zum Pflanzabstand im Freiland wählen
  • Lochanzahl nach Rohrgröße und gewünschter Salatzahl bemessen

ACHTUNG: Die maximale Rohrhöhe sollte 2,00 Meter nicht übersteigen. Das Gießen des Salats erfolgt von oben in das Rohr hinein, wobei sich das Gießwasser nach unten ausbreitet und nicht benötigte Reste zuletzt unten austreten. Ist das Rohr zu lang, erreicht das Wasser nicht mehr alle Pflanzen zuverlässig und führt zu einem starken trocken - nass - Gefälle von oben nach unten.

Je mehr Salatpflanzen gleichzeitig wachsen sollen, umso größer sollte der Rohrdurchmesser gewählt werden. Allerdings wird das gesamte Objekt ab Durchmessern jenseits der 30 Zentimeter sehr unhandlich, so dass bei großen Anbaumengen alternativ über einen zweiten Baum nachgedacht werden sollte.

Der Standfuß

Für einen sicheren Stand dient der Blumentopf. Durch seine Füllung beschwert, sollte er im Verhältnis zum Rohr so dimensioniert sein, dass ein sicherer Stand gewährleistet ist. Exponierte Standorte, die Wind und Wetter ausgesetzt sind, erfordern einen größeren Topf, als geschützte Standorte auf Balkon oder Terrasse.

  • Blumentopf mit zwei bis drei Zentimetern Sand füllen
  • Drainagevlies oder Fliegengitter um unteres Rohrende legen und mit Gummiband oder Bindedraht fixieren
  • Rohr mittig auf Sandbett aufstellen
  • Blumentopf allseitig gleichmäßig mit Sand, Kies oder Steinen bis zur Oberkante befüllen
  • Füllung gut festdrücken und sicheren Halt des Rohrs während des Befüllens hin und wieder kontrollieren

Das Befüllen

Nachdem das Grundgerüst erstellt und für sicheren Stand gesorgt ist, geht es daran, den Salatbaum mit Leben zu füllen.

  • Gartenerde von oben nach unten in das Rohr füllen und alle ca. 20 bis 30 Zentimeter mit Stock oder Besenstil leicht andrücken
  • Bei Erreichen der einzelnen Löcher mit der Erdoberkante Karton einstellen, um das Herausfallen der Erde aus den Löchern während des Befüllens zu verhindern
  • Obere 15 Zentimeter des Rohres frei lassen

TIPP: Wer während des Befüllens schon einige Male mäßig Gießwasser von oben auf die Erde gibt, sorgt frühzeitig für die durch das Gießen ohnehin entstehenden Setzungen und vermeidet, dass das Rohr später unnötig viel toten Raum im oberen Bereich aufweist.

Das Bepflanzen

Saltbaum - Salatrohr - SalatturmIst die Erde erst einmal vollständig eingefüllt und festgedrückt, hält sie von alleine und der Karton ist nicht mehr erforderlich. Stück für Stück lässt sich aus dem schlichten Kanalrohr durch die Bepflanzung nun eine lebende grüne Säule, oder eben ein Salatbaum, erstellen.

  • Karton aus Bohrung entfernen
  • Mit den Fingern schräg nach unten Loch in die Erde drücken
  • Salatpflanze einsetzen und Erde allseitig leicht festdrücken

ACHTUNG: Trotz des vertikalen Anbaus neigt Salat - wie alle Pflanzen - dazu, der Schwerkraft entgegen nach oben zu wachsen. Die Pflanzen sollten daher nicht im rechten Winkel zum Rohr eingepflanzt werden, sondern mit den Blättern etwas nach oben zeigen. So ist die Wuchsrichtung bereits vorgegeben und die Pflanzen können sich besser entwickeln.

Der Betrieb

In wenigen, einfachen Schritten haben wir uns nun in Bester Urban Gardening-Tradition auf wenig Grundfläche zahlreiche Möglichkeiten für die Aufzucht von eigenem Salat geschaffen. Und so funktioniert der Betrieb

des Salatbaumes:
  • Kunststoffrohr im beschwerten Pflanztopf als statisches Skelett für vertikalen Anbau
  • Erde im Rohr als Halt für die Pflanzen und Versorgungsmedium mit Nährstoffen und Wasser
  • Sand im Pflanztopf als Drainage gegen stehendes Wasser im Rohr
  • Drainagevlies für Rückhaltung der Erde im Rohr und gegen Ausschwemmungen in die Drainageschicht hinein
  • Leerer Rohrkopf als Einfüllbereich für das Gießwasser
  • Bewässerung aller Pflanzen über schwerkraftgetriebenen Wasserstrom von oben nach unten
  • Austritt überschüssigen Gießwassers über die Drainage im Topf in den Untersetzer hinein
  • Untersetzer somit Anzeiger für Gießbedarf: trocken = gießen, nass = kein Gießen erforderlich

Gleichmäßigere Bewässerung

Je höher das Rohr, um so ungleicher fällt die Wasserversorgung im Rohr aus. Während das Wasser schnell aus den obersten Bereichen nach unten absickert, staut es sich dort vor der Ableitung in den Topf. Um hier eine gleichmäßigere Verteilung zu erreichen, kann man ein perforiertes, dünneres Kunststoffrohr von rund 20 bis 30 Millimetern Durchmesser vor dem Befüllen mit der Erde innen in das eigentliche Rohr einstellen und lediglich den Bereich zwischen beiden Rohren mit erde versehen. Das innere Rohr wird dagegen mit Sand befüllt. Beim Gießen wird das Wasser nun lediglich in das innere Rohr gegeben und sinkt dort im Sand von oben nach unten ab. Währenddessen werden durch die Perforation des Innenrohres alle Salatpflanzen gleichmäßig mit Feuchtigkeit versorgt.

HINWEIS: Eine solche aufwändige Konstruktion lohnt vor allem bei großen Rohrlängen und vielen Salatpflanzen. Idealerweise sollte dann auch der Außenrohrdurchmesser etwas größer gewählt werden, um trotzdem genügend Erde zur Verfügung zu stellen.