schwarze Blattläuse und AmeisenSchwarze Blattläuse sind nicht nur eklig, sondern stellen auch eine Gefahr für Garten- und Zimmerpflanzen dar. Zwar muss eine Pflanze nicht zwingend an einem Blattlausbefall zugrunde gehen, jedoch sollte man es auch nicht drauf ankommen lassen. Sofortiges Handeln ist gefragt. Denn: Wird der Befall rechtzeitig erkannt, lassen sich die Schädlinge recht wirkungsvoll mit bewährten Hausmitteln bekämpfen. Insektizide braucht es dafür nicht. Das schont die Pflanze selbst und natürlich die Umwelt. Außerdem spart es Geld. Damit lassen sich schwarze Blattläuse effektiv bekämpfen:

Pures Wasser und Wasserstrahl

Das einfachste Mittel, um Blattläuse zu bekämpfen, ist ganz gewöhnliches Leitungswasser. Mit ihm lassen sich die Tiere gewissermaßen von der Pflanze waschen. Am besten funktioniert das natürlich in Kombination mit einem Wasserstrahl benutzt. Der Druck hinter dem Strahl
spült die kleinen Plagegeister förmlich von Blättern und Stielen. Im Freien sollte man dafür auf einen Gartenschlauch samt Sprühaufsatz zurückgreifen. In der Wohnung eignet sich die Brause der Dusche oder der Badewanne. Der Druck sollte allerdings auch nicht zu stark sein, um die Pflanze selbst nicht zu verletzen. Außerdem ist es wichtig, dass möglichst kein Wasser ins Erdreich gelangt. Um das zu vermeiden, hält man die Pflanze entweder schräg oder steckt den Pflanzentopf in eine Plastiktüte, die am Stiel zusammengebunden wird. Die Methode Wasserstrahl klappt freilich nur in einem sehr frühen Stadium, wenn der Befall mit Blattläusen noch gering ist.

Tipp: Alle Pflanzen im Freien oder in der Wohnung sollten regelmäßig auf einen Befall mit Blattläusen oder anderen Schädlingen kontrolliert werden. Es empfiehlt sich ein Rhythmus von zwei bis drei Tagen. Wichtig ist dabei, sich auch die Blattunterseiten und die Stiele anzusehen. Es gilt: Um so früher ein Befall erkannt wird, desto leichter lässt er sich bekämpfen.

Seifenlauge

Wenn das Absprühen mit einem Wasserstrahl nicht mehr hilft, muss zwangsläufig zu härteren Mitteln gegriffen werden. Hier bietet sich vor allem die Behandlung der Pflanze mit einer Seifenlauge an. Dafür sollte allerdings nicht die handelsübliche Seife aus dem Supermarkt verwendet werden, sondern Schmierseife. Diese Seifenart ist ein vollkommen natürliches Produkt, das keine chemischen Zusatzstoffe wie beispielsweise Duftstoffe enthält. Man geht dabei wie folgt vor:
  • Die Lauge wird mit einem Esslöffel Schmierseife auf einen Liter Wasser angerührt bis sich die Seife vollkommen aufgelöst hat
  • Um die Wirkung noch zu verstärken, kann ein kleiner Spritzer Spiritus zugegeben werden
  • Die so entstandene Lösung bzw. Lauge gibt man in eine Sprühflasche und besprüht die Pflanze damit komplett bis sie richtiggehend trieft
  • Die Blattunterseite dürfen dabei nicht vergessen werden, da sich Blattläuse hier bevorzugt aufhalten
  • Lösung einwirken lassen und gegebenenfalls nach einigen Stunden mit klarem Wasser abspülen
Mit einem derartigen Gemisch aus Seifenlauge und Spiritus macht man den schwarzen Blattläusen auf der Pflanze regelrecht den Garaus. Die Lösung bildet nämlich einen feinen Film, unter dem die Tiere ersticken, ohne dass die Pflanze dabei Schaden nimmt. In Sachen Blattlausbekämpfung stellt sie eines der effektivsten Mittel dar. Die Wirksamkeit der Seifenlauge zeigt sich nicht zuletzt auch daran, dass Hersteller mittlerweile fertige Lösungen anbieten, die nur noch aufgetragen werden müssen. Deutlich günstiger kommt es allerdings, die Lauge ganz einfach selbst anzurühren.

Spülmittel, Rapsöl und Milch

schwarze Blattläuse und AmeisenWer gerade keine Schmierseife zur Hand hat, kann auch aus Spülmittel, Rapsöl und Milch eine Lösung zur Bekämpfung der schwarzen Blattläuse anrühren. Als überaus wirksam hat sich dabei eine Mischung aus Rapsöl und Spülmittel erwiesen:
  • Für eine mittelgroße Pflanze circa 90 Milliliter Rapsöl mit fünf Litern Wasser vermischen und ein paar Spritzer Spülmittel dazu geben
  • Mehrmals gut umrühren
  • Die Lösung wieder in eine Sprühflasche füllen und die Pflanze von allen Seiten intensiv damit besprühen
  • Die Unterseiten der Blätter, Blattansätze und Triebe dabei nicht vergessen
Analog funktioniert das Ganze auch mit Milch. Hier stellt man eine Lösung aus 100 Millilitern Milch und 200 Millilitern Wasser her, mit der man die betroffene Pflanze dann besprüht, bis es tropft. Beide Methoden bewirken, dass die Blattläuse absterben. Es kann allerdings sein, dass der Vorgang nach einigen Tagen wiederholt werden muss, weil nicht alle Tiere erreicht werden konnten. Nach der Behandlung muss die Pflanze deshalb intensiv kontrolliert werden. Übrigens würde auch eine reine Spülmittellösung
funktionieren. Auf einen halben Liter Wasser reichen hier etwa fünf Milliliter Spülmittel.

Brennnessel und Tabak

Wem die bisher vorgestellten Methoden zur Blattlausbekämpfung noch nicht zusagen, kann sich auch einen hochwirksamen Sud aus Brennnesseln oder Tabak- bzw. Zigarettenresten kochen. Um den Brennnesselsud zu bereiten wird ein Teil Brennnesseln mit zehn Teile kochendem Wasser vermengt. Anschließend müssen die Brennnesseln gut zwei Tage in dem Wasser ziehen. Eine Wärmezufuhr ist dabei nicht mehr nötig. Nach diesen zwei Tagen werden die Blätter dann entfernt, der Sud in die Sprühflasche gefüllt und die Pflanze wiederum großzügig mit der Lösung besprüht. Wichtig ist, dass es dabei nicht zu einer direkten Sonneneinstrahlung kommt. Die kann nämlich im Zusammenspiel mit dem Sud hässliche braune Flecken auf den Blättern verursachen. Man tut also gut daran, im Schatten zu arbeiten.

Nikotin ist ein sehr wirksames und vollkommen natürliches Gift, um Pflanzenschädlinge aller Art zu bekämpfen. Um es zu gewinnen, kocht man einfach Zigaretten- und Tabakreste so lange aus, bis eine braune Brühe entsteht. Diese wird dann über ein Tuch oder ein sehr feinmaschiges Sieb gegossen, um alles Feststoffe zu entfernen. Es folgt erneut der Einsatz der Sprühflasche.

Natürliche Fressfeinde

Ja, auch schwarze Blattläuse haben in der Natur Feinde, denen sie als Futter dienen. Man spricht dabei von sogenannten Fressfeinden. Der bekannteste davon ist der Marienkäfer. In einem gesunden Ökosystem im Freien wird die Population an Marienkäfern automatisch dafür sorgen, dass sich die Blattläuse nicht übermäßig vermehren. Ein Marienkäfer frisst nämlich im Laufe seines kurzen Lebens von etwa einem Monat immerhin rund 4 000 Blattläuse. Die Larven der Käfer bringen es im Vergleich dazu auch noch auf beachtliche 800 Exemplare. Dumm nur, dass Marienkäfer in der Natur immer seltener werden und sich zudem nicht in der Wohnung ansiedeln.

Wer dennoch auf diese wirklich biologische Art und Weise die schwarzen Blattläuse bekämpfen möchte, kann sich die kleinen Käfer im Fachhandel kaufen und auf die betroffenen Pflanzen setzen. Sie sind in unterschiedlichen Stückelungen in kleinen Dosen zu haben.

Tipp: Vier, fünf Marienkäfer in eine kleine Papiertüte stecken und diese dann mit einer Wäscheklammer vorsichtig an der Pflanze befestigen. Die Tiere befreien sich von selbst und gehen auf die Jagd nach den Blattläusen.
Alternativ kann man natürlich auch im Garten nach Marienkäfern suchen, diese einfangen und dann in die Wohnung bringen. Davon ist allerdings abzuraten. Erstens ist das eine ziemlich mühevolle Angelegenheit und zweitens fehlen die Tiere dann draußen in der Natur. Die Marienkäfermethode ist dann doch etwas für Spezialisten oder Botaniker.
schwarze Blattläuse und Ameisen
Es steht außer Frage, dass sich schwarze Blattläuse hervorragend ganz ohne Chemie bzw. Insektizide bekämpfen lassen. Für welche der hier vorgestellten Methoden zur Blattlausbekämpfung man sich entscheidet, hängt natürlich zuerst von den eigenen Befindlichkeiten ab. Der Top-Tipp ist und bleibt dabei die Seifenlauge aus Schmierseife. Unkomplizierter und schneller lässt sich ein wirklich effektives Mittel, um Blattläuse nachhaltig zu vernichten, nicht herstellen. Die Anwendung ist kinderleicht. Die Lauge schont außerdem die Pflanze selbst sowie praktisch alle tierischen Nützlinge. Kurzum: Die Seifenlauge ist das Mittel der Wahl zur Blattlausbekämpfung.

Deutlich aufwendiger gestaltet sich im Vergleich dazu die Zubereitung eines Brennnessel- oder Tabaksuds. Der Tabaksud hat zudem den Nachteil, dass er sehr unangenehm riecht und sich daher kaum für den Einsatz in geschlossenen Räumen eignet. Immerhin lassen sich damit Tabak- und Zigarettenreste sinnvoll entsorgen - vorausgesetzt, man hat einen Raucher in der Familie. Wer schließlich ganz auf ein natürliches Ökosystem auch in der Wohnung setzen möchte, dem seien Marienkäfer nachdrücklich ans Herz gelegt. Allerdings ist auch das mit Aufwand und Kosten verbunden. Man sollte nicht vergessen, dass die kleinen Krabbler beständig nachgekauft werden müssen.

Fazit
Wie bereits erwähnt gilt auch bei der Blattlausbekämpfung: Wehret den Anfängen. Seine Pflanzen stets im Blick zu haben und regelmäßig auf einen möglichen Schädlingsbefall zu kontrollieren ist die beste Vorsorge. Dabei gilt es insbesondere die Blattunterseiten sowie die Triebe genau unter die Lupe zu nehmen. Beim ersten Auftauchen der ungebetenen Gäste sollte man sofort mit einer Wasserdusche gegensteuern, um Schlimmeres zu verhindern. Ein Blattlausbefall ist mitnichten das Todesurteil für eine Pflanze. Sie übersteht auch mal locker ein abgestorbenes Blatt oder braune Blattspitzen. Rechtzeitig erkannt ist die Bekämpfung der kleinen Biester kein Problem und gelingt auch eher unerfahrenen Pflanzenliebhabern.