Calamondin - Citrus mitisZitrusdünger selbst herstellen? Das klingt schwieriger, als es ist. Sogar bei speziellen Mangelzuständen können Hausmittel oftmals problemlos und sehr kostengünstig helfen und die Zitronenpflanzen gezielt versorgen. Zum Düngen der Zitruspflanzen gehört aber mehr, als nur ein geeignetes Düngemittel - auch der Zeitpunkt sollte genau abgeschätzt werden. Das passende Wissen rund um Dünger, Zeitpunkt, Mangelzustände und Bedarf der Zitrusbäumchen gibt es hier. Damit kann auch ohne grünen Daumen eine große Ernte der frischen Früchte eingefahren werden.

Zitruspflanzen

Ob Orange, Zitrone oder Kumquat - Zitruspflanzen im Miniformat, als Bäumchen oder kleine Sträuche sind mittlerweile sogar in Supermärkten und Discountern erhältlich und überaus beliebt. Kein Wunder, denn die Gewächse sind dekorativ und versprechen frische Früchte direkt aus dem eigenen Anbau zu liefern. Sogar auf kleinstem Raum bringen sie Ernten hervor, denn die Zitrusgewächse gedeihen im Kübel und passen daher problemlose auf den Balkon, die Terrasse oder in einen sonnigen Hausflur.

Zudem können die Pflanzen durch die Kübelkultur einfach den Platz wechseln, wenn der Standort vielleicht doch nicht ganz optimal gewählt war oder
sie zur Überwinterung ins Haus verbracht werden müssen.

Die Zitruspflanzen im Kleinformat bieten also viele Vorteile. Bei der Düngung verlangen sie jedoch etwas mehr, als Pflanzen im Freiland, da ihnen schlicht die Nährstoffzufuhr aus der Umgebung fehlt. Allerdings gibt es hier zahlreiche Hausmittel und simple Dünger, die sehr einfach selbst herzustellen sind. Es kommt aber nicht nur auf diese an.

Düngezeitpunkt

Als Faustregel gilt: Gedüngt werden Zitruspflanzen nur, wenn sie auch wachsen.
Das klingt einfach, richtet sich aber in großem Maße nach der Temperatur und dem Lichteinfall. Stehen die Zitronenpflanzen vom zeitigen Frühjahr bis spät in den Herbst warm und hell, wachsen sie schneller und haben einen höheren Nährstoffbedarf. An einem eher kühlen und schattigen Standort kann der Bedarf selbst im Hochsommer vergleichsweise gering ausfallen.

Hier ist also genaues Beobachten gefragt. Bei neuen Trieben und Blättern sollte zumindest zwischen April und August zum Zitrusdünger gegriffen werden. Bei Bedarf kann die Düngephase auch länger andauern. Erst wenn das Wachstum aussetzt, muss auch die Gabe von zusätzlichen Nährstoffen eingestellt werden.

Tipp: Solange regelmäßig und reichlich gegossen wird, sollte auch ein Düngemittel verabreicht werden.

Abstände der Düngung

Diese sollten ebenso wie die Zeitpunkte vom aktuellen Bedarf abhängig gemacht werden. Ein guter Anhaltspunkt hierfür sind die Wassergaben, denn der Flüssigkeitsverbrauch zeigt sowohl das Wachstum als auch den daraus resultierenden Bedarf an.

Das Gießen sollte immer dann erfolgen, wenn etwa das obere Drittel oder maximal die obere Hälfte des Substrats getrocknet ist. Feststellen lässt sich das entweder durch einen Feuchtigkeitsmesser oder indem direkt im Substrat nachgefühlt wird. Gegossen werden Zitruspflanzen so, dass sich das Substrat vollkommen vollsaugen kann aber die Wurzeln keiner Staunässe ausgesetzt sind.

Im Sommer kann das Gießen erfahrungsgemäß etwa jede bis jede zweite Woche erfolgen. Zwischen Frühjahr und Herbst, kann in diesen Abständen auch die Düngung durchgeführt werden. Die Abstände zwischen den Gaben hängen selbstverständlich zusätzlich davon ab, welcher Dünger verwendet wird.

Nährstoffbedarf

 Zitruspflanzen benötigen Hauptsächlich Stickstoff, Kalium und Phosphor.
Der ideale Volldünger für die mediterranen Gewächse enthält diese Nährstoffe in einem Verhältnis von 4:3:1 bis 3:2:1. Also drei bis vier Teile Stickstoff, zwei bis drei Teile Kalium und ein Teil Phosphor.
Hinzu kommen beim Nährstoffbedarf noch die Spurenelemente:
  • Eisen
  • Zink
  • Magnesium
  • Bor
  • Kupfer
  • Mangan
  • Molybdän
ZitronenbaumErreichen lässt sich diese genaue Zusammenstellung beim Herstellen des eigenen Zitrusdüngers mit Hausmitteln - und im Allgemeinen mit organischen Düngern - kaum. Wer es sich einfach machen und ganz sicher gehen will, sollte daher einen mineralischen Fertigdünger oder einen speziellen Zitrusdünger aus dem Handel wählen.
Ist hingegen ausreichend Zeit zum Experimentieren vorhanden, kann das Düngemittel aus eigener Herstellung eine praktische und günstige Alternative sein. Vor allem auch, da es sich individueller an den aktuellen Bedarf anpassen lässt.

Mangelzustände erkennen

Zitronen, Orangen, Kumquats und Co. leiden besonders häufig unter den folgenden vier Mangelzuständen:
  • Eisenmangel
  • Magnesiummangel
  • Stickstoffmangel
  • Zinkmangel
  • Kaliummangel
  • Phosphormangel
Ein Eisenmangel ist daran zu erkennen, dass sich die Blätter gelblich bis bräunlich verfärben, die Blattadern bleiben dabei jedoch grün. Eine Gelbfärbung gibt es auch beim Magnesiummangel, hier geht sie jedoch von der Blattspitze aus. Beim Stickstoffmangel weisen die Blätter eine gleichmäßige und vollständige Gelbfärbung auf. Beim Zinkmangel finden sich gelbe Flecken zwischen den Blattadern.

Fehlt es an Kalium, kommt es zu Nekrosen an den Blatträndern, diese werden also braun und sterben ab. Ein Phosphormangel äußert sich durch eine rötliche Verfärbung der Blätter.
Um einen Mangel zu erkennen, muss also genau hingeschaut werden. Wichtig ist es dann, einen entsprechend abgestimmten Zitrusdünger auszuwählen. Zur Vorbeugung ist es zudem sinnvoll, die Versorgung umfassend zu gestalten.

Hausmittel und einfache Maßnahmen als Zitrusdünger  

Bei der Düngung von Zitrusgewächsen ergibt sich durch die Kübelkultur ein Problem. Das Vorkommen der Bodenlebewesen ist begrenzt, sodass organische Materialien und Verbindungen nur schwer zersetzt werden können. Eine mögliche Lösung hierfür ist es, organisches Material bereits im Vorfeld zerfallen zu lassen - also Kompost herzustellen. Es ist jedoch auch möglich, es in einer flüssigen Sud-Form als Düngemittel zu verwenden.   
Vor allem das Anfertigen eines Suds ist ideal, wenn das gezielte Herstellen von Feinkompost nicht möglich ist. Darüber hinaus können auch einige Tricks verwendet werden, um die mediterranen Gewächse zu versorgen.

Umtopfen und Erdwechsel

Ein jährliches Umtopfen zu Beginn des Austriebs oder ein Erdwechsel spart das Düngen für etwa sechs
Wochen. Wird die Erde zudem mit nährstoffreichem Material angereichert, kann sogar noch länger auf die Düngung verzichtet werden.

Als Basis geeignet ist fertige Zitruserde aus dem Handel oder eine selbst angefertigte Mischung aus sieben Teilen hochwertiger Pflanzenerde mit zwei Teilen Drainagematerial, wie Kies oder Schotter, und einem Teil Quarzsand.  

Laub und Schalen

In der Natur würde das eigene Laub und die Schalen der Zitrusfrüchte für die Düngung der Gewächse sorgen. Die Blätter und Früchte fallen herab und verrotten auf dem Boden, die Nährstoffe gehen dadurch wieder in das Substrat über. Im Kübel ist das nicht in diesem Ausmaß möglich, dennoch können abfallende Blätter und getrocknete Schalen wunderbar als Düngemittel verwendet werden.

Am besten wird das Material zerkleinert, getrocknet und entweder direkt beim Erdwechsel in das Substrat gemischt oder im Frühjahr auf den Topfboden gegeben und oberflächlich in die Erde eingearbeitet. Zudem ist es möglich, daraus mit Gemüseresten Feinkompost herzustellen.

Tipp: Die Schalen sollten vor dem Trocknen möglichst klein geschnitten oder gerieben werden. Das vereinfacht die spätere Anwendung und reduziert das Risiko der Schimmelbildung.

Kaffee

Kaffee als DüngerKaffeesatz ist der ideale Zitrusdünger. Er enthält Stickstoff, Phosphor und Kalium, fällt in nahezu jedem Haushalt an und lässt sich einfach verwenden. Zudem hat er einen leicht ansäuernden Effekt auf das Substrat, was bei Zitruspflanzen von Vorteil ist, da diese einen leicht sauren pH-Wert zu schätzen wissen.
Zum Herstellen des natürlichen Düngers wird der Kaffeesatz getrocknet und direkt auf die Erde gegeben oder dem Gießwasser zugesetzt. Einmal monatlich darf er zum Einsatz kommen.

Beinwell

Ebenso wie die Brennnessel eignet sich auch Beinwell als Zitrusdünger. Auch die Vorbereitungen gestalten sich gleich.

Blutmehl

Ungewöhnlich aber als Düngemittel bekannt und lange Zeit geschätzt ist Blutmehl vor allem reich an Eisen. Zudem bringt es einige Spurenelemente mit, die den Zitruspflanzen zum besseren Wachstum verhelfen können.

Der Einsatz empfiehlt sich bei Anzeichen eines Eisenmangels und gestaltet sich einfach. Das Blutmehl wird direkt auf die Erde gegeben und leicht eingearbeitet oder in dem Gießwasser aufgelöst. Eine Gabe von ein bis drei Teelöffeln pro Pflanze kann wöchentlich erfolgen, bis die Mangelerscheinungen verschwinden.
Wenn die Früchte dem Verzehr dienen, sollte selbstverständlich auf die Herkunft und gesundheitliche Unbedenklichkeit des Bluts geachtet werden.

Tipp: Anstelle von Blutmehl kann auch frisches Blut vom Metzger oder gefrorenes Blut aus dem Barf-Angebot für Hunde und Katzen als Zitrusdünger verwendet werden.  

Aquariumwasser

Wer ein Aquarium oder einen Teich sein eigen nennt, hat eine natürliche, praktische und schonende Art der Düngung direkt in Wohnzimmer oder Garten - denn das Wasser kann direkt zum Gießen während der Wachstumsphase verwendet werden. Die Vorbereitung beschränkt sich auf die Wasserentnahme. Entsprechend gering fällt der Aufwand bei diesem Düngemittel für Zitruspflanzen aus.

Gemüse- und Kartoffelwasser

Wenn Kartoffeln oder andere Gemüse gekocht werden, werden viele der Mineralstoffe und Spurenelemente ausgewaschen und sind anschließend im Kochwasser enthalten. Darum ist es schade, dieses wegzuschütten. Stattdessen kann es zum gleichzeitigen Gießen und Düngen verwendet werden.

Tee

Tee enthält ebenso wie Kaffee die gewünschten Nährstoffe, die für das gesunde Wachstum der Zitronenpflanzen wichtig sind - allerdings in geringerer Menge. Aus diesem Grund dürfen Tee und Teesatz auch des Öfteren angewendet werden. Je nach Größe der Pflanze können pro Düngergabe ein bis drei Teelöffel Teesatz oberflächlich in die Erde eingearbeitet oder eine Tasse Tee in das Gießwasser gemischt werden. Der Teesatz wirkt länger, dafür sind die Nährstoffe aus dem Teeaufguss schneller verfügbar und tragen beim Substrat nicht auf.

Wer weniger oft düngen will, sollte daher Teesatz beziehungsweise Teeblätter oder den Inhalt von Teebeuteln verwenden, diese aber nur ein bis zweimal pro Monate einsetzen. Mit verdünntem Tee kann in der Düngezeit hingegen wöchentlich gegossen werden.

Tipp: Optimal sind Grüner Tee und Schwarzer Tee.

Algen und Algenkalk

Reich an Mineralstoffen eignen sich sowohl Algen als auch Algenkalk zur Düngung. Gerade beim Algenkalk sollte aber beachtet werden dass dieser basisch wirkt und das Substrat entsprechend beeinflusst. Er kann daher gezielt zum Ausgleich des pH-Werts verwendet werden, wenn dieser zu sauer wird.

Ansonsten sollte er jedoch sparsam eingesetzt werden. Mit Algen beziehungsweise Algen- oder Kelpmehl verhält es sich ähnlich. Eine geringe Menge auf das Substrat gegeben oder beim Erdwechsel daruntergemischt, stellt reichlich Vitamine und Minerale zur Verfügung, gerade daher sollte es nicht zu häufig zum Einsatz kommen. In starken Wachstumsphasen reicht erfahrungsgemäß eine Gabe pro Monat aus.  

Brennnessel

BrennnesselsudAls schmerzhaftes Unkraut verschrien, hat die Brennnessel doch viele Vorteile zu bieten und eignet sich sowohl als Dünger als auch zur Bekämpfung einiger Schädlinge. Sie enthält Eisen und andere Mineralstoffe und Spurenelemente, wie Kalium, Kalzium, Phosphor und Stickstoff.
Zum Düngen der Zitronenpflanzen wird wie folgt vorgegangen:
  • Die Brennnesseln werden feingehackt oder -geschnitten und in ein Einmachglas gegeben. Die Pflanzenteile sollten möglichst dicht in das Glas gestopft werden.
  • Das Glas wird mit Wasser aufgefüllt und an einen warmen, sonnigen Platz gestellt.
  • Nach 12 bis 48 Stunden wird das Wasser abgegossen und zum Gießen der Zitruspflanzen verwendet. Die Anwendung kann einmal monatlich erfolgen.
Wer es eilig hat, kann den Sud lediglich acht Stunden in der Sonne stehen und ihn anschließend samt Pflanzenteilen für etwa eine halbe Stunde köcheln lassen. Nach dem Abkühlen kann er zu gleichen Teilen mit Wasser verdünnt und zum Gießen verwendet werden.

Fazit
Wer Zitrusdünger selbst herstellen möchte, findet viele geeignete Zutaten in der eigenen Küche oder in Form von Brennnesseln und Beinwell im Freien. Aufwendige Mischungen und Vorbereitungen sind in der Regel nicht von Nöten. Genaue Kontrollen der Pflanzen und möglicher Mangelanzeichen sind hingegen unerlässlich.