Mit einer Blauraute zieht während der sommerlichen Hochsaison südliches Ambiente in den Garten ein. An den violettblau blühenden, intensiv duftenden Ähren tummeln sich zahlreiche Bienen, Schwebfliegen und Schmetterlinge. Ab Oktober ist diese Herrlichkeit leider wieder vorbei. Sollte man die Triebe gleich nach der Blüte schneiden, oder gibt es einen günstigeren Zeitpunkt?

Wann die Blauraute schneiden?

Für die bis zu einem Meter hoch wachsende Pflanze existiert nur eine Jahreszeit, die für den Rückschnitt passt: das zeitige Frühjahr. Ein anderer Termin kommt nicht infrage. Wann genau, entscheidet die Witterung. In manchen Jahren herrscht im März noch strenger Frost, weshalb sich die Tage danach besser eignen. Ansonsten gelten Ende Februar oder
Anfang März als ideale Zeitpunkte zum Schneiden. Tritt nach dem Rückschnitt wider Erwarten doch noch eine eisige Kältephase ein, braucht das Gewächs, das nicht mehr selbst für angemessenen Winterschutz sorgen kann, unbedingt eine wärmende Abdeckung, zum Beispiel Tannenzweige, Herbstlaub, Sackleinen, Pflanzenvlies oder notfalls ein Stück Kartonage.

Warum nicht nach der Blüte schneiden?

Hier die Gründe, weshalb die Blauraute auf keinen Fall im Herbst geschnitten werden sollte:
  • Pflanzenherkunft: Steppen Vorderasiens
  • Klima in den Heimatgebieten: warmgemäßigt bis subtropisch
  • verträgt keinen strengen Frost
  • Winterhärtezone Z7: -12 bis -17° C
  • erhöhtes Risiko zu erfrieren bei Rückschnitt im Herbst
  • welkes Laub schützt vor Kälte
  • in rauen Gegenden zusätzliche Winterabdeckung nötig

Weshalb die Blauraute schneiden?

Für die vieltriebige Pflanze gibt es mehrere Namen. Der wissenschaftliche Begriff für das Gewächs aus der Familie der Lippenblütler lautet Perovskia atriplicifolia, wogegen manche Gartenfreunde die Pflanze unter folgenden Bezeichnungen kennen:
  • Silberstrauch
  • Russischer Salbei
  • Fiederschnittige Perowskie
  • Silber-Perowskie
Es handelt sich um einen typischen Halbstrauch, gewissermaßen um eine Pflanzenform zwischen Staude und buschigem Gehölz. Die Blüten bilden sich grundsätzlich nur an einjährigen Trieben. Halbsträucher, zu denen auch Rosmarin, Salbei und Thymian zählen, verholzen schnell, wenn der Nachschnitt vernachlässigt wird. Sprossteile in der Nähe des Bodens werden allmählich immer dicker und entwickeln im Laufe der Zeit eine feste Borke. Hier wachsen dann weder Blätter noch Blüten, während sich der Neuaustrieb oberhalb vollzieht und nach jeder Blühsaison wieder abstirbt. Nur kräftige Rückschnitte bewahren Halbsträucher vor dem Verkahlen im unteren Bereich. Den Silberstrauch betreffend, bewirkt jährliches Schneiden, dass die Ruten von der Basis bis zu den Triebspitzen silbergraue Blätter und lilafarbene Blüten hervorbringen.

Geeignete Rückschnittart

Nur eine Schnittvariante entspricht den Anforderungen, damit der Silberstrauch auf Dauer ein kompaktes Äußeres behält: ein rigoroser
Verjüngungsschnitt, der alle Triebe umfasst. Die Schere setzt jeweils nah an der Basis an, so dass nach dem Zurückschneiden nur noch Stummel von maximal 10 cm übrigbleiben. Mit großer Wahrscheinlichkeit sind im Laufe des Winters ohnehin die nicht verholzten Triebe bereits abgefroren. Diese Kälteschäden werden bei der im Frühjahr durchgeführten Schnittmaßnahme in einem Arbeitsgang beseitigt.

Welche Schere für den Rückschnitt verwenden?

Sie haben die Wahl. Sie können den Rückschnitt an der Blauraute entweder mit einer Gartenschere, auch unter Rosen- oder Rebschere geläufig, oder mit einer Strauchschere ausführen. Bei der Verwendung einer Gartenschere nimmt der Rückschnitt etwas mehr Zeit in Anspruch, denn dieses Schneidewerkzeug ermöglicht immer nur den Schnitt einer einzigen Rute. Beim Einsatz einer mechanischen Strauchschere, die mit beiden Händen benutzt wird, geht die Arbeit rascher voran. Pro Schnitt mit der Schere mit den längeren Klingenblättern fallen gleich mehrere Stängel um. Motorbetriebene Heckenscheren sind für den Silberstrauch weniger geeignet.

Hinweis: Für das Schleifen einer Gartenschere können Sie anstelle eines herkömmlichen Wetzsteins einen Wasserstein benutzen. Die sonst für Küchenmesser übliche Schleifmethode macht auch Gartenscheren wieder schön scharf.

Leitfaden Blauraute zurückschneiden

Sie benötigen:
  • Garten- oder Heckenschere
  • Gartenhandschuhe
  • Korb, Tonne oder Sack für den Abfall
  • gegebenenfalls Kniepolster oder Knieschützer
Schritt-für-Schritt-Anleitung:
  • einen regen- und frostfreien Tag auswählen
  • Klingen der Gartenschere, falls nötig, schärfen
  • Behälter für den Schnittabfall bereitstellen
  • vielleicht eine Unterlage für die Knie auf dem Boden ausbreiten
  • jeweils einen Stängel mit der einen Hand fassen und mit der anderen unten abschneiden
  • oder mittels Strauchschere gleich mehrere Ranken auf einmal stutzen
  • nur verholzte Triebe bis zu einer Höhe von 10 cm stehen lassen
  • abgetrennte Pflanzenstiele im Behälter sammeln
  • Schnittgut entsorgen (Komposter oder Grüngutplatz)
Tipp: Eine kniende Haltung bei bodennahen Gartenarbeiten schont den Rücken und entlastet die Gelenke. Bei der Verwendung eines Kniekissens bleiben die Knie oder die Hose sauber.

Wohin mit den abgeschnittenen Stängeln?

Für die Mülltonne ist das Schnittgut der Blauraute viel zu schade. Schließlich besteht dieser Abfall ausschließlich aus organischen Substanzen. Unter Einfluss von Sauerstoff, Wärme und Feuchtigkeit reift die Biomasse zu nährstoffreichem Dünger und bodenverbessernder Humuserde heran. Wer Eigenkompostierung betreibt, muss sicherlich nicht lange überlegen, was mit den abgeschnittenen Stängeln geschieht.

Weil die Sprossachsen der Blauraute relativ dick sind, empfiehlt sich vorheriges Schreddern. Bleiben die Stängel so wie sie sind, brauchen sie recht
lange, bis sie im Kompost zu feinen Krümeln zerfallen. Falls Sie keinen Häcksler besitzen, sollten Sie das Schnittgut zumindest mit der Schere in kleinere Teile zerschneiden, damit sich die Zersetzung im Komposter nicht allzu sehr in die Länge zieht. Fehlt Ihnen die Möglichkeit zur Eigenproduktion von Humus, sind Grüngutplätze ideale Abnehmer für Schnittgut.

Diese Fehler sollten Sie beim Rückschnitt der Blauraute vermeiden

  • bereits im Herbst nach der Blüte schneiden (fehlender Wärmeschutz im Winter)
  • generell ein zu früher Rückschnitt, auf den noch eine Frostperiode folgt
  • Regenwetter begünstigt Fäulnis
  • Zweige abbrechen oder knicken statt sie zu schneiden
  • zu lange Strünke stehen lassen (Risiko des Verkahlens)

Blühende Zweige abschneiden

Die langen, meist kerzengeraden Blütenstände mit seitlich hervorsprießenden Rispen ergeben wunderschöne Sträuße, die einen angenehmen Duft verströmen. Blaurautenblüten halten sich recht lange in der Vase. Mit kreativen Ideen und etwas Geschick entstehen ansonsten hübsche Kränze oder andere Gebinde. Beim Schneiden von blühenden Ranken sollten Sie jedoch darauf achten, dass Sie die oberen Teile der Pflanze niemals komplett entfernen. Beschränken Sie sich auf einzelne Zweige, die Sie an verschiedenen Stellen entnehmen, damit ein ausreichender Winterschutz verbleibt. Das Gewächs wirkt zudem nicht mehr attraktiv, wenn es während der Blühsaison große Lücken aufweist oder gar keine Blüten mehr besitzt.