Buchsbaumzünsler RaupeDie Buchsbaumzünsler oder Cydalima perspectalis, wie diese auch genannt werden, erscheinen auf den ersten Blick harmlos und auf schlichte Weise sogar hübsch. Ihre Raupen haben es aber in sich und auch den Faltern einen Ruf als gefräßige Schädlinge eingebracht. Wird ein Befall nicht frühzeitig erkannt und die Insekten bekämpft, können sie zum Absterben der Buchsbäume führen. Sogar Fälle von Schäden an anderen Pflanzen sind bekannt. Daher ist schnelles und gezieltes Handeln gefragt, sobald die Zünsler erkannt wurden.  

Verbreitung

Bei den Buchsbaumzünslern handelt es sich um kleine Falter, die hauptsächlich nachts aktiv sind. Sie sind in Ostasien heimisch, werden seit dem Jahr 2006 jedoch auch immer öfter in Europa gesichtet und haben hier bereits das Absterben ganzer Buchsbaum-Sammlungen verursacht.

Es wird vermutet, dass die Falter über Frachtschiffe und Pflanzenlieferungen nach Europa gelangten und sich von diesen ausgehend über Gartencenter, Gärtnereien und Gärten verbreiteten. Der Verbreitung kommt eine Vorliebe der Cydalima perspectalis - wie die Buchsbaumzünsler in der Fachsprache genannt werden - zu Gute. Die Weibchen legen ihre Eier vorzugsweise an Buchsbäumen ab, die noch nicht befallen sind.

Die Schädlinge ziehen also nicht erst dann weiter, wenn ein Gewächs bereits geschädigt ist und die Nahrungsquelle dadurch eingeht.

Aussehen der
Falter

Die Buchsbaumzünsler sind wie erwähnt eher unscheinbar. Die adulten Falter haben eine Flügelspannweite von vier bis fünf Zentimetern. Die Flügel sind in der Regel seidig weiß und braun bis schwarz umrandet. Allerdings wurden auch Exemplare gesichtet, die braune bis schwarze Flügel mit weißen Flecken aufweisen. Die Erkennung kann dadurch erschwert sein.
Buchsbaumzünsler Falter
Zudem sind die Falter in der Nacht aktiv und bei konstant über 7°C liegenden Temperaturen aktiv, sodass sie auch in einem täglich gepflegten Garten meist nicht sofort auffallen. Erschwerend kommt hinzu, dass sich die adulten Insekten vorzugsweise an den unteren Seiten der Buchsbaumblätter aufhalten. Die Falter an sich sind es jedoch auch nicht, die an den Buchsbäumen für Schäden sorgen.

Eier

Die Weibchen der Buchsbaumzünsler legen ihre Eier auf die Unterseiten der Blätter eines Buchsbaums. Dabei bevorzugen sie Gewächse, die noch nicht befallen wurden. Pro Gelege sind 150 Eier möglich.

Die Eier sind blassgelb gefärbt und haben eine flache Linsenform. Sie finden sich anfangs vor allem an den unteren Abschnitten der Pflanze und hier an den äußeren Blättern. Bei regelmäßigen und genauen Kontrollen können sie durch den leichten Farbunterschied relativ schnell auffallen. Allerdings sind sie gerade bei größeren Buchsbäumen oder bei Formen, die knapp über dem Boden dicht beblättert sind, dennoch schwer zu finden.

Zudem sind sie lediglich für etwa drei Tage vorzufinden, denn dann schlüpfen aus ihnen bereits die Raupen des Buchsbaumzünslers.  

Raupen

Kaum aus den Eiern geschlüpft, beginnen die Larven des Buchsbaumzünslers die Pflanze zu schädigen. Sie fressen zunächst die Blätter. Später stehen aber auch die Rinde und ganze Triebe auf ihrem Speiseplan - und das für mehrere Wochen.

Bis sich aus den Raupen mit grünen und gelblichen Längsstreifen Falter entwickeln, durchlaufen sie sieben Larvenstadien. In dieser Zeit haben sie einen extremen Appetit. Dieser ist auch verständlich, denn die Raupen können eine Länge von bis zu fünf Zentimetern erreichen und benötigen Energiereserven für die Verpuppung und die anschließend erfolgende Metamorphose.  

Der Lebensabschnitt als Raupe kann bei den Buchsbaumzünslern drei bis zehn Wochen in Anspruch nehmen. Die Dauer ist von der Temperatur abhängig. Bei etwa 15 °C nimmt die Wandlung vom Ei zum Falter über zwei Monate in Anspruch. Bei 20 °C hingegen nicht einmal einen Monat. Während der Verpuppungen spinnen sich die Raupen in dem Buchsbaum ein. Die Fäden erinnern an Spinnweben, sind jedoch deutlich dichter gewoben.

Überwinterung

Cydalima perspectalis oder genauer gesagt ihre Raupen überwintern direkt an den Pflanzen, von denen sie sich auch ernähren. Sie verpuppen sich hierzu und spinnen sich in den Blättern ein. Die Kokons können abhängig von der Größe sehr gut oder kaum zu erkennen sein.
Mit Einsatz des Frühjahrs und sobald das Thermometer konstant auf über sieben Grad klettert, wird die Entwicklung fortgeführt.

Aktive Phase

Die Falter und ihre Raupen sind temperaturabhängig aktiv, wobei diese in unseren Breitengraden meist von zeitigen Frühjahr bis in den Herbst hinein ausreichend hoch für die Insekten sind.

Schäden

Buchsbaumzünsler RaupeDurch den Fraß der Raupen färben sich zunächst die äußeren Blätter der unteren Bereiche der Buchsbäume beige-bräunlich. Im weiteren Verlauf des Befalls breiten sich die Schäden im Inneren und nach oben hin aus. Die Pflanze geht dadurch nicht zwingend ein. Je länger der Buchsbaumzünsler aber auf den Gewächsen vorhanden ist, desto größer ist das Risiko dafür.

Vorbeugen durch Kontrollen

Die wichtigste Form der Vorbeugung sind genaue Sichtkontrollen beim Kauf und bei bereits vorhandenen Buchsbäumen. Gerade beim Gemeinen Buchsbaum und dem Kleinblättrigem Buchsbaum sollte gründlich geprüft werden, denn diese werden besonders häufig befallen. Bei den Anzeichen eines solchen Befalls handelt es sich um:
  • beigefarben, bräunlich oder gelblich verfärbte Blätter
  • blassgelbe Erhebungen an den Unterseiten der Blätter (Eier)
  • Spinnweben oder Fäden
  • Fraßspuren
  • Kokons
Von einem Kauf sollte bei diesen Warnsignalen abgesehen und zudem der Verkäufer informiert werden. Bei den eigenen Buchsbäumen im Garten kann ein Verschnitt der betroffenen Bereiche und die Vernichtung des Schnittguts einem größeren Befall vorbeugen und die Gewächse retten.

Keinesfalls sollten die entfernten Blätter auf dem Kompost oder im Müll landen. Die Schädlinge könnten sich dann dennoch weiterhin verbreiten. Wenn möglich kann das Schnittgut verbrannt oder mit kochendem Wasser übergossen werden, um die Insekten abzutöten. Anderenfalls sollte es absolut luftdicht verpackt über den Hausmüll entsorgt werden.

Buchsbaumzünslerfallen

Für das gezielte Bekämpfen der Buchsbaumzünsler muss zunächst bekannt sein, ob es sich wirklich um die ostasiatischen Falter handelt. Da die Raupen sich optisch nicht so sehr von anderen Arten unterscheiden, kann die Identifizierung schwerfallen. Auch bei den Eiern ist eine eindeutige Erkennung für Laien nicht möglich.

Ein praktisches Hilfsmittel sind hierbei die Buchsbaumzünslerfallen. Sie bestehen in der Regel aus einem stabilen Gehäuse, indem sich Pheromone und eine Leimfalle befinden. Die männlichen adulten Falter werden davon angelockt und kleben in der Falle fest. Hieraus ergeben sich gleich mehrere Vorteile:
  • der Befall wird kontrolliert
  • die Falter können leichter identifiziert werden
  • die Männchen stehen nicht mehr zur Vermehrung zur Verfügung
  • die Buchsbaumzünslerfallen können für eine ganze Gartensaison eingesetzt werden

Buchsbaumzünsler durch natürliche
Feinde bekämpfen

Als die Buchsbaumzünsler nach Europa eingeschleppt wurden, hatten sie ein leichtes Spiel. Buchsbäume finden sich auch in privaten Gärten, auf Balkons und Terrassen in Hülle und Fülle. Das Nahrungsangebot war dementsprechend hoch. Zu der ungehinderten Ausbreitung trugen aber auch die fehlenden natürlichen Feinde bei.
Vögel fraßen die Raupen zwar, würgten sie jedoch direkt wieder heraus. Andere Nützlinge zeigten gar kein Interesse.

Die Lage hat sich glücklicherweise geändert. Vor allem Vögel und Wespen sind auf den Geschmack der Buchsbaumzünslerraupen gekommen, nutzen sie als Proteinquelle und bekämpfen sie hierdurch effektiv. Damit natürliche Feinde die Beseitigung des Schädlings übernehmen, sollten sie im Garten willkommen sein und auf den Befall "hingewiesen" werden.

Vögel als natürliche Fraßfeinde einsetzen

Die folgenden Maßnahmen sind für das Anlocken und Ansiedeln von Vögeln sinnvoll:
  • mehrere Nistkästen und Nistmaterial anbieten  
  • Vögel an kälteren Tagen und im Winter füttern
  • Bäume, Nist- und Futterplätze vor Katzen und anderen Tieren schützen

Wespen als natürliche Feinde des Buchsbaumzünslers

Wespen genießen einen zweifelhaften Ruf, können lästig und bei Allergien sogar gefährlich sein. Allerdings sind sie beim Bekämpfen von Schädlingen durchaus nützliche Helfer und sind neueren Beobachtungen zufolge auch effizient bei Raupen der Buchsbaumzünsler. Die Wespen zerlegen diese in kleinere Stücke und fliegen mit diesen zurück in ihr Nest.

Dadurch ist die Beseitigung in Bezug auf die Menge nicht ganz so effizient wie bei den Vögeln. Allerdings können die Wespen leichter tiefer in den Buchsbaum vordringen.
Wiederum kann die Anwesenheit der Wespen zum Bekämpfen begünstigt werden. Sinnvoll ist es hier:
  • Nester nicht zu beseitigen
  • Lockstoffe, wie Obstsaft, Zuckerwasser oder Essig in Nähe der Buchsbäume auszubringen
  • wenige Raupen abzusammeln und zerschnitten auf und unter dem Buchsbaum zu platzieren

Schlupfwespen als natürliche Feinde

Die Wirkung von Schlupfwespen auf die ostasiatischen Falter ist bisher nicht nachgewiesen, bei anderen Faltern ließen sich mit den Nützlingen aber bereits überzeugende Ergebnisse erzielen. Da die Schlupfwespen preisgünstig sind und sich zudem auch gegen andere Schädlinge richten ohne selbst zur Plage zu werden, ist es den Versuch aber wert.
Schlupfwespe
Schlupfwespeneier sind auf Karten aufgebracht im Handel erhältlich. Diese werden in den befallenen Buchs gehängt oder gelegt. Die Nützlinge fressen sich nach dem Schlüpfen in die Raupenkörper und töten sie so von innen heraus.

Tipp: Schlupfwespen können weder fliegen noch stechen und sind daher auch bei Wespenallergien die ideale Wahl. Zudem lassen sie sich gezielt einsetzen und eignen sich ebenso für den Garten wie für Buchsbäume auf Balkon oder Terrasse.  

Hausmittel zur Bekämpfung

Cydalima perspectalis sollen auch durch einfache Hausmittel vertrieben beziehungsweise bekämpft werden können. Die Wirkung dieser ist zwar nicht nachgewiesen, Praxisversuche zeigten aber teilweise bereits gute Resultate.

Absammeln

An sich einfach aber mühsam ist das Absammeln der Schädlinge von Hand. Zudem ist diese Methode nur am Anfang eines Befalls sinnvoll, wenn die Zünslerlarven noch auf den äußeren Bereichen sitzen.

Druckluft gegen Zünsler

Druckluft oder Pressluft kann die Raupen wortwörtlich aus Buchs "pusten". Das ist beispielsweise dann sinnvoll, wenn bereits viele Larven im Inneren vorhanden sind - natürliche Fressfeinde aufgrund des dichten Wuchses aber nicht an diese gelangen können.

Tipp: Immer von oben nach unten sprühen und die Umgebung wenn möglich mit einer Plane abdecken, um das anschließende Sammeln der Raupen zu vereinfachen.

Spülmittel

Kostengünstig und einfach ist das folgende Haus- beziehungsweise Spritzmittel:
  • Die Erde mit einer Plane abdecken.
  • Einige Tropfen Spülmittel in Wasser mischen und mit dieser Lösung den Buchs besprühen.
  • Für zehn bis 20 Minuten einwirken lassen.
  • Mit einem harten Wasserstrahl die Blätter gründlich abspülen.
  • Abgefallene Raupen aufsammeln und vernichten.
Die Anwendung sollte am besten zweimal wöchentlich wiederholt werden.

Öl und Essig gegen Buchsbaumzünsler

Ähnlich dem Spülmittel werden bei dieser Methode Essig, Öl und Wasser zu jeweils gleichen Teilen miteinander gemischt und zum Besprühen des Buchsbaums eingesetzt. Erfahrungsgemäß lassen sich bereits innerhalb weniger Minuten einige Raupen fallen, sofern die Lösung auch in den tiefergelegenen Bereichen versprüht wird.
Buchsbaum - Buxus
Im Anschluss wird mit klarem Wasser und einem möglichst harten Strahl nachgespült, um die Rückstände zu entfernen, die Raupen werden gesammelt und vernichtet. Um das Substrat zu schützen und das Sammeln zu vereinfachen sollte wiederum eine Plane ausgelegt werden.

Mit hohem Wasserdruck Buchsbaumzünsler bekämpfen

Anstelle von Lösungen kann der Buchs auch direkt mit einem harten Wasserstrahl von den Cydalima perspectalis Raupen befreit werden. Der Gartenschlauch kann hierfür ausreichen, optimal ist jedoch ein Hochdruckreinige, wobei der Druck natürlich so eingestellt werden sollte, dass das Gewächs keinen zusätzlich Schaden nimmt.

Die Anwendung sollte am besten täglich wiederholt werden, um möglichst viele der Schädlinge zu lösen. Wiederum kann eine Unterlage hilfreich sein, um das anschließende Sammeln und Vernichten der Larven zu erleichtern.

Biologische Spritzmittel

Bewährt haben sich beim Bekämpfen des Buchsbaumzünslers bisher biologische Spritzmittel mit Bacillus thuringiensis und Azadirachtin.
Bei Bacillus thuringiensis handelt es sich um Bakterien, die von Falterlarven gefressen werden und auf diese Wiese für deren Absterben sorgen. Spritzmittel damit sind vor allem in trockenen warmen Phasen effektiv, wenn die Raupen viel fressen und die Lösung nicht durch Regen von den Blättern abgespült wird. Anwendungen sollten wöchentlich oder aller zwei Wochen wiederholt werden.

Azadirachtin ist eine Substanz aus dem Neem-Öl, die bei direktem Kontakt zu den Raupen für deren Absterben sorgt. Die Behandlung mit Azadirachtin-haltigen Mitteln sollte dennoch mehrfach bei einem Befall wiederholt werden, um auch nachschlüpfende Larven zu beseitigen
 
Tipp: Zum Ausbringen der Spritzmittel sollte ein Drucksprühgerät verwendet werden, um auch die inneren Bereiche der Buchsbäume mit den Lösungen benetzen zu können.
 
Fazit
Buchsbaumzünsler können sich durch die zahlreichen Eier und die Eigenart, diese vorzugsweise auf noch nicht Befallen Buchsbäumen abzulegen sehr schnell ausbreiten und gerade bei warmem Wetter für großen Schäden in kürzester Zeit sorgen. Die frühzeitige Erkennung und eine gezielte Bekämpfung der Schädlinge kann daher den Unterschied zwischen einem kleinen Ärgernis und einer weiträumigen Plage bedeuten. Empfehlenswert ist es neben - im Idealfall - täglichen Kontrollen die verschiedenen Mittel und Methoden soweit möglich miteinander zu kombinieren.