Die Insekten zeichnen sich durch einen kleinen, nahezu zierlichen Wuchs aus. Einige Arten sind so klein, dass sie als Schmetterling kaum wahrgenommen werden.
Wie alle Schmetterlinge entwickelt sich auch die Miniermotte aus Raupen, die durch ihren sehr flachen Wuchs auffallen. Die Arten leben bevorzugt an Bäumen, weswegen die Bäume den Motten ihren Namen gegeben haben. So ist die Rosskastanienminiermotte in unseren Gefilden sehr verbreitet. Aber auch Azaleen, Flieder und Buche werden gern von Miniermotten befallen.

Steckbrief

Die Miniermotte wird in ihrer Ordnung folgendermaßen beschrieben:
  • Klasse: Insekt
  • Ordnung: Schmetterling
  • Unterordnung: Glossata
  • Überfamilie: Gracillariidae
  • Gattung: Miniermotte
Insgesamt umfasst ein ausführlicher Steckbrief mehr als 1.000 Arten, die in drei Familien eingeteilt werden:
  • Echte Miniermotten (Gracilariinae)
  • Blatt-Tütenmotten (Lithocolletinae)
  • Phyllocnistinae

Die Entwicklung der Larven

Wie es
der Name schon sagt, handelt es sich bei der Mottenart um sogenannte Minierer. Die Laven entwickeln sich in den Blättern bestimmter Bäume. Mit ihren winzigen Mandibeln können sie die Blätter anstechen und sich davon ernähren. Nachdem sich die Larve zur Raupe entwickelt hat, frisst sie die frischen grünen Blätter, aber auch die Nadeln von Bäumen ab. In der Folge werden die Blätter braun und können frühzeitig herunterfallen.
Kastanien sind häufige Opfer der Miniermotte
Nachdem sich die Raupe zu einer ausgewachsenen Miniermotte entwickelt hat, sucht diese einen neuen Lebensraum, der sich oftmals in unmittelbarer Nähe befindet. Nicht selten werden neue Larven am Heimatbaum abgelegt. In der Folge kann sich die Plage schnell ausbreiten. Mitunter wird beobachtet, dass eine Vielzahl von Bäumen befallen sind, die sich in unmittelbarer Nähe voneinander befinden.

Tipp: Wenn Sie den Befall eines Baumes mit der Miniermotte in Ihrem Garten feststellen, ist sofortiges Handeln empfehlenswert. Nur so können Sie eine Ausbreitung der Plage verhindern.

Beschreibung des Schadens durch die Miniermotte

Da die Motten auf einem einzelnen Baum oder einer direkt nebeneinander liegenden Baumgruppe beheimatet sind, kann der Schaden bereits nach kurzer Zeit sichtbar werden. Dabei sind es vor allem die Raupen, die durch den Fraß auf der Rückseite der Blätter einen beträchtlichen Schaden anrichten. Da es sich überwiegend um große Bäume oder Fliedersträucher mit beträchtlichem Wuchs handelt, wird die Miniermotte nicht in der Lage sein, die Pflanze komplett zu vernichten.

Somit beschränkt sich der Schaden auf das optische Erscheinungsbild. Die Blätter werden durch den Fraß unansehnlich braun. Mitunter fallen sie bereits im Sommer ab, wenn sie von einer zu starken Schädigung betroffen sind. In unseren Breiten wird die Rosskastanie besonders gern von der Miniermotte befallen.
Miniermotte Raupe
In der Folge können große Teile der Blätter betroffen sein. Der Baum wird nicht absterben, bei der Schädigung handelt es sich um einen sogenannten Schaden des Schmuckwerks, also der Blätter. Die Motten können aber für einen geringeren Wuchs des Baumes, eine sogenannte Wachstumsdepression, verantwortlich sein. Bei der Rosskastanie kann sich zusätzlich die Bildung der Früchte reduzieren. Fliedersträuche bilden bei starkem Befall weniger oder gar keine Blüten aus.

Tipp: Wenn es gelingt, die Schädlinge zu bekämpfen, wird sich der Baum im Winterhalbjahr erholen und im Frühling nach dem Austreiben der Blätter wieder vollkommen gesund erscheinen. Dies bedeutet, dass der Flieder wieder in voller Blüte steht und die Rosskastanie viele Früchte ausbildet.

So gelangt die Miniermotte in die Wohnung

Im Garten, aber auch in Häusern und Wohnungen kann die Echte Miniermotte große Probleme bereiten. Ihren eigentlichen Lebensraum hat sie in Bäumen und großen Sträuchern. Sie kann aber auch in das Haus gelangen. Sie finden sie, wenn Sie Tee, Mehl oder Grieß über einen längeren Zeitraum lagern, ohne die Gefäße sicher zu verschließen. Grundsätzlich kommen die Miniermotten jedoch eher selten ins Haus. Dies ist der Fall, wenn ein befallener Baum in der Nähe des Hauses steht und die Motten durch offene Fenster oder Türen Zugang bekommen. Finden Sie dann in Küche, Keller oder Speisekeller Nahrung, in der sie sich weiter entwickeln können, haben Sie die Plage im Haus.

Tipp: Halten Sie Fenster und Türen geschlossen oder versehen Sie beides mit einem Insektenschutz, wenn Sie einen Befall mit Miniermotten in Ihrem Garten feststellen. So verhindern Sie, dass die Tiere ins Haus kommen.

Pflanzen, die von der Miniermotte besonders häufig befallen werden
Es gibt Bäume und Sträucher, die Miniermotten besonders lieben und deshalb bevorzugen. Dazu gehört in unseren Breiten die Rosskastanie, die häufig Brutstätte für Tausende Larven ist. Findet sich in der Nähe Ihres Gartens eine Allee mit Rosskastanien oder einzelne Bäume, ist die Wahrscheinlichkeit höher, dass die Insekten
sich auch in Ihrem Garten niederlassen. Neben der Rosskastanie gibt es weitere Pflanzen, die mitunter einer regelrechten Plage ausgesetzt sind. Dazu gehören:
  • Azalee
  • Flieder
  • Eichenrinde
  • Buche
  • Ahorn
Dabei handelt es sich um Bäume, die in unseren Breiten besonders betroffen sind. Die Motte ist jedoch in ganz Europa verbreitet und sucht sich abhängig von der Region einen Wirt, der ihnen besonders gute Bedingungen bietet. Harte Winter machen den Insekten nichts aus, sie können trotzdem überleben. Aus diesem Grunde müssen Sie etwas gegen die Miniermotte tun, wenn Sie nicht das Glück haben, das natürliche Feinde die Aufgabe der Ausrottung übernehmen.

Natürliche Feinde der Miniermotte

Leider hat die Miniermotte, so wie andere Insekten auch, nur wenige natürliche Fressfeinde, die in der Lage währen, die Ausbreitung des Baumverfalls aufzuhalten oder gar zu verhindern. Einige Vögel fressen die Raupen und die Larven, vor allem sind sie aber ein beliebtes Nahrungsmittel für Schlupfwespen. Die Tiere sind in der Lage, auch größere Bestände der Raupen und Larven zu vernichten. In der Regel ist es so, dass die Schlupfwespen nicht entlang der Alleen leben, an denen Kastanien und andere Bäume sehen, die von den Miniermotten gezielt heimgesucht werden. Aus diesem Grund kann es sinnvoll sein, die Wespen gezielt in den Bäumen anzusiedeln. Dies hat den Vorteil, dass dadurch auch der Bestand an Wespen vermehrt wird. Dieser ist, wie bei vielen anderen Insekten auch, in den letzten Jahren stark zurückgegangen.
Schlupfwespe
Die Insekten sind jedoch wichtig für die Erhaltung von verschiedenen biologischen Gleichgewichten in der Natur. Wenn Sie sich für die Ansiedlung von Schlupfwespen in der Nähe der befallenen Bäume entscheiden, profitieren Sie von zwei positiven Wirkungen. Sie sorgen dafür, dass sich die Schlupfwespen auf natürliche Weise vermehren, und Sie befreien die Bäume von den Miniermotten.

Schlupfwespen gezielt ansiedeln

Sie können Schlupfwespen gezielt in den Bäumen ansiedeln, die von den Miniermotten befallen wurden. Wenn Sie sich für die Ansiedlung der Schlupfwespen entscheiden, wählen Sie natürliche Fallen, die ohne eine chemische Keule auskommen und für die Umwelt sogar von hohem Nutzen sind. Für die Wespen wird ein natürlicher Lebensraum gefunden, der sich oftmals etwas weiter entfernt von Städten oder Siedlungen findet, da viele der befallenen Bäume entlang von Alleen stehen, an die Felder oder Wälder grenzen.

Die gezielte Platzierung der Wespen ist ganz einfach. Sie finden in einem kleinen Container einen neun natürlichen Lebensraum. Die Fallen werden einfach in die Krone der betroffenen Bäume eingehängt. Sind mehrere Bäume betroffen, haben die Container den Vorteil, dass sie beweglich sind. Dies bedeutet, dass Sie einen Baum nach dem anderen auf diese Weise sehr gezielt behandeln können. Die Ansiedlung von Schlupfwespen ist prinzipiell auch im Garten möglich. Dabei sollten Sie jedoch beachten, dass die Wespen Süßes mögen und sich bei Ihnen als Gast einstellen werden, wenn Sie im Garten frühstücken oder Kaffee trinken. Diesen Nachteil sollten Sie bei Bäumen bedenken, die sich in der Nähe von Balkon, Terrasse oder Rasen befinden.

Tipp: Das Aufstellen von Fallen mit Schlupfwespen eignet sich grundsätzlich für jede Baumart. Lassen Sie sich bei der Einrichtung des Containers jedoch von einem Fachmann gezielt beraten.

Einsammeln von Laub als natürliches Bekämpfungsmittel

Miniermotten am KastanienbaumHaben Sie im Sommer festgestellt, dass einer Ihrer Bäume mit von Miniermotten befallen sind, sollten Sie das heruntergefallene Laub so vollständig wie möglich einsammeln. Schichten Sie es an einem separaten Ort in Ihrem Garten auf. Geben Sie es nicht in den Kompost oder in die Biotonne. Es wird empfohlen, das Laub komplett zu verbrennen. Auf diese Weise verhindern Sie, dass sich die Miniermotte im darauf folgenden Jahr wieder neu ausbreiten kann. Sie werden den Schädling nicht vollständig bekämpfen können. Sie verhindern jedoch, dass der Befall im neuen Jahr schlimmer wird.

Tipp: Sehr gute Ergebnisse bringen eine Kombination zwischen dem Einsammeln und Verbrennen des Laubs und dem Aufstellen einer Falle, in der Sie Schupfwespen halten. Auf diese Weise kann es innerhalb eines oder zwei Jahren gelingen, die Raupen vollkommen auszurotten, sodass der Baum gesunden kann.

Das Laub in den Schlupfwespencontainer geben

Als Alternative können Sie das eingesammelte Laub auch in die Container stopfen, in denen Sie die Schlupfwespen angesiedelt haben. Bei dieser Maßnahme profitieren Sie von einem Vorteil. Das Laub enthält in vielen Fällen nicht nur junge Miniermotten, sondern auch die Larve der Schlupfwespe siedelt sich in dem Laub an und fällt mit ihm herunter. Sollten Sie sich für das Verbrennen entscheiden, vernichten Sie nicht nur die Miniermotte, sondern auch die Schlupfwespe. Geben Sie das Laub hingegen in den Container, kann die Mottenlarve von der Schlupfwespe gefressen werden. Auf diese Weise erreichen Sie eine besonders natürliche Form der Larvenbekämpfung.