Speckkäfer LarveSpeckkäfer und ihre Larven hinterlassen Fraßlöcher in Materialien und Nahrung und dazu noch ihren fadenförmigen Kot. Auf diese Weise können sie Leder, Pelze, Federkissen, Lebensmittel und Pflanzen kontaminieren und schädigen. Früher waren sie aus eben diesem Grund gefürchtete Material- und Vorratsschädlinge. Diesen Ruf haben sie nicht mehr, lästig sind die Käfer aber immer noch und dazu schwierig zu bekämpfen. Selbst mit dem richtigen Vorgehen sollten zur Beseitigung etwa zwei Monate und viel Aufwand eingeplant werden.   

Speckkäfer erkennen

Bei den Speckkäfern ist die eindeutige Erkennung nicht immer einfach, denn alleine in Europa treiben weit über 100 Arten ihr Unwesen und die äußerlichen Merkmale können sich stark unterscheiden. Wichtige Anhaltspunkte bei der Identifizierung sind:
  • eine Länge von einem bis zehn Millimetern
  • rundlich ovale und kompakte Körperform
  • braune bis schwarze Grundfarbe
  • gelbe, rote, braune oder gräuliche Flecken und Muster auf den Flügeln
  • können
    fliegen
  • behaart, geschuppt oder glatter Panzer
  • teils mit Wehrhaaren besetzt
Es handelt sich bei diesen Insekten, die der Familie der Käfer angehören, also um Schädlinge mit einem sehr vielfältigen Erscheinungsbild. Noch schwieriger ist die Erkennung der Dermestidae, wie diese auch genannt werden, wenn Vertreter lediglich ein bis drei Millimeter groß werden.
Allein durch diese geringe Länge fallen sie oftmals lange Zeit nicht auf und können sich daher ungehindert ausbreiten.

Die Eier von Speckkäfern identifizieren

Als Laie die Eier der Dermestidae zu identifizieren ist kaum möglich. Bereits das Finden kann ein schwieriges Unterfangen sein, denn die Käfer legen sie in geschützten, dunklen und warmen Bereichen ab. Bevorzugte Stellen sind unter anderem:
  • hinter Fußleisten
  • unter oder in Teppichen
  • in Pelzen
  • auf Leder und hier vorrangig in den Falten und Nähten
  • in Nahrungsmitteln
  • in Insektensammlungen
Bei der Eiablage lassen sich die Schädlinge selbstverständlich auch von der Verfügbarkeit der bevorzugten Nahrung leiten. Da es sich hierbei um Blüten, Getreide aber auch Müll oder tote Insekten handeln kann, fallen die Unterschiede wiederum sehr groß aus.

Wichtig zu wissen ist jedoch, dass die Weibchen etwa 500 Eier pro Ablage hervorbringen und das bis zu sechs Mal im Jahr. Die Nachkommen vermehren sich ihrerseits ebenso großzügig. Innerhalb kürzester Zeit können sich einige wenige Insekten also in schier unvorstellbare Populationen verwandeln. Eine frühzeitige und gründliche Bekämpfung ist daher entscheidend.

Speckkäfer Larven und Schlupfdauer

Nach dem Schlüpfen wachsen die Larven bereits auf die Größe heran, die sie auch später als ausgewachsene Käfer haben werden. Hier gibt es also wiederum erhebliche Unterschiede, was die Erkennung erschwert. Zudem halten sich die Larven ebenfalls versteckt auf und werden daher selten gesichtet. Grundsätzlich weisen sie jedoch die folgenden Merkmale auf:
  • länglicher Körper, an kleine Raupen erinnernd
  • dicht mit Haarbüscheln besetzt, die borstig wirken
  • teilweise mit Wehrhaaren
  • weisen verschiedene Brauntöne auf
SpeckkäferAuf dem Speiseplan der Larve stehen neben den bereits erwähnten Substanzen auch Kork und weiches Holz. Ihr Auftreten kann bemerkt werden, da sie ebenso wie die adulten Käfer Kotfäden hinterlassen, die auf hellem Untergrund oder in Lebensmitteln gut sichtbar werden.

Während der Entwicklung erzeugen die Larven in anderenfalls geschlossenen Gefäßen Kondenswasser, wodurch die Schädlinge noch ein weiteres Problem erzeugen können: Schimmel. Befallene Nahrung wird also nicht nur durch den Kot der Tiere kontaminiert, sondern verdirbt oftmals auch.

Finden die Eier und Larven optimale Bedingungen vor, dauert die Entwicklung vom Ei bis zum adulten Käfer bei den Dermestidae gerade einmal sechs bis acht Wochen. Im Freiland schlüpft eine Larve etwa im April und schafft es selbst in der Regel nur einmal, sich fortzupflanzen. Hier bleibt es also bei einer neuen Generation pro Jahr.

In der Wohnung können hingegen sechs Generationen jährlich heranwachsen. Dieser gravierende Unterschied ist in den Bedingungen in Häusern begründet. Optimal sind für die Insekten eine recht hohe Luftfeuchtigkeit von 65 Prozent und Temperaturen von 18 bis 25 °C. Diese finden sie vor allem in Küchen und Bädern aber auch in schlecht gelüfteten und daher feuchten Räumen vor. Zudem ist das Nahrungsangebot in Wohnungen für die Käfer sehr hoch und sie haben zahlreiche Versteckmöglichkeiten und keine natürlichen Feinde.

Der Speckkäfer als Bauschädling

Käfer und Larven können durch ihren abwechslungsreichen Speiseplan und ihre kräftigen Bisse nicht nur in der Speisekammer für Schäden sorgen, sondern auch die Bausubstanz angreifen. Sie fressen Holz, Kork, Leder - bohren sich jedoch auch in Mörtel. Wirklich sicher ist vor ihnen kaum etwas.
Bleibt ein Befall lange Zeit unerkannt, fallen die Schäden aufgrund der schnellen Vermehrung sehr groß aus. Eine gute Nachricht gibt es allerdings. Die Bisse beziehen sich auf Lebensmittel und Materialien, Menschenhaut bleibt in der Regel aber verschont.

Speckkäfern vorbeugen

Ein Eintragen von einzelnen Speckkäfern in die Wohnung, beispielsweise über Lebensmittel, lässt sich nicht vermeiden. Auch der gelegentliche Besucher kann auftauchen, da diese Insekten flugfähig sind. Dennoch gibt es einige Möglichkeiten einem Befall vorzubeugen.
Wichtig sind dafür die folgenden drei Punkte:

 
  • Trockene, länger haltbare Lebensmittel und Tierfutter sollten kontrolliert und im Anschluss in luftdichten und festen Verpackungen, am besten aus Glas, aufbewahrt werden. Durch Pappe und Plastik können sich verschiedene Speckkäfer Arten problemlos hindurchfressen, sowohl von außen nach innen als auch von innen nach außen. Bei längerer Aufbewahrung sollten die Lebensmittel immer wieder kontrolliert werden, am besten jeden Monat.

  • Eine höhere Luftfeuchtigkeit ist gut für die Haut und Schleimhäute, jedoch auch für die Käfer. Regelmäßiges gründliches Lüften und beugt einer Ausbreitung Käfern und Schimmel zugleich vor und schont die Gesundheit.

  • Eine gründliche Reinigung der Wohnung kann eine Ausbreitung der Dermestidae sozusagen im Keim ersticken. Absaugen von Polstermöbeln, Teppichen und den Bereichen unter den Teppichen sowie aller Ecken in Verbindung mit häufigem Wischen, entzieht einigen Arten die Lebensgrundlage und ist ihnen schlicht zu viel Stress.

Pheromonfallen zur Identifizierung und Bekämpfung der Speckkäfer

Spezielle Pheromonfallen locken die männlichen Dermestidae durch Sexual-Duftstoff an. Die Käfer kleben auf der Suche nach einem fortpflanzungsfähigen Weibchen daran fest. Das hat gleich drei Vorteile:
  • die Käfer können identifiziert werden
  • die gefangenen Männchen können sich nicht weiter fortpflanzen
  • die Ausmaße des Befalls werden sichtbar
Tipp: Die Fallen sollten für zwei besser noch drei oder mehr Monate nach dem Erkennen oder der Vermutung des Schädlingsbefalls in jedem Raum aufgestellt werden. Bleiben sie für wenigstens acht Wochen insektenfrei, war die Bekämpfung erfolgreich.

Bekämpfen durch Reinigung

Teppiche müssen abgeklopft, Wohntextilien wenn möglich gewaschen oder dampfgereinigt aber wenigstens abgesaugt, hinterste Winkel und Ecken ebenfalls gesäubert werden. Es sollte bedacht werden, dass sich die Käfereier, -Larven und adulten Insekten vorzugsweise in dunklen, warmen und feuchten Bereichen aufhalten und da zu finden sind, wo Nahrung vorhanden ist.
Speckkäfer Larve
Dabei kann es sich um ein Federkissen handeln, um eine Ledertasche oder die Vorräte in der Speisekammer. Werden durch die Bisse der Käfer undichte Verpackungen, Kotfäden oder die Insekten beziehungsweise ihre Larven selbst gefunden, sollte die Fundstelle besonders gründlich gereinigt werden. Lebensmittel müssen entsorgt und notfalls auch der Bereich hinter den Fußleisten inspiziert und gesäubert werden. Textilien sind bei 60 °Grad zu waschen. Ist das nicht möglich, sollten sie in die chemische Reinigung gebracht werden.

Bekämpfen durch Frost und Hitze

Ein natürliches Mittel zur Bekämpfung des Speckkäfers und seiner Larven sind sehr hohe oder niedrige Temperaturen. Allerdings bedeuten schon kleine Temperaturdifferenzen große Unterschiede bei der Behandlungsdauer. So reichen bei 60 °C bereits zehn Minuten aus. Bei 55 °C sollte es hingegen eine Stunde sein. Bei -20 °C mehrere Tage. Ideal ist es bei den Minusgraden, immer wieder ein schnelles Auftauen zu forcieren und anschließend wieder einzufrieren. Bei derlei Schwankungen kann der Stoffwechsel der Insekten nicht mithalten.

Speckkäfer durch natürliche Feinde bekämpfen

In der Wohnung haben die Speckkäfer keine natürlichen Feinde. Das lässt sich jedoch leicht und sicher ändern. Sogenannte Schlupfwespen können weder fliegen noch stechen, machen mit vielen Insekten aber kurzen Prozess. Zudem können die Nützlinge sowohl draußen als auch drinnen eingesetzt werden und verschwinden von alleine wieder, wenn sie keine entsprechenden Insekten mehr als Nahrung vorfinden.
Es muss also nicht befürchtet werden, mit den Schlupfwespen die nächste Plage ins Haus oder in den Garten zu holen. Bei ihrem Einsatz passiert Folgendes:
  • Eine Karte mit Schlupfwespen-Eiern wird im befallenen Bereich aufgehängt oder aufgestellt.
  • Nach dem Schlüpfen suchen sich die Schlupfwespen Insektenlarven und legen in diese ihre Eier ab.
  • Die nächste Generation der Schlupfwespen ernährt sich von den Larven oder auch adulten Käfern und tötet sie so von innen heraus. 
Die Schlupfwespen sind zwar noch nicht dafür bewährt und bekannt, gegen Speckkäfer zu helfen und werden vermehrt gegen andere Schädlinge, wie beispielsweise Motten, eingesetzt. Sie sind jedoch günstig und sicher und gelangen aufgrund ihrer geringen Größe auch in Bereiche, in denen eine Reinigung kaum oder gar nicht ohne erheblichen Aufwand möglich ist.

Behandlungen kombinieren und wiederholen

Oftmals reicht es nicht aus, nur eine Methode anzuwenden und diese auch nur einmal durchzuführen. Aufgrund der Ausbreitung der Speckkäfer, den Orten ihrer Eiablage und ihrer Widerstandskraft sowie der vielseitigen Ernährungsgrundlage, der Vermehrungsfreudigkeit und der Entwicklungsdauer von sechs bis acht Wochen sind die Schädlinge sehr hartnäckig.
Daher sollten die genannten Methoden miteinander kombiniert und zudem für zwei bis drei Monate aller vier bis sechs Wochen durchgeführt werden.
Auf diese Weise werden erneute Eiablagen verhindert und auch neugeschlüpfte Larven bekämpft.

Fazit
Speckkäfer sind in der Wohnung lästig, im Garten können sie sowohl Pflanzen schädigen als auch Kadaver beseitigen - sind also durchaus nicht nur schädlich. Aufgrund ihrer starken Verbreitung und ihres großen Appetits sollten sie im Haus aber dringend und frühzeitig bekämpft werden. Wer hierfür keine Zeit oder Geduld hat, sollte auf einen professionellen Schädlingsbekämpfer setzen, jedoch nicht selbst zu Insektiziden greifen.