Wühlmäuse können Wurzeln und damit ganze Pflanzen zerstören. Ihnen biologisch vorzubeugen und ihre Ausbreitung zu verhindern ist daher von entscheidender Bedeutung. Hier wird gezeigt, wie es funktioniert.

Was sind Wühlmäuse?

Der wissenschaftliche Name dieser Säugetiere lautet Arvicolinae. Zu dieser Unterfamilie gehören mehr als 150 Arten. Aufgrund dieser enormen Vielfalt finden sich bei Größe und Gewicht erhebliche Unterschiede. Wenn direkt von Wühlmäusen gesprochen wird, ist meist von diesen Arten die Rede:

  • Erdmaus
  • Feldmaus
  • Spitzmaus

Hinweis: Obwohl die Spitzmaus wissenschaftlich nicht zu den Wühlmäusen gehört, werden die winzigen Tiere häufig dafür gehalten. Optisch sind sie nicht nur an ihrer geringen Größe, sondern auch an der sehr spitz zulaufenden Nase zu erkennen.

Wühlmäuse erkennen

Die Tiere selbst sind selten direkt sichtbar. Sie hinterlassen allerdings Spuren, die sich vergleichsweise einfach erkennen lassen. Dazu gehören:

  • Fraßspuren an Knollen, Wurzeln und anderen Pflanzenteilen
  • gegebenenfalls unangenehmer Geruch nach Kot und Urin
  • kleine Löcher im Boden auf Beeten oder dem Rasen
  • unerklärlich eingehende Pflanzen

Oftmals fallen die Löcher im Boden vor allem bei dem Rasenmähen und Unkrautjäten auf, denn Wühlmäuse finden sich nur selten in Häusern und anderen Gebäuden. Im Gegensatz zu den Spuren von Maulwürfen finden sich an den Aus- und Eingängen jedoch keine Erdhaufen.

Vorbeugung

Wie immer gilt: Vorbeugen ist besser als heilen. Daher sollten bereits beim Anlegen des Gartens entsprechende Maßnahmen ergriffen werden.

Fressfeinde

Eine

naturnahe Gestaltung des Gartens erlaubt es den Fressfeinden der Wühlmäuse sich ebenfalls anzusiedeln und ein natürliches Gleichgewicht zu erzeugen. Es reicht hierfür bereits aus, in einem kleinen Bereich das Gras höher stehen zu lassen, Sitzstangen und Versteckmöglichkeiten wie beispielsweise Steinhaufen anzubieten.

Zu den Fressfeinden gehören unter anderem:

  • Füchse
  • Katzen
  • Marder und Wiesel
  • Raubvögel, wie der Mäusebussard

Gewächse

Zwiebel - Allium cepa

Einige Gewächse schrecken Wühlmäuse ab. Darunter zum Beispiel:

  • Kaiserkrone
  • Knoblauch
  • Narzissen
  • Steinklee
  • Traubenhyazinthe
  • Wolfsmilch
  • Zwiebeln

Hinweis: Pflanzen Sie die Gewächse möglichst gleichmäßig verteilt in den Garten. Anderenfalls lernen die Tiere lediglich, diese zu meiden.

Rasenkantensteine und Mäusedraht

Die Gänge von Wühlmäusen können 50 bis 80 Quadratmeter groß sein. Gärten mit abgegrenzten und unterteilten Bereichen sind daher für sie uninteressanter. Durch die Abteilung von Beeten und den Einsatz von Mäusedraht rund um Wurzeln lässt sich also ein gewisser Schutz erzeugen. Eine Garantie gegen die Tiere bietet diese Methode zwar nicht, dennoch wird das Risiko für einen Befall verringert.

Hochbeete

Hochbeet aus Stein schützt vor Wühlmäusen

Eine weitere Möglichkeit des Vorbeugens gegen Wühlmäuse und andere Schädlinge stellen Hochbeete dar. Wenn der Boden abgedichtet wird,

ist ein Eindringen der Tiere deutlich unwahrscheinlicher. Mit den Hochbeeten ergeben sich zudem noch weitere Vorteile. Darunter:
  • schnellere und höhere Erträge
  • Schutz gegen Schnecken
  • Vorbeugung gegen Ratten

Wühlmausbekämpfung

Wenn sich bereits Mäuse im Garten finden, können die erwähnten vorbeugenden Maßnahmen immer noch sinnvoll sein. Zur direkten Bekämpfung ist aber mehr erforderlich.

Buttermilch

Vergorene Buttermilch weist einen sehr intensiven Geruch auf. Dieser soll die wühlenden Mäuse fernhalten. Nachgewiesen ist das allerdings nicht. Das Hausmittel ist zwar biologisch und einfach, günstig und innerhalb von ein bis drei Tagen herzustellen, die Wirksamkeit ist jedoch fraglich. Hinzu kommt, dass der Geruch insgesamt störend wirken kann. Gerade bei mehreren Löchern oder größeren Flächen muss eine enorme Menge zum Einsatz kommen. Das kann unter anderem Insekten anlocken sowie generell den Aufenthalt im Garten unangenehm gestalten.

Kot und Urin

Hunde und Katzen gehören zu den natürlichen Feinden der Wühlmäuse. Allein ihr Geruch kann daher abschreckend wirken und zur Bekämpfung beitragen. Am wirkungsvollsten sind Kot und Urin. Diese Mittel können Sie beispielsweise in Form von benutzter Katzenstreu direkt in die Löcher der Wühlmäuse füllen. Allerdings gewöhnen sich einige Mäuse mit der Zeit daran.

Fell

Um die Präsenz von Hund und Katze vorzutäuschen, kann anstelle von Kot und Urin Fell Anwendung finden. Nach dem Bürsten werden die ausgekämmten Haare am besten zu kleinen verfilzten Kugeln geformt und so in die Ausgänge der Mäuselöcher gegeben.

Tipp: Verwenden Sie die tierischen Hausmittel nur dann, wenn keine Allergie vorliegt. Anderenfalls kann es durch die enthaltenen Allergene schwierig werden, sich im Garten aufzuhalten.

Geräusche und Bewegungen

Häufiges Arbeiten und Bewegen im Garten, wie beispielsweise Rasenmähen, spielende Kinder oder Haustiere tragen ebenfalls zur Wühlmausbekämpfung bei. Durch sie ist der Bereich für die Tiere weniger attraktiv, sodass eine häufige Nutzung des eigenen Grüns sowohl vorbeugend als auch abschreckend wirken kann.

Rasenmäher gegen Wühlmäuse

Alternativ finden sich im Handel auch spezielle Geräte, die durch besonders hohe Frequenzen vertreibend wirken sollen. Häufig gewöhnen sich die Tiere jedoch daran und die erhoffte Wirkung bleibt aus. Andere, nützliche Tiere, Haustiere können sich durch den Ton aber ebenso gestört fühlen, wie

Kinder und junge Menschen. Lassen Sie bei der Anwendung daher Vorsicht walten.

Licht

Wühlmäuse sind auch im Garten dämmerungs- und nachtaktiv. Werden sie dabei durch Bewegungsmelder und helles Licht gestört, suchen sie sich schnell einen neuen Lebensraum. Achten Sie darauf, dass die Sensoren so ausgerichtet sind, dass Bewegungen an den Eingängen beziehungsweise den Löchern der Mäusegänge das Einschalten des Lichts auslösen. Ein möglicher Nachteil dieses an sich einfachen Mittels ist es, dass auch andere nachtaktive Tiere vertrieben werden. Da es sich dabei um Eulen, Füchse, Katzen und Marder handelt, werden also auch die natürlichen Fraßfeinde der Wühlmäuse vertrieben.

Löcher abdichten

Häufig wird empfohlen, die Löcher der Gänge abzudichten. Dau können beispielsweise Steine eingefüllt oder Platten darauf gelegt werden. Der potenzielle Nachteil hieran ist, dass sich die Tiere neue Ausgänge anlegen. Die Erde weist danach also nur noch mehr Löcher auf. In Kombination mit anderen Methoden und Mitteln kann das Abdecken dennoch dabei helfen, den eigenen Garten als ungeeigneten Lebensraum für Wühlmäuse zu gestalten.

Wasser

Den Bau der Tiere unter Wasser zu setzen kann sehr effektiv sein. Es ist zudem biologisch und somit umweltschonend. Häufig muss diese Maßnahme mehrfach wiederholt werden, um Wirkung zu zeigen.

Fallen

Lebendfallen aber auch tödliche Fallen stellen sehr effiziente Methoden der Wühlmausbekämpfung dar. Schonender sind Lebendfallen, das anschließende Aussetzen der Tiere erfordert jedoch mehr Aufwand. Geeignete Köder sind unter anderem:

  • Karotten
  • Sellerie
  • Topinambur

Giftköder

Giftköder und Gift generell können zwar schnell wirken, stellen aber eine Gefahr für Kinder, Tiere und die Umwelt dar. Das bedeutet ein Risiko, sowohl für nützliche Tiere als auch Haustiere und Kinder.
Falls sich eine sichere Anwendung nicht gewährleisten lässt, sollten Sie also darauf verzichten.

Ablenkung

Möhren - Karotten - Daucus carota subsp sativus

Anstatt die Wühlmäuse zu bekämpfen, können auch schützende Maßnahmen ergriffen und Ablenkungen geschaffen werden. Dazu bietet es sich an, in dem naturnahen Abschnitt des Gartens bevorzugte Gewächse der Tiere anzupflanzen. Bei diesen handelt es sich um die Arten, die auch als Köder eingesetzt werden können. Wurzelgemüse und Rüben, wie Karotten, Sellerie und Topinambur sind pflegeleicht und bestens geeignet.