Pilze befallen Pflanzen im Garten, auf der Terrasse bzw. dem Balkon und sie kommen sogar bei Zimmerpflanzen vor. Zu den gängigsten Pilzen und -krankheiten, die bei Pflanzen auftreten, gehören:
  • Mehltau
  • Blattfleckenkrankheit
  • Sternrußtau
  • Grauschimmel

Mehltau

Mehltau ist die Bezeichnung für eine ganze Reihe von Pilzkrankheiten, die durch Pilze verursacht werden. Heute sind über 100 Mehltau-Arten bekannt, die mehr als 7.000 Pflanzen befallen. Die bekanntesten Formen sind der Echte und der Flasche Mehltau.

Echter Mehltau

Echter Mehltau wird durch Schlauchpilze, Ascomycota, verursacht. Zu den Erregern zählen u.a. Gräser-Mehltau (Blumeria graminis) oder der Weinreben-Mehltau (Erysiphe necator).

Schadbild und klimatische Bedingungen
Echter Mehltau tritt überwiegend auf der Blattoberseite von Pflanzen auf. Sie werden von einem grauen bis braunen, mehlartigen Belag überzogen. Die Blätter rollen sich zusammen und verfärben sich im Verlauf der Krankheit verfärben braun, bis sie schließlich vertrocknen. Auch wenn der Pilz zuerst die Blätter befällt, macht er vor Knospen, Blüten und Stängeln nicht Halt. Knospen und Blüten öffnen sich nicht mehr und letztendlich verdorren ganze Pflanzenteile.

Echter Mehltau bevorzugt eine warme und trockene Witterung. Daher wird er auch als Schönwetterpilz bezeichnet. Aber auch eine schwül-warme Witterung ist für den Pilz ein ideales Klima, sich zu verbreiten. Zudem macht er sich bei starken Temperaturunterschieden breit, etwa im Herbst, wenn starke Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht auftreten. Die ideale Temperatur für die Verbreitung des Pilzes liegt bei 20 Grad Celsius.
Besonders anfällig für einen Befall sind:
  • Astern
  • Rosen
  • Stachelbeeren
  • Gurken

Falscher Mehltau

Für den Falschen Mehltau sind Eipilze (Oomcyta) verantwortlich. Zu den wichtigsten Vertretern ihrer Art gehören:
  • Falscher Mehltau des Weins (Plasmopara viticola)
  • Blauschimmel des Tabaks (Peronospora tabacina)
  • Falscher Mehltau des Salats (Bremia lactucae) sowie
  • Wirtsspezifische Phytophtora-Arten
Schadbild und klimatische Bedingungen
Die Eipilze, also die Erreger des Falschen Mehltaus, dringen tiefer als der Echte Mehltau in die Pflanze ein. Einen Befall erkennen Sie an einem weißen Belag an der Unterseite der Blätter. Zum Schadbild gehören weiter gelb-violette bis braune Flecken an der Blattoberseite. Im Verlauf der Krankheit breitet sie sich auf Stängel und Blüten aus. Wird der Pilz nicht bekämpft, führt der Befall zum Tod der Pflanze. Besonders bedrohte Pflanzen sind:
  • Zwiebeln
  • Kohlsorten
  • Salat
  • Rosen
  • Sonnenblumen
Im Gegensatz zum Echten Mehltau liebt der Falsche Mehltau feuchtes Wetter. Oft tritt er auch in Glashauskulturen auf.

Bekämpfung von Mehltau

Wein mit MehltauMehltau ist eine hartnäckige Pilzkrankheit, es gibt aber verschiedene natürliche Möglichkeiten, dem Befall Einhalt zu bieten. Dazu gehören:
  • Pflanzenbrühen aus Schachtelhalm, Rainfarn oder Knoblauch
  • Sprühmittel aus Milch und Molke
  • Nützlinge wie zum Beispiel Marienkäfer oder Blattwespen
Für die Pflanzenbrühe aus Schachtelhalm weichen sie ein Kilogramm frische oder 350 Gramm getrockneten Ackerschachtelhalm für 24 Stunden in zehn Litern Wasser ein. Nach der Einwirkzeit wird die entstandene Brühe rund 30 Minuten gekocht. Danach die Brühe abseihen. Zum Gießen muss die Brühe mit der fünffachen Menge an Wasser verdünnt werden.
Für das Sprühmittel mit Kuhmilch brauchen Sie frische, unbehandelte Kuhmilch. Sie wird mit Wasser im Verhältnis 1:8 verdünnt. Mit dieser Lösung können gefährdete Pflanzen von April bis Juli bespritzt werden.

Tipp: Tiefe Temperaturen sind keine Lösung für den Befall. Der Pilz kann den Winter im Erdreich oder an der Pflanze überdauern. Sobald die Pflanze im Frühjahr neu austreibt, kommt auch der Pilz wieder zum Vorschein.

Auch können vorbeugend die Bedingungen verändert werden, so dass sich der Pilz erst gar nicht niederlässt. Sorgen Sie daher für Licht und Luft zwischen den Pflanzen. Vorbeugend wirken auch verschiedene Kräuter, die dem Pilz das Leben schwer machen. Dazu zählen:
  • Basilikum
  • Schnittlauch
  • Knoblauch

Blattfleckenkrankheit

Die Blattfleckenkrankheit verursacht, wie der Name schon sagt, Flecken an den Blättern der Pflanzen. Das Aussehen der Flecken kann unterschiedlich sein. Sie können eine braune, rote oder gelbe Farbe haben, auch die Größe der Flecken ist unterschiedlich. In der Mitte des Flecks ist oft ein hellerer Punkt zu sehen. Das ist der Sitz des Fruchtkörpers des Pilzes. Im Krankheitsverlauf bildet sich ein Loch im Blatt, was zum Vertrocknen und Abfallen des Blattes führt.

Klimatische Bedingungen

Wie bei anderen Pilzerkrankungen auch, begünstigen gewisse Bedingungen den Befall.
  • Zu geringer Abstand zwischen den Pflanzen
  • Lichtmangel
  • Nährstoffmangel
  • Falsche Düngung
  • Sonnenbrand
SchrotschusskrankheitSorgen Sie daher für ausreichend Platz zwischen den Pflanzen. So bekommen sie genügend Licht. Da der Pilz v.a. in Trockenperioden auftaucht, gießen die Pflanzen nur von unten. Vermeiden Sie, dass die Blätter mit dem Gießwasser benetzt werden.

Bekämpfung

Neben den vorbeugenden Maßnahmen helfen auch Hausmittel gegen den Pilz.
  • Kaffeesatz
  • Kochwasser von Eiern
  • Bananenschalen
  • Hornreste
Damit die Bekämpfung von Erfolg gekrönt wird, müssen alle befallenen Teile der Pflanze großzügig abgeschnitten werden. Weiter sollte die befallene Pflanze isoliert werden. Hat sich der Pilz bereits großflächig auf der Pflanze verbreitet, muss sie leider vernichtet werden.

Tipp: Leider helfen natürliche und biologische Mitteln bei Blattfleckenkrankheit nicht so effizient. Hier muss man bei Befall auf chemische Breitbandfungizide zurück greifen.

Sternrußtau

Sternrußtau oder Schwarzfleckenkrankheit (Diplocarpon rosae) wird durch Schlauchpilze verursacht. Der Pilz gilt als äußerst hartnäckig und ist nur schwer zu bekämpfen.

Schadbild

Sternrußtau erkennen Sie an runden, schwarzbraunen Flecken, die sich zunächst sternförmig ausbreiten. In der Folge vergilben die Blätter und fallen schließlich ab. Zu Beginn der Krankheit sind zumeist die unteren Blätter der Pflanze befallen, da in den unteren Bereich der Pflanze weniger Licht hinkommt. Auch trocknen die Blätter dort schlechter ab, was ebenso den Befall fördert. Zu den Lieblingspflanzen von Sternrußtau gehören:
  • Rosen
  • Lorbeer
Im Gegensatz zu vielen anderen Pilzen, deren Sporen durch Wind oder Insekten übertragen werden, befinden sich die Sporen des Sternrußtaus im Boden. Dort überleben sie geschützt sogar den Winter.

Bekämpfung

Eine Bekämpfung von befallenen Pflanzen ist schwierig. Deshalb sollte gegen einen Pilzbefall vorgebeugt werden. Da sich die Sporen des Pilzes im Boden verbergen, sollten Sie mit vorbeugenden Maßnahmen bereits im Frühjahr anfangen.
  • Ausreichend Platz zwischen den Pflanzen lassen
  • Lichtmangel vermeiden
  • Pflanzen nur von unten gießen
  • Widerstandskraft der Pflanzen erhöhen
  • Abspritzen der Pflanzen, v.a. Rosen, mit Schachtelhalmtee
Weitere vorbeugende Maßnahmen sind das Gießen mit ausgegorener Brennnesseljauche sowie das Bestreuen des Bodens vom Buchenholzasche.
Hat der Befall mit Sternrußtau begonnen, muss die Pflanze in Quarantäne gestellt werden. Weiter müssen alle befallenen Teile sofort entfernt werden.

Tipp: Geben Sie die abgeschnittenen Teile der Pflanze nicht in den Kompost. Dort kann sich der Pilz weiter verbreiten.

Um die Pflanze zu retten, muss sie mit speziellen Mitteln bespritzt werden. Leider hilft hier nur die chemische Keule.

Grauschimmel

SchrotschusskrankheitGrauschimmel, lateinisch Botrytis cinerea, gehört ebenfalls zu den weitverbreiteten Pilzkrankheiten. Wie beim Sternrußtau sind auch hier Schlauchpilze für den Befall verantwortlich.

Schadbild und klimatische Bedingungen

Grauschimmeln zeigt sich in Form von braunen Flecken auf Blättern, Blüten und Früchten, die bei Befall schnell zu verfaulen beginnen. Später werden alle Teile der Pflanze mit einem grauen und pelzigen Belag überzogen. Der Pilz macht auch vor verholzten Trieben nicht Halt. Wird er nicht rechtzeitig entdeckt und bekämpft, kann die Krankheit zum Tod der Pflanze führen. Und selbst dann ist man den Pilz nicht los, denn er überdauert im Boden und den abgestorbenen Pflanzenresten. Ist das Klima für den Pilz wieder günstig, kommt er hervor, und die Plage geht erneut los.

Tipp: Grauschimmel kann auch mehrere Jahre im Boden überdauern. Deshalb muss bei Befall auch das Erdreich entsorgt werden.

Was die klimatischen Bedingungen anbetrifft, bevorzugt der Pilz ein feucht-warmes Klima. Leider befällt Grauschimmel fast alle Pflanzen. Zu seinen Lieblingspflanzen gehören krautige Pflanzen. Zudem kann er auch Blumenzwiebeln befallen. Weitere bedrohte Pflanzen sind:
  • Geranien
  • Gladiolen
  • Lilien
  • Tulpen
  • Hyazinthen
  • Schneeglöckchen
  • Rosen
  • Himbeeren
  • Sonnenblumen
Tipp: Abgesehen von der Pflanzensorte, befällt Grauschimmel gern geschwächte Pflanzen, da sie weniger Widerstandskraft haben.

Bekämpfung

Den Grauschimmel bekämpft man am besten mit vorbeugenden Maßnahmen. Achten Sie darauf, dass keine für den Pilz günstigen Bedingungen entstehen. Zur Vorbeugung zählt:
  • ein ausreichender Pflanzenabstand
  • gute Durchlüftung
  • keine Überdüngung mit Stickstoff
  • Gießwasser nicht auf die Blätter kommen lassen
Tipp: Gießen Sie Pflanzen immer am Morgen. So können sie tagsüber abtrocknen.

Hat Grauschimmel die Pflanze erst einmal für sich entdeckt, wird man den Pilz nur sehr schwer wieder los. Da er sehr schnell auch auf benachbarte Pflanzen übergreift, sollten Sie mit der Bekämpfung nicht zu lange warten. Denn eine erfolgreiche Bekämpfung gelingt meist nur, wenn der Befall frühzeitig bemerkt und bekämpft wird:
  • großzügiges Abschneiden der befallenen Pflanzenteile
  • Pflanze isolieren
  • Pflanze mit speziellen Mitteln behandeln
Tipp: Abgeschnittene Pflanzenteile im Hausmüll entsorgen. Werden sie in den Kompost gegeben, kann es passieren, dass der Pilz beim Ausgeben des Komposts im ganzen Garten verteilt wird.

Fazit
Pilze gehören zu den lästigsten Schädlingen. Oft ist die Ursache der Krankheit nicht zu eruieren, dafür ist der angerichtete Schaden umso größer. Da es wenige wirksame Hausmittel gegen den Befall gibt, sollten vor allem vorbeugende Maßnahmen getroffen werden. Wird dennoch eine Pflanze befallen, muss der Pilz identifiziert werden, damit die richtigen Bekämpfungsmittel eingesetzt werden können.