Die zur Familie der Milben (Acari) gehörige Spinnmilbe kommt überall auf der Welt vor. Bei uns sind die Tierchen vor allem als bedeutende Pflanzenschädlinge bekannt. Die winzigen Spinnentiere sind bei der Wahl ihrer Wirtspflanze nicht besonders wählerisch und können nicht nur für Hobbygärtner zu einem enormen Ärgernis werden, sondern auch in Gewächshäusern oder im Freien erheblichen Schaden anrichten.

Bekämpfung

Grundsätzlich gilt: Früher ein Befall mit Spinnmilben erkannt wird und je früher man eingreift, umso einfacher und effektiver sind die Maßnahmen, ihre übermäßige Vermehrung zu stoppen. Im Winter fehlt es Zimmerpflanzen an Sonnenlicht. Viele stehen zudem auch noch in warmen Räumen direkt über der Heizung. Das bedeutet ungünstige Bedingungen für die Pflanzen, dafür aber optimale Bedingungen für die Spinnmilben. Wer den Schädlingen
daher ohne Chemie zu Leibe rücken möchte, muss dringend etwas an diesen Umständen ändern.

1. Abbrausen

Die befallene Pflanze sollte zunächst im Spülbecken, der Badewanne oder der Dusche vorsichtig abgebraust werden. Freilandpflanzen werden am besten mit einem scharfen Strahl aus dem Gartenschlauch von den Schädlingsnestern befreit. Bei empfindlicheren Gewächsen ist es besser, einen weichen Wasserstrahl zu verwenden und gegebenenfalls mit einem Schwamm oder den Fingern über die Blätter zu wischen, während man sie abbraust. Ganz wichtig ist es, auch die Unterseiten der Blätter gut abzuspülen, um einen Großteil der Spinnmilbenpopulation manuell zu entfernen. Wiederholen Sie diesen Vorgang am besten alle paar Tage.

2. Schneiden

SpinnmilbenSollten sich die Plagegeister nicht so einfach entfernen lassen, ist es sinnvoll, alle betroffenen Pflanzenteile abzuschneiden. Auch Kulturen, die unterhalb der befallenen Pflanze wachsen, müssen dabei vorsichtshalber entfernt werden, damit sich die Spinnmilben nicht weiter ausbreiten können. Werfen Sie den Schnitt jedoch keinesfalls auf den Kompost, da die Pflanzenschädlinge dort womöglich einen Zwischenwirt bis zum Frühjahr finden. Im Idealfall werden die Abfälle verbrannt oder im Hausmüll entsorgt.

3. Luftfeuchtigkeit erhöhen

Im Anschluss an das Abbrausen werden Zimmerpflanzen in eine durchsichtige Plastiktüte gestellt. Je nach Größe reicht ein Müllbeutel oder auch ein gelber Sack. Stellen Sie die Pflanze in diese Tüte und sprühen Sie mit einer Sprühflasche mehrfach Wasser hinein. Dann binden Sie die Tüte oben über der Pflanze zu. In kurzer Zeit verdunstet das Wasser und bildet innerhalb der Tüte eine sehr hohe Luftfeuchtigkeit. Diesen Zustand mögen Spinnmilben gar nicht. Der Pflanze hingegen schadet diese Maßnahme nicht. Lassen Sie die Pflanze mindestens acht bis zehn Tage im Beutel stehen.

4. Kühler stellen

Da hohe Temperaturen die Vermehrung von Spinnmilben begünstigen, sollten betroffene Topfpflanzen nach der ersten manuellen Reinigung etwas kühler gestellt werden. Bereits bei Temperaturen unter 16 Grad stellen die Schädlinge ihre Vermehrung ein.

Bewährte Mittel gegen Spinnmilben

Gerade zu Beginn eines Befalls lassen sich Spinnmilben auch noch gut mit Hausmitteln bekämpfen. Neben den bereits genannten Möglichkeiten zur manuellen Entfernung und der Erhöhung der Luftfeuchtigkeit haben sich folgende Methoden bewährt:

1. Kaliseife

Ein einfaches, auch für Hobbygärtner
preisgünstig erhältliches Mittel gegen Spinnmilben lässt sich aus haushaltsüblicher Schmierseife, auch Kaliseife genannt, herstellen:
  • 15 ml flüssige Kaliseife
  • 15 ml Spiritus
  • 1 l Wasser
Mischen Sie die Komponenten und füllen Sie diese in eine Sprühflasche. In Abständen von drei bis fünf Tagen müssen die Pflanzen - vor allem die Blattunterseiten - gut mit dem Mittel eingesprüht werden. Der Vorgang wird so lange wiederholt, bis keine Schädlinge mehr erkennbar sind.

2. Rapsöl

In der umweltbewussten Bekämpfung gegen Spinnmilben in Haus und Garten hat sich auch Rapsöl etabliert. Da Rapsöl zu den Nahrungsmitteln gehört und damit weder für Mensch und Tier noch für die Pflanzen giftig ist, kann es an jeder Art von Pflanze eingesetzt werden, also auch bei Obstgehölzen oder Gemüsepflanzen. Als Ausnahme gelten sehr kleine und junge Pflanzen, da bei den empfindlichen Jungpflanzen Gefahr besteht, dass die frischen Triebe das Einnebeln mit der öligen Flüssigkeit nicht überstehen.
  • 300 ml Rapsöl
  • 700 ml Wasser
  • so lange schütteln, bis ein milchiges Gemisch entsteht
  • Pflanzen alle drei Tage intensiv besprühen (mindestens für zwei Wochen)

3. Brennnesseljauche

Brennnesseljauche - BrennnesselsudGegen Spinnmilben helfen auch verschiedene Jauchen, die aus pflanzlichem Material hergestellt werden. Jauchen werden generell aus frischem oder getrocknetem Pflanzenmaterial angesetzt und mit kaltem Wasser aufgegossen. Nach mehreren Tagen Gärzeit unter Luftabschluss kann die Jauche verwendet werden. Vor der Anwendung werden feste Bestandteile abgesiebt und die Brühe auf 1:20 mit Wasser verdünnt. Bewährt gegen Spinnmilben hat sich vor allem Brennnesseljauche.
  • Blätter und Stängel verwenden
  • vor der Blüte sammeln
  • 100 g frische Brennnesseln pro Liter Wasser
  • alternativ 20 g getrocknete Brennnesseln
  • in einen Eimer geben und abdecken
  • für mehrere Tage gären lassen

4. Zwiebelsud

Ein Zwiebelsud gegen Spinnmilben wird aus trockenen Zwiebelschalen aufgesetzt. Dazu übergießt man eine Handvoll Zwiebelschalen mit heißem Wasser und lässt das Ganze etwa eine Stunde ziehen. Nach dem Abseihen der festen Bestandteile wird der Sud 1:10 mit Wasser verdünnt und die befallene Pflanze damit gegossen.

5. Tee aus Ackerschachtelhalm

Schneiden Sie etwa 100 g frischen Schachtelhalm in kleine Stücke und gießen Sie diese mit einem Liter Wasser auf. Nach einer Stunde gießen Sie den Tee durch ein Sieb, um die Stücke zu entfernen. Der Sud kann 1:20 mit Wasser verdünnt auf die befallenen Pflanzen gesprüht werden.

6. Neemsamen-Tee

Die Samen des Neembaumes enthalten einen hohen Anteil ätherischen Öls, mit dem man Spinnmilben bekämpfen kann. Neemsamen gibt es in Reformhäusern, Apotheken, gut sortierten Bioläden sowie Drogerien.
  • 50 g gepresste Neemsamen
  • in 500 ml Wasser über Nacht einweichen
  • Pflanzen mit einer Verdünnung von 1:20 der filtrierten Lösung besprühen

7. Biologische Mittel

Spinnmilben können auch auf biologische Weise bekämpft werden. Dies ist mittels Raubmilben (Phytoseiulus persimilis) oder auch mit Florfliegen möglich. Diese Raubmilben können sowohl im Freiland als auch in Gewächshäusern eingesetzt
werden. Da die Raubmilben die Spinnmilben in den verschiedensten Entwicklungsstadien fressen, kann man mit ihnen eine Massenvermehrung erfolgreich bekämpfen. Sicher erfasst werden in diesem Fall auch sehr versteckt lebende Schädlinge.

Voraussetzungen für den Einsatz:
  • hohe Temperaturen: um 25 Grad
  • hohe Luftfeuchtigkeit: um 75%
  • besonders für Gewächshäuser geeignet

Vorbeugung

SpinnmilbenEine sehr wirkungsvolle Methode, den Spinnmilben das Leben schwer zu machen, besteht darin, für ein gutes Mikroklima zu sorgen.

Freilandpflanzen

Es ist also schon sehr hilfreich, immer für ausreichende Mengen an Wasser zu sorgen und die Pflanzen gleichmäßig feucht zu halten. Eine zusätzliche Mulchschicht hält die Feuchtigkeit länger im Boden.
  • für guten Feuchtigkeitshaushalt sorgen
  • Pflanzen durch kaliumbetonten Dünger stärken
  • stickstoffbetonte Dünger vermeiden
  • Gewächshäuser regelmäßig lüften
  • Obstbäume und Gemüse gelegentlich mit feinem Wassernebel einsprühen

Zimmerpflanzen

Damit sich Spinnmilben erst gar nicht ausbreiten, sollte in der kühlen Jahreszeit unbedingt die Luftfeuchtigkeit im Raum erhöht werden. Noch besser ist es natürlich, die Pflanzen gleich in ein etwas kühleres Schlaf- oder Gästezimmer zu stellen.
  • Pflanzen häufig mit der Sprühflasche besprühen
  • Verdunster an die Heizung hängen
  • Schale mit Wasser auf den Heizkörper stellen
  • Topf in eine Schale mit Steinen und Wasser stellen (ohne Wurzelkontakt zum Wasser)