Teichschlamm ist ganz natürlich, wichtig und entsteht in jedem Gartengewässer - auf Dauer kann sich in ihm jedoch Fäulnis entwickeln. Diese beeinträchtigt die Wasserqualität und die Wasserpflanzen, ebenso wie die Teichbewohner. Aus diesem Grund ist es wichtig, ihn regelmäßig zu entfernen. Hierfür gibt es grundlegend zwei Möglichkeiten und nur bei einer Variante spielt die Frage der Entsorgung eine Rolle.

Teichschlamm

Teichschlamm entsteht durch ganz natürliche Zersetzungsprozesse im Wasser. Futterreste, Laub, Pflanzenteile und die Ausscheidungen der Fische bilden die Grundlagen. Mikroorganismen zersetzen diese und bilden dadurch den schlammigen Rückstand am Boden. Das ist ganz normal und hilft dabei, die Wasserqualität im Gleichgewicht zu erhalten.

Wird die Schlammschicht aber sehr dick, stellt sie durchaus ein Problem dar. Zum einen kann es ich darin Fäulnis bilden, was durch aufsteigende Gasblasen und einen fauligen Geruch auffällt. Zum anderen ist der Teichschlamm reich an Nährstoffen. Wird er durch Fische, Frösche, Kröten, Lurche oder sonstige Bewegungen im Wasser aufgewirbelt, verteilen sich diese Nährstoffe wieder im Wasser. Das kann eine verstärkte Algenbildung zur Folge haben und das Wasser schließlich zum "Kippen" bringen. Das wiederum zieht das Absterben von Wasserbewohnern und Pflanzen nach sich.

Tipp: Teichschlamm regelmäßig und wenigstens einmal jährlich entfernt werden.

Zeitpunkt

Der Teichschlamm kann im Frühjahr oder Herbst entfernt werden. Die
Maßnahme ist spätestens dann von Nöten, wenn Gasbläschen aufsteigen. Zu bedenken ist, dass die Gase bei einem zugefrorenen Teich nicht mehr entweichen können. Es kann daher gerade bei im Teich überwinternden Fischen sinnvoll sein, den Schlamm nochmals im Herbst zu entfernen.

Vorbeugung

Damit nicht übermäßig viel Teichschlamm entsteht beziehungsweise die Bildung herausgezögert wird, können vorbeugende Maßnahmen ergriffen werden:
  • Gröbere Verschmutzungen, wie einfallendes Laub, zügig entfernen
  • Angepasst füttern
  • Verwelkende Pflanzen entfernen
  • Filter verwenden
  • Algen abfischen
Teichschlamm entfernenAuf diese Weise steht weniger organisches Material für die Entstehung des Schlamms zur Verfügung. Allein durch den Fischkot und durch gesunkene Pflanzenteile wird er zwar dennoch entstehen, allerdings in geringerem Maße.

Tipp: Der Schlammbildung kann auch vorgebeugt werden, indem der Gartenteich nicht in der Nähe von Bäumen oder laubabwerfenden Gewächsen angelegt wird.

Mechanische Entfernung

Eine Möglichkeit, den Teichschlamm zu entfernen, ist seine mechanische Beseitigung durch:
  • Absaugen
  • Abschöpfen
  • Trockenes Abtragen

Absaugen

Die bisher wohl am weitesten verbreitete Maßnahme zur Entfernung des Teichschlamms ist das Absaugen. Hierfür kann ein spezieller
Teichschlammsauger verwendet werden. Eine Anschaffung ist dafür nicht immer erforderlich, denn einige Baumärkte und Gartencenter ermöglichen auch das Mieten eines solchen Geräts. Langfristig ist es aber meist kostengünstiger, einmalig in einen Teichschlammsauger zu investieren.   

Mit dem Sauger wird der Bodengrund mechanisch entfernt. Er lässt sich einfach und gezielt einsetzen - bringt jedoch auch Nachteile mit sich. Denn durch das Absaugen wird nicht nur der Schlamm entfernt, sondern mit ihm auch nützliche Bakterien und andere Mikroorganismen, die bei der Zersetzung von organischen Bestandteilen benötigt werden. Die Wasserqualität wird dadurch also zunächst beeinträchtigt. Dies gilt auch für die weiteren Möglichkeiten, Teichschlamm mechanisch zu entfernen.

Abschöpfen

Der Teichschlamm kann auch völlig ohne elektrische Geräte beseitigt werden, indem er mit einem sehr feinmaschigen Kescher, einem Eimer oder ähnlichem Gefäß von Hand abgetragen wird. Die Nachteile dieser Methode umfassen:
  • Viel Schlamm und Nährstoffe werden aufgewirbelt und im Wasser verteilt
  • Vor allem bei großen Teichen sehr aufwendig und anstrengend
  • Erfordert viel Vorsicht, um keine Wasserbewohner mit zu entfernen
Zudem werden wiederum die Mikroorganismen in großem Maße entfernt.

Trockene Entfernung

Überwintern die Fische ohne nicht im Teich, kann im Herbst das Wasser abgelassen werden. Nach ein paar Tagen ist auch der Teichschlamm getrocknet und kann dann vergleichsweise einfach entfernt werden. Der Nachteil dieser Methode ist, dass der Teich im Frühjahr wieder vollkommen neu "eingefahren" werden muss. Wasseraufbereiter aus dem Fachhandel können dabei helfen, schnell wieder eine passende Wasserqualität herzustellen. Dennoch empfiehlt sich diese Variante lediglich bei kleineren Teichen.

Biologische Entfernung

Schneller, einfacher und mit deutlich weniger Aufwand verbunden, ist die biologische Entfernung des Teichschlamms. Hierzu finden sich spezielle Teichschlammentferner im Fachhandel. Sie werden in Form von Pulver oder bereits einsatzfertigen Lösungen angeboten und zersetzen den Schlamm über Tage und Wochen hinweg. Die Dauer des Prozesses ist abhängig von der Dicke der Schlammschicht. Hat sich bereits viel abgelagert, kann auch eine
Wiederholung der Anwendung erforderlich sein.
Teichschlamm entfernen
Der Vorteil hierbei ist, dass das Mittel einfach im Wasser verteilt wird und weder eine aufwendige Entfernung des Teichschlamms noch dessen anschließende Entsorgung erforderlich ist. Zudem werden auch die nützlichen Organismen nicht entfernt. Allerdings trübt sich das Wasser bei der Anwendung milchig weiß und die Dauer bis zum erfolgreichen Auflösen ist nicht immer genau einschätzbar. Daher ist diese Variante nur dann zu empfehlen, wenn nicht bereits eine akute und bedrohliche Verschlammung des Gewässers vorliegt.

Tipp: Teichschlammentferner bietet sich auch zur Vorbeugung einer zu starken Schlammbildung an, muss dafür aber wie vom Hersteller empfohlen und regelmäßig angewendet werden.

Entsorgung

Vor allem der Schlamm aus größeren Gartenteichen erscheint allein aufgrund der Menge erst einmal schwierig zu entsorgen. Wurde er nass abgesaugt oder abgeschöpft, ist er zudem auch sehr schwer du kann daher nur in kleinen Mengen bewegt werden. Allerdings erscheint die Entsorgung nur im ersten Moment als Problem. Denn bei Teichschlamm handelt es sich um ein sehr nährstoffreiches, natürliches Düngemittel. Er besteht aus Resten von Pflanzen und Futter, Fischkot und ist bereits zersetzt. Im Prinzip ist er also Komposterde sehr ähnlich. Er kann daher sowohl auf den Kompost gegeben, als auch direkt als Dünger verwendet werden und muss nicht entsorgt werden.

Vorsicht ist lediglich bei Teichschlamm geboten, der bereits Anzeichen von Fäulnis zeigt. Bei diesem bietet es sich an, ihn zunächst außerhalb des Teiches trocknen zu lassen und ihn anschließend auf den Kompost zu geben. Auf diese Weise werden potentiell schädliche Stoffe reduziert und die Gefahr des Schimmelns gesenkt. Besteht kein Bedarf für den Teichschlamm als Düngemittel und ist auch kein Kompost vorhanden, kann der nährstoffreiche Schlamm ebenso wie Algen und andere organische Substanzen über den Restmüll oder den Biomüll entsorgt werden.

Tipp: Teichschlamm ist relativ geruchsintensiv, weswegen bei der Entfernung und Entsorgung entsprechende Kleidung getragen und die Haut geschützt werden sollte.