Brauchen Erdbeerpflanzen einen Winterschutz? An welchem Ort sind die süßen Früchte am besten aufgehoben? Dürfen Hängeerdbeeren das ganze Jahr über draußen bleiben? Und ist es möglich, Walderdbeeren im Winter im Keller aufzubewahren? Viele hilfreiche Tipps zum Überwintern von Erdbeeren finden sich in diesem Ratgeber.

Relevanz der Sorte

Die roten Feldfrüchte schmecken sortenbedingt nicht nur mehr oder weniger intensiv süß, sondern weisen auch vegetative Unterschiede auf. Monatserdbeeren gelten zum Beispiel als sehr pflegeleicht, da sie kaum Ableger bilden, die der Gärtner vor dem Winter abtrennen muss. Dennoch ist das Entfernen des abgestorbenen Laubs auch bei dieser Art notwendig. Bei den ebenfalls beliebten Walderdbeeren handelt es sich um eine relativ neue Züchtung, die als besonders robust gilt. Ein Winterschutz ist nichtsdestotrotz erforderlich.

Walderdbeeren - Fragaria vesca

Ob der Gärtner einmal- oder immer tragende Erdbeeren anbaut, spielt für das Überwintern keine Rolle. Nahezu jede Sorte ist mehrjährig, weshalb die Bezeichnung etwas irreführend klingt. Einmaltragend bedeutet in diesem Fall nicht, dass die Pflanzen nach der Ernte entsorgt werden müssen, sondern dass sie nur einmal pro Saison Früchte tragen. Von Bedeutung ist hingegen, zu welcher Zeit die jeweilige Sorte Früchte bildet. Späte

Sorten darf der Gärtner nach der Ernte nicht schneiden, da sie sich vor dem Temperaturfall nicht mehr erholen würden.

Hinweis: Grundsätzlich sind alle Erdbeersorten mehrjährig. Allerdings bringen auch immer tragende Arten nach spätestens drei Jahren weniger Früchte hervor. Dies ist ganz natürlich und hat nichts mit einer unangemessenen Überwinterung zu tun.

Relevanz des Standorts

Fragaria ist ein Flachwurzler. Da das Wurzelwerk dicht unter der Erdoberfläche verläuft, sind die Obstpflanzen besonders anfällig für Frost. Sobald die Erde vollständig gefriert, stirbt die Pflanze ab. Wie umfangreich ein Winterschutz erforderlich ist, entscheidet die Kultivierungsform.

Überwinterung im Freiland

Freilanderdbeeren sind Minusgraden schutzlos ausgesetzt. Vor allem auf lehmigen Böden besteht ein hohes Risiko, dass das Substrat gefriert, da sich unter diesen Bedingungen im Winter schnell das Wasser staut. Folgendermaßen beugt der Gärtner dem Kältetod seiner Nutzpflanzen vor:

  • nach der Ernte sämtliche verwelkte Pflanzenteile zurückschneiden
  • auch unnötige Ableger entfernen
  • auf keinen Fall das Herzblatt beschädigen
  • den Boden mit Sand auflockern
  • eine Stroh- oder Mulchschicht auf der Wurzelscheibe auftragen
  • alternativ ein atmungsaktives Wintervlies verwenden
  • Substrat zusätzlich mit Kompost
    anreichern

Hinweis: Überdies ist es möglich, Monatserdbeeren mit einer Plane abzudecken. Sobald die Temperaturen dauerhaft über den Gefrierpunkt stiegen, müssen Selbstversorger diese unbedingt wieder entfernen. Da sich die Luft unter dem Material staut, droht andernfalls akute Schimmelgefahr.

Überwinterung im Hochbeet

Erdbeeren (Fragaria) mit Stroh

Das Hochbeet ist ein beliebter Standort für Monatserdbeeren. Zwar bietet es guten Schädlingsschutz, im Winter droht die Erde aber komplett einzufrieren. Um dies zu verhindern, ummantelt der Gärtner das Beet mit Styroporplatten. Sie lassen sich mit Draht oder zusätzlichen Holzpaletten fixieren. Nach der Kältephase werden sie wieder entfernt.

Überwinterung im Topf

Zwar besteht bei der Kübelkultur grundsätzlich ein höheres Risiko, dass das Substrat vollständig gefriert, da diese Haltungsform jedoch üblicherweise auf dem Balkon erfolgt, profitieren die Erdbeeren vom Schutz einer Hauswand. Berücksichtigen sollte der Selbstversorger, dass Hängeerdbeeren keiner kalten Zugluft ausgesetzt sind. Nahe der Fassade überwintert er seine Kübelerdbeeren folgendermaßen:

  • nach der Ernte zurückschneiden
  • eine Schutzschicht aus Mulch, Stroh, Perlite, Holzwolle oder Sägemehl auftragen
  • stehende Töpfe auf eine Holzplatte oder Styropor platzieren
  • Kübel mit Jute oder Luftpolsterfolie einkleiden

Wozu das Laub entfernen?

Indem Gärtner das Laub bis auf den Boden zurückschneiden, verhindern sie, dass es den Pflanzen unnötige Energie raubt. Ohne den oberirdischen Wuchs können sie sich voll und ganz auf die eigene Kälteabwehr konzentrieren. Optimaler Weise erfolgt der Rückschnitt zeitnah, etwa im Juli. Im Oktober entfernt der Gärtner nach Bedarf erneut Ausläufer, die sich in den vergangenen zwei Monaten neu gebildet haben. Damit möglichst keine Schnittwunden zurückbleiben, sollte er eine scharfe, sterile Gartenschere verwenden.

Erdbeeren - Fragaria

Hinweis: Um den oberirdischen Wuchs von Freilanderdbeeren abzutrennen, eignet sich auch ein Rasenmäher. Da die Schnittstellen an den Stielen noch vor dem ersten Frost eintrocknen müssen, sollten Gärtner diese radikale Methode einige Wochen früher in Angriff nehmen.

Nährstoffzufuhr

Obwohl Erdbeeren zu den Schwachzehrern gehören, verspricht eine Düngergabe vor dem Winter eine reichere Ernte im kommenden Jahr. Unabhängig der Kultivierungsform reicht das Einarbeiten organischen Materials (zum Beispiel selbst hergestellter Dünger) aus.

Überwinterung im Keller

Von einer Überwinterung im Keller ist eher abzuraten, wenn es vermeidbar ist. Bei Kübelpflanzen gestaltet sich der Umzug noch recht einfach. Freilanderdbeeren müssten ausgegraben und eingetopft werden.
Eine Ausnahme bilden Jungpflanzen, die nicht mehr rechtzeitig in die Erde gesetzt werden können. Sie müssen zwangsläufig an einem rundum frostfreien Ort gelagert werden.

Hinweis: Neue Erdbeerpflanzen muss ein Selbstversorger bis spätestens Ende August ins Hochbeet pflanzen, damit ihnen genügend Zeit bleibt, um sich an den neuen Standort zu gewöhnen.

Erdbeeren im Winter pflegen

Trotz kalter Temperaturen müssen Gärtner die Wasserversorgung aufrecht erhalten. An frostfreien Tagen sollten sie die Pflanzen nach wie vor gießen. Ganz wichtig ist, dass dabei keine Staunässe entsteht. Diese erhöht die Gefahr, dass die Pflanzen absterben, wenn es nachts friert.
Auch eine regelmäßige Schädlingskontrolle gehört zur Winterpflege.

Hinweis: Zum Schutz der Wurzeln sollten Gärtner stets neues Material verwenden. Das verwelkte Laub der Pflanzen eignet sich nicht, da sich Pilzsporen eingenistet haben könnten. Abgeworfene Blätter sollten immer gleich entfernt werden.

Wie lange überwintern?

Mit dem Frühlingserwachen ist die Überwinterung noch nicht vorbei. Bis zu den Eisheiligen Mitte Mai sind Spätfröste möglich. Häufig vergessen Gärtner den üblichen Temperaturabfall nach den Wintermonaten. Frieren die Blüten ein, fällt die Ernte im Sommer aus.