Bei der Erdnuss handelt es sich um den Samen der Erdnusspflanze. Entgegen ihrem Namen gehört sie nicht zu den Nüssen, sondern den Hülsenfrüchten. Die Pflanze wächst einjährig und krautig und bildet bis zu 50 cm lange Pfahlwurzeln. Trotz des eher kühleren Klimas gelingt der Erdnussanbau auch in unseren Breitengraden meist problemlos. Das setzt das richtige Saatgut und günstige Umgebungsbedingungen voraus.

Vom Samen zur Nuss

Wie ihr Name schön verrät, reift die Erdnuss unter der Erde. Sie wird durchschnittlich zwei bis sechs Zentimeter lang und besitzt eine relativ holzige, netzartig strukturierte Schale, in der sich zwei, etwa einen Zentimeter lange Erdnusskerne befinden. Die Kerne oder Samen sind zusätzlich von einer dünnen roten Schale umgeben. Damit die Erdnusspflanze Früchte entwickeln kann, bedient sie sich eines ganz besonderen Tricks.

Aus ihren gelben Schmetterlingsblüten bzw. dem unteren Teil des Fruchtknotens entwickeln sich lange Fruchtstiele. Die strecken und krümmen sich und wachsen, nicht wie sonst üblich zum Licht, sondern

bohren sich mehrere Zentimeter tief in die Erde. An der Spitze dieser Fruchtträger bilden sich dann die Früchte. Diese Eigenschaft nennt man 'Erdfrüchtigkeit' oder 'Geokarpie'.

Samengewinnung

Vorkultivierte Erdnusspflanzen werden im Handel kaum angeboten. In der Regel erfolgt die Anzucht aus Samen bzw. keimfähigen, rohen Erdnüssen. Das kann man meist ohne größere Probleme selber leicht bewerkstelligen. Die benötigten Samen findet man z.B. in Online-Shops. Mittlerweile gibt es sogar Züchtungen, die selbst bei kühleren Temperaturen gut gedeihen. Dabei kann es von Vorteil sein, auf Bioqualität zu achten. Exemplare aus dem Supermarkt sind kaum geeignet, da sie größtenteils nur in gerösteter Form angeboten werden. Hat man entsprechendes Saatgut erstanden, geht es um die Frage nach Direktaussaat oder Vorkultur.

Direktsaat oder Vorkultur?

Wer selber Erdnüsse anbauen möchte, muss sich zunächst entscheiden, ob er sie im Topf vorziehen und später auspflanzen oder dauerhaft im Topf kultivieren möchte. Eine weitere Alternative ist die Direktaussaat im Garten, was insbesondere in milderen Lagen auch in unseren Breitengraden möglich ist. Um Früchte entwickeln zu können, benötigen diese Gewächse zwischen 130 und 180 frostfreie Tage.

Erdnusspflanze anbauen - BlüteEine Freilandkultur, beispielsweise im kühlen Norden Deutschlands, wäre demzufolge wenig erfolgversprechend. Hier ist eine dauerhafte Topfkultur sinnvoller. Nichtsdestotrotz kann man diese Frucht in ausgewählten Regionen auch in Freilandkultur anbauen. Eine Vorkultur ist in der Regel ganzjährig möglich, eine Direktsaat im Freien etwa ab Ende Mai/Anfang Juni.

Direktsaat im Beet

Auch wenn eine Aussaat im Garten möglich ist, ist sie nicht immer von Erfolg gekrönt. Im Gegensatz zu wintermilden Regionen würde die Keimung in deutlich kälteren Lagen vermutlich ausbleiben.

  • Boden sollte eine Temperatur von mindestens 18 Grad haben
  • Letzter Frost sollte mindestens zwei bis drei Wochen her sein
  • Erdreich muss zuvor gründlich aufgelockert werden
  • Das erleichtert die Keimung und Einwachsen der Triebe
  • Für die Aussaat einen vollsonnigen und geschützten Platz wählen
  • Erdnuss benötigt zum Keimen und Wachsen viel Wärme
  • Die unbehandelten Nüsse zwei bis drei Zentimeter tief in die Erde stecken
  • Pflanzabstände von etwa 20 cm empfehlenswert
  • Gegebenenfalls auch zwei bis drei Samen in jeweils ein Loch geben
  • Später ausdünnen und nur die kräftigsten Exemplare verwenden
  • Anschließend die Saat mit Erde bedecken und diese befeuchten
  • Den Boden während des Keimprozesses gleichmäßig feucht halten
  • Zu viel Nässe unbedingt vermeiden

Tipp: Um die Keimfähigkeit zu fördern, ist es ratsam, die Kerne vor der Aussaat über Nacht im Wasserbad quellen zu lassen.

Vorziehen im Topf

Um Erdnusspflanzen vorzuziehen, benötigt man einen oder mehrere, saubere, 10 cm kleine Töpfe und ein nährstoffarmes Anzuchtsubstrat. Bester Zeitpunkt für eine Vorkultur ist im März/April.

Wie bei der Direktaussaat ist es auch hier ratsam, die Nüsse vorquellen zu lassen.
  • Danach die Töpfe mit Anzuchterde befüllen
  • Pro Topf bis zu fünf Samen, etwa einen Zentimeter tief in die Erde stecken
  • Anschließend dünn mit Sand bedecken
  • Ab jetzt das Substrat stets leicht feucht halten
  • Töpfe mit den Samen an einen hellen und warmen Platz stellen
  • Optimale Keimtemperaturen liegen zwischen 20 und 25 Grad
  • Keimfähigkeit durch Abdeckung mit Klarsichtfolie erhöhen
  • Samen keimen nach ungefähr einer Woche
  • Keimlinge ab einer Größe von etwa 10 cm umtopfen
  • In ein leicht gedüngtes Substrat umsetzen
  • Zunächst im Haus weiter kultivieren
  • Umpflanzen, wenn Außentemperaturen dauerhaft über 20 Grad liegen
  • Je nach Wetterlage frühestens ab Ende Mai in den Garten

Um diese Früchte dauerhaft im Topf zu ziehen, setzt man die Jungpflanzen einzeln in 30 cm große Töpfe. Die sollten über Abzugslöcher verfügen und mit einer Drainage aus Kieseln oder Tonscherben bestückt werden. Als Substrat eignet sich handelsübliche Gemüseerde, die man mit Sand oder Perlite mischt, um die Durchlässigkeit zu verbessern. Staunässe ist unbedingt zu vermeiden. Ist es draußen warm genug, können die Töpfe auf dem Balkon, der Terrasse oder vor einer wärmenden Hauswand platziert werden.

Nährboden vorbereiten

Idealerweise besteht der Boden aus loser, lockerer Erde. Ist er eher schwer, kann man ihn verbessern, indem man ein wenig Sand untermischt. Zusätzlich kann man etwas Kompost zufügen. Der sollte nur in kleinen Mengen zugefügt werden, denn er produziert viel Stickstoff. Da die Erdnuss selbst Stickstoffproduzent ist, würde es zu einer Überversorgung kommen, was wiederum das Pflanzenwachstum beeinträchtigt. Lehmige Böden sind für diese Pflanze völlig ungeeignet, da sie sich kaum verbessern lassen. Sie sollten lieber gemieden werden. Ist das Erdreich bzw. der pH-Wert zu sauer, kann die Gabe von etwas Kalk diesen ausgleichen.

Pflanzanleitung

  • Zuerst entsprechend große Pflanzlöcher ausheben
  • Wegen der langen Pfahlwurzeln, mindestens 15 cm tief
  • Nun die Erdnusspflanze vorsichtig aus dem Topf lösen
  • So tief wie sie im Topf stand, einpflanzen
  • Pflanzabstände von ca. 25 cm empfehlenswert
  • Anschließend das Ganze angießen
  • Erde darf auf keinen Fall tropfnass sein

Bei Jungpflanzen ohne Ballen füllt man die 15 cm tiefen Löcher zunächst wieder ca. fünf Zentimeter hoch mit loser Erde auf. Sonst könnten die jungen Setzlinge zu tief in der Erde sitzen, was für ihre Entwicklung kontraproduktiv wäre. In der Erde soll lediglich die Wurzel sitzen, Stängel und Blätter stehen auf dem Boden. Nach dem Einsetzen werden die Pflanzlöcher mit lockerer Erde aufgefüllt und angegossen.

Anschließende Pflege

Beim Anbauen dieses Knabberzeugs geht es natürlich nicht ohne ein gewisses Maß an Pflege. Im Normalfall ist es ausreichend, die Erdnusspflanze einmal wöchentlich leicht zu bewässern, vorzugsweise mit einer Gießkanne. Optimal versorgt ist sie, wenn der Boden oberflächlich trocken und in einer Tiefe von ca. 2,5 cm leicht feucht ist. Auf Dünger kann in der Regel komplett verzichtet werden.

Wer dennoch düngen möchte, sollte möglichst zurückhaltend und nicht zu stickstoffhaltig düngen. Ein paar Wochen nach der Pflanzung, wenn die Pflanzengröße etwa 15 cm beträgt, ist es ratsam, den Boden um die Pflanze herum etwas aufzulockern. Die sich nach und nach bildenden Triebe neigen sich nach der Blüte nach unten und wachsen in den Boden. Das gelingt am leichtesten, wenn der Boden locker ist.

Wie es weitergeht

Haben die Triebe schließlich ihren Weg in die Erde gefunden und sind etwa 30 cm hoch, häufelt man die Erde um die Pflanzen zu kleinen Hügeln an. Das soll die an den unterirdischen Trieben wachsenden Früchte mit mehr Wärme versorgen und vor weiteren äußeren Einflüssen schützen. Zusätzlich ist eine ca. 5 cm dicke Schicht aus Grasschnitt oder Stroh, die man auf die angehäufelten Hügel gibt, empfehlenswert. Diese Form der Abdeckung sorgt zusätzlich für Wärme und unterdrückt den Wuchs von Unkräutern.

Erdnüsse selber anbauen

Leider können Erdnüsse leicht Wühlmäusen oder Eichhörnchen zum Opfer fallen, wobei Wühlmäuse in der Regel auch vor den Wurzeln nicht Halt machen. Mit handelsüblichem Maschendraht oder einem anderen engmaschigen Draht kann man dem entgegenwirken. Den Draht steckt man mit etwas Abstand zu den Pflanzen, mindestens 10 cm tief in den Boden. Das reicht meist schon aus, um diese Nager fernzuhalten.

Tipp: Herkömmlicher Mulch aus Holzschnitzeln ist als Abdeckung komplett ungeeignet. Sie sind einerseits zu schwer und verhindern, dass weitere Triebe in die Erde wachsen können.

Die Ernte

Das Beste am Erdnussanbau ist natürlich die Ernte. Von der Aussaat bis zur Ernte vergehen etwa sechs Monate. Haupterntezeit ist im September/Oktober. Vor dem ersten Frost sollte sie auf jeden Fall abgeschlossen sein, denn die Früchte sind frostempfindlich.

  • Eine einzelne Erdnusspflanze trägt zwischen 30 und 50 einzelne Früchte
  • Welke und gelbe Pflanzen, Anzeichen für die Reife der Früchte
  • Um sicherzugehen, stichprobenartig eine Pflanze ausgraben und testen
  • Zum Ernten den Boden mit der Grabegabel vorsichtig auflockern
  • Dann die komplette Pflanze mitsamt den Früchten aus dem Boden ziehen
  • Anschließend die anhaftende Erde vorsichtig abschütteln
  • Erdnüsse sollten dabei an der Pflanze haften bleiben
  • Boden nochmals nach abgefallenen Früchten kontrollieren
  • Erdnusspflanzen an warmen, trockenem Platz, ohne direkte Sonneneinstrahlung aufhängen
  • Drei bis vier Wochen trocknen lassen

Nach zwei Wochen entfernt man die restliche Erde und streift die Früchte bzw. Hülsen mit den Händen ab. Die werden dann zwei Wochen zum Trocknen ausgebreitet. Hohe Luftfeuchtigkeit sollte während der Trocknung vermieden werden. Ihr richtiges Aroma entfalten Erdnüsse übrigens erst nach dem Rösten.

Tipp: Die abgeernteten Pflanzen samt Wurzeln entsorgt man am besten auf dem Kompost denn sie sind besonders nährstoffreich.