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Zeitpunkt: ab und bis wann pflanzt man Kartoffeln?

In kaum einem Gemüsebeet dürfen Kartoffeln fehlen. Normalerweise werden sie im Frühjahr gesetzt. Der exakte Zeitpunkt spielt hierbei eine bedeutende Rolle, ob, wann und wie viel zu ernten ist. Wir haben die wichtigsten Einpflanztermine zusammengefasst.

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Vorkeimen

Das Vorkeimen der Kartoffel ist die beste Möglichkeit, bereits vor dem offiziellen Start der Pflanzsaison mit der Anzucht zu beginnen. Das bringt einige Vorteile mit sich:

  • erste Ernte früher reif und höhere Jahresernteerträge möglich
  • besseres, schnelleres Wachstum
  • dementsprechend früher neuer Platz im Beet für weiteren Anbau
  • Vorkeimen mindert Risiko von Krankheiten und Schädlingsbefällen wie beispielsweise Krautfäulnis und Kartoffelkäfer
  • ab Mitte/Ende Mai erste Knollen zu ernten

Bester Zeitpunkt

Die beste Zeit für die Vorkeimung ist das Pflanzen der Knollen ab Mitte Februar gekommen – vorausgesetzt, die Temperaturen liegen mindestens zwischen sieben und zehn Grad Celsius und es handelt sich um frühe Sorten. Häufig gibt das spät-winterliche Wetter dieser Temperaturen noch nicht her. Ein heller Standort im Keller oder ein Gewächshaus bieten sich dann für die Vorkeimung an.

Kartoffel - Solanum tuberosum

Mittelspäte Sorten werden zwischen Ende März und Anfang April zum Vorkeimen gepflanzt. Späte Sorten sind bis maximal August/September vorzukeimen.
Der Pflanzzeitpunkt sollte nicht länger als vier Wochen vor dem üblichen Auspflanzdatum erfolgen. Liegen sie zu lange zum Vorkeimen, schwächt ihre Wachstumskraft kontinuierlich ab, die Wurzelbildung lässt nach und ein Anwachsen wird zunehmend schwieriger.

Hinweis:

Wer nach dem Mondkalender gärtnert, findet den besten Zeitpunkt zum Pflanzen von Kartoffeln im ersten Jahresdrittel. Dann sollen sich die Erdkräfte zurückziehen, was sich positiv auf das unterirdische Pflanzenwachstum auswirken kann. Darüber gibt es keine wissenschaftlichen Nachweise, aber zahlreiche Selbstanbauer mit Mondkalender-Erfahrungen schwören darauf.

Pflanzen ohne Vorkeimung

Am wenigsten Aufwand bereitet die Direktpflanzung der Knollen in das Gemüsebeet. Auch hierbei bestimmt die Sorte beziehungsweise der übliche Anbauzeitrahmen, ab und bis wann sie zu setzen sind.

Frühe Kartoffelsorten können normalerweise bereits ab Ende März ins Gartenbeet. Bei mittel-späten Kartoffelsorten ist der ideale Zeitraum zwischen Ende April/Anfang Juni gegeben. Die „letzten“ Sorten des Pflanzkalenders können durchaus noch bis in den Oktober hinein bei mindestens sieben Grad Celsius gepflanzt werden. Wenn sie tief genug in der Erde liegen und die Erdoberfläche dick mit einer kältedämmenden Schicht abgedeckt wird, überstehen sie den Winter meist gut. Im zeitigen Frühjahr des Folgejahres sprießen sie dann aus der Erde.

Aussaattermin

Eine weniger gängige Anzuchtart ist die Aussaat von Kartoffeln. Wer sie dennoch aussäen möchte, hat im Durchschnitt zwischen 60 und 70 Tage von dem Aussaattag bis zur Erntereife zu warten.

Frühe Sorten

Frühe Sorten sind zwar bereits ab März bereit zur Aussaat, aber sacken die Temperaturen unter sieben Grad Celsius oder sogar in den Frostbereich ab, geht manch ein Samen kaputt. Bei einer so frühen Aussaat ist deshalb unbedingt ein Kälteschutz zu verwenden oder sie im Gewächshaus vorzunehmen. Als Kälteschutz können beispielsweise dienen:

  • transparente, lichtdurchlässige Folie
  • Frühbeet mit entsprechender Abdeckung
  • Pflanzenvlies
  • dicke Schicht Stroh oder Mulch
  • plus sonniger, windgeschützter Standort

Zu den beliebtesten frühen Kartoffelsorten zählen vor allem:

  • Aktiva
  • Bellaprima
  • Christa
  • Gala
  • Leila
  • Marabel
  • Osira
  • Rosara

Mittelspäte Kartoffelsorten

Kartoffel - Solanum tuberosum

Der ideale Aussaattermin für mittelspäte Sorten ist Mitte Mai mit den Eisheiligen gekommen. Spätestens im August sind sie dann erntereif, wie zum Beispiel die folgenden Sorten:

  • Berolina
  • Bintje
  • Blauer Schwede
  • Cilena
  • Hansa
  • Nicola
  • Quarta
  • Saskia

Späte Kartoffelsorten

Bei den späten Sorten wird der Samen Ende Mai bis spätestens Anfang Juni gelegt. Das ist auch nahezu der letzte Zeitpunkt für die Aussaat und Ernte im September. Zu den bekanntesten Spätsorten gehören insbesondere:

  • Agria
  • Albata
  • Cascada
  • Cilena
  • Linda
  • Vitolette
  • Wotan
Tipp:

Gleich, ob ein Vorkeimen, das direkte Setzen oder eine Aussaat gewünscht sind, das Kartoffelbeet sollte immer dafür vorbereitet werden. Der beste Zeitpunkt ist dafür im Herbst gekommen. Dann wird das Beet kräftig umgegraben und großzügig mit Kompost angereichert.

Ganzjähriger Kartoffelanbau

Die übliche Kartoffelsaison kann zwar durch das Vorkeimen an Länge gewinnen und für höhere Ernteerträge sorgen, aber spätestens im Herbst ist Schluss. Doch das muss es nicht. Wer ein Warmhaus oder zumindest ein temperiertes Gewächshaus besitzt, kann Kartoffeln auch das ganze Jahr über anbauen und ernten. Während die Kälte im Gartenbeet die Winterruhe einläutet, kann durch deutlich höhere Temperaturen im Gewächshaus das Wachstum weitergehen. Hier sind Kartoffelanbauer unabhängig von Außentemperaturen und anderen äußeren Witterungseinflüssen.

Autor Heim-Redaktion

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