Ein gut gemischter Kompost mit Feststoffen unterschiedlicher Größe benötigt kaum Aufmerksamkeit und Pflege. Wenn sich der Bioabfall auf dem Behälter auftürmt, ist es Zeit zum Handeln. Es gibt viele Möglichkeiten, wie Sie die Verrottungsprozesse im Kompost positiv unterstützten können. Produkte aus dem Gartenmarkt versprechen viele Vorteile, verursachen aber unerwünschte Nebeneffekte. Mit Hausmitteln hergestellte Kompostbeschleuniger sind eine natürliche und effektive Lösung.

Wie Kompostbeschleuniger wirken

Zahlreiche Kleinstlebewesen sorgen im Kompost dafür, dass tierische und pflanzliche Reste zersetzt werden. Sie scheiden die darin befindlichen Nährstoffe aus und machen diese verfügbar für die Pflanzen. Bei einer Feuchtigkeit von 80 Prozent und Temperaturen von mindestens 15 Grad Celsius

funktioniert ein Kompost. Stickstoff und Kohlenstoff sorgen für die notwendige Energie, damit der Stoffwechsel der Mikroorganismen funktioniert, doch nicht immer sind die Bedingungen im Kompost optimal für die Lebewesen. Kompostbeschleuniger verbessern die Bedingungen für die Rotteprozesse. Sie erhöhen die Temperatur im Inneren und versorgen Bodenlebewesen mit zusätzlichen Nährstoffen.

Hinweis: Wussten Sie, dass Zucker oder Melasse die Heißrotte begünstigen? Dabei entstehen Temperaturen zwischen 60 und 70 Grad Celsius, sodass unerwünschte Unkrautsamen abgetötet werden.

Handelsübliche Pulver

Im Gartenmarkt finden Sie eine breite Auswahl von Kompostbeschleunigern mit unterschiedlicher Zusammensetzung. Hauptsächlich enthalten die pulverförmigen Mittel Stickstoff, Phosphor und Kalium. Daher werden tragen diese Beschleuniger die Bezeichnung NPK. Als Stickstoffquelle kommt häufig Horn- oder Knochenmehl zur Verwendung. Sie sind reich an Enzymen und Spurenelementen, die von Stein- und Algenmehlen stammen. Diese Zusatzstoffe sorgen gleichzeitig für eine Unterdrückung unangenehmer Gerüche. Trotz der vielversprechenden Vorteile bringen diese Mischungen einige Nachteile mit sich:

  • teuer in der Anschaffung
  • Makroorganismen wie Würmer, Asseln und Tausendfüßler mögen die Zusätze nicht
  • tierische Inhaltsstoffe können schwarze Fliegen anlocken

Impfen mit Kompost

Bio-Aabfall - KompostUm frisch angelegtem Kompost eine Starthilfe zu geben, können Sie ein paar Schaufeln ausgereiften Kompost unter die Bioabfälle mischen. Der fertige Dünger enthält zahlreiche Mikroorganismen und Bakterien, sodass Sie den neu angesetzten Kompost impfen können. Um die Verrottungsprozesse zusätzlich zu beschleunigen, sollten Sie den Kompost regelmäßig gießen. Achten Sie darauf, dass das Substrat nicht zu stark vernässt. Damit die Organismen optimal arbeiten können, muss der Kompost ausreichend belüftet werden. Diese Variante hat jedoch einige Nachteile:

  • Kompost muss umgeschichtet werden, damit sich Mikroorganismen verteilen
  • nur bei warmen Temperaturen sinnvoll
  • Unkrautsamen und Pilzsporen können sich vom alten auf den neuen Kompostansatz übertragen

Hefelösung

Wenn Ihr Kompost zu voll ist, können Sie mit Zutaten aus der Küche selbst

einen Kompostbeschleuniger herstellen. Zerbröseln Sie einen frischen Hefewürfel in einen Topf mit lauwarmem Wasser und lösen Sie etwa 500 bis 1000 Gramm Zucker darin auf. Lassen Sie den Sud etwa zwei Stunden ziehen und gießen Sie diesen anschließend in eine Gießkanne. Füllen Sie die Kanne mit Wasser auf, um die Lösung zu verdünnen. Über den Kompost gegossen, können Sie die positiven Wirkungen des Kompostbeschleunigers innerhalb weniger Tage beobachten:

  • Hefe vermehrt sich rasant erhöht die Temperatur
  • Wärme beschleunigt die Zersetzung
  • Wasser und Zucker unterstützen die Aktivität der Mikroorganismen
  • Kompost sackt nach wenigen Tagen zusammen
  • auch im Winter verwendbar

Tipp: Wussten Sie, dass Sie mit reifen Äpfeln oder ungeschwefelten Datteln selbst Hefe züchten können? Die Fruchtstücke werden einfach in ein Schraubglas mit Wasser und Zucker gefüllt und an einen warmen Ort gestellt, bis sich Bläschen bilden.

Wurmhumus

Mit einem Liter warmem Wasser, 250 Milliliter Melasse und 200 Gramm Wurmhumus können Sie sich einen natürlichen Kompostbeschleuniger herstellen, der gleichzeitig als Bodenverbesserer wirkt. Wurmhumus ist auch als Wurmerde bekannt und wird normalerweise als biologischer Dünger verwendet. Das Substrat ist mit unzähligen Bakterien und Mikroorganismen angereichert. Im Kompost hat diese Spezialerde positive Effekte, denn die Lebewesen locken Regenwürmer an und unterstützen dadurch die Abbauprozesse von organischem Material. Pflanzen, die Sie mit dem ausgereiften Kompost düngen, profitieren von zahlreichen Vorteilen:

  • verbessertes Wurzelwachstum
  • erhöhtes Wasserspeichervermögen im Substrat
  • bessere Speicherfähigkeit des Bodens für Nährstoffe
  • Schadstoffe im Boden werden gebunden

Pflanzenjauche

PflanzenjauchePflanzensude dienen nicht nur als Stärkungsmittel für Gemüsepflanzen, sondern können auch die Rotteprozesse im Kompost beschleunigen. Für die Herstellung können Sie Farnwedel, Brennnesselblätter, Baldrian oder Beinwell nutzen. Sammeln Sie etwa ein Kilogramm frische Blätter und übergießen Sie diese mit lauwarmem Wasser. Regenwasser ist ideal für den Ansatz einer Jauche geeignet. Auf den Blättern befinden sich zahlreiche Bakterien und Hefepilze. An einem warmen Ort platziert gärt der Sud, denn die Mikroorganismen vermehren sich und produzieren Gase. Rühren Sie den Ansatz täglich um. Nach etwa drei Wochen ist der Sud gebrauchsfertig. Er wird im Verhältnis 1:10 mit Wasser verdünnt und über den Kompost gegossen. Pflanzenteile müssen Sie nicht ausfiltern, denn diese werden auf dem Kompost zersetzt.

Tipp: Streuen Sie eine Handvoll Gesteinsmehl in den Sud. Das Mehl bindet unangenehme Gerüche und sorgt dafür, dass die Geruchsbelästigung nicht zu stark ist.

Effektive Mikroorganismen

Hinter diesem Begriff verbergen sich Mischungen, die Sie in jedem Gartenfachmarkt erwerben können. Sie bestehen aus verschiedenen Mikroorganismen der Lebensmittelindustrie. Unter ihnen sind Bakterien, die mit oder ohne Sauerstoff lebensfähig sind. Das macht

effektive Mikroorganismen, kurz EM, zu einem perfekten Kompostbeschleuniger. Mischen Sie etwa einen Liter der flüssigen Lösung mit EM auf etwa zehn Liter Wasser. Diese Menge reicht aus, um einen Kubikmeter Kompost zu impfen.

  • weniger Geruchsbelästigung
  • lästige Fruchtfliegen verschwinden
  • Bioabfall wird in sechs bis acht Wochen zu frischer Erde zersetzt
  • kann jederzeit bei warmen Temperaturen verwendet werden

EM im Bokashi-Eimer

Trotz der Vorteile gibt es einen Nachteil, der beim Einsatz von effektiven Mikroorganismen auftreten kann. Die Lebewesen sind nur lebensfähig, wenn die Umweltbedingungen stimmen. Sinken die Temperaturen unter zehn Grad Celsius ab, sterben die Mikroorganismen. Doch auch im Winter können Sie sich effektive Mikroorganismen zunutze machen, indem Sie ihre biologischen Küchenabfälle in einen luftdicht verschließbaren Kunststoffeimer werfen. Diese werden zerstampft und mit EM besprüht. Unter anaeroben Bedingungen fermentiert der Abfall. Wichtig ist, dass der entstehende Saft spätestens nach einer Woche abgelassen wird. Ansonsten entstehen unerwünschte Fäulnisprozesse und die Masse verströmt unangenehme Gerüche. Es gibt spezielle Bokashi-Eimer, die luftdicht schließen und einen Hahn zum bequemen Ablassen der Flüssigkeit besitzen. Dieser Schnellkomposter in Miniaturformat hat viele Vorteile:

  • fermentiertes Substrat kann nach zwei Wochen genutzt werden
  • abgelassene Flüssigkeit dient als wertvoller Flüssigdünger
  • Gefäß ist platzsparend
  • Verwendung in der Küche möglich
  • keine unangenehmen Gerüche