Wer sich mit dem Kompostieren beschäftigt, der wird schnell auf die nahezu unendlichen Möglichkeiten der Umsetzung stoßen. Sie haben die Wahl zwischen vorgefertigten Schnell- und Thermokomposter oder selbst gebauten Modellen aus recycelten Materialien. Die handelsüblichen Komposter überzeugen in vielen Hinsichten, doch sie haben auch Schwachstellen. Diese können Sie mit selbst gebauten Behältern umgehen, wenn Sie folgende Aspekte beachten.

Schattiger Standort

Damit der Komposter funktionieren kann, muss der Standort mit großer Sorgfalt ausgewählt werden. Im Inneren laufen Zersetzungsprozesse statt, an denen Mikroorganismen, Käfer, Regenwürmer und viele weitere Tiere beteiligt sind. Sie benötigen ein ganz spezielles Milieu, damit sie in höchstem Maße aktiv sein können. Zu diesen Umweltfaktoren zählen:

  • gleichbleibend warme Temperaturen
  • konstante Feuchtigkeit
  • hohe Luftzirkulation

Ein Standort in

der Sonne ist nicht geeignet, da hier die Gefahr der Austrocknung besteht. Die Sonne erhitzt Regentonne, Mülltonne oder Komposter aus Paletten zu sehr, sodass die Feuchtigkeit schnell verdunstet. Ein Thermokomposter kann durchaus in der Sonne platziert werden, wenn er abgedeckt wird. Regentonnenkomposter können auch in eine schattige Ecke auf dem Balkon gestellt werden. Der ideale Standort gewährleistet:
  • halbschattige Verhältnissen, z.B. unter einem Baum
  • Schutz vor Wind und Regen
  • keine Geruchsbelästigung für Anwohner
  • bequeme Reichweite

Ideale Größe

Die Prozesse im Kompost können nur optimal ablaufen, wenn das Volumen stimmt. Ist er zu groß, verteilen sich kleine Mengen von biologischen Resten auf einer großen Grundfläche. Dadurch kann sich die Temperatur im Gemisch nicht optimal einstellen und die Aktivität der Bioorganismen geht zurück. Wenn der Kompostbehälter zu klein ist, kann er zu wenig Masse aufnehmen. Gleichzeitig sollten Sie den Behälter an die Größe Ihre Wohnsituation anpassen. Kleine Schnellkomposter in der Regentonne eignen sich perfekt für den Balkon, während große Thermokomposter oder selbst gebaute Objekte aus Paletten im Garten ihren Platz finden.

Tipp: Die ideale Größe für die Grundfläche liegt bei 1,5 x 1,5 Meter. In der Höhe dürfen die Maße variieren, wobei Sie mindestens einen Meter einplanen sollten.

Tonnen als Kompostbehälter

Mülltonne als KomposterWenn Sie einen alten Auffangbehälter für Regenwasser oder eine ausgediente Mülltonne besitzen, die wegen brüchigen Stellen oder Rissen keine Verwendung mehr für den eigentlichen Zweck finden, können Sie den Behältnissen ein zweites Leben schenken. Die Vorteile dieser Kompostvarianten liegen auf der Hand:

  • keine Verdunstung durch Kunststoffwände
  • gute Wärmeentwicklung im Inneren
  • leichte Handhabung
  • keine zusätzlichen Investitionskosten.

Bauanleitung für Regentonnenkomposter

Sägen Sie mit einer Stichsäge den Boden aus, sodass ein kleiner Rand stehen bleibt. Den ausgeschnittenen Boden können Sie später als Abdeckung nutzen. Stellen Sie den Behälter kopfüber an einen geeigneten Standort und bohren Sie Löcher in die Außenwand.

Anleitung für Mülltonnenumbau

Sägen Sie die Kunststoffhalterung des Deckels und die Achshalterungen der Räder mit einer scharfen Säge ab. Mit einer Stichsäge sägen Sie mittig in den Deckel ein quadratisches Loch, das später als Einwurföffnung dient. Legen Sie den modifizierten Deckel auf den Boden der Mülltonne und zeichnen Sie die Umrisse nach. Sägen Sie eine zweite Öffnung in den Boden der Tonne. Diese sollte an jeder Kante etwa zwei Zentimeter kleiner als der aufgezeichnete Umriss sein, sodass der Deckel später auf

dem Behälter aufliegt. Der Deckel wird anschließend mit einem Scharnier auf dem Tonnenboden befestigt. Im unteren Bereich werden Belüftungslöcher in die Wand gebohrt.

Unterlage verwenden

Stellen Sie die umgebauten Tonnen nicht direkt auf den Boden, da sonst unerwünschte Schädlinge in den Kompost gelangen können. Zum Schutz vor Wühlmäusen bedecken Sie den Boden mit Maschendraht. Nützliche Lebewesen können problemlos vom Substrat durch die Maschen in den Kompost wandern.

Luftzufuhr erhöhen

Damit die Mikroorganismen ausreichend Luft abbekommen, sollten Sie den Boden der neuen Kompostbehälter mit lockeren Grobmaterial befüllen. Schichten Sie gehäckselten Heckenschnitt, Äste, Stroh oder Reisig auf den Boden. Anschließend können Sie biologische Reste in den Behältnissen entsorgen. Von unten kann nun ausreichend Luft einströmen.

Für Kompostlagerung abheben

Wenn die Heißrotte vorbei ist, müssen Sie die Tonnen nach oben abheben. Das ist notwendig, da die Kunststoffbehälter durch ihre geschlossene Oberfläche nicht für die Langzeitlagerung von reifem Kompost geeignet sind. Bei leicht konisch geformten Regentonnen ist das Abheben besonders einfach und der Inhalt bleibt anschließend von selbst stehen. Mülltonnen sind etwas schwerer zu händeln, sodass das Abheben etwas Übung erfordert.

Tipp: Legen Sie als Schutz vor Regen eine dicke Schicht Stroh auf den Komposthaufen. Als Verdunstungsschutz können Sie an den Seiten eine Hülle aus starker Pappe formen oder ebenfalls Stroh aufhäufen.

Komposter aus Paletten

Kompost aus EuropalettenAusgediente Holzpaletten eignen sich perfekt als Kompost, denn sie können leicht zusammengesetzt werden und erfordern kaum handwerkliches Geschick. Sie haben oft die optimale Größe und gewährleisten durch den breiten Abstand zwischen den Brettern eine optimale Luftzirkulation. Zudem ist das Holz besonders stabil, denn die Träger wurden für große Lasten angefertigt. Holz als natürliches Material birgt keine gesundheitlichen Risiken und verrottet im Laufe der Jahre mit dem Kompostinhalt. Damit weder Ihre Gesundheit noch die Umwelt gefährdet werden, sollten Sie allerdings die folgenden Aspekte beachten.

Euro-Paletten nutzen

In jedem Land werden Holzpaletten unterschiedlich behandelt, sodass Sie den Fokus auf die Herkunft legen sollten. Einen eindeutigen Hinweis auf die Herstellungsregion gibt ein eingebrannter Stempel auf der rechten Seite. Wenn hier die Buchstaben "EUR" eingebrannt wurden, stammen die Holzpaletten definitiv aus der Europäischen Union. Diese dürfen nur mit Hitze behandelt werden, was mit dem Kürzel "HI" (Heat Treatment) ausgedrückt wird. Stammen die Paletten nicht aus der EU, sollten Sie aus folgenden Gründen Abstand halten:

  • Holz wird häufig mit giftigem Brommethan behandelt
  • Stoff gefährdet Umwelt und Gesundheit
  • weitere giftige Holzschutzmittel werden oft verwendet
  • Spanplatten werden häufig mit Klebstoffen verleimt, die Formaldehyd enthalten

Hinweis: Nutzen Sie keine Paletten, die einen stechenden Geruch verbreiten oder das Kürzel "MB" tragen. Dieses deutet auf die Verwendung von Brommethan hin.

Über frühere Verwendung informieren

Bevor Sie Ihr Bauprojekt starten, sollten Sie sich genaue Informationen über die frühere Nutzung der Holzpaletten einholen. Oft werden die Objekte in der Industrie verwendet, wo sie verunreinigt werden. Es kommt häufiger vor, dass Gefäße mit Farben, Lösungsmitteln oder Ölen umfallen und die Flüssigkeiten in das Holz einziehen. Die Stoffe gehen dann in den Kompost über und lagern sich im Erdboden an.

Thermo- und Schnellkomposter

Schnellkomposter

Ein Thermokomposter ist eine Art Schnellkomposter, in dem durch optimale Temperaturbedingungen die Rotte besonders schnell ablaufen kann. Sie bestehen aus einem Kunststoffbehälter, dessen Ummantelung als Wärmedämmung funktioniert. Dadurch kann die Temperatur auch an kalten Tagen auf einem konstanten Niveau gehalten werden. Für solche Modelle müssen Sie je nach Ausführung Ausgaben zwischen 40 und 200 Euro einplanen. Trotz dieser Mehrausgaben können Thermokomposter mit einigen Vorteilen überzeugen:
  • Kompost nach sechs bis acht Wochen reif
  • keine zusätzliche Gabe von Beschleunigern notwendig
  • Kosten für die Anschaffung relativieren sich im Laufe der Nutzungszeit

Montagesysteme beachten

Die Stabilität variiert bei diesen Modellen stark. Viele Hersteller nutzen Click- oder Easy-Lock-Systeme, bei welchen die Behälter durch vorgefertigte Elemente miteinander verbunden werden. Weiterhin werden Klemmhülsen und Klammern verwendet. Geworben wird mit einem einfachen Aufbau, der keine weiteren Werkzeuge erfordert. Doch dort, wo Elemente ohne zusätzliche Verstärkungen wie Nägel oder Schrauben miteinander verbunden werden müssen, bestehen Schwachstellen. Diese Verbindungen können bei zu hoher Belastung schnell brechen.

Tipp: Wählen Sie einen Behälter, der in einem Stück gegossen wurde. Diese Komposter bieten die größte Stabilität und übertreffen andere Modelle oft in der Haltbarkeit.

Entnahmeöffnungen

Damit Sie den reifen Kompost bequem entnehmen können, sollte der Schnellkomposter über mindestens eine Öffnung verfügen. Die meisten Modelle werden mit Klappen oder Schiebetüren ausgestattet, die sich im unteren Bereich der Vorderwand befinden. Ideal ist es, wenn Sie das reife Substrat von allen Seiten entnehmen können. Das ist jedoch eine Ausnahme bei diesen vorgefertigten Modellen.