Natürlicher und nachhaltiger geht es nicht: Wer mit Kompost düngt, versorgt nicht nur die Pflanzen in seinem Garten optimal mit Nährstoffen, sondern schont damit auch die Umwelt. Die Wirkung hält dabei nicht einfach nur kurzfristig an, sondern verbessert auf viele Jahre hinweg die Eigenschaften des Bodens. Nebenwirkungen wiederum gibt es nicht. Höchste Zeit also, endlich mit dem Kompostieren zu beginnen.

Vorteile

Kompostieren war lange Zeit out. Fertig abgemischter Dünger aus dem Fachhandel schien bessere und vor allem schneller Erfolge zu versprechen. Ein Komposthaufen oder ein Kompostbehälter im Garten wirkte auf viele Gärtner zudem wenig ansehnlich. Zudem hatte das Kompostieren den Ruf, nicht nur ziemlich kompliziert, sondern auch altbacken

zu sein. Zum Glück hat sich das heute weitgehend geändert. Mehr und mehr werden die Vorteile von Kompost wieder entdeckt - gerade in Zeiten, in denen das Bewusstsein für umweltverträgliches, nachhaltiges Handeln steigt. An den handfesten Vorteilen des Kompostes gibt es denn auch nichts zu rütteln. Hier sind die wichtigsten:
  • nachhaltige Verbesserung des Gartenbodens
  • Steigerung der Fruchtbarkeit
  • widerstandsfähigere Pflanzen
  • optimale Versorgung lebenswichtiger Bodenlebewesen
  • Kostenersparnis, da weniger Dünger nötig

Bevor man sich diese Vorteile allerdings zu Nutzen machen kann, muss erst einmal kompostiert werden. Dabei handelt es sich grundsätzlich um einen sehr komplexen biologischen Vorgang, bei dem auch Chemie und Physik eine nicht zu unterschätzende Rolle spielen. Glücklicherweise muss man nicht alle Details dieses Vorgangs kennen. Und sonderlich viel tun muss man als Gärtner dafür auch nicht.

Das Prinzip

Kompostieren für AnfängerKompostieren ist Teil des natürlichen Nährstoffkreislaufs auf der Welt. Das Prinzip ist denkbar einfach: Organische Stoffe werden unter der Einwirkung von Sauerstoff und Mikroorganismen abgebaut. Bei diesem Abbau wird einerseits Kohlendioxid frei. Andererseits entstehen dabei aber auch jede Menge wasserlöslicher Mineralstoffe, die zum überwiegenden Teil als Dünger für Pflanzen genutzt werden können. Diese Stoffe sind:

  • Nitrate
  • Phosphate
  • Ammoniumsalze
  • Kaliumverbindungen
  • Magnesiumverbindungen

Wie bereits erwähnt, handelt es sich bei der Kompostierung um einen vollkommen natürlichen Vorgang, der in der Natur ganz automatisch stattfindet. Man kann ihn im Garten allerdings auch ganz gezielt betreiben und auf diese Weise einen vollkommen natürlichen Pflanzendünger selbst produzieren. Der Aufwand dafür hält sich in sehr engen Grenzen.

Hinweis: Kompostieren ist die perfekte Art und Weise, organische Abfälle, die im Garten anfallen zu verwerten. Darüber hinaus können auf diesem Weg auch Haushaltsabfälle wie etwa Speisereste verwertet werden.

Kompost einrichten

Kompostierung findet

unablässig in jedem Garten statt - egal, ob man nun einen Komposthaufen hat oder nicht. Jeder einzelne Grashalm, der nach dem Mähen liegen bleibt, wird unweigerlich und meist auch unsichtbar kompostiert. Wer Kompost jedoch als Dünger nutzen möchte, muss gezielter vorgehen, braucht es dafür doch eine größere Menge, die an einem bestimmten Ort verfügbar ist. Folglich kommt man um die Einrichtung bzw. Errichtung eines Komposthaufens nicht herum. Der kann entweder frei an einer bestimmten Stelle im Garten entstehen oder sich in einem Behältnis befinden. Bei der Einrichtung sind zwei Faktoren von entscheidender Bedeutung: Der Standort und die Größe. Letztere richtet sich vor allem nach der voraussichtlich anfallenden Kompostmenge pro Jahr. Und diese wiederum ist abhängig von der Gartengröße und der Anzahl der Personen, die in einem Haushalt leben. Folgende Faustregeln gelten dabei:
  • pro Quadratmeter Gartenfläche fallen im Jahr circa fünf Liter zerkleinerte Gartenabfälle an
  • pro Person und Jahr fallen rund 150 Liter an organischen Haushaltsabfällen an

Anhand dieser beiden einfachen Regeln lässt sich die voraussichtliche Kompostmenge pro Jahr relativ leicht berechnen. Dabei muss berücksichtigt werden, dass etwa die Hälfte der Masse innerhalb dieses Jahres verrottet und nicht die gesamte Menge auf einmal anfällt. Grundsätzlich lässt sich deshalb sagen, dass in etwa die Hälfte der berechneten Volumenmasse für einen Komposthaufen benötigt wird.

Tipp: Wer einen Behälter für die Kompostierung kauft, sollte sich bei der Größe an diesem Wert orientieren. Bei einem freien Komposthaufen spielt der Wert hingegen eine untergeordnete Rolle, sondern deutet nur in etwa den Platzbedarf an.

Standort

Lange war man der Meinung, dass ein möglichst sonniger Standort für einen Komposthaufen ideal wäre. Zwischenzeitlich haben wissenschaftliche Untersuchungen allerdings ergeben, dass es ziemlich egal ist, ob der Standort in der Sonne oder im Schatten liegt - die Verrottung findet überall im gleichen Tempo statt. Bei der Standortwahl kommt es deshalb auf andere Punkte an. Zum einen sollte er möglichst nahe an jenen Pflanzen liegen, die voraussichtlich die größte Menge an Gartenabfällen produzieren. Das spart Wege und Mühen. Zum anderen sollte er relativ weit vom Wohngebäude entfernt und auf gar keinen Fall in der entsprechenden Windrichtung zum Haus legen. Beim Kompostieren entsteht ein zum Teil übler Gestank, den man nicht unbedingt in der Wohnung haben möchte.

Haufen oder Behälter?

Komposter - Haufen oder Behälter?An dieser Frage scheiden sich die Geister. Dabei geht es allerdings vor allem um ästhetische Aspekte. Unterschiede in der Qualität des Komposts lassen sich jedenfalls nicht feststellen. Darüber hinaus findet die Verrottung in einem geschlossenen Behältnis auch nicht schneller statt. Im Grund ist es also vollkommen egal, welche Variante man wählt. Als ideale Kompromisslösung haben sich sogenannte Lattenkomposter bewährt. Sie sind so etwas wie eine Mischung aus freiem Haufen und Behälter. Lattenkomposter sind im Fachhandel als Komplettbausätze erhältlich. Der Aufbau ist geradezu kinderleicht. Im Prinzip werden dabei nur Holzlatten übereinander gelegt und befestigt. Zwischen den einzelnen Latten bleibt jeweils etwas Freiraum. Dadurch bleibt der Eindruck eines Komposthaufens erhalten, während gleichzeitig Ordnung herrscht.

Tipp: Es können nur solche Kompostbehälter genutzt werden, die oben und unten offen sind. Zum Kompostieren wird der direkte Kontakt zum Boden benötigt.

Kompostieren

Um es noch einmal zu sagen: Das Kompostieren selbst ist ein hochkomplexer Vorgang, bei dem Mikroorganismen, Wasser und Luft ineinander wirken. Kompostieren ist aber für jeden Gartenbesitzer auch denkbar einfach. Im Prinzip müssen organische Abfälle auf einen Haufen geworfen werden. Der Rest wird dann gewissermaßen von selbst erledigt. Dafür ist es notwendig, dass es zu einem direkten Kontakt mit dem Boden kommt. Von ihm aus wirken die Mikroorganismen. Folglich findet die Kompostierung immer von unten nach oben statt. Sie ereignet sich darüber hinaus in unterschiedlichen Etappen, da man ja immer wieder neue Abfälle auf den vorhandenen Haufen geben wird. Zu empfehlen ist deshalb, dass der Kompost erst genutzt bzw. abgeräumt wird, wenn der komplette Haufen eines Gartenjahres verwandelt werden konnte. Normalerweise bildet das Material dann die Grundlage für das neue

Gartenjahr.