Einen guten Kompost für den Garten zu erzeugen, ist fast wie eine eigene Wissenschaft. Richtiges Kompostmanagement sorgt dafür, dass die Abfälle richtig verrotten und nährstoffreiche Erde daraus wird. Ein wichtiger Teil vom Komostmanagement ist die Auswahl des richtigen Kompostmaterials. Was auf dem Kompost gehört und was nicht, gibt es in einer gratis PDF-Liste, die neben dem Kompostplatz aufgehängt werden kann.

Schichtung

In der Regel darf alles, was aus dem Garten kommt, direkt auch wieder auf den Kompost. Dies gilt vor allem für das Beikraut das ausgejätet wird. Aber auch abgestorbenes Pflanzenmaterial ist ideal für den Kompost. Vor allem die Mischung aus frischem und abgestorbenem Material sorgt für einen ausgewogenen

Kompost und begünstigt auch eine schnelle Verrottung.

Die ideale Schichtung sieht folgendermaßen aus:

  • Gartenabfälle
  • klein geschnittene Äste
  • Gartenerde

Die drei Schichten wechseln sich gleichmäßig ab, bis der Komposthaufen, die gewünschte Höhe erreicht hat. Zum Abschluss wird noch eine dicke Schicht Gartenerde darüber gegeben. Diese sorgt für einen Abschluss und verhindert, dass der Kompost austrocknet. Dies würde die Kompostierung verlangsamen. Ist der Komposthaufen einmal abgeschlossen, sollte kein neues Material mehr darauf gegeben werden.

Gartenabfälle

Bei der Gartenarbeit fällt jede Menge kompostierbares Material an. Nicht jedes Material kann aber bedenkenlos darauf gelegt werden. Ausgejätete Pflanzen sollten möglichst wenig Erde an den Wurzeln haben. Werden Äste auf den Komposthaufen gegeben, sollten diese zerkleinert werden. Dies gilt auch für grobes Material wie Strünke von Kohl. Kleineres Material kompostiert schneller und wenn der Haufen geöffnet wird, müssen grobe Pflanzenteile nicht erst mühsam aussortiert werden.

Was darf auf den Kompost?
Vorsicht ist bei Rasenschnitt geboten. Dieser sollte nur nach und nach auf den Kompost gegeben werden. Ist die Rasenschicht zu dick, kompostiert sie nicht, sondern fermentiert. Dies schadet zwar den Mikroorganismen nicht, ist jedoch nicht das Ziel der Kompostierung. Bei der Fermentierung wird das Material vorwiegend verflüssigt, anstatt in Erde umgewandelt. Rasenschnitt sollte daher nur immer in kleineren Mengen oder leicht angewelkt auf den Komposthaufen gegeben werden.

Tipp: Rasenschnitt eignet sich sehr gut zum Mulchen und muss daher nicht zwingend auf den Kompost.

Problematisch auf dem Kompost kann auch Laub werden. Vor allem schwer verrottbares Laub wie vom Nussbaum sollte nur in kleinen Mengen dem Kompost beigemischt werden. Einige Gartenpflanzen, wie die Hortensie lieben allerdings Kompost von Laub. Es bietet sich an, wenn es viele Laubbäume im Garten gibt, einen eigenen Komposthaufen für das Laub anzulegen, um damit jene Pflanzen, die einen sauren Boden mögen, zu

versorgen.

Keine kranken Pflanzenteile

Keinesfalls auf den Kompost gehören Pflanzenteile, die etwa aufgrund von Schädlingen oder Erkrankungen entfernt werden müssen. Bei der Kompostierung werden Schädlinge und Krankheitserreger bzw. Pilze nicht zerstört. Durch die Komposterde gelangen sie wieder zu den Pflanzen und können einen erneuten Befall auslösen.
Solche Pflanzenteile werden aussortiert und im Restmüll entsorgt. Dieser wird verbrannt, wodurch eine Ausbreitung verhindert wird. Erkrankte Pflanzenteile sollten auch nicht in den Biomüll gegeben werden, dass dieser ebenfalls kompostiert wird und so Schädlinge und Krankheiten möglicherweise über Pflanzenerde wieder in den Garten gelangt.

Speisereste

Ein heikles Thema sind Speisereste auf dem Kompost. Sie können unerwünschte Besucher wie Ratten anlocken. Daher gilt es bei Speiseresten nicht nur zu differenzieren, um welche Reste es sich handelt, sondern diese auch nur sparsam auf den Kompost zu werfen. Bedenkenlos können Eierschalen oder Brot kompostiert werden. Auch die Reste vom Salat oder gekochtes Gemüse eignen sich für den Kompost. Bedingt können auch Nudeln kompostiert werden. Was allerdings keinesfalls auf den Kompost gehört, sind Fleisch- bzw. Knochenreste. Diese locken mit Garantie Ratten an, die dann oft sogar ihre Behausungen im Kompost anlegen.

Gekaufte Pflanzen

Was darf auf den Kompost?Vertrocknete Schnittblumen, Topfpflanzen, die ein schneller Tod ereilt hat, sie wandern nicht selten auf den Kompost. Sie sind kein Problem, sofern es sich um Biopflanzen handelt. Konventionelle Schnittblumen oder Topfpflanzen sind häufig mit Pflanzenschutzmitteln belastet und sollten daher besser entsorgt werden.

Tierstreu

Bei Tierstreu scheiden sich die Geister, ob das auf den Kompost gehört. Grundsätzlich haben Fäkalien, egal ob von Tier oder Mensch nichts auf dem Kompost zu suchen. Bedingt kann allerdings Kleintierstreu verwendet werden. Kompostierbar ist folgende Tierstreu:

  • untergelegtes Papier
  • Sägespäne
  • Stroh/Heu
  • Hackschnitzel

Keinesfalls auf den Komposthaufen gehört Tierstreu in Form von Granulat. Dabei handelt es sich nicht um biologisches Material, dass schnell kompostiert. Zudem ist dieses Granulat häufig mit Chemikalien behandelt, damit der Geruch gebunden wird. Aus gesundheitlichen Gründen sollten auch keine Fäkalien von Hunde oder Katzen auf den Kompost kommen. Beide Tiere können als Zwischenwirte für Krankheiten fungieren, die wiederum auf den Menschen übertragen werden können.

Gute Mischung

Vor allem bei Material, dass nur bedingt auf dem Kompost wandern sollte, ist es wichtig, es mit bedenkenlosem Material zu mischen. Da jedoch nicht immer geeignetes Material zur Verfügung steht oder nur punktuell ein bestimmtes Material anfällt, reicht es oft nicht aus, nur einen Komposthaufen anzulegen. Dadurch können auch größere Mengen schwieriger Materialien kompostiert werden. Material wie Eierschalen oder Äste bzw. Laub können auch vorab einmal gesammelt und dann, wenn es gebraucht wird, in den Kompost gemischt werden. Vor allem Äste und Laub sollten getrennt gesammelt werden, denn sie sorgen dafür, dass der Haufen locker bleibt und er durchlüftet wird.

Material zur Kompostbeschleunigung

Damit sich der Kompost gut entwickelt bzw. der Vorgang sogar beschleunigt wird, können unterschiedliche Materialien beigemischt werden. Als Kompoststarter kann beispielsweise Hefewasser mit Zucker verwendet werden. Dadurch gelangen bereits nützliche Pilze in das Kompostmaterial. Steinmehl hilft ebenfalls bei der Kompostierung und sorgt später für ein ausgewogenes Verhältnis an Mineralstoffen. Zudem bindet das Gesteinsmehl unangenehme Gerüche. Kräuter können sich ebenfalls positiv auf die Qualität des Kompostes auswirken. Was viele als Unkraut bezeichnen, sorgt jedoch bei der Kompostierung für einen zusätzlichen Schub an Nährstoffen. Ideale Kräuter für den Kompost sind:

  • Brennnessel
  • Beinwell
  • Schafgarbe
  • Schachtelhalm

Die Kräuter werden dazu grob zerkleinert und wiederum schichtweise dem Kompost beigefügt.

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