schwarze Johannisbeeren - ribes nigrumBeerensträucher sind sehr beliebt bei Hobbygärtnern. Und das hat viele Gründe, denn das schmackhafte Beerenobst ist sehr vitamin- und pflegeleicht. Zudem macht es nicht nur Familien mit Kindern Spaß, das Obst direkt vom Strauch zu naschen oder auch zu leckeren Marmeladen, Säften und anderen Dingen zu verarbeiten. Die Sträucher sind im Handel erhältlich und können so schnell und einfach im eigenen Garten angepflanzt werden. Ein wenig Pflegeaufwand bedarf dann das Düngen sowie das Schneiden, damit die Ernte auch in jedem Jahr reichhaltig ausfällt.

Pflanzen

Wer in seinem Garten Beerensträucher neu einpflanzen möchte, der muss vorab einen gewissen Aufwand betreiben, damit die Pflanzen später auch den größtmöglichen Ertrag bringen. Verschiedene Sorten, wie zum Beispiel Himbeeren, Brombeeren, Stachelbeeren, Johannisbeeren, oder auch Preisel- und Blaubeeren stehen zur Wahl. Für das Pflanzen sowie die unumgängliche Vorbereitung des Gartenbeets werden verschiedene Werkzeuge und Zubehör benötigt, das vorab bereit gelegt werden sollte. Auch der Standort sowie die Bodenbeschaffenheit sind wichtig, um jedes Jahr aufs Neue einen guten Ertrag zu erzielen. Damit der Boden am Pflanztag alle Voraussetzungen erfüllt, sollte er vorab vorbereitet werden.

Verkaufsvarianten

Alle Sorten der Beerensträucher werden in verschiedenen Varianten im gut sortierten Fachhandel angeboten. So gibt es die wurzelnackten Sträucher, die sofort nach dem Kauf eingepflanzt werden sollten, sowie die Ballen- und die Containerware. Beide haben um die Wurzeln noch Erde, Containerware steht zudem noch
zusätzlich in einem Topf. So ist es bei diesen beiden Varianten nicht so schlimm, wenn sie noch einige Wochen nach dem Kauf auf das Pflanzen ins Gartenbeet warten müssen, wenn sie immer genügend feucht gehalten werden.

Tipp: Ob sich für Containerware, Ballenware oder wurzelnackte Ware beim Kauf entschieden wird, ist auch immer eine Kostenfrage. So ist die wurzelnackte Ware die billigste Version, Containerware kann hingegen um einiges teurer ausfallen.

Zeitpunkt

Auch der Pflanzzeitpunkt hängt davon ab, ob Container- oder Ballenware oder aber wurzelnackte Sträucher erworben wurden. So ist der ideale Zeitpunkt für das Pflanzen immer der Herbst, wenn die Blätter abgeworfen wurden. Container- und Ballenware hingegen verzeihen es allerdings auch, wenn sie zu jedem anderen Zeitpunkt eingepflanzt werden. Einzig und allein muss dies an einem frostfreien Tag geschehen auch der Boden darf nicht gefroren sein.

Tipp: In der Regel sollten die Sträucher so gekauft werden, dass diese auch sofort im Garten eingepflanzt werden können. Hobbygärtner sollten daher den Tag für die Pflanzung so aussuchen, dass genügend Zeit ist, den Kauf und die Pflanzung durchzuführen.

Werkzeug

rote Johannisbeere - Ribes rubrumWenn geplant ist, Beerensträucher in das Gartenbeet einzupflanzen, dann wird hierfür auch diverses Werkzeug und weiteres Zubehör benötigt. Wer sich bereits vorher alles bereitstellt, kann mit der Arbeit schneller vorankommen. So wird für das Pflanzen der Beerensträucher folgendes Werkzeug und Zubehör benötigt:
  • Grabegabel
  • Spaten
  • hilfsweise Schubkarre
  • Rosenschere für den eventuellen ersten Schnitt
  • befinden sich Wühlmäuse im Garten Wühlmauskörbe
  • auch engmaschiges Drahtgitter ist hilfreich
  • Mulch
  • Handschuhe, vor allem wenn Sträucher mit Dornen gepflanzt werden

Standort

Der Standort ist Idealerweise sonnig und warm. Auch Halbschatten wird in der Regel noch ganz gut vertragen. So eignen sich die folgenden Standorte für ein oder mehrere Beerensträucher besonders gut:
  • ein Gartenbeet in der Mitte des Gartens
  • als Spalier an einer Gartenbegrenzung oder einer Südwand des Hauses
  • keine Nadelhölzer in der Nähe
  • diese begünstigen einen eventuellen Pilzbefall
  • mitten auf einer großen Wiese
  • als Umrandung eines Blumen- oder Gartenbeets
Tipp: Je sonniger ein Standort für die schmackhaften Beeren ist, desto vitaminreicher ist später die leckere Frucht.

Vorbereitung und Bodenbeschaffenheit

Wenn es geplant ist, in einem Gartenbeet ein oder mehrere Beerensträucher zu pflanzen, dann sollte dieses mehrere Wochen vorher bereits gut vorbereitet werden. Ein pH-Wert zwischen 5,5 und 6,0 ist für die meisten Sträucher ideal. Wer den pH-Wert des Gartenbodens nicht kennt, kann einen Schnelltest machen um den Boden entsprechend vorbereiten zu können. Diese Schnelltests sind im gut sortierten Gartenhandel erhältlich. So kann in etwa ermittelt werden, wie es um die Bodenbeschaffenheit gestellt ist und entsprechend gehandelt werden. So sollte das Beet für die Sträucher zwei bis drei Wochen vor der Pflanzung wie folgt vorbereitet werden:
  • ganzes Beet gut auflockern
  • hierzu mit dem Spaten umgraben
  • gleichzeitig reifen Kompost unterheben
  • einen sehr sauren Boden zusätzlich kalken
  • bei einem sandigen Boden Humos unterheben
  • steinige oder lehmige Böden tiefgründig lockern
  • so werden sie wasserdurchlässig
  • bleiben trotzdem länger feucht ohne Staunässe
Die Vorbereitung des Beets einige Wochen vor der Pflanzung hat vor allem den Vorteil, dass die Mikroorganismen den organischen Dünger bereits zersetzen können und die Pflanze diesen direkt ab dem Tag des Einsetzens auch vollständig aufnehmen kann. Denn wird mit Kompost gedüngt, dauert es ein paar Wochen, bis dieser als Dünger der Pflanze zu Gute kommen und über die Wurzeln aufgenommen werden kann.

Tipp: Wer Preisel- oder Heidelbeeren einpflanzen möchte, sollte auf das Kalken auch bei saurem Boden besser verzichten. Denn Kalk wird von diesen beiden Beerenarten nicht so gut vertragen, sie mögen eher sauren Boden. Sollen daher verschiedene Beerensträucher gemeinsam in ein Beet gesetzt werden, den Boden in verschiedene Abschnitte einteilen und diesen Beeren besser Rhododendronerde gönnen.

Einsetzen der Sträucher

rote Johannisbeere - Ribes rubrumZwei bis Drei Wochen nach der Vorbereitung des Gartenbodens können die Beerensträucher eingesetzt werden. Hierfür werden genügend Pflanzlöcher in einem Abstand von etwa einem Meter rundherum bis zum nächsten Strauch ausgehoben. Hierbei sollte darauf geachtet werden, dass später bei der Ernte genügend Platz verbleibt, um gut zwischen den einzelnen Sträuchern hindurch gehen zu können. Da die Beeren keine Staunässe vertragen, sollte zudem in jedem Pflanzloch eine Drainage aus Steinen oder Tonscherben auf dem Boden angelegt werden. So wird gesichert, dass überschüssiges Gieß- oder auch Regenwasser ungehindert abfließen kann. In manchen Gärten halten sich zudem Wühlmäuse auf. Ist dies bekannt, sollte zusätzlich in jedem Loch eine Wühlmaussperre um die Wurzeln angelegt werden. Weiter wird bei der Pflanzung wie folgt vorgegangen:
  • nackte Wurzeln oder Wurzelballen ins Wasser stellen
  • ist der Strauch noch nicht beschnitten, jetzt zurückschneiden
  • auch beschädigte Wurzeln entfernen
  • Strauch einsetzen
  • darauf achten, dass die Wurzeln nicht aus der Erdoberfläche ragen
  • Erde einfüllen
  • Strauch zwischendurch leicht schütteln
  • so verteilt sich die Erde besser
  • Erde rundherum leicht antreten
  • gut angießen
Ein guter Hinweis, wie tief die Sträucher gepflanzt werden sollten, ist die Rindenfarbe die anzeigt, wie tief sie bisher im Gartenhandel in der Erde standen. Sackt die Pflanze daher nach dem ersten Gießen etwas ab, sollte sie wieder leicht nach oben gezogen werden. Zudem ist es hilfreich, rund  um die Pflanze einen kleinen Erdwall anzuhäufen, so kann das Wasser sich hier besser sammeln und absickern. Für eine stetig feuchte Erde ist es ratsam, die Oberfläche mit Mulch abzudecken.

Düngen

In der Regel müssen die Beerensträucher, wie Himbeeren, Brombeeren oder Johannis- und Stachelbeeren nicht übermäßig  gedüngt werden, wenn der Boden vor der Pflanzung bereits gut vorbereitet wurde. Doch regelmäßige Düngergaben über den Sommer, wenn die Beeren blühen und reifen, können die Ernte ergiebiger machen. Doch
bei den eingesetzten Düngemitteln und dem passenden Zeitpunkt ist hier noch einiges zu beachten.

Richtiger Zeitpunkt

Nach dem Pflanzen haben die Beeren erst einmal die Grunddüngung für die ersten Wochen erhalten. Wurden die Sträucher im Herbst gepflanzt, dann findet die erste Düngung wieder im Frühling statt. Wurde über den Sommer eingepflanzt, dann kann die nächste Düngung im Herbst erfolgen. Die Beerensträucher sollten vor allem regelmäßige Düngergaben erhalten:
  • einmal im Frühling vor den neuen Austrieb
  • einmal im Herbst vor der Winterruhe
  • über den Sommer nur sehr sparsam bis gar nicht düngen
  • Idealerweise einmal vor der Reife der Früchte
schwarze Johannisbeeren - Ribes nigrumZudem sollte darauf geachtet werden, dass es am Düngetag nicht zu heiß ist oder regnet. Ein bedeckter, aber trockener Tag ist hier ideal. Denn starke Sonneneinstrahlung hat zur Folge, dass der gegebene Dünger die Wurzeln der Beeren verbrennt. Regnet es am Tag des Düngens, dann kann dies die Wirkung des Düngers hingegen stark minimieren, da dieser mit dem Regenwasser nicht an die Wurzeln gelangt sondern direkt weitergeschwemmt wird.

Tipp: Die Herbstdüngung ist bei den Beerensträuchern erforderlich, damit sie sich für die nächste Saison schon mal vorbereiten und stärken können.

Düngemittel

Organischer Dünger ist bei Beerensträuchern besser als mineralischer Dünger. Denn der mineralische, chemisch hergestellte Dünger kann den Geschmack der Früchte verfälschen. Doch meist ist eine ausgewogene Mischung aus beidem das Beste für die schmackhaften Beeren. So können die folgenden Düngemittel genutzt werden:
  • reifer Kompost
  • oder auch Kuhmist
  • wird bereits in Pelletform angeboten
  • ist so einfacher unterzuheben
  • wird in der Regel im Frühjahr und im Herbst untergemischt
  • für die Sommerdüngung speziellen Beerendünger nutzen
  • wird in flüssiger Form im Gartenhandel angeboten
Kompost hat den Nachteil, dass dieser immer wieder untergehoben werden muss, um ein gutes Ergebnis zu erzielen. Da es sich bei den Beerensträuchern um Flachwurzler handelt, muss bei dieser Arbeit sehr vorsichtig vorgegangen werden, damit die Wurzeln nicht vom Spaten oder der Gartengabel beschädigt werden. Doch hier bieten sich die Pellets aus Kuhmist an, die ebenso effektiv und auf lange Zeit düngen, wie der eigene Kompost.

Tipp: Blaukorn ist sehr beliebt als Langzeitdünger bei vielen Hobbygärtnern. Bei Beerensträuchern kann dieses Düngemittel jedoch schnell eine Überdüngung bewirken, was zur Folge hat, dass zwar die Triebe lang werden, aber auch dünn und schwach bleiben und somit eine Ernte ausbleibt.

Überdüngung

Bei Beerenobst besteht immer die Gefahr, dass dieses überdüngt wird. Daher ist es besser, sich an die Regel zu halten und die Sträucher nur zweimal im Jahr zu düngen. Nur wenn die Sträucher im Sommer kräftig sind und sich bereits viele Früchte gebildet haben, kann mit einem speziellen Beerendünger aus dem Handel noch einmal leicht gedüngt werden. Wer jedoch regelmäßig alle paar Wochen die Sträucher düngt, tut damit seinen Pflanzen nichts Gutes und überdüngt diese. Die Ernte wird in einem solchen Jahr dann eher geringer ausfallen. Eventuell kann der pH-Wert des Bodens vor der Sommerdüngung nochmals geprüft werden, liegt dieser im grünen Bereich, sollte nicht gedüngt werden.

Schneiden

Je nach Strauch und Art, muss bei dem Schnitt vorgegangen werden. Doch bei allen Beeren ist die Regel, dass die ältesten Triebe entfernt werden müssen, damit sich an den neuen Trieben wieder neue Früchte bilden können. Beerenobst hat die Angewohnheit, wenn es nicht geschnitten wird, von Innen zu vergreisen. Ist dies der Fall, dann hilft hier nur noch ein radikaler Rückschnitt, egal um welche Sorte es sich handelt.

Passender Zeitpunkt

Für Beerensträucher gibt es zwei Zeitpunkte im Jahr, in denen sie geschnitten werden. So handelt es sich hierbei einmal um den Spätsommer- oder auch Herbstschnitt. Hierbei kommt es auf den Erntezeitpunkt an, denn dieser Schnitt sollte direkt nach der Ernte erfolgen. Der zweite Schnitt ist der Winterschnitt, der im späten Winter bis in den März hinein vorgenommen werden kann. Hierbei ist der Austriebsbeginn wichtig, denn der Schnitt muss vor dem ersten Austrieb erfolgen. Ansonsten sollte am Schneidetag noch auf folgendes geachtet werden:
  • nicht bei direkter Sonneneinstrahlung schneiden
  • nicht an Regentagen schneiden
  • nicht an frostigen Tagen schneiden
  • ein bedeckter, trockener, warmer Tag ist ideal
Wird geschnitten, wenn es regnet oder frostig ist, dann können schneller Pilze durch die Schnittstellen in die Pflanze gelangen und diese somit schädigen. Wird bei starker Sonneneinstrahlung geschnitten, dann können die Schnittstellen verbrennen.

Schneidewerkzeug

Auch das richtige Schneidewerkzeug ist wichtig, damit die Sträucher bei einem Schnitt keinen Schaden nehmen. Für den Schnitt der dünnen Triebe eignet sich vor allem eine Rosenschere. Handelt es sich um einen Strauch mit vielen Dornen oder dicken Asttrieben, dann ist eine Astschere hilfreich, die auch einen weiteren Abstand von der Pflanze ermöglicht. Weiterhin sollte auf folgendes geachtet werden:
  • immer vor Gebrauch desinfizieren
  • hierzu reinen Alkohol oder Mittel aus dem Gartenhandel verwenden
  • bei verunreinigtem Schneidewerkzeug können Bakterien oder Pilze in Schnittstelle eindringen
  • immer scharfes Werkzeug nutzen
  • sonst reißen die Schnittstellen auf
  • werden so anfälliger für Bakterien oder Pilze
  • bei Sträuchern mit Dornen mit Handschuhen arbeiten
  • lange Kleidung ist ebenfalls ideal

Rückschnitt

rote Johannisbeere - Ribes rubrumBei den meisten Beerensträuchern gilt die Regel, dass die Triebe zwei Jahre wachsen müssen, danach zwei Jahre Früchte tragen und danach geschnitten werden müssen. Das heißt, dass alle Triebe, die älter als vier Jahre sind, zurückgeschnitten werden sollten, da hier kein Ertrag mehr zu erwarten ist. So wird die Pflanze regelmäßig verjüngt und dankt dies mit einer reichhaltigen Ernte. Daher sollte beim Rückschnitt wie folgt vorgegangen werden:
  • Triebe mit dunklem Holz sind älter
  • junge Triebe sind heller im Holz
  • ein Strauch sollte nicht mehr als acht bis zehn Haupttriebe besitzen
  • alte Triebe in Bodennähe kappen
  • jüngere Triebe an der Spitze schneiden
  • mindestens zwei Augen stehen lassen
  • im Frühjahr nochmals alle Triebe schneiden, bei denen kein Austrieb mehr erfolgt
Wurde im Herbst kein passender Tag gefunden, um den Beerenstrauch zu schneiden, dann kann dieser Rückschnitt alternativ auch im späten Winter vor dem Austrieb noch erfolgen.

Tipp: Wer als junger Hobbygärtner noch nicht erkennt, welches alte Triebe sind die geschnitten werden können, markiert die neuen Triebe in jedem Jahr mit einer neuen Farbe, zum Beispiel einem Band. So kann später genau erkannt werden, welche Triebe aus welchem Jahr stammen und wann diese insgesamt geschnitten werden sollten.

Radikaler Rückschnitt

Wurde ein Beerenstrauch über Jahre nicht gepflegt und geschnitten, dann verkahlt er von Innen, wird unansehnlich und trägt keine Früchte mehr. Dies kann zum Beispiel dann der Fall sein, wenn ein Garten neu übernommen wird, in dem sich das schmackhafte Beerenobst bereits befindet. In einem solchen Fall sollte der Strauch insgesamt direkt über dem Boden geschnitten werden. Direkt aus der Basis bilden sich dann die neuen Triebe, die die Grundlage für einen neuen Strauch bilden. Auf die erste Ernte muss dann allerdings zwei bis drei Jahre gewartet werden.

Fazit
Auch wenn es sich jetzt nach viel Arbeit anhört, so sind die Beerensträucher dennoch sehr pflegeleicht. So muss natürlich bei der Pflanzung ein wenig mehr Zeitaufwand gerechnet werden, doch danach wachsen die Sträucher fast von selbst. Gedüngt werden muss das Beerenobst nur zwei bis dreimal im Jahr, was nur ein wenig Zeit benötigt. Gleichzeitig mit der Herbstdüngung kann dann auch der Rückschnitt erfolgen. Hierbei sollte jedoch besonders sorgsam vorgegangen werden, damit im nächsten Jahr wieder eine reichhaltige Ernte erwartet werden kann.