Die Honigbeere trägt die botanische Bezeichnung Lonicera kamtschatica und ist hierzulande auch als Maibeere bekannt. Das fruchttragende Gewächs ist relativ pflegeleicht und passt sich den hiesigen Standortbedingungen sehr gut an.

Standort

Wie der botanische Name schon andeutet, stammt die Honigbeere von der sibirischen Halbinsel Kamtschatka und bevölkert in ihrer ursprünglichen Heimat lichte Nadelwälder sowie raue Bergwelten. Da das widerstandsfähige Gewächs extreme Standortbedingungen gewöhnt ist, gibt es in den hiesigen Breitengraden keine Probleme bei der Wahl des Standorts. Da die Stärke des Sonneneinfalls erheblich die Entwicklung der Pflanze beeinflusst, sollte der Standort nicht zu dunkel sein. Da der Beerenstrauch eine Wuchshöhe von bis 150 cm erreichen kann, eignet sich Lonicera kamtschatica sehr gut für das Anlegen einer Hecke.

  • Verträgt sowohl Sonne als auch Schatten
  • Ideal ist sonniger bis halbschattiger Standort
  • Je mehr Sonne, desto besser fällt die Ernte aus
  • Jedoch können Blätter in praller Mittagssonne verbrennen
  • Lässt sich auch im Kübel kultivieren
  • Sowohl auf der Terrasse als auch auf dem Balkon
  • Bei Kübelhaltung ist variabler Standort möglich

Boden

Auch beim Boden ist die Maibeere nicht besonders anspruchsvoll. Jedoch darf das Gewächs nicht dauerhafter Nässe ausgesetzt sein. In diesem Fall kommt es oft zu starken Schäden im Wurzelbereich, welche sogar zum Absterben der Pflanze führen können. Deshalb kommen Standorte in unmittelbarer Nähe von Teichen und Flüssen nicht in Frage.

  • Bevorzugt leicht feuchte und frische Böden
  • Ideal ist durchlässiges Substrat mit sandigen Anteilen
  • Kommt auch mit kiesigen Gartenböden zurecht
  • Verträgt sogar lehmige und torfhaltige Böden
  • Optimaler pH-Wert liegt zwischen leicht sauer bis leicht alkalisch

Pflanzen

Idealerweise wird die Maibeere zum Anfang der Wachstumsperiode gepflanzt. So hat das Gehölz vor dem nächsten Winter

ausreichend Zeit, um sich an den neuen Standort zu gewöhnen und die Winterhärte aufzubauen. Um den Fruchtertrag zu erhöhen, bietet es sich an, den Boden einige Tage vor dem Pflanzen mit etwas Humus oder Kompost anzureichern. Außerdem schätzt die Lonicera kamtschatica passende Pflanznachbarn, da so alle Fruchtphasen besser ablaufen.
  • Bester Zeitpunkt zum Pflanzen ist im Frühling
  • Pflanzloch doppelt so groß wie den Wurzelballen ausheben
  • Drainage aus Bims oder Kieselsteinen anlegen
  • Pflanze für 30 Minuten in Gefäß mit Wasser stellen
  • Wurzeln sollen sich richtig vollsaugen können
  • Danach direkt in das Pflanzloch setzen
  • Mit reichlich Erde auffüllen und gut angießen

Tipp: Alternativ lässt sich die Honigbeere auch im Herbst pflanzen, jedoch darf der Boden dabei nicht gefroren sein. Dieses Vorgehen ist speziell in Regionen mit milden Wetterlagen im Winter möglich.

Gießen

Die Honigbeere kommt weder mit zu viel Nässe noch mit langanhaltender Trockenheit zurecht. Deshalb ist das richtige Vorgehen beim Gießen wichtig, damit die Ernte gut ausfällt. Speziell bei der Kübelhaltung können sich diese beiden Probleme schnell einstellen. Ob der richtige Zeitpunkt für das Wässern gekommen ist, lässt sich per Fingerprobe an dem Trockenheitsgrad der Erdoberfläche überprüfen.

  • Regelmäßig, aber nicht übermäßig gießen
  • Wurzelballen darf nie komplett austrocknen
  • Bei heftigen Regenfällen weniger gießen
  • Während starker Hitze und längerer Dürre mehr wässern

Hinweis: Grundsätzlich sind Kübelpflanzen auf mehr Gießeinheiten als im Gartenbeet angepflanzte Honigbeeren angewiesen.

Maibeere - Honigbeere - Lonicera kamtschatica

Düngen

Der Beerenstrauch ist sehr genügsam und hat einen geringen Nährstoffbedarf. Wer jedoch den Fruchtertrag deutlich

steigern möchte, sollte in der Zeitspanne vor der Ernte mehr Nährstoffe verabreichen.
  • Direkt zum Frühlingsbeginn düngen
  • Bis zur Ernte alle 2 Wochen Beerendünger einsetzen
  • Danach keinen Dünger mehr verwenden
  • Pflanze soll sich auf kalte Jahreszeit vorbereiten
  • Über das Jahr verteilt ein wenig Kompost im Boden einarbeiten

Schneiden

Das Schneiden der Honigbeere ist nicht unbedingt notwendig. Allerdings fördert ein jährlich durchgeführter Pflegeschnitt die Lebenskraft und Blütezeit beim Beerenstrauch. Als Belohnung ist der Fruchtertrag bei der Ernte reicher und die Lebensdauer verlängert sich erheblich. Dabei ist zu bedenken, dass bei der Lonicera kamtschatica die Blüten und Früchte immer am einjährigen Holz ausgebildet werden. Aus diesem Grund darf der Rückschnitt nicht zu spät im Jahresverlauf erfolgen, da sonst die schon angelegten Knospen dabei verloren gehen. Wenn das Gewächs extrem viele Äste ausbildet, sollten nur die kräftigsten Zweige am Strauch verbleiben. Auf diese Weise kann die Maibeere besser mit den Nährstoffen haushalten und steckt mehr Energie in die Ausbildung von Früchten.

  • Pflegeschnitt direkt nach der Ernte ansetzen
  • Bester Zeitpunkt ist trockener Tag im Juni
  • Unbedingt desinfizierte und scharfe Gartenschere nutzen
  • Als erstes alle zweijährigen Triebe bodennah abschneiden
  • 8 bis 10 Triebe nach dem Schneiden stehen lassen
  • Danach etwa 3 cm Erde locker im Wurzelbereich ausbringen

Hinweis: Ältere Triebe sind an der braunen Rinde mit Borken zu erkennen. Dagegen weisen junge Triebe eine grüne Rinde auf, welche sich im Verlauf der Sommermonate rot-braun verfärbt.

Vermehren

Das Vermehren ist bei der Maibeere sowohl durch Absenker als auch durch Stecklinge möglich. In diesem Zusammenhang ist zu bedenken, dass die Absenker winterhart sind, während die jungen und noch empfindlichen Stecklinge auf einen Winterschutz angewiesen sind. Damit sich die neuen Wurzeln schneller ausbilden die Zweige am unteren Ende leicht mit einer sauberen Rasierklinge einritzen.

  • Biegsamen und gesunden Trieb von der Mutterpflanze aussuchen
  • Entweder in den Boden ziehen oder komplett abschneiden
  • Absenker entlauben und in eine Rinne in der Erde legen
  • Zweigspitze muss aus dem Boden herausragen
  • Mit Bambus- oder Holzstab befestigen
  • 20 bis 30 cm langen, einjährigen Steckling im Sommer schneiden
  • Zur Hälfte entlauben und in Anzuchttopf mit Torf-Sand-Substrat stecken
  • Regelmäßig gießen und mit Kompost düngen

Überwintern

Basierend auf ihrer Herkunft aus Sibirien ist die Honigbeere äußerst frosthart, selbst extreme Kälte bereitet dem Beerenstrauch keine Probleme. Die Pflanze ist sogar von Natur aus mit einem effektiven Frostschutz ausgerüstet, der sich durch den sehr feinen Haarwuchs auf den Trieben zeigt. Deshalb kann Lonicera kamtschatica sogar in hohen Berglagen im Gartenbeet überwintern, ohne dass ein zusätzlicher Winterschutz notwendig ist.

Allerdings sind Kübelpflanzen auf wärmende Schutzmaßnahmen angewiesen, da sonst der Wurzelballen bei bestimmten Wetterlagen einfrieren kann.
  • Verträgt Frostwerte bis -45° Celsius
  • Kommt sogar mit eisigen Winden zurecht
  • Kübelpflanzen und Stecklinge sind auf Winterquartier angewiesen
  • Ideal ist kühler, frostfreier, trockener und heller Platz
  • Zum Beispiel Wintergärten, nicht beheizte Flure und Gästezimmer
  • Auf isolierenden Untergrund aus Holz oder Kork stellen
  • Pflanzgefäß mit Luftpolsterfolie oder Vlies umwickeln
  • Gießmenge extrem verringern, nur bei Trockenheit leicht gießen

Erntezeit

Aufgrund der Herkunft aus kalten Regionen hat Lonicera kamtschatica nur eine recht kurze Vegetationszeit. Deswegen sind die ersten Früchte schon sehr früh reif, noch vor den Johannis- und Stachelbeeren. Allerdings sind die Erträge bei der Ernte aufgrund der geringen Größe der Beeren recht überschaubar, dazu lassen sich diese nicht leicht pflücken.

  • Honigsüße Beeren sind spätestens im Mai reif
  • Ernte kann im Idealfall bis Juli andauern
  • Zeitnah frisch verzehren oder sofort verarbeiten
  • Früchte sind nicht besonders lange haltbar

Hinweis: Bei der Maibeere stellen sich größere Erträge häufig erst nach mehreren Standjahren und bei entsprechender Pflege ein.

Maibeere - Honigbeere - Lonicera kamtschatica

Pflanznachbarn

Die Maibeere eignet sich nicht als Solitärpflanze, vielmehr freut sich das Gewächs über adäquate Pflanznachbarn. Auf diese Weise verbessert sich die Befruchtung und der Fruchtertrag lässt sich nachhaltig steigern. Das Gehölz wächst aufrecht, aber vergleichsweise langsam. Deshalb überschattet es benachbarte Pflanzen nicht.

  • Ideale Partner sind Maiglöckchen als attraktiver Kontrast
  • Wachsen gut in Kombination mit Heckenpflanzen
  • Vertragen sich auch mit anderen Beerensträuchern
  • Zum Beispiel Heidel-, Josta- und Stachelbeeren
  • So lassen sich Beete voll mit gemischten Beeren anlegen
  • Im Abstand von etwa einem Meter pflanzen

Krankheiten

Generell ist Lonicera kamtschatica sehr widerstandsfähig gegenüber Krankheiten. Jedoch kann es durch Fehler bei der Pflege zum Auftreten von Mehltau kommen.

  • Mehltau erst nach der Ernte bekämpfen
  • Auf umweltverträgliche und nicht giftige Mittel setzen
  • Netzschwefel hat sich für die Bekämpfung bewährt

Schädlinge

Die leckeren Beeren ziehen Frostspanner und Vögel an, welche die Ernte stark dezimieren können. Um den Fruchtertrag zu sichern sind aus diesem Grund während der Vegetationszeit schützende Maßnahmen bei der Lonicera kamtschatica erforderlich.

  • Beerensträucher mit Schutznetz überziehen
  • Alternativ Honigbeere mit Vliesen beschützen
  • Noch vor der Reife der Früchte einsetzen