Der auch als Hirschkolben-Sumach bezeichnete Rhus typhina wächst als sommergrüner Strauch oder mehrstämmiger kleiner Baum mit Wuchshöhen von bis zu 500 cm. Er blüht im Frühsommer nach dem Blattaustrieb. Allerdings breitet er sich sehr stark aus und kann benachbarte Pflanzen leicht verdrängen. Aber wie sieht es mit der Giftigkeit dieser Pflanze aus, ist sie giftig und wenn ja, für wen?

Grad der Giftigkeit umstritten

Die Verwirrung über die Giftigkeit von Rhus typhina ist vermutlich auf andere Arten der Gattung Rhus zurückzuführen, die Vergiftungen hervorrufen, wie der Gift-Sumach (Rhus toxicodendron). Der enthält sogenannte Urushiole, die bei Kontakt starke allergische Reaktionen auslösen können. Beim Hirschkolbensumach (Rhus typhina) konnten keine Urushiole nachgewiesen werden.

Seinen Namen verdankt er den Früchten, die eine nach Essig

schmeckende Säure enthalten. Während die Blüten nicht giftig sind, sollten die Früchte jedoch nur im verarbeiteten Zustand verwendet werden. Sie werden vor allem getrocknet als erfrischender Tee oder Gewürz verwendet für die Herstellung von Limonade „Indian Lemonade“ genutzt oder in Essig eingelegt.

Giftig ist vor allem der enthaltene Milchsaft. Der kann bei Kontakt und Verzehr unterschiedliche Reaktionen auslösen. Das betrifft sowohl Menschen als auch Hunde, Katzen, Kleintiere und Pferde. Kritisch wird es in den meisten Fällen nur bei der Einnahme größerer Mengen, denn bekanntlich bestimmt oft die Dosis die Giftigkeit.

Inhaltsstoffe und Wirkung

Essigbaum - Rhus typhinaZu den Inhaltsstoffen zählen Gerbstoffe, ätherisches Öl, Harze, Steroide, Phenylglykoside und Triterpene. Hauptwirkstoffe sind Gerbstoffe, Ellagsäure und ein stark saurer Zellsaft. Auf Letzteren beruht die eigentliche Giftwirkung des Essigbaumes. Sie können je nach Dosis unterschiedliche Beschwerden hervorrufen.

Wirkung auf Menschen

  • Vergiftungen überwiegend durch milchigen Saft der Pflanzen
  • Hautkontakt kann bei empfindlichen Personen Hautreizungen auslösen
  • Gelangt Saft in die Augen, kann es zu Bindehautentzündung kommen
  • Bei Verzehr vor allem die Giftmenge ausschlaggebend
  • Erst Einnahme größerer Mengen Blätter oder Früchte gesundheitsgefährdend
  • Symptome wie Magenschmerzen, Durchfall, Übelkeit, Erbrechen, Kopfschmerzen und Schwindel
  • Schlimmstenfalls Nieren- und - Leberschäden möglich
  • Kinder sowie ältere und kranke Personen besonders gefährdet
  • Kontakt mit dieser Pflanze am besten vermeiden

Tipp: Anders als Kinder müssen gesunde Erwachsene beim Verzehr geringer Mengen in der Regel nicht mit Vergiftungserscheinungen rechnen.

Hilfe bei einer Vergiftung

Sind Kinder betroffen, sollten diese auf jeden Fall zeitnah einem Arzt vorgestellt werden. Bei Augenkontakt ist es ratsam, umgehend einen Augenarzt aufzusuchen. Hilfreich ist auch ein Anruf bei der Giftnotrufzentrale.

Gefährdung für Haus- und Weidetiere

Für Weidetiere bieten verschiedenste Pflanzen und Kräuter Abwechslung bei der Fütterung. Allerdings gibt es einige Gewächse, die bei Tieren zu Vergiftungen führen können, wie der Hirschkolbensumach (Rhus typhina). Viele Pflanzen, die für Menschen ungiftig sind, können auf Tiere toxisch wirken. Die Auswirkungen können von Tierart zu Tierart unterschiedlich sein und sowohl Haus-

und Kleintiere als auch Weidetiere, in diesem Falle insbesondere Pferde betreffen.

Hunde und Katzen

Für Hunde sind Teile des Essigbaumes leicht giftig. Eine Vergiftung äußert sich in Form von Magen-Darmbeschwerden wie Übelkeit, Erbrechen und Durchfall. Eine größere Gefahr stellt dieses Gehölz, insbesondere Samen, unreife Früchte und Wurzeln für Katzen dar. Bei ihnen kann es neben Magen- Darmproblemen auch zu Lähmungen bis hin zum Tod, infolge einer Atem- oder Kreislauflähmung kommen. Verantwortlich dafür sind vor allem in der Pflanze enthaltene Gerbstoffe und Säuren. Beim Auftreten jeglicher Symptome sollte ein Tierarztbesuch erfolgen.

Hamster und Meerschweinchen

Essigbaum im HerbstÄhnlich gefährdet wie Katzen sind Hamster, Meerschweinchen und andere Kleinnager, wobei Kaninchen, Ratten und Mäuse deutlich höhere Dosen vertragen. Je nach verzehrter Menge können auch die Symptome unterschiedlich stark ausgeprägt sein. So können bei Katzen, Hamstern und Meerschweinchen Magen- Darmprobleme auftreten. Zudem kann es zu Schwächeanfällen kommen. Auch für diese Tiere ist ein Tierarztbesuch empfehlenswert.

Tipp: Um dem Tierarzt die Diagnostik zu erleichtern, ist es ratsam, einen Teil der Pflanze mit dorthin zu nehmen. Das gilt übrigens für sämtliche Tierarten und alle durch Pflanzen verursachte Vergiftungen.

Pferde und Schafe

Was Schafe angeht, sollen Vergiftungen durch diese Pflanze nicht bekannt sein. Wer sichergehen möchte, sollte Essigbaumblätter sicherheitshalber nicht an Schafe verfüttern. Ganz sicher giftig sind sie jedoch für Pferde. Die verbringen den größten Teil des Tages mit Fressen. Durch Domestizierung haben die meisten Hauspferde ihren natürlichen Instinkt Giftpflanzen zu meiden, verloren. So kann es auf der Weide oder im Stall, wenn Pflanzenteile des Essigbaumes versehentlich ins Heu gelangt sind, zu Vergiftungen kommen.

Die können speziell bei Pferden zu leichten oder schweren gesundheitlichen Schäden führen, schlimmstenfalls sogar zum Tod. Dabei reagieren nicht alle Tiere gleich, einige sind wesentlich empfindlicher als andere. Ein entscheidender Faktor hierbei ist der Gesundheits- und Ernährungszustand der Tiere. Natürlich sind schlecht ernährte und kränkelnde Pferde empfindlicher, da sie dem Gift nichts entgegenzusetzen haben.

Symptome und Hilfemaßnahmen

  • Im Falle einer Vergiftung, Auftreten von Magen-Darmproblemen
  • Häufig auch heftige Koliken möglich
  • Milchsaft kann zudem Entzündungen auslösen
  • Zur Abklärung und Behandlung unverzüglich einen Tierarzt kontaktieren
  • Bereits am Telefon so viele Angaben wie möglich machen
  • Wann das Pferd was und wie viel davon, gefressen hat
  • Welche Symptome es zeigt, wie es sich verhält

Tipp: Gegebenenfalls kann der Tierarzt schon am Telefon einige hilfreiche Hinweise zur Ersten Hilfe geben. Bis er vor Ort ist, sollte man dem Tier viel Wasser zu trinken geben.

Verwechslungsgefahr

Der Hirschkolbensumach (Rhus typhina) wird teilweise mit dem Götterbaum (Ailanthus altissima) verwechselt. Giftpotenzial haben hier sowohl die Samen als auch die Rinde des Baumes. Auch die Blätter und Pollen stehen im Verdacht, Allergien auszulösen. Allerdings gibt es deutliche Merkmale, an Hand derer man diese beiden Gehölze unterscheiden

kann.

Hirschkolbensumach (Rhus typina)

  • Wuchshöhe bis fünf Meter
  • 11-31 länglich-lanzettliche Fiederblättchen
  • Ränder der Fiederblättchen gesägt
  • Triebe samtig behaart
  • Männliche Blüten mit gelblich-grünen Kronblättern
  • Weibliche mit rötlichen Kronblättern
  • Dunkelroter, kolbenartiger Fruchtstand

Götterbaum (Ailanthus altissima)

  • Wuchshöhe bis dreißig Meter
  • 20-40 Fiederblättchen, bis 90 cm lang
  • Blattrand besitzt einen Zahn
  • Blütenstand weißlich-grün
  • Intensiver, unangenehmer Geruch
  • Zweiseitig geflügelte Fruchtstände
  • Pergamentartige, hellbraune bis rötliche Flügel

Tipp: Verwechslungsgefahr besteht auch mit den hochgiftigen Verwandten des Essigbaumes aus der Familie der Sumachgewächse wie dem Giftsumach. Zum Verwechseln ähnlich ist ihm auch die ungiftige Gemeine Esche.

Quellenangaben:
https://de.wikipedia.org/wiki/Essigbaum
https://www.mein-schoener-garten.de/abc/e
https://www.baumkunde.de/Rhus_typhina/
http://www.gartendatenbank.de/wiki/ailanthus-altissima
https://botanikus.de/informatives/giftpflanzen/alle-giftpflanzen/essigbaum/
https://www.pflanzen-vielfalt.net/b%C3%A4ume-str%C3%A4ucher-a-z/g%C3%B6tterbaum/