Magnolie - MagnoliaJe nach Art und Zuchtform erreichen die Magnolien recht unterschiedliche Wuchshöhen. Bei vielen Magnolienarten handelt es sich um Großsträucher, andere wachsen als ausladende Bäume, die im Alter bis 25 Meter Höhe erreichen können. Fast alle Sorten werfen im Herbst ihr Laub ab und gehen in die Winterruhe über. Eine Ausnahme bildet die Immergrüne Magnolie, die ganzjährig ihr Laub behält. Allerdings ist diese Art dafür etwas kälteempfindlicher als andere. Stimmen Standort und Bodenverhältnisse benötigt ein Magnolienbaum keine besonderen Pflegemaßnahmen und zeigt sich recht robust.

Kurzer Steckbrief

  • botanischer Name: Magnolia
  • andere Namen: Magnolienbaum
  • bilden eine eigene Gattung innerhalb der Familie der Magnoliengewächse (Magnoliaceae)
  • wachsen eher langsam
  • lockerer Kronenaufbau
  • Wuchs: als Strauch oder Baum (3 bis 25 Meter Höhe)
  • Blüten: einige Arten im April, andere im Mai/Juni
  • meist Weiß, selten Rosa, Purpur oder gelblich

Vorkommen

Magnolien, botanisch Magnolia, wachsen als Sträucher oder Bäume in insgesamt 220 unterschiedlichen Arten. Ihr natürliches Verbreitungsgebiet reicht von Nordamerika über die Karibik und Südamerika bis nach Ostasien. Es gibt Magnolienarten, die im Herbst ihr Laub abwerfen aber auch ein paar wenige immergrüne Arten. Magnolien zählen zu den
ältesten Blühpflanzen der Erde. Zusammen mit dem nordamerikanischen Tulpenbaum bilden sie die Familie der Magnoliengewächse. Schon seit Langem haben sie ihren festen Platz als Zierpflanze in Gärten und Parks auf der ganzen Welt. Leider ist aufgrund der zunehmenden landwirtschaftlichen Nutzung ihrer Lebensräume etwa die Hälfte aller Arten in der Natur vom Aussterben bedroht.

Standort

Magnolien stammen ursprünglich aus Asien und Amerika, aber nicht zwingend auch aus gleichen Klimazonen. Während einige Arten von Natur aus bereits an eisige Winter gewöhnt sind, stammen andere aus mediterranen oder subtropischen Regionen. Diese Magnolienbäume dürfen deshalb nur in winterwarmen Regionen (wie in Weinbaugebieten) ins Freiland gepflanzt werden. Viele Neuzüchtungen dieser Magnolien werden heute mit verbesserter Winterhärte angeboten. Die meisten Magnolienarten bevorzugen einen hellen Standort im Garten, der im besten Fall auch vor der Mittagssonne schützt.
  • Lichtbedarf: eher sonnig, einige Arten lieber um die Mittagszeit beschattet
  • die meisten Arten kommen auch gut mit Halbschatten zurecht
  • Boden: humos, gute Speicherkapazität für Wasser, nährstoffreich
  • die meisten Arten bevorzugen einen sauren Boden
  • möglichst windgeschützt
  • ideal sind südöstliche und westliche Lagen

Tipp: Kleinwüchsige Magnolien können auch im Kübel kultiviert werden. In diesem Fall sind ein sehr hochwertiges Kübelsubstrat und ein ausreichend großes Gefäß notwendig. Kübelpflanzen werden kühl, aber frostfrei überwintert.

Pflanzen

Magnolie - MagnoliaDie beste Pflanzzeit für einen Magnolienbaum ist das Frühjahr. So hat die Pflanze ausreichend Zeit, sich gut im Erdreich zu verwurzeln, bevor der Winter kommt. Das Pflanzloch sollte immer sehr großzügig ausgehoben werden und der Boden mit humosem und saurem Erdreich verbessert werden.
  • Zeitpunkt: Frühjahr
  • Pflanzloch: dreifache Ballenbreite und -tiefe
  • Erdreich unten im Pflanzloch gut auflockern
  • unter den Aushub Torferde, Moorbeeterde oder Rhododendronerde mischen
  • bei sehr schweren Böden Sand oder Splitt zugeben
  • eventuelle eine Baumstütze mit einbauen
  • gut angießen
  • in den folgenden Wochen stets auf feuchten Boden achten
Tipp: Bei der Wahl der Magnoliensorte muss unbedingt auf die Platzverhältnisse im Garten geachtet werden. Während sich für kleine Gärten eine Magnolie eignet, die als Strauch wächst, benötigt ein Magnolienbaum sehr viel Platz und sollte mit ausreichendem Abstand zu Gebäuden und Grundstücksgrenzen gepflanzt werden.

Gießen

Alle Magnolienbäume reagieren sehr empfindlich auf Trockenheit. Deshalb müssen sie regelmäßig gewässert werden. Fehlt dem Gehölz über längere Zeit die Feuchtigkeit, reagiert es mit vermehrtem Blattabwurf. Die Austrocknung des Bodens kann deutlich reduziert werden, indem gleich beim Pflanzen größere Mengen humoses und damit gut Wasser speicherndes Erdreich eingearbeitet wird. Zudem schützt eine dicke Mulchschicht vor zu starker Hitze und Austrocknungen im Wurzelbereich. Besser noch als Mulch ist eine entsprechende Unterpflanzung der Magnolie mit Bodendeckern.

Tipp: Wurzelstarke Büsche und Stauden dürfen nicht unter die Magnolie gepflanzt werden, da sie mit den flach unter der Erde liegenden Wurzeln des jungen Baumes konkurrieren.

Düngen

Verzichten Sie im Pflanzjahr komplett auf zusätzliche Düngergaben. Der Magnolienbaum ist durch den Zusatz von Kompost oder Humus ausreichend mit Nährstoffen versorgt. Ab dem zweiten Jahr kann dann im Frühjahr etwas Kompost oder Hornspäne in den Boden eingearbeitet werden. Das reicht im Normalfall für die gesamte Wachstumsperiode aus. Kübelpflanzen können einmal im Monat mit hochwertigem Kübelpflanzendünger mit Nährstoffen versorgt werden.

Tipp: Arbeiten Sie den Dünger nicht mit einer Harke oder anderen scharfen Gartengeräten unter die Erde. Dabei verletzten Sie im schlimmsten Fall die flachen Wurzeln der Magnolie.

Schneiden

Magnolienbäume wachsen sehr langsam, auch wenn einige Arten im Alter stattliche Wuchshöhen erreichen können. Auf einen Rückschnitt sollte im Regelfall verzichtet werden. Einerseits benötigen die filigranen Gehölze keine Korrekturmaßnahmen, sie wachsen auch wunderbar ohne ein Eingreifen des Gärtners. Andererseits bilden sich bereits in der Vorsaison die Blütenansätze für das Folgejahr. Durch die Schnittmaßnahme wird also nicht nur der natürliche Gerüstaufbau gestört, auch die Blüte wird im nächsten Jahr deutlich dezimiert. Schneiden Sie deshalb lediglich totes oder krankes Holz heraus, um den Magnolienbaum bei bester Gesundheit zu halten.

Vermehren

Magnolie - MagnoliaMagnolien sind wunderschöne Gehölze, die allerdings im Fachhandel sehr viel Geld kosten können. Sofern Sie die Möglichkeit dazu haben, können Sie Ihren Magnolienbaum auch selbst vermehren.

Anzucht aus Samen

Viele Magnolien bilden nach der Blüte Früchte aus, in denen Samen heranreifen. Die Samen sind allerdings von einer keimhemmenden Hülle umgeben, die zunächst mit etwas scharfem Sand und Wasser abgerieben werden muss. Da Magnolienbäume zu den Kaltkeimern gehören, müssen die Samen zunächst eine Kälteperiode durchlaufen. Dazu werden sie in einen Beutel mit feuchtem Sand für mehrere Wochen in den Kühlschrank gelegt.
  • nach etwa vier Wochen beginnen die ersten Samen zu keimen
  • Keimlinge aus dem Beutel nehmen und in feuchtes Substrat stecken
  • Substrat: Kakteenerde oder Anzuchterde
  • halbschattiger Standort ohne direkte Sonne
  • Temperatur: 15 bis 20 Grad
  • übrige Samen wieder in den
    Kühlschrank legen
Im ersten Jahr kühl aber frostfrei überwintern. Im darauf folgenden Frühjahr können die Jungpflanzen an geschützter Stelle ins Freiland gepflanzt werden.

Vermehrung über Stecklinge

Bei sommergrünen Magnolien werden die Stecklinge im Frühsommer nach der Blüte geschnitten. Die Triebe der Immergrünen Magnolie dürfen erst etwas später, also im Spätsommer bis Frühherbst entnommen werden.
  • Triebspitze eines gesunden, kräftigen Triebes schneiden
  • dieser sollte nur leicht verholzt sein
  • Länge: etwa 10 bis 15 cm
  • unteres Blattpaar entfernen
  • Rinde im unteren Bereich leicht mit dem Messer abschaben
  • in feuchte Anzuchterde stecken
  • mit einem durchsichtigen Plastikbeutel abdecken
  • an halbschattigen Platz stellen (vor der Mittagssonne geschützt)
Hat der Steckling Wurzeln gebildet, kann die Plastiktüte entfernt werden. Der Steckling muss weiterhin leicht feucht gehalten werden, ohne Staunässe zu produzieren. Nach etwa vier Wochen kann die Jungpflanze in humose Erde umgetopft werden. Den ersten Winter sollte das Pflänzchen jedoch noch frostfrei überwintert werden.

Überwintern

Grundsätzlich kann man sagen, dass die meisten bei uns angebotenen Magnolienzüchtungen durchaus eine gewisse Frostresistenz aufweisen, weshalb sie problemlos in den Garten gepflanzt werden können. Etwas empfindlicher sind die Immergrünen Magnolien, allerdings gibt es heute auch eine Reihe an Sorten, die unsere Winter ohne Schäden überleben. Vorsichtshalber sollten alle Magnolienbäume, die nicht in milden Lagen kultiviert werden, einen umfassenden Winterschutz bekommen. Da die Wurzeln nur knapp unter der Erdoberfläche liegen, können sie leicht erfrieren. Vor allem Jungpflanzen sind noch etwas empfindlich.
  • Boden im Herbst gut Mulchen
  • vorzugsweise in mehreren Schichten aus Mulch, Laub und Reisig
  • Hochstämme mit einem Vlies umwickeln
  • bei gefrorenem Boden und starker Sonneneinstrahlung einen Sack oder ein Vlies ober die Krone legen
Tipp: Junge Magnolienbäume reagieren meist empfindlich auf starke Sonneneinstrahlung in den Wintermonaten. Sie sollten deshalb an klaren Tagen mit einem Jutesack oder Vlies abgedeckt werden.

Magnolienarten

Magnolie - MagnoliaFür unsere klimatischen Bedingungen in Mitteleuropa kommen die unterschiedlichsten Arten für die Kultivierung im Garten infrage. Aus gärtnerischer Sicht lassen sich diese Magnolienbäume in verschiedene Gruppen einteilen:

Blüten vor dem Blattaustrieb (Blüte im April)

  • Kobushi Magnolie (Magnolia kobus): Magnolienbaum mit Wuchshöhen bis zu 10 m, die weißen Blütenblätter sind schmal geformt und öffnen sich sehr weit, ausreichend winterhart
  • Lilienmagnolie (auch Yulanmagnolie genannt, Magnolia denudata): wächst meist strauchartig bis zu 6 m Höhe und stark in die Breite, weiße Blüten mit rosa Schlund
  • Purpurmagnolie (Magnolia liliiflora): niedrig wachsender Strauch (bis 3 m), tulpenförmige Blüten, außen purpurfarben, innen Weiß
  • Sternmagnolie (Magnolia loeberni): wächst im Gegensatz zur gleichnamigen Magnolia stellata (auch als Sternmagnolie bekannt) nicht als Strauch, sondern Baum mit Wuchshöhen bis zu 8 m, schmale Blütenblätter, gute Winterhärte
  • Weidenblättrige Magnolie (Magnolia salicifolia): Laub abwerfender Baum bis zu 10 m Wuchshöhe, kegelförmiger Wuchs, lanzettige Blätter, schmale, weiße Blütenblätter, benötigt einen sauren Boden

Blüten nach dem Blattaustrieb (Mai/Juni)

  • Berg-Magnolie (Magnolia fraseri): sommergrüner Baum mit 8 bis 10 m Wuchshöhe (in Ausnahmefällen bis 20 m), cremeweiße Blüten mit 10 bis 20 cm Durchmesser, ausreichend frosthart, bevorzugt sauere Böden
  • Gurkenmagnolie (Magnolia accuminata): wächst als sommergrüner Baum bis zu 20 m Wuchshöhe, die Wildform bildet 5 cm lange, gurkenförmige rote Früchte, Blüte in Gelbgrün, bevorzugt saure Böden, toleriert aber auch kalkhaltige Böden, ausgesprochen winterharter Magnolienbaum
  • Schirmmagnolie (Magnolia tripetala): sommergrüner, oft mehrstämmiger Baum, wächst bis zu 10 m Höhe, große Blätter am Ende der Triebe bilden einen Schirm, cremeweiße Blüten mit schmalen Blütenblättern, duftend, rosa Früchte, sehr gut winterhart
  • Siebolds Magnolie (auch Sommermagnolie genannt, Magnolia sieboldii): aus Japan stammender Baum mit Wuchshöhen bis zu 7 m, häufiger als Strauch erhältlich, weiße tulpenförmige Blüten erscheinen spät (Juni) und hängen leicht herab, benötigt sauren Boden
  • Honoki-Magnolie (Magnolia obovata): sommergrüner Baum mit Wuchshöhen zwischen 15 und 25 m, aufrechte, hellgelbe Blüten, gut frostresistent

Besondere Magnolienarten

Immergrüne Magnolie (auch Großblütige Magnolie genannt, Magnolia grandiflora):
  • weiße Blüten von Mai bis Juli, bis zu 25 cm Durchmesser
  • je nach Sorte zwischen 8 und 25 Meter Wuchshöhe
  • einige Sorten sind nicht frostresistent
Campbells Himalaya-Magnolie (auch Weichhaarige Himalaya-Magnolie, Magnolia campbelli)
  • sommergrüner Baum mit breiter, kegelförmiger Krone
  • Wuchshöhen bis 15 m
  • kaminrote Blüte bis 20 cm Durchmesser im Februar
  • stammt aus Nepal
bei uns nicht ausreichend winterhart (bis -7 Grad)
  • deshalb besser für wintermilde Regionen geeignet

Krankheiten und Schädlinge

Für die Gesundheit des Magnolienbaumes ist der richtige Standort von entscheidender Bedeutung. Gut eingewachsene Magnolien sind sehr robust, was Krankheiten angeht. Dennoch kann das Gehölz von Schädlingen oder Erregern befallen werden. Am häufigsten findet man an Magnolien:

Mehltau

Während der Echte Mehltau bevorzugt in trockenen Hitzeperioden auftritt, ist der Falsche Mehltau vorwiegend bei anhaltender Feuchtigkeit anzutreffen. Gelbliche bis gräuliche Flecken sowie eingerollte Blätter deuten auf einen Befall hin. Beste Chancen bestehen, wenn frühzeitig die geschädigten Triebe zu entfernt werden. Zudem gibt es verschiedene chemische oder biologische Mittel zur Bekämpfung.

Blattfleckenkrankheit

Verursacht wird diese Erkrankung durch das Bakterium Pseudomonas syringae, das vor allem bei feuchtkalter Witterung auftritt. Zu erkennen ist eine Infektion an den schwarzen Flecken auf den Blättern. Befallene Triebe können komplett absterben. Deshalb müssen diese Zweige und Äste frühzeitig bis ins gesunde Holz zurückgeschnitten werden. Da die Bakterien im Laub überwintern, sollte dies im Herbst sorgfältig entfernt und im Hausmüll entsorgt werden.

Weiße Fliege

Dieser Schädling legt seine Eier an der Blattunterseite der Magnolie ab. Die Larven ernähren sich von den Blattsäften und schädigen das Gehölz nachhaltig. Weiße Fliegen können mit natürlichen Fressfeinden wie der Schlupfwespe bekämpft werden (im Fachhandel erhältlich).

Fazit
Magnoliengewächse gehören zu den faszinierendsten Blütengehölzen in unseren Gärten. Jedes Jahr erfreuen sie ihren Gärtner durch ein wahres Blütenmeer. Für fast jeden Garten ist eine passende Magnolie erhältlich, egal, ob als riesiges Solitärgewächs in großen Gärten, als Blühstrauch für kleinere Anlagen oder als Kübelpflanze für Terrasse und Balkon.