Niedrig wachsende Zwerg- oder Krüppelkiefern geben in Steinanlagen und Heidegärten ein besonders attraktives oder bizarres Bild ab. Mit ihrer außergewöhnlichen Wuchsform haben sich die Gehölze an harsche Bedingungen angepasst. Sie wachsen natürlich an exponierten Standorten, die von starken Winden beeinflusst werden. Mittlerweile gibt es verschiedene Sorten, die zu einem Zwergwuchs gezüchtet wurden. Sie alle lassen sich auf ähnliche Weise zurückschneiden.

Hinweise zum Schnitt

Normalerweise benötigen Zwergkiefern keinen Rückschnitt. Um eine bestimmte Form zu erreichen oder ein gesundes

Wachstum zu fördern, können Schnittmaßnahmen eine sinnvolle Pflegeergänzung sein. Je häufiger Sie die Gehölze beschneiden, desto buschiger wachsen sie. Bei älteren Kiefern reicht ein Schnitt alle drei Jahre aus. Desinfizieren Sie das Schneidwerkzeug vor der Nutzung, damit sich keine Bakterien, Viren oder Pilze in der Wunde ansiedeln. Setzen Sie die Klinge möglichst vertikal an, denn so perlen Wassertropfen ab und sammeln sich nicht auf der Wunde an. Die Schnittvarianten können bei allen Zwergkiefern angewendet werden, unabhängig von Art und Sorte. Die Bezeichnung Zwergkiefer wird für unterschiedliche Gehölze verwendet:
  • Pinus pumila: Japanische Zwerg-Kiefer - strauchförmig wachsende Kiefer
  • Pinus mugo var. pumilio: Kriechkiefer oder Zwergkiefer - zwergwüchsige Form der Bergkiefer
  • Pinus mugo 'Mops' und 'Benjamin': niedrig wachsende Sorten der Bergkiefer
  • Pinus mugo var. mughus: Krüppelkiefer - Bergkiefer mit niederliegenden bis aufsteigenden Stämmen

Auslichten zum Verjüngen

Gelegentlich kann es notwendig sein, dass die Zwergkiefer einem Verjüngungsschnitt unterzogen werden muss. Das ist der Fall, wenn der Unterwuchs mehr Licht abbekommen soll oder vereinzelte Äste kränkeln. Die Jahreszeit spielt bei dieser Schnittmaßnahme eine untergeordnete Rolle. Sägen Sie entsprechende Äste bei Bedarf ab. Nach einem drastischen Rückschnitt sehen die Gehölze meist nicht mehr ansehnlich aus. Wenn die Gestalt der Zwergkiefer weniger attraktiv erscheint, empfiehlt sich ein Formschnitt. So gehen Sie beim Verjüngungsschnitt vor:

  • kranke oder abgestorbene Äste bis zur Basis absägen
  • bei überkreuzten Ästen das schwächere Exemplar entfernen
  • Äste kappen, die andere Triebe behindern

Hinweis: Kiefern bilden nach

dem Entfernen kompletter Äste keine neuen Triebe am Stamm. Gehen Sie deswegen bei allen Schnittmaßnahmen vorsichtig vor und entfernen Sie nur so viel wie nötig.

Gestaltung durch Formschnitt

Um den kompakten Wuchs der Gehölze zu fördern, sollten Sie Ihre zwergwüchsige Kiefer regelmäßig einem formenden Schnitt unterziehen. Das Frühjahr eignet sich am besten für diese Maßnahme, denn dann sind die Kerzentriebe noch weich und wenig verholzt. Sie können diese Triebe im Mai mit einem Fingernagel abknipsen. Direkt an der Wunde bildet das Gehölz noch im selben Jahr frische Knospen und kleine Nadeln. Insgesamt sollten Sie die Triebe nicht mehr als zwei Drittel einkürzen, damit der Strauch neue Seitentriebe bildet und buschiger wächst. Je öfter Sie die Kerzen einkürzen, desto schlechter wächst Ihre Kriechkiefer. Alle Varietäten von Pinus mollugo erweisen sich als robust und können regelmäßig diesem Gestaltungsschnitt unterzogen werden.

Tipp: Beim Pinzieren werden die Jungtriebe auf die Hälfte zurückgeschnitten, sodass sich an den Triebenden neue Knospen und Verzweigungen bilden. Auf diese Weise bremsen Sie das Höhenwachstum und erzielen eine besonders gedrungene Form.

Hochstamm durch Aufasten

Um ein Bäumchen mit Krone zu ziehen, müssen Sie das Gehölz aufasten. Bei dieser Methode werden die unteren Äste bis zum Stamm eingekürzt. In welcher Höhe die Krone ansetzt, hängt von der Größe Ihrer Kiefer ab. Das Verhältnis zwischen Stamm und Krone sollte ausgewogen erscheinen. Beachten Sie, dass das Gehölz nach dieser Schnittmaßnahme extrem viel Harz produziert. Es dient dem Wundverschluss und sorgt dafür, dass sich die Schnittstelle nicht infiziert. Sollte der Stamm unschön wirken, können Sie diesen mit Rankpflanzen wie Efeu oder Kletterrose begrünen. Um den Harzaustritt möglichst gering zu halten, sollten Sie das Gehölz im Spätwinter schneiden. Vor der neuen Vegetationsperiode hält sich der Saftfluss noch in Grenzen.

Mini-Baum durch Bonsaigestaltung

Kiefer als Bonsai

Eine Zwergkiefer zum Bonsai zu formen ist zeitaufwendig und benötigt Fingerspitzengefühl. Jeder Zweig muss individuell betrachtet werden, da das Gehölz nach einem undurchdachten Auslichten nicht wie gewünscht austreibt. Die Grundstruktur wird im Mai gestaltet, indem Sie jede einzelne Kerze

bearbeiten. Diese Formung geschieht mit der speziellen Technik des Abdrehens. Knicken Sie die Stelle, bis zu der Sie den Trieb abdrehen möchten, leicht ein. Durch sanfte Drehbewegungen wird das Triebstück abgenommen. Achten Sie darauf, dass die Kerze nicht vollständig entfernt wird. Etwa einen halben bis einen Zentimeter sollte am Zweig belassen werden. Im weiteren Jahresverlauf benötigt der Bonsai weitere Schnittmaßnahmen:
  • Gestaltungsschnitt der Nadeln zwischen Juli und August
  • alte Nadeln des Vorjahres oder braune Nadeln im Oktober zupfen
  • unerwünschte Knospen im Herbst mit einer Pinzette entfernen
  • im folgenden Frühjahr erneut Knospen bearbeiten

Wurzelschnitt

Bei einer Kultivierung im Kübel oder der Bonsaigestaltung ist ein regelmäßiger Rückschnitt der Wurzeln empfehlenswert. Dadurch bleibt das Gehölz kompakt und gesund. Die Wurzeln werden im Rahmen des Umtopfens beschnitten, was alle zwei bis fünf Jahre im Frühjahr erfolgen kann. Orientieren Sie sich beim Schnitt an der Krone. Zwischen Wurzelgeflecht und Blattmasse sollte ein ausgewogenes Verhältnis bestehen, damit das Gehölz sämtliche Nadeln ausreichend mit Wasser und Nährstoffen versorgen kann.