Die Pfingstrose ist für Garten und Balkon eine wahre Zierde, da vor allem die großen Blüten dekorativ wirken. Durch die entsprechenden Maßnahmen kann die Pflanze lange Zeit neue Knospen ausbilden.

Standort

Die Basis für das gute Gedeihen der Pfingstrose ist der richtige Standort. Dieser sollte die folgenden Kriterien erfüllen:

  • sonnig und warm ohne pralle Mittagssonne
  • windgeschützt
  • entfernt von größeren Gewächsen mit weiträumig wachsenden Wurzeln

Ideal sind also beispielsweise die Südseite des Gartens nahe einer Mauer oder ein Südbalkon.

Tipp: Pfingstrosen im Kübel zu kultivieren kann es einfacher machen, den richtigen Standort zu finden. Hierdurch kann das Gewächs beispielsweise bei verschiedenen Wetterlagen jeweils an einen geschützteren Platz gestellt werden.

Substrat

Damit die Paeonia widerstandsfähig ist und ausreichend versorgt wird, muss die Erde auf die Bedürfnisse der Pflanze abgestimmt werden. Die Pfingstrosen benötigen Substrat, dass die folgenden Eigenschaften aufweist:

  • durchlässig
  • hoher Lehmanteil
  • nährstoffreich

Gut geeignet ist daher Lehmboden, der mit Sand, Kies oder Kokosfasern aufgelockert wird. Eine Anreicherung an Nährstoffen kann durch Volldünger für Blühpflanzen oder mit gut verrottetem Kompost erfolgen.

Pflanzen

Die Pfingstrose kann sowohl im Frühjahr als auch im Herbst gepflanzt werden. Das Vorgehen ist in beiden Fällen weitestgehend gleich. Es sollten lediglich die folgenden Schritte und Faktoren beachtet werden:

Temperatur

Das Einpflanzen sollte an einem frostfreien Tag erfolgen. Da sowohl im Frühjahr als auch im Herbst mit Frost gerechnet werden muss, ist es günstig, die Pflanzen im Frühjahr möglichst spät und im Herbst möglichst früh einzusetzen.

Vorbereitung

Als

Vorbereitung für das Pflanzen sollte ein Loch ausgehoben werden, dass zweimal so breit und tief ist, wie der Wurzelballen. Zudem sollte das Substrat passend aufbereitet und mit Nährstoffen angereichert sein. Gegebenenfalls ist es sinnvoll, eine Drainage zu legen. Hierdurch wird Staunässe vorgebeugt.

Andrücken

Auch wenn die Erde durchlässig sein soll, muss die oberste Schicht gut angedrückt werden. Denn zu lockere Erde kann die Wurzeln empfänglich für Schäden werden lassen.

Pfingstrosen - Paeonia officinalis

Angießen

Direkt nach dem Einpflanzen sollte die Pfingstrose gut angegossen werden. Das gilt auch weiterhin im gesamten ersten Standjahr. Bei der Freilandkultur hat das Gewächs danach genug Wurzelmasse ausgebildet, um sich außerhalb langer Trockenzeiten selbst zu versorgen.

Schutz

Aufgrund der Frostgefahr sowohl im Frühjahr als auch im Herbst sollte die Pfingstrose entsprechend geschützt werden. Eine Auflage aus Stroh, Rindenmulch, Reisig oder das Überstülpen einer Kunststoffhaube können Frostschäden verhindern.

Gießen

Im ersten Standjahr ist es entscheidend, die Pflanzen ausreichend mit Wasser zu versorgen. Gut geeignet hierfür sind:

  • gefiltertes oder weiches Leitungswasser
  • gesammeltes Regenwasser
  • Teichwasser

Auch Aquarienwasser kann verwendet werden. Wichtig ist, dass es sich um kalkarmes Wasser handelt. Nach dem ersten Standjahr sind die Wurzeln so tief gewachsen, dass eine regelmäßige Wassergabe nicht mehr erforderlich ist. Sie kann sich auf das Gießen nach Bedarf in Trockenzeiten beschränken.

Düngen

Pfingstrosen benötigen einen nährstoffreichen Boden. Die Paeonia sollten daher regelmäßig gedüngt werden. Empfehlenswert ist eine Nährstoffgabe im zeitigen

Frühjahr, wenn der Austrieb beginnt. Geeignet hierfür sind:
  • Komposterde
  • kompostierter Stallmist
  • Hornmehl oder Hornspäne
  • organischer Staudendünger

Tipp: Zusätzlich zu der Gabe im Frühjahr kann einmal monatlich Kaffeesatz leicht in die obere Erdschicht eingearbeitet werden. Das Gießen mit Teichwasser oder Aquarienwasser trägt ebenfalls zur Nährstoffversorgung bei.

Verschnitt

Pfingstrosen - Paeonia officinalis

Bei den Pfingstrosen gestaltet sich der Verschnitt sehr einfach. Es reicht aus, nach dem Verblühen die verwelkten Blüten abzuschneiden und alle Triebe Ende Oktober oder Anfang November eine Handbreit über dem Boden zu kürzen. Hierdurch wird einerseits vermieden, dass die Paeonia Eintrittspforten für Krankheitserreger und Parasiten aufweist. Zum anderen wird ein starker Austrieb im Frühjahr gefördert.

Kultur im Kübel

Bei der Kübelkultur gibt es leichte Abweichungen in Bezug auf die Pflege der Paeonia. Da weniger Substrat zur Verfügung steht, sind verschiedene Maßnahmen erforderlich. Dazu gehören unter anderem:

  • Düngung aller drei bis vier Wochen
  • frostfreie Überwinterung
  • regelmäßiges Gießen
  • Umtopfen spätestens aller zwei Jahre

Zudem muss darauf geachtet werden, dass keine Staunässe entsteht. Das Einbringen einer Drainageschicht am Boden des Pflanzgefäßes kann dem vorbeugen. Hierzu eignen sich grober Kies, Steine oder Keramikscherben.

Vermehrung

Zur Vermehrung der Pfingstrose stehen zwei Möglichkeiten zur Verfügung. Dabei handelt es sich zum einen um die Teilung der Pflanze, zum anderen die Aussaat.

Bei dem Umtopfen oder Umpflanzen der Pfingstrose besteht der Vorteil darin, dass sich die Erfolge deutlich schneller zeigen. Die Gewächse blühen schneller und erholen sich von der Maßnahme auch in kürzerer Zeit. Dafür muss allerdings die große Mutterpflanze geteilt werden, was zumindest vorübergehend eine optische Einbuße mit sich bringt.

Hinweis: Das Aussäen von Samen nimmt mehr Zeit in Anspruch und erfordert einen größeren Aufwand. Dafür wird das Gewächs jedoch geschont.

Überwinterung

Sofern die Pfingstrosen rechtzeitig im Freiland kultiviert werden, reicht ein leichter Schutz aus. Dieser kann aus einer Auflage auf der Erde oder einer Abdeckung bestehen.

Wird die Pfingstrose hingegen im Kübel kultiviert, sollte sie frostfrei überwintert werden. Ist eine Unterbringung im Haus nicht möglich, kann eine Isolierung sinnvoll sein. Eine Unterlage aus Styropor oder einer Palette sind dafür angeraten, ebenso wie das Ummanteln mit Vlies.

Pflanznachbarn

Ideale Pflanznachbarn für die Paeonia sind Stauden, die die gleichen Ansprüche

aufweisen. Das heißt also, sonnige Standplätze und eine durchlässige aber nähstoffreiche und leicht lehmige Erde benötigen.

Das gilt unter anderem für:

  • Frauenmantel
  • Rittersporn
  • Storchschnabel
  • Türken-Mohn

Krankheiten

Krankheiten an den Pfingstrosen lassen sich oftmals auf Pflegefehler zurückführen. Denn sind die Pflanzen geschwächt oder die Kulturbedingungen nicht optimal, können Keime leichter eindringen.

Pfingstrosen - Paeonia officinalis: Krankheiten

Blattfleckenkrankheit

Bei der Blattfleckenkrankheit treten hell- bis dunkelbraune Flecken auf den Blättern auf. Sie vertrocknen oder verwelken in der Folge. Eine frühzeitige Entfernung ist in jedem Fall angeraten. Zusätzlich kann ein Fungizid einsetzt werden.

Grauschimmel

Grauschimmel ist mit Abstand die häufigste Erkrankung bei Pfingstrosen. Das Risiko dafür steigt, wenn:

  • der Boden verbraucht ist
  • nicht ausreichend Abstand zwischen den Pflanzen gegeben ist
  • Staunässe besteht
  • warm-feuchtes Wetter herrscht, wie beispielsweise im Frühjahr

Knospen und ganze Triebe können sich braun verfärben und absterben. In diesen Fällen ist es wichtig, verwelkte Pflanzenteile so weit wie möglich abzuschneiden und ebenfalls ein Fungizid einzusetzen. Zudem ist eine Anpassung der Pflege, beispielsweise durch einen größeren Abstand, das Ausdünnen von Trieben und das Legen einer Drainage sinnvoll.

Welkekrankheit

Bei der Welkekrankheit werden Knospen und Triebe braun und verwelken. Allerdings handelt es sich bei diesen Anzeichen lediglich um die sichtbaren Symptome. Das grundlegende Problem findet sich jedoch unter der Erde, da die Wurzeln absterben. Wiederum zeigen sich fehlende Nährstoffe und eine zu hohe Feuchtigkeit verantwortlich.

Um das Gewächs zu retten, sind die folgenden Schritte erforderlich:

  1. Pflanze ausgraben und das Substrat entfernen.
  2. Abgestorbene Wurzeln mit einem scharfen sauberen Messer oder einer desinfizierten Schere entfernen.
  3. Damit die Schnittstellen abtrocknen können, sollten sie einige Stunden außerhalb der Erde gelagert werden. Zudem kann ein Fungizid zum Einsatz kommen.
  4. Um einen erneuten Befall zu verhindern, muss das Substrat ausgewechselt und durchlässiger gestaltet werden.

Tipp: Erkrankte Pflanzenteile und mit Sporen versetzte Erde sollten über den Hausmüll entsorgt und nicht auf den Kompost gegeben werden. Erde lässt sich allerdings auch durch Hitze, beispielsweise im Backofen, desinfizieren.

Schädlinge

Läuse, Raupen und Schnecken stellen kein Problem für die Pfingstrosen dar. Gelegentlich finden sich zahlreiche Ameisen an Gewächsen, die jedoch kaum Schäden erzeugen.