Kleidermotten beziehungsweise Textilmotten bevorzugen Kleidungsstücke mit tierischen Fasern. Wolle, Pelze, Mischgewebe aber auch Daunen und Haar stehen auf ihrem Speiseplan. Die sichtbaren erwachsenen Motten sind dabei unproblematisch. Die Larven stellen hingegen eine nicht zu unterschätzende Gefahr dar, da sie oftmals lange Zeit unbemerkt erhebliche Schäden anrichten können. Doch wie kann dem vorgebeugt und sie beseitigt werden?

Lebensweise der Textilmotte

Die weibliche Kleidermotte legt pro Fortpflanzungszyklus bis zu 250 Eier ab. Aus den Eiern schlüpfen Larven, die sich nach und nach zu Raupen verpuppen. Für diese Entwicklung benötigen die Insekten Keratin. Diese

organische Substanz ist in tierischen Substanzen enthalten. Darunter:
  • Wolle
  • Pelz
  • Haar
  • Nägel beziehungsweise Krallen
  • Hautschuppen
  • Daunen und Federn

Andere Materialien wie Leder, pflanzliche Fasern und Kunstfasern werden ebenfalls zerstört, können von den Faltern aber nicht verwertet werden. In ihnen finden sich daher häufig nur geringere Fraßspuren. Kleidungsstücke aber auch Polstermöbel, textile Einbände bei Büchern oder Schuhe können durch diese Fraßspuren jedoch ebenfalls zerstört werden oder zumindest erhebliche Schäden davontragen.

Mottenpapier als Gegenmaßnahme

Eine wirksame Gegenmaßnahme bei Kleidermotten und ähnlichen Parasiten, wie Pelzkäfern, stellt das sogenannte Mottenpapier dar. Bei diesem handelt es sich um einzelne Papierblättchen, die in Transfluthrin getränkt sind und daher ihre Wirkung aufweisen. Im Gegensatz zu Mottenkugeln sind die Papierblättchen für die menschliche Nase geruchslos. Für Tiere hingegen nicht.

Kleidermotte - Textilmotte - Tineola bisselliellaZwei weitere Vorteile an dem speziellen Papier sind neben seiner abschreckenden Wirkung und dem fehlenden Geruch auch die Vielseitigkeit und Einfachheit beim Einsatz. Das Papier kann sowohl vorbeugend als auch bei einem bereits bestehenden Befall verwendet werden. Ein einfaches Anbringen an dem betreffenden Kleidungsstück reicht aus. Bei den Vorteilen des Mottenpapiers handelt es sich um die folgenden Punkte:

  • einfache Anwendung und Handhabung
  • nicht gesundheitsschädlich
  • geruchsneutral für Menschen
  • leicht dosierbar
  • geeignet zur Vorbeugung und bei einem Befall
  • kann in Kombination mit anderen Mitteln und Maßnahmen verwendet werden
  • lange Dauer der Wirkung von sechs bis acht Monaten

Mottenpapier anwenden

Die Anwendung des Mottenpapiers ist verhältnismäßig einfach. Die einzelnen Blättchen werden lediglich

gemeinsam mit dem Kleidungsstück an einen Kleiderbügel gehangen oder bei gefalteten Textilien zwischen die einzelnen Lagen gelegt. Obwohl das Mottenpapier nicht gesundheitsschädlich ist, können bei direktem Kontakt dennoch Reizungen auftreten.

Daher sollte die mit Wirkstoffen versehene Fläche nicht direkt berührt beziehungsweise im Anschluss die Hände gründlich gewaschen werden, um Rückstände zu entfernen. Wahlweise können also Handschuhe getragen, Mottenpapierblättchen mit einem wirkstofffreien Griffstreifen verwendet oder aber die Hände lange und gründlich mit Wasser und Seife gereinigt werden.

Tipp: Es sollte dringend darauf geachtet werden, dass nach einem Kontakt mit den Wirkstoffen nicht an den Augen gerieben oder die Schleimhäute berührt werden. Denn diese reagieren deutlich empfindlicher auf die konzentrierten Wirkstoffe.

Alternativen zum Mottenpapier

Abgesehen von den Mottenpapierblättchen finden sich auch einige andere Alternativen, die die Insekten fernhalten beziehungsweise vertreiben oder auch fangen können. Zu diesen gehören unter anderem Produkte mit Lavendel und Zedernholz aber auch Pheromon- und Klebefallen. Bei den Fallen handelt es sich um Streifen, die mit einer klebrigen Substanz und Lockstoffen versehen sind. Die Lockstoffe ziehen die Falter an und vermitteln ihnen, dass ein Fortpflanzungspartner in der Nähe ist. Sobald sie sich auf die Falle setzen, bleiben sie darauf kleben und können weder Fraßschäden anrichten noch für weiteren Nachwuchs sorgen.

Mottenbefall vorbeugen

Wie so oft gilt auch bei einem Befall mit Kleidermotten: Vorbeugen ist besser als Heilen - oder in diesem Fall - besser als sie zu bekämpfen. Hierzu bieten sich verschiedene Möglichkeiten, wobei das Wirkstoff-bewährte Mottenpapier ebenfalls zum Einsatz kommen kann. Sinnvolle Maßnahmen sind unter anderem:

Gründliche Reinigung oder Wäsche

Kleidermotte - TextilmotteBevor Textilien für eine Saison eingelagert werden, sollten sie gründlich gereinigt und gewaschen werden. Hautschuppen, (Fell-)Haare und Gerüche werden dadurch entfernt und die Kleidung oder andere Textilien werden dadurch weniger anziehend für Motten und ihre Larven.

Luftdicht verpacken

Vakuum- oder zumindest luftdicht verpackte Textilien lassen sich deutlich platzsparender und sicherer einlagern. Verschmutzungen aber auch Schädlinge gelangen somit nicht an die Kleidungsstücke und ihre Lebensdauer kann deutlich verlängert werden.

Matratzen und Polstermöbel schützen

In einigen Matratzen werden noch immer tierische Fasern, wie beispielsweise Rosshaar verwendet.

Hinzu kommt, dass durch die Verwendung durch den Menschen Hautschuppen, Haare und Gerüche auf die Textilien übergehen, die Motten anlocken können. Mottenpapierblättchen können unter Matratzen und Polstermöbel gelegt oder an sie gesteckt werden, um einem Befall vorzubeugen.

Regelmäßig kontrollieren

Eingelagerte Textilien sollten hin und wieder genau überprüft werden. Larven, Motten und Kokons fallen bei diesen Kontrollen auf und es können schneller Gegenmaßnahmen ergriffen werden.

Mottenbefall beseitigen

Ist es bereits zu einem Befall durch die Textilmotte gekommen, können noch immer alle vorbeugenden Maßnahmen ergriffen werden. Zusätzlich sollten jedoch auch eine gründliche Reinigung und Kontrolle erfolgen. Als wirksam gegen den Mottenbefall haben sich die folgenden Vorgehensweisen erwiesen:

  • Dampfreinigung
  • alle Textilien kontrollieren und so heiß wie möglich waschen oder für einige Tage einfrieren
  • Mottenpapierblättchen und -Klebefallen ausbringen

Durch diese Maßnahmen und Mittel kann auch ein ausgeprägter Befall vergleichsweise schnell beseitigt werden. Da die Larven zu unterschiedlichen Zeiten schlüpfen, sollte eine wöchentliche Kontrolle erfolgen und die Fallen erst nach mehreren Wochen entfernt werden. Ein Austausch des Mottenpapiers ist aller sechs Monate empfehlenswert.