Nützlinge im Garten einsetzen

Die Alternative Nützlinge im Garten, zu den herkömmlichen chemischen Pflanzenbehandlung - und Düngemitteln, setzt natürlich einiges Wissen voraus. Ein Umdenken ist erforderlich um überhaupt Nützlinge in einen Garten zu bekommen. Das Betreiben einseitigen Artenspektrums, die radikale Vernichtung von jeglichem Unkraut und die Vertreibung unliebsamer tierischer und pflanzlicher Besucher, sind schlechte Voraussetzungen um Nützlinge bei sich zu beheimaten.

Bei der Regulierung von Schadenserregern könnten uns einige Tierarten durchaus helfen. Sie kommen in der Natur vor und durch eine nützlingsfreundliche Gestaltung unseres Gartens werden sie von ganz allein kommen und ihre Arbeit verrichten.

Ein weiterer Punkt den ich erwähnen möchte, ist das Beobachten und gleichzeitige Lernen des natürlichen Zusammenspiels Von Tieren und Pflanzen im Lebensraum Garten. So spielt zum Einen, das Nahrungsnetz eine wichtige Rolle in einem Ökosystem. Die unterschiedlichen Gruppen im Nahrungsnetz haben Eigenschaften, die wir an Nützlingen wertschätzen. Räuber wie zum Beispiel Larven, erbeuten Schädlinge, Erwachsene Tiere ernähern sich von Pollen uns Honigtau. Weitere Jäger sind Spinnen, Vögel, Fledermäuse und Eidechsen. Parasiten und Mikroorganismen (Pilze, Bakterien, Viren) sind ebenfalls Schädlingsvernichter, da sie sich in einem Wirtstier entwickeln und es töten.

Es gibt eine Vielzahl von Möglichkeiten Nahrungsnetze mit all diesen Vertretern in einen Garten zu bekommen. Hier einige Grundvoraussetzungen. Um Nützlinge zu schonen sollte gegen geringen Schädlingsbefall nicht sofort eine chemische Substanz eingesetzt werden, Blattläuse sollten am Leben gelassen werden, damit Marienkäfer eine größere Plage verhindern können. Sind keine Läuse da, kommt kein Marienkäfer. Eine abwechslungsreiche Struktur der Bepflanzung, möglichst einheimische, bietet den Nützlingen Nahrung. Unterschiedliche Blühzeiten sorgen für eine lange lückenlose Blühperiode. Da viele Nützlinge in Stauden überwintern, sollten sie erst im Frühjahr zurückgeschnitten werden. Bodenstreu und Mulchschichten auf Rabatten und unter Hecken, bieten Nützlingen eine ideale Unterschlupfmöglichkeit, auch das Überwintern ist hier für sie möglich. Igel, Mauswiesel, Hermelin und Iltis, wichtige Gegenspieler von Feld - und Wühlmäusen, überwintern gern in großen Laubhaufen, er sollte in einem bestimmten Teil des Gartens liegen bleiben. In der Sonne liegende Steinhaufen sind ideale  Schlupfmöglichkeiten für Molche, Käfer und Spitzmäuse. Es gibt noch viele weitere Möglichkeiten sich die kleinen Helfer in den Garten zu holen.
Eine kleine Schöpfung der Natur ist ein ernstes Problem für den Gärtner und seine grünen Pflanzen: die Spinnmilbe. Ist sie im Anmarsch, ist kein Blatt vor ihr sicher. Doch die Natur hat uns auch gleich eine Lösung mitgeliefert: die Raubmilbe.
MotteMotten werden in jedem Haushalt zu einer wahren Plage, die ohne Hilfe so gut wie gar nicht zu kontrollieren ist. Falls keinerlei Chemie in den betroffenen Räumlichkeiten eingesetzt werden soll, sind Schlupfwespen die optimale Lösung der Mottenproblematik.
WeinschnittSie sind winzig und doch höchst effektiv in der Schädlingsbekämpfung: Raubmilben, kleine Spinnentiere, die sich von allerlei anderem Getier ihrer Größenordnung ernähren. Dadurch leisten sie einen enormen Beitrag zur Schädlingsbekämpfung und gehören auch im großen Maßstab (v. a. im Weinbau) zu den schützenswerten Nützlingen.
SchneckeDie einen sagen Nematoden, andere kennen sie unter dem Begriff Fadenwürmer. Dieser Name wurde bewusst gewählt, denn es handelt sich um hauchdünne Tierchen, die mit dem bloßen Auge gar nicht zu erkennen sind.
FlorfliegeRosen sind zum Beispiel nicht nur Lieblingsgewächse vieler Menschen, sie gehören auch zu den bevorzugten Pflanzen von Blattläusen. Diese zapfen unter anderem auch die einzigartigen Rosen mittels eines Stechrüssels an und schwächen so ihre jeweilige Wirtspflanze erheblich.
MarienkäferDes Marienkäfers Leibspeise sind Blattläuse. Sein ganzes Leben lang ernährt er sich hauptsächlich von diesen. Besonders die Larven sind gefräßig und vertilgen im Larvenstadium, welches 3 Wochen währt, 400 bis 600 Blattläuse pro Tier.