2003 wurde die Feldgrille zum Insekt des Jahres gewählt. Ihr Zirpen ist immer seltener zu hören. In warmen, trockenen Sommern tritt sie stellenweise gehäuft auf. Wie kann man sie bekämpfen?

Feldgrillen erkennen

  • botanischer Name: Gryllus campestris
  • gehört zur Familie der Echten Grillen
  • Farbe: schwarz mit gelb gezeichneten Flügeln
  • auffallend großer, runder Kopf
  • Länge: 20 bis 26 Millimeter
  • Erkennungsmerkmal: lautes Zirpen
  • sehr schreckhaft
  • lebt in selbst gegrabenen Erdhöhlen, bevorzugt auf Trocken- und Magerrasen

Zirpen

Das auffällige Zirpen der Feldgrillenmännchen entsteht durch das rasche gegeneinander Bewegen der Flügel. Die Musik der Feldgrillen ist von Mai bis Juli zu hören. Grillenmännchen zirpen so laut, dass sie im Umkreis von 50 Metern wahrgenommen werden können. Auch Feldgrillenweibchen können zirpen. Ihr Gesang ist jedoch für das menschliche Gehör nicht

wahrnehmbar.

Feldgrillen bekämpfen?

Die Feldgrillen stehen in Deutschland auf der Roten Liste gefährdeter Arten! Auch wenn das beeindruckende schwarze Insekt in Süddeutschland stellenweise vermehrt auftritt, ist ihr Bestand durch den Rückgang unbewirtschafteter, naturnaher Grünflächen extrem bedroht. Wer eine Grille der Sorte Gryllus campestris im Garten bemerkt, sollte sich freuen. Ihre Anwesenheit ist ein Zeichen für einen gesunden Biotop.

Hinweis: Die größten Feinde der Feldgrille sind die intensive Landwirtschaft, der Einsatz von Chemikalien und die Verdrängung von Trockenrasenflächen zugunsten neuer Siedlungsgebiete.

Was fressen Feldgrillen?

Feldgrillen sind Allesfresser. Zu ihrer Nahrung gehören

  • Wurzeln
  • Kräuter
  • Blätter
  • Kadaver von Insekten
  • kleine Bodentiere wie Milben und Käfer

Feldgrillen stehen auf dem Speiseplan vieler heimischer Tiere, z.

B.

  • Vögel
  • Reptilien
  • Mäuse
  • Füchse

Feldgrille - Gryllus campestris

[xulescu_gGryllus campestris (35634613106), bearbeitet von Hausgarten, CC BY-SA 2.0]

Feldgrillen haben kaum Verteidigungsmöglichkeiten. Ihre Beißwerkzeuge sind zwar scharf und kräftig, jedoch haben sie damit keine Chance, sich gegen Vögel, Mäuse oder größere Tiere zur Wehr zu setzen. Feldgrillen haben keinen Stachel und können kein Gift versprühen. Einfach ist es für die Feinde der Grille dennoch nicht. Die scheuen Tiere verschwinden bei drohender Gefahr blitzschnell in ihre Erdlöcher.

Schadwirkung

Feldgrillen sind keine Schädlinge. Der Nahrungsbedarf der schwarzen Insekten ist im Gegensatz zu dem nahezu unstillbaren Appetit der Heuschrecken sehr gering, so dass Fraßschäden im Garten nicht zu befürchten sind. Feldgrillen graben Löcher in die Rasenfläche. Die Insekten treten jedoch normalerweise nicht in großen Schwärmen auf, so dass es sich nur um einzelne, kleine Löcher handelt. Die Grillen sind

Einzelgänger. Gleich nach der Paarung ziehen sich Männchen und Weibchen in ihre eigenen Wohnröhren zurück. Lediglich der laute Gesang der Grillenmännchen kann störend wirken.

Feldgrillen loswerden

Feldgrillen lieben die Trockenheit. Wenn Sie sich von Feldgrillen aufgrund des lauten Gesangs gestört fühlen, wässern Sie Ihren Rasen gründlich. Die Insekten suchen schnell einen trockeneren Platz.
Bereits kleinste Geräusche vertreiben die schwarzen Feldgrillen aus ihrem Revier. Nach dem Rasenmähen verschwinden die Bewohner meist aus ihren Erdhöhlen und ziehen um in einen ruhigen Lebensraum.

Tipp: Gestalten Sie Ihren Garten so natürlich wie möglich. Vögel, Eidechsen, Igel und Co freuen sich, wenn sie hin und wieder eine Feldgrille erwischen können.

Vorbeugen

Bevor eine Grille in Ihre Wohnung eindringt und Ihnen mit lautem Zirpen den Schlaf raubt, verhindern Sie ihr Eindringen. Verschließen Sie die Fenster mit Insektengitter und öffnen Sie die Türen und Fenster beleuchteter Räume am Abend nicht. Reinigen Sie Ihre Wohnung mit Essigreiniger. Wenn Sie diese Vorsichtsmaßnahmen beachten, bleiben Grillen draußen.

Fun Facts

Wussten Sie schon, dass Grillen im Aberglauben eine besondere Rolle spielten? So sollte eine Grille in der Backstube dem Bäcker Glück und gute Kundschaft bringen. Andererseits wurden die Insekten als Geister der Toten gesehen. In Thüringen ist die Redewendung "faul wie eine Grille" verbreitet.