Spinnen erfreuen sich nicht gerade großer Beliebtheit. Dabei gehören sie zu den Nützlingen und können Ihnen bei der Bekämpfung von Blattläusen und anderen Schädlingen behilflich sein. Auch lästige Fliegen gehören zur Beute der Spinnen. Manche Exemplare wirken aufgrund ihrer Färbung gefährlich, vor allem in auffälligen Rot- oder Gelbtönen. Begründet ist die Sorge vor diesen Spinnen jedoch in den seltensten Fällen.

Heimische Spinnen

Unter den heimischen Spinnen gibt es nur wenige Arten die mehr oder weniger deutlich schwarz und gelb gezeichnet sind. Die auffälligste von ihnen ist wohl das Weibchen der Wespenspinne, die aus dem südlichen Europa eingewandert ist.

Wespenspinne

  • Wissenschaftlicher Name: Argiope bruennichi
  • Weitere Bezeichnungen: Zebraspinne, Tigerspinne, Seidenbandspinne
  • Aussehen: Weibchen wespenähnlich gezeichnet, gelb-weiß gestreifter Hinterleib mit schwarzen Querbändern, silbrig weiß behaarter
    Vorderleib, Männchen hellbraun mit undeutlicher dunkler Zeichnung
  • Größe: Männchen ca. 6 mm, Weibchen bis zu 25 mm
  • Herkunft: Mittelmeerraum, inzwischen auch in Deutschland heimisch und in Teilen Nordafrikas und Asien anzutreffen
  • Vorkommen: offene sonnige Flächen mit niedrigem bis halbhohem Bewuchs und vielen Heuschrecken, Feuchtwiesen, Trockenrasen, lückig bewachsenes Ödland
  • Gefährlichkeit: Biss nur an dünnhäutigen Hautstellen möglich und relativ ungefährlich, Symptome: leichte Schmerzen, Rötung Schwellung
  • Besonderheiten: ernährt sich hauptsächlich von Heuschrecken, Bienen und Wespen, Weibchen sind extrem kannibalisch, Giftklauen sehr kurz

Wespenspinne - Argiope bruennichi

Vierfleck-Zartspinne

  • Wissenschaftlicher Name: Anyphaena accentuata
  • Aussehen: Hinterleib mit vier schwarzen Dreiecken auf gelbem oder braunem Grund, gelbbraune, schwarze gescheckte Beine
  • Größe: Männchen ca. 4 bis 7 mm lang, Weibchen ca. 5 bis 9 mm lang
  • Herkunft: Mitteleuropa bis Zentralasien
  • Vorkommen: auf Bäumen und Sträuchern, im Gebüsch
  • Gefährlichkeit: ungefährlich
  • Besonderheiten: überwintert unter Baumrinde, verbringt den Tag in einem zusammengerollten Blatt, jagt nachts kleine Insekten und Blattläuse, Paarung kann mehrere Stunden dauern

Vierfleck-Zartspinne - Anyphaena accentuata

Eingeführte oder eingewanderte Spinnen

Manche Spinnenarten breiten sich durch die Veränderung des Klimas immer weiter in neue Gebiete aus, andere werden durch Obstkisten oder über Pflanzenimporte eingeführt. So breitet sich die Flasche Witwe gern in Gartencentern aus und gelangt so auch in heimische Häuser und Gärten.

Europäische Schwarze Witwe

  • Wissenschaftlicher Name: Latrodectus tredecimguttatus
  • Weitere Bezeichnungen: Mediterrane Schwarze Witwe
  • Aussehen: je nach Art rote, gelbe oder lilafarbene, hell umrandete Flecken auf dem Hinterleib, ganz schwarze Färbung möglich
  • Größe: Weibchen bis zu 4 cm groß (Beinspannweite), Körperlänge gut 1 cm, Männchen etwa halb so groß wie das Weibchen (Körperlänge ca. 5mm, Beinlänge bis 17 mm)
  • Herkunft: Süd- und Südosteuropa, Nordafrika, Naher Osten
  • Vorkommen: Steppengebiete, Graslandschaften
  • Gefährlichkeit: Biss weniger giftig als bei der Südlichen Schwarzen Witwe (Latrodectus mactans), aber nicht ungefährlich, lokale Schwellung an der Bissstelle, Symptome (Muskel-, Bauch- und Kopfschmerzen, Krämpfe, Bluthochdruck) können tagelang anhalten,
    selten tödlicher Ausgang
  • Besonderheiten: kann sogar kleine Eidechsen fangen, ist nicht angriffslustig oder aggressiv

Europäische Schwarze Witwe - Latrodectus tredecimguttatus

Falsche Witwe

  • Wissenschaftlicher Name: Steatoda nobilis
  • Aussehen: schwarzer Hinterleib mit hellem/gelbem Querband
  • Herkunft: Madeira, Kanaren
  • Gefährlichkeit: Biss schmerzhaft aber nicht gefährlich
  • Besonderheiten: kann mit der Europäischen Schwarzen Witwe verwechselt werden, ist aber weniger gefährlich, über Gartencenter in Deutschland verbreitet

Falsche Witwe - Steatoda nobilis

Gold-Wespenspinne

  • Wissenschaftlicher Name: Argiope aurantia
  • Aussehen: schwarzbrauner bis schwarzer Hinterleib mit unregelmäßigen weißlichen bis gelblichen Flecken, weißer oder hellgrauer, dicht behaarter Vorderleib, Männchen eher schlicht, hellbraun, undeutlich gezeichnet
  • Größe: Männchen ca. 5 bis 9 mm, Weibchen ca. 19 bis 28 mm, bis zu 7 cm Beinspannweite
  • Herkunft: südliches Kanada, USA, Mexiko, Mittelamerika
  • Vorkommen: Savannen, offene Prärie, Sumpfgebiete, lichte Wälder
  • Gefährlichkeit: für Menschen ungefährlich
  • Besonderheiten: benötigen Büsche, um ihre Metze zu spannen, lebt nicht in Höhenlagen, Netze können bis zu 60 cm Durchmesser erreichen, Männchen stirbt nach der Paarung, Weibchen beim ersten Frost

Gold-Wespenspinne - Argiope aurantia

Ähnlich gefärbte Spinnen

Es gibt noch einige weitere Spinnenarten, die nicht klassisch gelb-schwarz gefärbt sind, aber durchaus ähnlich aussehen. So wirkt die verwaschene schwarz-weiße Zeichnung einer älteren Zebraspringspinne durchaus mal gelblich-schwarz. Die Wasserspinne ist dagegen eher gelblich beige und der Ammen-Dornfinger meist orange-rot.

Ammen-Dornfinger

  • Wissenschaftlicher Name: Cheiracanthium punctorium
  • Weitere Bezeichnungen: Dornfinger
  • Aussehen: rot-orangener Vorderkörper, Kieferklauen oben rot-orange, unten schwarz, relativ lange bräunlich-gelbe Beine, gelblicher bis olivfarbener Hinterkörper
  • Größe: bis zu 1,5 cm, Männchen etwas kleiner als Weibchen
  • Herkunft: Zentralasien, Mittelmeerraum, Mitteleuropa, im Norden Deutschlands relativ selten anzutreffen
  • Vorkommen: extensiv genutzte Flächen mit Hochstauden und hohem Gras, Waldlichtungen, Wiesen, Brachflächen, eher trockene Gebiete als Feuchtwiesen
  • Gefährlichkeit: teilweise recht aggressive Tiere, giftige und schmerzhafte Bisse, vergleichbar mit Bienen- oder Wespenstichen, Ausbreitung der Schmerzen jedoch auf die gesamten betroffenen Gliedmaßen mit Druckempfindlichkeit der Lymphknoten, selten schwerer Verlauf mit Kreislaufproblemen, leichtem Fieber, Schüttelfrost oder Erbrechen, Vorsicht jedoch bei bekannter Allergie gegen Insektenstichen
  • Besonderheiten: ist nachtaktiv, verbringt den Tag in kugeligen Ruhegespinsten, baut keine Fangnetze

Ammen-Dornfinger-Cheiracanthium punctorium

Wasserspinne

  • Wissenschaftlicher Name: Argyroneta aquatica
  • Weitere Bezeichnungen: Silberspinne
  • Aussehen: Weibchen braun, Männchen beige-gelb mit dunkelroten Beinen
  • Herkunft: Europa bis
    Asien
  • Größe: Weibchen 0,8 bis 1,5 cm, Männchen 1,0 bis 1,5 cm
  • Vorkommen: langsam fließende Gewässer oder saubere Seen
  • Gefährlichkeit: Biss ist unangenehm, vergleichbar mit Stich einer Wespe
  • Besonderheiten: lebt unter Wasser, stark rückläufiger Bestand, steht unter Artenschutz (Rote Liste der gefährdeten Arten)

Wasserspinne - Argyroneta aquatica

Zebraspringspinne

  • Wissenschaftlicher Name: Salticus scenicus
  • Weitere Bezeichnungen: Harlekingspringspinne
  • Aussehen: schwarz-weiß gestreifter Hinterleib, weiße Flecken auf dem Vorderleib, kurze unregelmäßig gefleckte Beine, im Alter dunkler
  • Größe: 4 bis 7 mm, Männchen etwas kleiner als Weibchen
  • Herkunft: Europa, Nordamerika, nördliches Asien
  • Vorkommen: sonnige, windstille Plätze, steiniger Trockenrasen, gern auf Zäunen oder Trockenmauern
  • Gefährlichkeit: für Menschen ungefährlich
  • Besonderheiten: hüpfende Fortbewegung, auffällig große Frontaugen

Zebraspringspinne-Salticus scenicus

Was tun beim Spinnenbiss?

In der Regel sind Spinnenbisse eher harmlos, denn die meisten Spinnen haben so kurze oder fragile Giftklauen, dass diese die menschliche Haut nicht durchdringen können. Lediglich die Wasserpinne oder der Ammen-Dornfinger sind in der Lage, dem Menschen relevante Verletzungen zuzufügen. Die Bisse sind etwa vergleichbar mit Bienen- oder Wespenstichen. Am besten spülen Sie einen Spinnenbiss mit Wasser aus. In der Regel verschwinden die Symptome innerhalb von 24 bis 32 Stunden ganz von allein. Allergiker sollten nach einem Spinnenbiss jedoch vorsichtshalber einen Arzt aufsuchen.