Auch in Deutschland zählen die Insekten zu der größten Artenfamilie überhaupt. Einen nicht unwesentlichen Anteil daran haben die Spinnen. Mit unserer Übersicht bestimmen Sie die häufigsten Spinnenarten im Handumdrehen.

A bis F

Acker-Wolfspinne (Pardosa agricola)

Acker-Wolfspinne (Pardosa agricola)

  • Körperlänge Männchen: 4,5 bis 5,5 Millimeter
  • Körperlänge Weibchen: 5,5 bis 7,5 Millimeter
  • Vorderkörper: dunkelbraun bis schwarzbraun, Stirn gelbbraun, helles Mittelband, unterbrochene Seitenbänder
  • Hinterleib: graubraun bis dunkelgrau, vorn mit hellem Herzmal, helles Mittelband über den ganzen Hinterleib
  • Beine: graubraun geringelt
  • Lebensraum: sandige Orte mit niedriger, lückenhafter Vegetation
  • Lebensweise: Jagd auf bodenlebende Insekten
  • Nahrung: Insekten
  • Besonderheiten: eher seltene, aber gleichmäßig verbreitete Unterart der Wolfsspinne

Deckennetzspinne (Floronia bucculenta)

Deckennetzspinne - Floronia bucculenta

  • Körperlänge Männchen: 4,5 Millimeter
  • Körperlänge Weibchen: 5 Millimeter
  • Vorderkörper: gelbbraun mit breiten, dunklen Seitenbändern
  • Hinterleib: hoch gewölbt, etwa so hoch wie lang, gräulich braun mit großen, unregelmäßigen weißen Flecken
  • Beine: relativ lang, gelbbraun, manchmal blass
    geringelt
  • Lebensraum: Feuchtwiesen, Moore und Gewässerränder
  • Lebensweise: großflächige Deckennetze in niedriger Vegetation
  • Nahrung: Insekten
  • Besonderheiten: über das ganze Bundesgebiet verbreitet, lokal sehr groß ausgeprägte Population

Dunkle Dickkieferspinne (Pachygnatha degeeri)

Dunkle Dickkieferspinne (Pachygnatha degeeri)

  • Körperlänge Männchen: 3 bis 3,5 Millimeter
  • Körperlänge Weibchen: 3,5 bis 4,5 Millimeter
  • Vorderkörper: dunkelbraun bis schwarz, glänzendes Rückenschild
  • Hinterleib: weißlich bis cremefarben mit brauner Blattzeichnung an der Oberseite
  • Beine: blass bis hell, gelb-braun glänzend
  • Lebensraum: Offenland
  • Lebensweise: als Jungspinne Bau kleiner Radnetze, später Jagd ähnlich den Lauf- und Jagdspinnen
  • Nahrung: kleine Insekten, wie Blattläuse
  • Besonderheiten: Aktivitätsmaximum April bis Juni, adulte Tiere aber ganzjährig auffindbar

Fischernetzspinnen (Segestria Senoculata)

Fischernetzspinnen (Segestria Senoculata)

  • Körperlänge Männchen: 7 bis 10 Millimeter
  • Körperlänge Weibchen: 7 bis 10 Millimeter
  • Vorderkörper: dunkelbraun glänzend, Kopf dunkler bis nahezu schwarz
  • Hinterleib: länglich-oval, grau-gelb bis bräunlich, dunkelbraunes, seitlich eingebuchtetes Längsband
  • Beine: hellbraun mit dunkelbrauner Ringelung, meist 3 vordere Paare nach vorn weisend, 4. Paar nach hinten weisend
  • Lebensraum: Wälder, Feldgehölze, Hecken
  • Lebensweise: in trichterförmigem Gespinst
  • Nahrung: Insekten und Asseln
  • Besonderheiten: häufigste Art der Fischernetzspinnen in Mitteleuropa

Spinnen mit G 

Gartenkreuzspinne (Araneus diadematus)

Gartenkreuzspinne - Araneus diadematus

  • Körperlänge Männchen: 5 bis 10 Millimeter
  • Körperlänge Weibchen: 12 bis 17 Millimeter
  • Vorderkörper: hell braun mit dunklen Rändern und einem dunklen Mittelstreifen
  • Hinterleib: im Vergleich zum Vorderkörper voluminös und groß, charakteristische, namensgebende weiße Kreuzzeichnung im vorderen Teil, im vorderen Drittel am breitesten, hinten spitz zulaufend, Farben gelblich bis rötlich, teils sehr dunkel
  • Beine: gelb-braun bis hell braun mit deutlicher dunkler Ringelung
  • Lebensraum: Offenlandbiotope, Gewässerränder, Waldränder, Hecken, oft in unmittelbarer Nähe zu Häusern, Schuppen etc.
  • Lebensweise: errichtet rundes, großformatiges Radnetz zum Beutefang
  • Nahrung: Insekten, Asseln und Spinnen
  • Besonderheiten: einer der häufigsten Spinnen deutschlands

Graubraune Kräuselspinne (Cicurina cicur)

  • Körperlänge Männchen: 5 bis 7 Millimeter
  • Körperlänge Weibchen: 5 bis 7 Millimeter
  • Vorderkörper: gelblich bis gelbbraun ohne nennenswerte Zeichnung
  • Hinterleib: von gelb über hellgrau bis graubraun, fein behaart
  • Beine: von gelblich bis rötlich braun ohne Zeichnung
  • Lebensraum: bevorzugt Wälder und Gehölze, aber auch Offenlandbiotope
  • Lebensweise: Bau kleiner Bodennetze mit unauffälliger Wohnröhre
  • Nahrung: Insekten
  • Besonderheiten: flächig in Deutschland verbreitet, vor allem bis zum Nordrand der Mittelgebirge

Große Winkelspinne (Eratigena atrica)

Große Winkelspinne - Eratigena atrica

  • Körperlänge Männchen: 10 bis 15 Millimeter
  • Körperlänge Weibchen: 12 bis 18 Millimeter
  • Vorderkörper: hellbraune Grundfärbung mit dunklen Zeichnungen
  • Hinterleib: dicht behaart, Muster aus dunkelbraunen und hellbraunen Flecken
  • Beine: sehr lang, zwei- bis dreifache Körperlänge, dicht behaart, hellbraun
  • Lebensraum: in Gebäuden aller Art, im Freiland an Felsen, in Höhlen und Wäldern
  • Lebensweise: Bau eines Trichternetzes in Winkeln oder zwischen geeigneten Objekten
  • Nahrung: Insekten und Asseln
  • Besonderheiten: sehr häufig im Haus anzutreffen und darf daher in keiner Übersicht fehlen, kann sich auf glatten Oberflächen (Waschbecken, Badewannen etc.) nicht mehr befreien, kann bis zu 7 Jahre alt werden, trotz hohem Ekelfaktor beim Menschen weder giftig noch gefährlich

Große Zitterspinne (Pholcus

phalangioides)

Große Zitterspinne  - Pholcus phalangioides

  • Körperlänge Männchen: 7 bis 10 Millimeter
  • Körperlänge Weibchen: 7 bis 10 Millimeter
  • Vorderkörper: großer dunkler Fleck, großer Augenabstand mit dichter Behaarung hinter den Augen
  • Hinterleib: deutlich abgeschnürt, blassgrau bis bräunlich mit deutlichen Flecken
  • Beine: dünn, etwa fünfmal so lang wie der Körper
  • Lebensraum: fast ausschließlich in Gebäuden in trocken-warmen Kellern
  • Lebensweise: spinnt unregelmäßige, fadenarme Netze
  • Nahrung: Insekten, wie Fliegen und andere Spinnen
  • Besonderheiten: zählt mit zu den häufigsten Spinnenarten in Deutschland, einfach über bei Annäherung zitternden Körper zu bestimmen

Grüne Huschspinne (Micrommata virescens)

Grüne Huschspinne (Micrommata virescens)

  • Körperlänge Männchen: 7 bis 10 Millimeter
  • Körperlänge Weibchen: 12 bis 15 Millimeter
  • Vorderkörper: leuchtend Grasgrün bis dunkelgrün, mit feinen Härchen besetzt
  • Hinterleib: oval, hinten spitz zulaufend, leuchtend hellgrün, beim Männchen mit leuchtend rotem oder rotbraunem Längsstreifen
  • Beine: gelbgrün bis dunkelgrün
  • Lebensraum: lichte trockene Wälder und Waldränder
  • Lebensweise: Jagd ohne Fangnetze, Gespinste nur als Behausung
  • Nahrung: Insekten
  • Besonderheiten: einzige in Europa anzutreffende Art der Riesenkrabbenspinnen

Grünbraune Krabbenspinne (Diaea dorsata)

Grünbraune Krabbenspinne (Diaea dorsata)

  • Körperlänge Männchen: 3 bis 4 Millimeter
  • Körperlänge Weibchen: 5 bis 6 Millimeter
  • Vorderkörper: einheitlich hellgrün mit gelben Ringen um die Augen, Männchen zusätzlich mit braunen Flecken in der Augenregion und an dem ersten Beinpaar
  • Hinterleib: weiß-gelblich mit dunkelbrauner Schildzeichnung
  • Beine: einheitlich hellgrüne Färbung
  • Lebensraum: in Wäldern, Sträuchern und Bäumen
  • Lebensweise: Lauer bevorzugt auf Laubblättern, kein Netzbau
  • Nahrung: Insekten
  • Besonderheiten: eine der häufigsten Krabbenspinnen in Mitteleuropa

K bis L

Kleine Herbstspinne (Metellina mengei)

Kleine Herbstspinne - Metellina mengei

  • Körperlänge Männchen: 3,5 bis 5,5 Millimeter
  • Körperlänge Weibchen: 4,0 bis 5,5 Millimeter
  • Vorderkörper: gelblich bis hellbraun, schwarze Ränder, schwarze Y-förmige Zeichnung
  • Hinterleib: weißlich bis gelblich, oberseitig charakteristisches Muster mit variabler Färbung, Seiten meist auch gemustert
  • Beine: gelb mit undeutlicher Ringelung
  • Lebensraum: offenes Gelände, Waldränder, Moore, Gärten
  • Lebensweise: baut Radnetze mit offener Nabe
  • Nahrung: Insekten
  • Besonderheiten: sehr häufig und weit verbreitet

Leimschleuderspinne (Scytodes thoracica)

Speispinne - Leimschleuderspinne (Scytodes thoracica)

  • Körperlänge Männchen: 3 bis 4 Millimeter
  • Körperlänge Weibchen: 4 bis 6 Millimeter
  • Vorderkörper: nach hinten schräg ansteigend, Größe entspricht Hinterkörper
  • Hinterleib: gelblich-grau bis hellbraun mit markanter Punktzeichnung, weniger Transparent als der Rest
  • Beine: etwa eineinhalb mal so lang wie der Körper, dünn, ebenfalls gefleckt
  • Lebensraum: warme Orte, meist nur in Gebäuden
  • Lebensweise: "Klebt" die Opfer durch klebriges Sekret am Untergrund fest, daher kein Netz erforderlich
  • Nahrung: Fliegen, Mücken und andere geflügelte Insekten
  • Besonderheiten: einzige Speispinnenart in Europa

Labyrinthspinne (Agelena labyrinthica)

Labyrinthspinne (Agelena labyrinthica)

  • Körperlänge Männchen: 8 bis 9 Millimeter
  • Körperlänge Weibchen: 8 bis 14 Millimeter
  • Vorderkörper: hellbraune bis gelbbraune Mittel- und Seitenbänder mit dunklen Längsstreifen
  • Hinterleib: grau bis fast schwarz mit hellgrauem bis rötlichem Mittelband, weißliche Winkelzeichnung über die gesamte Länge
  • Beine: gelbbraun bis hellbraun und
    undeutlicher breiter Ringelung, dicht mit Härchen überzogen
  • Lebensraum: offene, sonnige Lebensräume
  • Lebensweise: große, trichterförmige Gewebenetze dicht über dem Boden
  • Nahrung: Insekten
  • Besonderheiten: Netze benachbarter Spinnen können ineinander übergehen, so dass großflächige Gewebe erkennbar sind, stark wirksames Toxin, für Menschen aber nicht giftig

V bis Z

Veränderliche Krabbenspinne (Misumena vatia)

Veränderliche Krabbenspinne (Misumena vatia)

  • Körperlänge Männchen: 3 bis 5 Millimeter
  • Körperlänge Weibchen: 7 bis 10 Millimeter
  • Vorderkörper: gelb bis gelbbraun, beim Männchen sehr dunkel bis schwärzlich
  • Hinterleib: beim Weibchen variabel von zitronengelb über grüngelb bis weiß, teilweise mit intensiver roter Bänderung seitlich
  • Beine: gelblich bis gelbbraun, beim Männchen sehr dunkel mit brauner Ringelung und deutlich länger als beim Weibchen
  • Lebensraum: Trockenrasen, Waldränder, Brachflächen
  • Lebensweise: bevorzugt lauern auf Beutetiere auf Blüten
  • Nahrung: Insekten, insbesondere Bienen, Wespen und Schwebfliegen
  • Besonderheiten: Weibchen können Körperfarbe dem Untergrund anpassen, allerdings nur langsam und nicht beliebig reversibel

Wald-Sechsaugenspinne (Harpactea hombergii)

Wald-Sechsaugenspinne (Harpactea hombergii)

  • Körperlänge Männchen: 6 Millimeter
  • Körperlänge Weibchen: 7 Millimeter
  • Vorderkörper: Rückenschild matt schwarz, Kopfteil schwarz glänzend
  • Hinterleib: grau-braun, langgestreckt, schmaler als der Vorderkörper
  • Beine: dünn und lang, deutlich zweifarbig braun und gelb
  • Lebensraum: in Wäldern und Felsspalten, unter Baumrinde
  • Lebensweise: nachts jagend, tagsüber Aufenthalt im gesponnenen Kokon
  • Nahrung: Insekten
  • Besonderheiten: in Deutschland weit verbreitet, im Norden und Süd-Osten dagegen bisher keine Funde

Wellenbindige Streckerspinne (Tetragnatha montana)

Wellenbindige Streckerspinne (Tetragnatha montana)

  • Körperlänge Männchen: 6 bis 8 Millimeter
  • Körperlänge Weibchen: 7 bis 10 Millimeter
  • Vorderkörper: gelbbraun bis braun, Sternum dunkelbraun
  • Hinterleib: weiß bis silbern glänzend, meist mit goldenem Blattmuster mit welligem Rand, Männchen weniger kontrastreich
  • Beine: gelbbraun mit dunklen Flecken an den Enden der Beinglieder
  • Lebensraum: in Gewässernähe
  • Lebensweise: errichtet ein Radnetz mit wenigen Speichen und einer offenen Nabe
  • Nahrung: Insekten
  • Besonderheiten: große Verbreitung in Europa und Asien

Wollige Mauerspringspinne (Pseudeuophrys lanigera)

Wollige Mauerspringspinne (Pseudeuophrys lanigera)

  • Körperlänge Männchen: 4 Millimeter
  • Körperlänge Weibchen: 4 bis 5 Millimeter
  • Vorderkörper: dicht behaart, hellbraue Grundfärbung mit dunklen, nach hinten breiter werdenden Seitenbändern
  • Hinterleib: kugelig, dichte Behaarung, hellbraune Grundfärbung mit dunkler Fleckenzeichnung
  • Beine: recht kurz und kräftig, deutlich geringelt
  • Lebensraum: in Siedlungsbereichen an Hauswänden, in Mauerritzen und in Gebäuden
  • Lebensweise: jagend, nutzt Sprungkraft zur Überraschung der Beutetiere
  • Nahrung: Insekten und Kerbtiere
  • Besonderheiten: Verbreitung vor allem im süddeutschen Raum flächendeckend und intensiv

Zebraspinne / Wespenspinne (Argiope bruennichi)

Zebraspinne / Wespenspinne (Argiope bruennichi)

  • Körperlänge Männchen: 4 bis 6 Millimeter
  • Körperlänge Weibchen: 14 bis 17 Millimeter
  • Vorderkörper: dicht silberweiß behaart
  • Hinterleib: charakteristische Streifenzeichnung in gelb-weiß-schwarz, Männchen blassgelb mit nur undeutlicher Zeichnung
  • Beine: gelblich-braun mit dunklen Ringen
  • Lebensraum: sonnige offene Gebiete mit niedriger Vegetation
  • Lebensweise: Netzbau in Bodennähe zwischen offenstehenden Pflanzen
  • Nahrung: Insekten, bevorzugt Heuschrecken
  • Besonderheiten: Vorkommen eng mit der Anwesenheit von Heuschrecken verbunden