DIY-Rasengitter - Rasengittersteine aus Beton verlegen


Rasengitter Rasengittersteine aus Beton gehören heute in vielen Designs und mehr denn je zu den geschicktesten Möglichkeiten, Bodenfläche im Übergangsbereich von Haus und Garten zu gestalten: Ökologisch vorbildlich, leicht zu legen und leicht zu pflegen, und der ganze Bereich rund ums Haus bleibt wunderbar grün. Die Beton-Rasengittersteine können problemlos als DIY-Projekt verlegt werden, außer einer Anleitung brauchen Sie nur noch jede Menge Muskelkraft:

Vorteile der Rasengittersteine aus Beton

Beton war eine Zeitlang ziemlich negativ besetzt, was auf den Betonbau-Boom der

1970er Jahre zurückgeht, als unser Land mit scheußlichen Betonflächen überzogen wurde, endloses Grau anstatt Grün. Auch am Boden, selbstverständlich mit Bodenversiegelung. Bis Geologen warnten, das unser Grundwasser bald knapp werden würde, wenn die Versiegelung in diesem Maße weiter betrieben würde. Deshalb (und weil die Natur um uns herum sowieso immer weniger wird) werden Flächen heutzutage möglichst nicht mehr "zubetoniert", sondern z. B. durch Rasengittersteine grün erhalten oder sogar durch Aufbrechen von Betonflächen, die anschließend mit Rasengittersteinen belegt werden, wieder "grün gemacht".  

Dafür werden gerne Rasengittersteine aus Beton eingesetzt, ein Material mit einer viel besseren Ökobilanz, als häufig vermutet wird:
  • Ein reiner Beton ohne Zusätze besteht auch aus rein natürlichen Stoffen
  • Nämlich Zement, der nur bautechnisch so heißt, vom lateinischen "caementum", Bruchstein oder Baustein
  • Geologisch gesehen besteht Zement aus Kalkstein, Ton, Mergel (ein Sedimentgestein)
  • Eventuell kommen Quarzsand und eisenoxidhaltige Stoffe als Korrekturmaterialien für eine bessere Sinterung (Herstellungsverfahren durch Erhitzen) dazu
  • Alles zu Rohmehl gemahlen und gebrannt, abgekühlt und mit Hüttensand, Flugasche, Kalkstein und Gips zu Zement gemahlen
  • Dieser Zement wird nun mit Sand oder Kies und Wasser gemischt, und das war es schon, das ist Beton
  • Damit besteht Beton nur aus Rohstoffen, die in der Natur vorkommen und ziemlich unbegrenzt verfügbar sind
  • Alle Rohstoffe für Beton können in umweltverträglichen Verfahren gewonnen werden
  • Für die Herstellung von Beton muss nur sehr wenig Energie eingesetzt werden
  • Die Beton-Herstellung verursacht rund 80 % weniger CO2-Emissionen als die Kunststoff-Herstellung
  • Beton ist langlebig und setzt Witterungseinflüssen viel Widerstand entgegen (= sieht lange gut aus)
  • Beton wird überall produziert, lange Transportwege fallen nicht an
  • Aus altem Beton wird wieder neuer Beton recycelt
  • Es gibt also sehr gute Gründe dafür, dass Beton nach wie vor einer unserer wichtigsten Baustoffe ist
Die Einsatzmöglichkeiten von Rasengittersteinen aus Beton

Rasengittersteine aus Beton werden auf Flächen verlegt, die grün und versickerungsfähig bleiben sollen, aber trotzdem regelmäßig in der gleichen Wegführung begangen oder befahren werden sollen, ohne dass sich hässliche "Trampelpfade" oder Fahrspuren bilden. Es gibt einige Bereiche im Umfeld von Haus und Garten, in denen eine Verlegung von Beton-Rasengitter ohne Unterbau denkbar ist: Gartenwege, Sitzinseln u.ä. Wenn Rasengittersteine aus Beton in Bereichen verlegt werden sollen, die regelmäßig mit dem Kfz und vielleicht sogar gelegentlich mit einem LKW befahren werden sollen, wird die Grünfläche nur mit einem fachgerecht ausgeführten Unterbau länger eine schön ebene Grünfläche bleiben:

Haltbare und befahrbare Grünflächen mit Rasengittersteinen - worauf kommt es an?

Den Verlegerichtlinien für Rasengittersteine auf öffentlichen Verkehrsflächen sind verschiedene Mindestanforderungen zu entnehmen, an denen Sie sich auch im privaten Bereich gut orientieren können, damiz die Rasengittersteinen über längere Zeit eine optisch attraktive Fläche bleiben:

1. Filterstabilität zur Vermeidung von Erosion

Eine wasserdurchlässige Verkehrsfläche kann nur sicher befestigt werden, wenn die Schichten des Unterbaus untereinander ausreichend filterstabil sind. Kann kritisch werden, wenn Rasengitterstein auf

wasserdurchlässigen Straßenbelägen verlegt wird, weil es zu Erosion kommt, wenn der Belag z. B. durchlässiger ist als das Mineralstoffgemisch, in das die Rasengittersteine gelegt werden. Dann müssen Geotextilien dazwischen. Im Privatbereich kommt es darauf an, dass Kies und Schotter und Sand in den zueinander passenden Körnungen ausgewählt werden, damit keine Umlagerung feiner Mineralstoffe stattfindet.

2. Anforderungen an den Untergrund

Wird für den öffentlichen Bereich durch ZTVE-StB 94 (Zusätzliche Technische Vertragsbedingungen und Richtlinien für Erdarbeiten im Straßenbau, siehe d-nb.info/981204384/04) geregelt. Im Privatbereich können ausreichende Wasserdurchlässigkeit, eine Schichtdicke des durchlässigen Untergrundes von mindestens einem Meter und ein Flurabstand des höchsten freien Grundwasserspiegels mindestens 2 Meter meist vorausgesetzt werden.

3. Anforderungen an den Unterbau

RasengitterFür den öffentlichen Bereich wieder gemäß ZTVE-StB 94, im Privatbereich wird der notwendige Durchlässigkeitsbeiwert durch normale Gartenerde in der Regel unkritisch erreicht. Dieser die Versickerungsfähigkeit beschreibende Durchlässigkeitsbeiwert (Kf-Wert, zu ermitteln nach DIN 18130-1) kann bei schweren Böden Probleme verursachen, die fast nur aus Ton oder Lehm bestehen. Wenn Sie auf Ihrem Grundstück mit solchen Böden zu kämpfen haben, sind Sie darüber in der Regel längst informiert (weil sie beim Hausbau Drainagen legen mussten - falls nicht, wäre Ihr erster Ansprechpartner ihr örtliches Umweltamt). Dann müsste Ihr Unterbau für die Rasengittersteine eventuell entsprechend stärker ausgeführt werden, damit das Wasser immer problemlos abläuft. Wie stark, erfahren Sie vielleicht über einen Freund (der Ihnen den Kontakt zum Polier eines Straßenbauunternehmens vermitteln kann), oder von einem Sachverständigen für Straßen- und Wegebau (der kein Vermögen dafür nehmen darf, wenn er sich eine halbes Stündchen mit dem bei Ihnen nötigen Schichtaufbau beschäftigt).

4. Anforderungen an die Tragschicht

Im öffentlichen Bereich müssen Tragschichten und Frostschutzschichten so ausgeführt werden, dass jedes Baustoffgemisch auf die Anforderungen an Wasserdurchlässigkeit und Tragfähigkeit abgestimmt wurde. Für Tragschichten ohne Bindemittel werden hier grobkörnige Mineralstoffgemische mit Größtkorn von 32 mm, 45 mm oder 56 mm vorgeschrieben, Sieblinienverlauf im grobkörnigen Sieblinienbereich (zu Sieblinienbereiche für Korngemische siehe http://www.hlug.de/fileadmin/dokumente/geologie/rohstoffe/Fachbericht%20Sand%20%26%20Kies%2015%2011%2006.pdf) und eine bestimmte Tragfähigkeit (Verformungsmodul Ev2 = 120 MN/m², auf Oberkante
Tragschicht). Das alles nach ZTVT-StB 95/2002 (Zusätzliche Technische Vertragsbedingungen und Richtlinien für Tragschichten im Straßenbau, siehe www.ulb.tu-darmstadt.de/tocs/111384192.pdf) und TL SoB-StB 04 (Technische Lieferbedingungen für Baustoffgemische und Böden zur Herstellung von Schichten ohne Bindemittel im Straßenbau, siehe www.lbm.rlp.de/icc/Internet/nav/459/broker.jsp?uMen=45940232-4d31-1c31-01ce-18c40a7fd727&_ic_print=true), umfassende Abhandlungen über den Bau von Tragschichten, deren Beschaffung sich in kritischen Fällen u. U. auch im Privatbereich lohnt. In nicht kritischen Normalfall verwenden Sie einfach Schotter, Kies, Sand der oben angegebenen Körnung aus einem eher grobkörnigen Sieblinienbereich, und lassen sich beim Kauf vom Händler versichern, dass die Rasengittersteine mit vorgesehenem Unterbau Ihr Kfz und auch den ev. Öl liefernden Laster tragen werden (Sie verlegen ja nicht auf öffentlichen Flächen, auf denen auch der schwerste Feuerwagen etc. nicht einbrechen soll).

5. Randeinfassung

Im öffentlichen Bereich ist eine allseitige Randeinfassung für die mit Rasengittersteinen zu belegende Fläche immer vorgesehen. Im privaten Bereich gibt es auch Gründe, eine allseitige Randeinfassung vorzusehen, diese soll und kann während der Nutzung Verschiebungen der Steine im Randbereich verhindern und die in der Fläche wirkenden Horizontalkräfte abfangen.

6. Gefälle

ist öffentlichen Bereich vorgesehen und muss auch im privaten Bereich eingebracht werden, damit Regenwasser ablaufen kann. Normal sind 2 bis 2,5 %, für Einzelfälle kann anderes gelten.

7. Anforderungen an die Bettung

Rasengittersteine werden im öffentlichen Bereich auf eine mindestens 4 cm starke Bettung aus Naturstein-Splitt der Körnung 2/5 mm verlegt, wobei die Filterstabilität der Bettung gegenüber der Tragschicht und eine ausreichende Wasserdurchlässigkeit gewährleistet sein müssen. Gilt auch im privaten Bereich, wobei wenig belastete Rasengittersteine in Sand gebettet werden können.

8. Fugen und Sickeröffnungen

Für beide Bereiche: Rasengittersteine sind mit Fugenbreiten zwischen 3 und 5 mm zu verlegen, das empfiehlt sich wegen der zulässigen Maßtoleranzen der Steine, der Dehnung und Stauchung des Betons und um Kantenabplatzungen zu vermeiden. Sickeröffnungen (die Mitte der Rasengittersteine) und Fugen sollen vor dem Abrütteln mit Naturstein-Splitt der Körnung 2/5 mm gefüllt werden. Wenn die Rasengittersteine begrünt werden sollen, soll im öffentlichen Bereich ein Gemisch aus 40 % Mutterboden, 20 % Splitt 2/5 mm, 20 % Lava 0/5 mm und 20 % Komposterde eingefüllt werden, dem ein mineralischer Vorratsdünger beigemischt wurde. Zur Einsaat wird eine kurzwachsende, trockenresistente Regel-Saatgut-Mischung (RSM) vorgeschrieben. Daran sollten Sie sich auch im privaten Bereich halten, eine geprüfte Regelsaatgutmischung bringt einfach mehr als eine Packung mit einem schönen Namen.

9. Abrütteln

"Öffentliche" Rasengittersteine sollen (unabhängig von der Steindicke) grundsätzlich mit Rüttelplatten mit einem Betriebsgewicht von maximal 130 kg und einer Zentrifugalkraft von ca. 20 kN verdichtet werden. Dabei wird die Verwendung einer Platten-Gleit-Vorrichtung (Hartgummischürze) vorgeschrieben, um Beschädigungen an Oberfläche und Kanten zu vermeiden. Nur bei kleineren Flächen mit Rasengittersteinen geht man davon aus, dass hammergerechtes Verlegen für eine ausreichende Lagestabilität sorgen kann (dieses Festklopfen mit dem Gummihammer geht aber richtig in die Arme). "Rütteln oder nicht Rütteln" ist eine bei Verlegung von Rasengittersteinen immer wieder aufkommende Diskussion. Da ist von Betonbröseln nach dem Rütteln die Rede, gerissenen Steinen, abgeplatzten Kanten ... was alles passieren kann, wenn man Rasengittersteine auf einer zu schlecht verdichteten Tragschicht mit einer (für eigene Kraft und Können) zu schweren, aber nicht durch Gummischürze gedämpften Rüttelplatte abrüttelt. Hier sollten Sie jede Diskussion vermeiden und sich besser an die Vorschriften für die Profis halten. Im Gegenteil, je besser und fester Sie bereits jede einzelne der Unterbau-Schichten verdichten, desto geringer wird die Gefahr, die Rasengittersteine beim Abrütteln zu beschädigen, und desto haltbarer und (haltbar) ebener wird die Gesamtfläche. Wenn Sie bei befahrenen Flächen aufs Abrütteln verzichten oder nicht sorgfältig und fest genug rütteln, werden Sie die Fläche später "per KfZ abrütteln", und das gibt ganz schnell Fahrspuren, die nie wieder weggehen, gebrochene Steine vielleicht gleich noch dazu ... Wenn Sie rangieren oder beim nächsten Befahren nicht die gleiche Spur treffen, entsteht eine kreative Hügel-Landschaft, die allerdings so toll nicht aussieht.

Rasengittersteine aus Beton verlegen

Soweit die offiziellen Vorschriften, die die "optimale Theorie" vorgeben, nun ein Überblick über die Umsetzung in die Praxis:

1. (Fast) ohne Unterbau verlegen

Rasengitter Wenn Ihre Rasengittersteine aus Beton wegen geringer Belastung ohne Unterbau verlegt werden können, geht das ziemlich einfach: Die Steine werden so tief eingebuddelt, dass sie mit dem umliegenden Boden eine ebene Fläche bilden. Dann mit Erde gefüllt, einschlämmen, 2 Wochen warten, ggf. nachfüllen und dann Rasen aussähen oder mit begehbaren Bodendeckern bepflanzen. Wenn Sie Rasengittersteinen in einem lockeren Boden ein kleines Bett geben wollen, tragen Sie eine Schicht von etwa 5 cm ab, füllen Sie diese Schicht mit Sand und verlegen darin die Steine wie oben beschrieben. Für die Füllung können Sie Muttererde untermischen, für die Bepflanzung eignen sich hier die oben erwähnten Rasenmischungen und trittfeste Bodendecker, die mit Magererde zurechtkommen.

2. Tragfähiger Unterbau

Für den belastbaren Unterbau für befahrene Flächen tragen Sie etwa 50 cm Erdboden ab. Ebnen Sie den Boden, früher hat man jetzt manchmal wasserdurchlässiges Unkrautvlies ausgelegt, da das dem Sinn (Begrünung, Versickerung) zuwiderläuft, wird das heute nicht mehr empfohlen. Nun wird die Tragschicht aus 35 cm grobem Schotter gleichmäßig verteilt und mit der oben beschriebenen Rüttelplatte (aus dem Baumaschinenverleih) gut verdichtet. Wenn die grobe Schotterschicht fest ist, wird darauf eine zweite rund 5 cm starke Schotterschicht aufgebracht, sie sollte aus feinem Edelsplitt bestehen. Diese wird eben und sauber abgezogen und wiederum gut verdichtet. Ziel in Bezug auf die Schichtdicke: Die Edelsplitt-Schicht soll nach dem Rütteln 1 cm höher sein als die fertige Oberfläche werden soll, weil die Rasengittersteine beim Rütteln ungefähr 1 cm einsinken.

Rasengittersteine auf tragfähigem Unterbau verlegen

Anschließend können die Rasengittersteine im Verbund auf der Fläche verlegt werden:
  • Die Waben-Rasengittersteine müssen einfach nur aufgelegt werden, sie sind so entworfen, dass sie sich automatisch aneinander fügen
  • Design-Rasengittersteine werden in den Abständen ausgebracht, die die Hersteller-Anleitung vorgibt
  • Wenn die Rasengittersteine liegen, kann die Füllung für die Bepflanzung eingebracht werden
  • Sie wird eingeschlämmt und nach dem Versickern des stehenden Wassers mit Sand abgestreut
  • Dann wird wiederum gut verdichtet
  • Wenn vorhanden, können Sie hier eine Stahlplatte oder Schalungsbretter auf die Fläche legen, damit Sie mit gleichmäßigem Druck großflächig über die Fläche verdichten, und der Rüttler sollte auf jeden Fall mit einer Gummiplatte bestückt sein
  • Benutzen Sie keinen sogenannten "Frosch" zum Rütteln, dessen Auflagefläche ist zu klein und haut gerne jede Kante kaputt, auf die er ungeschützt aufkommt
  • Während des Verdichtens setzt sich die Füllung, meist muss noch etwas nachgefüllt werden
  • Bei den meisten Steinen soll die Füllung aber aus statischen Gründen etwas unter der Stein-Oberkante enden, so 3 bis 5 mm
  • Jetzt kann eine Rückenstütze (schräge Stütze aus Mörtel) angebracht werden, sie dient ggf. auch gleich als Bett für die Randsteine
  • Nun kann der Rasen ausgesät werden, denken Sie an die Ausbringung einer Regelsaatgutmischung für robusten Rasen
  • Das junge Gras sollte das erste Mal gemäht werden, wenn es 6 bis 8 cm hoch ist
  • Je häufiger Sie danach (die Spitzen) mähen, desto besser werden sich kräftige Untergräser und eine dichtbewurzelte Grasnarbe entwickeln
Fazit

Rasengittersteine aus Beton sind für jede spätere Belastungsstufe ziemlich einfach zu verlegen. Die verlegten Flächen sollen aber um so haltbarer werden, je besser ((und öfter) während des Verlegens verdichtet wird - auf einen kräftigen Muskelkater müssen Sie sich wohl einstellen, wenn Sie Ihr DIY-Rasengitter verlegen.