Buchsbaumpilz - Hilfe gegen den Cylindrocladium buxicola Pilz

gesunder BuchsbaumDer Buchsbaum ist eine recht langsam wachsende Pflanze, für die Hobbygärtner viel Geduld benötigen. Umso schlimmer ist es, wenn eine solche Pflanze plötzlich von Schädlingen befallen wird beispielsweise vom Buchsbaumpilz. Allerdings lässt sich hier vorbeugen!

Wer einen Buchsbaum besitzt, hat eigentlich eine Pflanze im eigenen Garten, die relativ anspruchslos ist und wenig Mühe bereitet. Allerdings gibt es für diese Pflanze ein großes Risiko, das sogar zum Absterben führen kann - und das ist der Buchsbaumpilz oder auch Cylindrocladium buxicola

Pilz. Mit guter Pflege und etwas Beobachtung der Pflanze lässt sich aber Schlimmeres verhindern.

Eine schwerwiegende Erkrankung des Buchsbaums

Der Buchsbaumpilz oder auch Cylindrocladium buxicola Pilz stellt eine schwere Erkrankung des Buchsbaums dar. Erstmals wurde das Auftreten dieser Erkrankung im Jahr 2004 dokumentiert, allerdings hat sich das Auftreten dieser Erkrankung seit diesem Zeitpunkt deutlich verstärkt und somit ist dieser Pilz zu einer wichtigen Bedeutung bei Buchsbaumbesitzern geworden. Der Pilz befällt die Pflanzen sowohl in Baumschulen als auch in öffentlichen und privaten Grünanlage, auf Friedhöfen und in Gärten. Die Schäden, die der Pilz hervorruft, sind immens. Deshalb ist es dringend notwendig, den Buchsbaum vor einer Ausbreitung des Pilzes durch genaue und regelmäßige Beobachtung sowie auch optimale Standortbedingungen zu schützen.

Wie sie ein befallener Buchsbaum aus?

buchsbaumDas offensichtlichste Symptom, dass der Buchsbaum von dem gefürchteten Pilz befallen ist, sind die üblicherweise eher dunkelbraunen, manchmal aber auch hellbraunen Flecken, die zum Rand hin dunkler werden und die sich auf den sogenannten Blattspreiten ausbreiten. Im fortgeschrittenen Verlauf der Erkrankung fließen die einzelnen Flecken dann auch zusammen. Manchmal können die Flecken auch eine orangebraune Färbung mit dunklem Rand aufweisen. An Trieben, die vom Pilz befallen sind, lassen sich in den Anfängen des Befalls dunkle, bis ins Schwarz hineingehende Streifen erkennen, bevor der Befall auf die Blätter übergreift. Im fortgeschrittenen Verlauf der Erkrankung fallen die Blätter ab, danach sterben die Triebe und schließlich die gesamten Pflanzen ab. Eine Verwechslung ist mit dem Buchsbaumkrebs möglich. Bei dieser Erkrankung treten allerdings die schwarzen Streifen am Trieb sowie gleichzeitiger Blattfall nicht auf.

Der Buchsbaum ist vom Pilz befallen, wenn
  • die Triebe schwarze Streifen aufweisen
  • die Blätter braun gefleckt sind und eine Ausbreitung der Flecken erkennbar ist
  • ein Blattfall zu verzeichnen ist
Krankheitsverlauf

Um eine Infektion mit dem Pilz überhaupt zu ermöglichen, müssen die Blätter über einen längeren Zeitraum - mindestens fünf Stunden - nass sein. Nachdem der Pilz ausgekeimt ist, dringt er weiter in das noch gesunde Gewebe der Pflanze ein. Hat der Pilz die genannten optimalen Wachstumsbedingungen, dann sind bereits eine Woche nach dem Befall der Pflanze schon die ersten Flecken auf den Blättern erkennbar und auch der Fall der Blätter lässt nicht mehr lange auf sich warten. Besteht hohe Luftfeuchti9gkeit, dann zeigt sich an den Blattunterseiten befallener Pflanzen auch häufig ein weiblicher Belag, der wiederum der massenhaften Verbreitung des Pilzes auf der Pflanze dienlich ist. Die Sporen selbst werden durch Wasserspritzer weiter verteilt. Um überdauern zu können, bildet der Pilz äußerst langlebige Dauersporen aus, die auch als Chlamydosporen bezeichnet werden und die auf befallenen und abgefallenen Blättern im Boden für mindestens vier Jahre überdauern können und so eine weitere Verbreitung der Erkrankung

begünstigen.

Wissenschaftliche Untersuchungen haben ergeben, dass die Pilzerkrankung durchaus auch latent vorliegen kann. Das heisst, dass der Buchsbaum den Erreger in sich trägt, dass aber keine Symptome auftreten. Wann und aufgrund welcher Voraussetzungen bei einem solch latent
erkrankten Buchsbaum die Krankheit dann letztlich doch ausbricht oder wie dieser Ausbruch verhindert werden kann, ist noch nicht umfassend erforscht.

Die Wirtspflanzen des Cylindrocladium buxicola Pilz

buchsbaum schneidenDer Befall durch den Pilz findet ausschließlich bei Gewächsen statt, die zur Familie des Buchsbaumes gehören. Für Hobbygärtner sind dabei lediglich der Buxus sowie der Pachysandra, auch als Dickmännchen bezeichnet, bedeutsam. Der Pachysandra ist erfahrungsgemäß weniger empfindlich gegen den Befall, während die Anfälligkeit anderer Buchsbaumarten unterschiedlich stark gegeben ist. Generell ist es aber Fakt, dass alle Arten des Buxus an dem Pilz erkranken können. Befallen werden vom Pilz kann auch der sogenannte Sarcococca, der allerdings gärtnerisch nicht von großer Bedeutung in Deutschland ist.

Gegenmaßnahmen beim Pilzbefall

Da Nässe der Blätter eine wichtige Bedeutung für den Befall und die Verbreitung des Pilzes ist, ist eine Vermeidung dieser Blattfeuchtigkeit die besten Lösung, um die Wahrscheinlichkeit eines Befalls mit dem Pilz zu reduzieren. Dies ist allerdings im Freiland häufig schwer umsetzbar. Deshalb kann der Standort für den Schutz vor einem Befall sehr wichtig sein. Eine eher windoffene sowie sonnige Lage begünstigt das Abtrocknen der Pflanzenblätter, damit reduziert sich auch das Infektionsrisiko. Wird die Pflanze gewässert, sollte dieses Gießwasser ausschließlich an die Wurzel gelangen und nicht über das Laub des Buchsbaumes fließen.

Um dem Befall der Pflanzen im eigenen Garten vorzubeugen, kann schon bei der Auswahl der Pflanzen eine Vorsorge getroffen werden. Als besonders anfällig für den Pilz gilt die sehr verbreitete Sorte namens Suffruticosa. Die Buchsbaumsorte Arborenscens ist dagegen weniger anfällig für den Pilzbefall. In mehrjährigen Sortentests wurde zudem herausgefunden, dass die Sorten Herrenhausen sowie Faulkner des Buchsbaumes am unempfindlichsten gegen den Pilzbefall sind. Gut zu vermeiden ist das Risiko des Pilzbefalls aber auch durch eine Sortenauswahl nicht.

Wichtig ist es, bereits beim Kauf der Pflanze darauf zu achten, ob sie möglicherweise befallen ist. Besteht der Verdacht oder ist eine Pflanze offensichtlich erkrankt, sollte aus diesem Bestand auch keine andere Pflanze mehr gekauft werden. Wichtige Indizien auf einen Befall sind schwarz verfärbte Triebe sowie ein Blattfall.

Tipp: Vor der Diagnose genau hinschauen, denn ein reines Triebsterben muss nicht durch den Pilz verursacht sein. Hier können auch beispielsweise Schildläuse ähnliche Symptome auslösen.

Akuter Pilzbefall - was tun?

Ist eine Pflanze akut am Pilz erkrankt, sollte sie zusammen mit dem bereits herabgefallenen Laub entfernt und vernichtet werden. Das kann über den Restmüll oder mittels verbrennen erfolgen. Wichtig ist es, die oberste Erdschicht im von einem Pilz befallenen Pflanzenbereich abzutragen, da der Erreger sich im Boden über mehrere Jahre halten kann.

buchsbaum schneidenGenutzte Geräte, Werkzeuge und Schuhe sowie Handschuhe, die mit der befallenen Pflanze oder dem Erdreich in Kontakt gekommen sind, müssen nach den Arbeiten gründlich gereinigt und nach Möglichkeit desinfiziert werden, bevor eine Bearbeitung weiterer Bepflanzungen erfolgt. Auch wenn andere Pflanzen vom Pilz nicht befallen werden können, kann dieser in das Erdreich getragen werden und dann nach Jahren eine Infektion eines Buchsbaumes bewirken.

Bei akutem Pilzbefall
  • die befallenen Pflanzen sofort entfernen und vernichten
  • das Erdreich oberflächlich abtragen, um eingelagerte Sporen zu entfernen
  • keinesfall neue Buchsbäume in diesem Bereich anpflanzen
  • genutzte Geräte, Werkzeug und Handschuhe sowie Schuhe gründlich reinigen
Eine direkte Nachpflanzung mit einem Buxus ist nicht empfehlenswert.

Fungizid-Einsatz

Tests haben ergeben, dass der Befall mit dem Cylindrocladium buxicola Pilz mit Fungiziden kaum mehr in den Griff zu bekommen ist. Ein Fungizid-Einsatz ist erfahrungsgemäß nur vorbeugend sinnvoll. Sind bereits Symptome erkennbar, ist das Spritzen der Pflanzen erfolglos. In diesem Fall greifen nur noch die sogenannten Hygienemaßnahmen wie das Entfernen und Vernichten der befallenen Pflanzen. Eine Absicherung von noch nicht befallenen Pflanzen mit Fungiziden ist in der Umgebung befallener Pflanzen allerdings empfehlenswert. Erfahrungsgemäß sind für Klein- und Hausgärtner erhältliche Fungizide für die Vorbeugung vor dem Befall wirksam. Dazu gehören Präparate mit den Wirkstoffen Tebuconazol, Difenoconazol sowie Azoxystrobin.

Hilfreiche Wirkstoffe zur Vorbeugung gegen Pilzbefall:
  • Tebuconazol
  • Difenoconazol
  • Azoxystrobin
Welche Bedingungen optimieren das Pilzwachstum?

In feuchtwarmen Sommern hat der Pilz optimale Wachstumsbedingungen. Zur Verbreitung des Pilzes muss die Blattoberfläche mindestens fünf Stunden lang ununterbrochen feucht sein, da die Sporen nur dann die Blätter durchdringen und die Pflanze infizieren können.

Wie erkenne ich die Krankheit schon in den Anfängen?

Dunkelbraune bis schwarz verfärbte Triebe, dunkelbraune Flecken auf den Blättern sowie Blattfall zeigen den Befall deutlich an. Auf den Blattunterseiten sind zeitgleich weißlich verfärbte Sporenlager erkennbar.