Koniferen - Zeitpunkt und Anleitung zum Zurückschneiden

KoniferenKoniferen sind pflegeleicht und meist recht anspruchslos, beim Zurückschneiden erweisen sie sich jedoch als schwierig und erfordern viel Fingerspitzengefühl. Fehler hierbei verzeihen sie - von wenigen Ausnahmen abgesehen - ihr Leben lang nicht, bleiben also schlimmstenfalls kahl, löchrig und deformiert. Umso wichtiger ist es, mit dem Verschnitt rechtzeitig zu beginnen und kontinuierlich zu korrigieren. Was es dabei zu beachten gilt, wie besonders schonend vorgegangen wird und wie die Koniferen danach zu pflegen sind, erfahren interessierte Hobbygärtner im Folgenden.

Die Eigenheiten der

Nadelgehölze


Für die Mehrzahl der Koniferen gilt: Werden ältere Triebe verschnitten, bleibt die Länge auf Lebenszeit gleich. Ein neuer Austrieb ist nur bei sehr jungen Zweigen möglich. Das Zurückschneiden der Nadelgehölze will also gut überlegt sein. Wird gar die Spitze abgeschnitten, bleibt die Höhe des Baums unveränderlich. Das mag erst einmal praktisch klingen, immerhin ist so nur ein sehr geringer Aufwand von Nöten, um das Höhenwachstum zu begrenzen. Allerdings leidet die Form des Gewächses darunter. Auch in unteren Bereichen der Koniferen kann ein falsches Zurückschneiden zu kahlen Stellen und damit zu Löchern führen. Da sich diese in der Regel nicht mehr schließen, bleibt ein geradezu verstümmelter Baum zurück. Optisch ansprechend ist das in keinem Fall.
Leider ist diese Eigenheit nicht allzu bekannt. Ebenso wie das schnelle Wachstum, das unerfahrene Hobbygärtner immer wieder überrascht. So kommt es auch, dass Koniferen häufig falsch gesetzt und in wenigen Jahren viel zu groß für den Standort werden. Gibt es strenge Regelungen, sind sie zudem oftmals zu hoch und müssen dann radikal gestutzt oder gleich gänzlich entfernt werden.

Tipp: Besser als die Koniferen immer wieder zu korrigieren oder die natürliche Form beim radikalen Zurückschneiden zu zerstören, ist es, von Anfang an auf zwergwüchsige Koniferen zu setzen.

Zwergwüchsige Formen

Wer auf Koniferen nicht verzichten möchte, auf den Aufwand des vorsichtigen Verschneidens aber schon, sollte zwergwüchsige Formen wählen. Gerade in Gartenvereinen oder Gemeinden mit strikten Regelungen, in denen die Nadelgehölze eine bestimmte Höhe nicht überschreiten dürfen, empfehlen sich diese. Anstatt die ursprüngliche Form zu zerstören oder zumindest irreparabel zu verändern, können die Zwergkoniferen ungestört wachsen und sind dadurch auch deutlich pflegeleichter.

KieferDie kleinen Züchtungen können gerade einmal 40 Zentimeter erreichen aber auch vier Meter hoch werden, bieten also ebenfalls ein recht großes Spektrum. Zu ihnen gehören:
  • Zwerg-Bergkiefer
  • Zuchtformen der Thuja
  • Blaue Mädchenkiefer - Negishi
  • Serbische Kegel-Fichte - Nana
  • Zirbelkiefer
  • Zwerg-Balsam-Tanne
  • Sicheltanne
  • Kleine Blau-Fichte
  • Kleine Silberzypresse
Tipps für das Zurückschneiden

Steht für die Konifere nur eine begrenzte Fläche zur Verfügung oder darf diese nicht zu hoch werden, muss rechtzeitig mit dem Verschnitt begonnen werden. Am besten im zweiten oder dritten Standjahr, wenn das Gehölz sicher angewachsen ist. Bei langsam wachsenden Arten reicht ein Zurückschneiden pro Jahr, bei wachstumsstärkeren Koniferen darf und sollte zweimal jährlich zur Heckenschere gegriffen werden. Davon abgesehen sind die folgenden Hinweise zu beachten:
  • Eine scharfe und frisch gereinigte Schere oder elektrische Heckenschere verwenden, damit die Schnittstellen nicht gequetscht werden
  • Jeweils nur wenig kürzen
  • Nicht ins Holz schneiden, also nur frisch grüne Triebe korrigieren
  • Spitze erst abschneiden, wenn die maximal erlaubte oder erwünschte Höhe erreicht wurde, die Konifere wächst ohne diese nicht weiter nach oben
  • Möglichst von unten nach oben zurückschneiden
  • Nicht bei Frost, direktem Sonnenschein oder großer Hitze schneiden
  • In

    jedem Fall genaue Informationen über die jeweilige Koniferen-Art einholen, um die Anforderungen und eventuellen Besonderheiten zu kennen
Wird bei einer Konifere
ins Holz geschnitten, treibt sie an dieser Stelle nicht erneut aus. Zurückbleiben also Löcher oder kahle Stellen. Werden hingegen regelmäßig und ausschließlich junge, frischgrüne Triebe sanft gekürzt, kann die Form problemlos korrigiert werden.

Pflegeschnitt

KoniferenDer Pflegeverschnitt kann jeder Konifere einmal jährlich, beziehungsweise nach Bedarf gegönnt werden. Hierbei geht es nicht um das Formen, sondern lediglich um das gesund erhaltende Korrigieren - das auch einen optischen Vorteil hat. So werden beim Pflegeverschnitt der Koniferen ausschließlich die folgenden Teile entfernt:
  • Abgeknickte oder anderweitig beschädigte Zweige
  • Komplett braun verfärbte Triebe
  • Ausgetrocknete Bereiche
Sind Zweige oder Nadeln der Koniferen hingegen gelblich oder blassgrün gefärbt, ist das meist auf einen Lichtmangel zurückzuführen - und dieser kann behoben werden. Derlei Bereiche können sich also wieder erholen, wenn der Fehler umgehend behoben wird.

Hecken

Werden Koniferen als Heckenpflanzen kultiviert, sollten sie regelmäßig in Form geschnitten werden. Durch diese Maßnahme können sich die Gewächse verdichten und einen geraden Abschluss nach oben bekommen. Allerdings gibt es auch hier wieder einige Punkte zu beachten. Dazu gehören:
  • Die richtige Koniferen-Art wählen, empfehlenswert sind Eibe und Thuja
  • Beginnend mit dem Zweiten Standjahr mindestens einmal jährlich schneiden
  • Jeweils die frisch grünen, noch nicht verholzten Außentriebe kürzen
  • Spitze erst abschneiden, wenn die gewünschte maximale Höhe erreicht ist
  • Sofern die natürliche Form davon abweicht, nach oben leicht verjüngend schneiden
  • Gespannte Fäden benutzen um gerade Verläufe zu erzielen
  • Stets vorsichtig und sanft zurückschneiden, nur wenig der Trieblänge abnehmen
Zeitpunkt

Für das Zurückschneiden der Koniferen eignen sich in der Regel zwei Zeitpunkte. Das Frühjahr vor dem ersten Austrieb sowie der späte Sommer sind für die meisten Arten der Nadelgehölze ideal. Eine Ausnahme bildet hier die Kiefer, die am liebsten im Mai zurückgeschnitten wird.

In jedem Fall sollte ein frostfreier sowie trüber Tag gewählt werden, an dem es nicht heiß ist. Die frischen Schnittstellen neigen zum schnellen Austrocknen und Verbrennen, müssen in der Zeit direkt nach dem Verschnitt also geschützt werden.  

Anschließende Pflege

Scheinzypresse KonifereNach dem Zurückschneiden, vor allem im Spätsommer oder Herbst, muss sich die Konifere erst einmal wieder erholen. Damit es nicht zu Schäden kommt oder der Austrieb verzögert wird und Löcher entstehen, sollte dem Gewächs dabei etwas auf die Sprünge geholfen werden.
Ratsam ist es daher, nach dem Verschnitt reichlich zu gießen. Aber natürlich so, dass es nicht zu Staunässe kommt. Zudem sollte dem Nadelgehölz eine Portion Dünger gegönnt werden. Gut geeignet sind:
  • Spezieller Koniferendünger
  • Hornspäne oder -mehl
  • Urgesteinsmehl
  • Kompost
  • Stallmist
Tipp: Zusätzlich kann eine Lage Mulch, auch aus Grasschnitt, aufgetragen werden. Dieser zieht die nützlichen Lebewesen im Boden an, sorgt für eine bessere Belüftung des Substrats und reduziert die Verdunstung.  

Ausnahmen

Eibe und Kiefer sowie deren Zuchtformen unterscheiden sich entscheidend von den meisten anderen Koniferen. Die Eibe kommt auch mit einem radikalen Schnitt zurecht, erholt sich von Schnitten ins Holz und treibt wieder dicht aus. Vor allem als Heckenpflanze kann sie daher problemlos eingesetzt werden.
Bei der Kiefer ist es hingegen sogar ohne Schnittwerkzeug und große Vorsicht möglich, die gewünschte Größe dauerhaft zu erhalten. Etwa in der zweiten Maihälfte sind die jungen Austriebe der Kiefer soweit, dass sie ihre Nadeln noch nicht vollständig entfaltet aber bereits die maximale Länge erreicht haben. Während dieser Phase werden die hellgrünen Kopftriebe abgeknipst oder abgeschnitten. Durch den deutlichen farblichen Kontrast zeigt das Nadelgehölz also sehr gut erkennbar an, wo die Korrektur erfolgen muss. Wird der richtige Moment abgepasst, treibt die Kiefer im folgenden Jahr wieder wie gewohnt aus. Wer einen neuen Austrieb im Folgejahr möglichst verhindern oder zumindest reduzieren will, entfernt die jungen Triebe erst etwas später. Die Kiefer zeigt dann einen schwächeren Austrieb und bleibt nahezu auf der aktuellen Größe stehen.

Tipps für Konifieren

  • In Anbetracht der Tatsache, dass Koniferen eine sonnige, luftige Umgebung benötigen, sollte man dafür Sorge tragen, dass stets eine ausreichende Lockerung des Bodens gewährleistet wird. Die Zugabe von speziellem Torfboden oder entsprechendem Dünger (gerne auch kalkhaltig) verstärken den Effekt und somit letztendlich auch das gesunde Wachstum dieser Pflanzen.
  • Optimale äußere Verhältnisse für eine Konifere sind dann gegeben, wenn es nicht zu schattig und andererseits auch nicht zu sonnig ist: so kompliziert das Ganze gegebenenfalls zunächst erscheinen mag: es ist wahrlich nicht schwer, für die idealen Lichtverhältnisse zu sorgen.
Fazit

Wer den richtigen Standort auswählt und sich wenn nötig für zwergwüchsige Exemplare entscheidet, kann bei den Koniferen auf ein Zurückschneiden getrost verzichten. Lediglich ein Pflegeschnitt bei Bedarf sollte erfolgen. Wird richtig und regelmäßig geschnitten, sind jedoch ebenfalls keine Schäden oder negativen Auswirkungen auf die Form zu erwarten.