Koniferen werden innen/außen braun - das hilft!

Koniferen braunVerlieren Koniferen ihre saftig-grüne Farbe, geht die machtvolle Präsenz als dekorativer Solitär oder effektiver Sichtschutz verloren. Was nützt der kreative Formschnitt, wenn die Hecke übersät ist mit braunen Verfärbungen? Anstatt sich in das Schicksal zu ergeben, hilft einzig eine gezielte Suche nach der Ursache weiter, gefolgt von effektiven Gegenmaßnahmen. Gut zu wissen, dass in den allermeisten Fällen noch eine Rettung möglich ist. Als gut informierter Hobbygärtner sind Sie somit klar im Vorteil. Werden Koniferen innen und außen braun, erfahren Sie hier, was

wirklich hilft.

Überblick - Ursachen
  • Ungeeigneter Standort
  • Falsch bemessener Wasser- und Nährstoffhaushalt
  • Fehlerhafter Schnitt
  • Schädlinge
  • Krankheiten
Ungeeigneter Standort

Koniferen gedeihen mehrheitlich in Lagen, die in den Morgen- oder Abendstunden von der Sonne verwöhnt werden. Als problematisch erweist sich demgegenüber ein Standort unter dem Einfluss praller Mittagssonne. Einem solchen Feuerwerk an UV-Strahlung können insbesondere zarte Triebe und Blätter nicht standhalten und färben sich braun. Ebenso prekär entwickelt sich das Wachstum am zu dunklen Ort, beispielsweise als Unterpflanzung hoher Bäume. Gesellt sich als Negativfaktor noch ein verdichteter, nasser und kalter Boden hinzu, erweist sich eine braune Färbung als unvermeidlich.

Das hilft
  • Bei der Pflanzung von Koniferen einen halbschattigen Standort wählen
  • Koniferen vorzugsweise ist durchlässigem, lehmig-sandigem Boden ansiedeln
  • Eine Hecke nicht den Abgasen entlang einer stark befahrenen Straße aussetzen
  • Keine Auftausalze in der näheren Umgebung verwenden
  • Das Erdreich regelmäßig auflockern und dabei Sand oder feinkörnigen Kies einarbeiten
  • Im äußersten Notfall einen Bodenaustausch vornehmen
Falsch bemessener Wasser- und Nährstoffhaushalt

KoniferenDer Schlüssel zu tiefgrünen Koniferen ohne einen Hauch von Braunfärbung liegt in der fachgerechten Versorgung mit Wasser und Nährstoffen. Eine Überdosierung zieht ebenso fatale Folgen nach sich, wie ein Mangel. Treten braune Stellen in Erscheinung, signalisieren die Gehölze eventuell, dass sie aus dem Gleichgewicht geraten sind. Im Rahmen der Ursachenforschung darf selbst die Überprüfung eingefahrener Pflegerituale nicht außen vor gelassen werden, denn es kann sich durchaus um einen schleichenden Prozess handeln.

Das hilft
  • Koniferen gleichmäßig gießen, während sommerlicher Dürre durchdringend
  • Bei Kahlfrost im Winter an frostfreien Tagen wässern
  • Staunässe bereits bei der Pflanzung vorbeugen durch Drainagen
  • Im Sommer und Herbst organisch düngen mit Kompost, um eine Überdosierung zu vermeiden
  • Alternativ ausgewogen düngen mit speziellen Präparaten, wie Azet Koniferen-Dünger
  • Einen pH-Wert größer 9 senken auf 7-8 durch Einarbeitung von Laubmulch, Torf oder Rindenhumus
  • Einen pH-Wert kleiner 6 erhöhen auf 7-8 durch die Gabe von kohlesaurem Kalk
Tipp: Um eine akute Braunfärbung aufgrund von Nährstoffmangel zu beheben, verabreichen Sie Bittersalz in einer 2-prozentigen Lösung, mehrmals im Abstand von 3 Tagen. Alternativ streuen Sie je
Meter Wuchshöhe 100 Gramm Bittersalz unter den leidenden Koniferen aus.


Fehlerhafter Schnitt

Der Form- und Erhaltungsschnitt an Koniferen erfordert ein wenig Fingerspitzengefühl. Das gilt insbesondere im Rahmen der Kultivierung als Hecke. Einerseits soll sie einen gepflegten Eindruck vermitteln, andererseits werden Koniferen infolge eines zu radikalen Schnitts innen und außen braun. Wurde eine immergrüne Hecke über mehrere Jahre nicht gestutzt, um sie anschließend vehement einzukürzen, geht dieser Schuss nach hinten los. Es entstehen braune Flächen, die sich nie wieder grün färben werden. In dieser Hinsicht ist also Umsicht geboten, um einen irreparablen Schaden zu vermeiden.

HeckenschnittDas

hilft
  • Koniferen regelmäßig ein- bis zweimal pro Jahr zurückschneiden
  • Ideal sind ein Schnitt im Spätwinter und ein Schnitt nach dem Johannistag
  • Nicht ins alte Holz schneiden, denn daraus treiben die Gehölze nicht mehr aus
  • Einzelne braune Triebe, bzw. kleine Lücken werden im Laufe der Zeit von jungen Seitentrieben überwachsen
  • Grundsätzlich mindestens einige kleine grüne Blattschuppen an den Zweigen belassen
Tipp: Will die Koniferenhecke selbst nach sorgfältigem Schnitt nicht mehr grün werden, hat sie die Altersgrenze erreicht. Jetzt hilft nur noch ein kompletter Austausch gegen junge Pflanzen.

Schädlinge

Da sich Schädlinge wenig am Giftgehalt von Koniferen stören, liegt ein Befall durch saugende Parasiten ebenfalls im Bereich des Möglichen. Ob es hierbei um die Ursache dafür handelt, dass Ihre Koniferen innen oder außen braun werden, lässt sich ganz einfach feststellen. Sie schneiden einen verdächtigen Trieb ab, halten ihn über ein weißes Stück Papier und schütteln. Herabfallende Läuse werden auf diese Weise sichtbar. Es ist übrigens völlig normal, wenn sich Insekten aller Art auf den Koniferen tummeln, denn dank des dichten Wachstums, entwickeln sich hier ganz natürliche Mini-Ökosysteme. Einzig in Verbindung mit braunen Verfärbungen sollte ein Vorgehen gegen Läuse in Betracht gezogen werden, denn in diesem Fall ist die biologische Balance zugunsten der Schädlinge umgekippt.

Das hilft
  • Befallene Stellen soweit wie möglich abschneiden - jedoch keinesfalls ins alte Holz
  • Anschließend mit hartem Wasserstrahl absprühen
  • Im frühen Befallsstadium Melissengeist mit einer feinen Sprühflasche auftragen
  • Alternativ mehrmals die bekannte Kernseifen-Spiritus-Lösung aufsprühen
  • Spritzung mit einem Pflanzenschutzmittel auf Rapsölbasis, wie Spruzid Schädlingsfrei
Krankheiten

KoniferenOhne Zweifel gehören Pilzkrankheiten ebenfalls zum Kreis der verdächtigen Ursachen, wenn Koniferen innen und außen braun werden. Können alle vorgenannten Ursachen ausgeschlossen werden, hat mit hoher Wahrscheinlichkeit eine der zahlreichen Pilzarten die Koniferen infiziert. Um welche Pilzart es sich im Detail handelt, können nur Experten erkennen. Entnehmen Sie daher der erkrankten Konifere an mehreren Stellen einen Zweig und lassen sich in der nächstgelegenen Baumschule beraten. Je frühzeitiger jetzt eine Bekämpfung eingeleitet wird, desto höher sind die Aussichten auf eine Heilung.

Das hilft
  • Infizierte Triebe abschneiden, soweit das junge Holz reicht
  • Behandeln mit zugelassenen Präparaten, wie COMPO Duaxo Universal Pilz-frei AF oder Ortiva Pilz-frei
  • Den Boden noch gezielter auflockern, angemessen wässern und düngen
  • Sind nur einzelne Pflanzen in einer Hecke befallen, diese mitsamt des Wurzelballens ausgraben
  • Benachbarte Koniferen behandeln mit dem Fungizid Aliette Bayer Garten Spezial Pilzfrei
  • Die Lücke mit einer Jungpflanze erst füllen nach einem weiträumigen Bodenaustausch
Tipp: Werden Koniferen im Verlauf des Winters braun, ist das zunächst kein Grund zur Beunruhigung. Verschiedene Nadelgehölze reagieren mit einer dunkelbraunen Färbung auf extreme Minustemperaturen, wovon sie sich im Frühjahr rasch erholen.

Fazit

Wenn Koniferen innen und außen braun werden, verwandelt der Hobbygärtner sich in einen botanischen Detektiv. Es gilt, innerhalb eines breit gefächerten Spektrums an Ursachen, den tatsächlichen Auslöser ausfindig zu machen. Handelt es sich um eine Alterserscheinung oder einen zu radikalen Rückschnitt, bestehen keine Chancen auf Besserung. Koniferen treiben aus altem Holz nicht wieder aus. Kristallisieren sich hingegen Faktoren heraus, wie ein ungeeigneter Standort, Pflegefehler, minimale Schnittfehler, Schädlinge oder Krankheiten, können Koniferen noch gerettet werden.