Naturhecke anlegen - Heckenpflanzen und Pflanzplan

DuftjasminIm naturnah gestalteten Garten nimmt die Naturhecke eine Schlüsselposition ein. Als Komposition aus einheimischen, früchtetragenden Gehölzen, dient sie als ökologisch wertvoller Lebensraum und Nahrungsquelle für die Tiere des Gartens. Vögel, Insekten und Kleintiere finden Schutz, ernähren sich von Blättern, Blüten und Beeren und ziehen den Nachwuchs groß. Hobbygärtner, die eine Naturhecke anlegen, leisten somit einen wichtigen Beitrag zum Erhalt der biologischen Balance in ihrem grünen Reich. Tauchen Sie hier ein in die breit gefächerte Vielfalt an adäquaten Heckenpflanzen. Lassen Sie sich inspirieren von

einem abwechslungsreichen Pflanzplan.

Grundkonzept einer Naturhecke

Damit ein authentisches Erscheinungsbild entsteht, sollte eine Naturhecke nicht in einer gerade verlaufenden Linie angelegt werden. Empfehlenswert ist ein leicht versetzter Kurs in einer Schlangenlinie oder im Zickzack. Gestalten Sie den Pflanzplan zusätzlich in drei Ebenen, unterstreichen Sie nicht nur eine aufgelockerte Optik, sondern schaffen zugleich einen Tiefeneffekt. Summa summarum vereint ein gelungener Pflanzplan die folgenden Attribute:
  • Ausschließlich einheimische Gehölze
  • Blütensträucher mit Fruchtbehang
  • Zeitversetzte Blütenperioden über das Jahr verteilt
  • Schnellwachsende, mittelhohe Laubbäume integrieren
  • Einzelne Koniferen unterstreichen den natürlichen Charakter
  • Geschwungene, statt gradliniger Anordnung
  • Aufbau über drei Ebenen mit ansteigendem Niveau nach hinten
  • Unterpflanzung durch Bodendecker oder mulchen mit Pinienrinde
  • Sträucher mit ähnlicher Wuchsgeschwindigkeit in Gruppen pflanzen
Sofern die Naturhecke in einem Garten angesiedelt wird, in dem sich Kinder oder Haustiere aufhalten, ist der Giftgehalt von Sträuchern bei der Aufstellung des Pflanzplans zu berücksichtigen. Verschiedene Gehölze tragen Früchte, die von Vögeln gerne vertilgt werden, während sie für Menschen ungesund bis giftig sind.

Ideale Heckenpflanzen

Die folgenden Gehölze stellen eine Auswahl dar mit unterschiedlichen Blütezeiten, verteilt über die Jahreszeiten. Einige Kandidaten mit einer prächtigen Laubfärbung sind ebenfalls vertreten, damit die Naturhecke auch im Herbst ein farbenfrohes Bild abgibt. Wichtig zu beachten ist die Integration von Beerensträuchern, die bis weit in den Winter hinein ihren Fruchtbehang tragen, damit die Vögel zu dieser Zeit noch Nahrung vorfinden. Die eine oder andere Konifere sollte ebenfalls einen Platz zugewiesen bekommen, denn in freier Natur mischen sich Nadelgehölze häufig unter belaubte Sträucher.

Gemeiner Schneeball (Viburnum opulus)

SchneeballSeine Attribute qualifizieren den Strauch zur idealen Heckenpflanze. Er besticht mit einer weißen Blüte von Mai bis Juni, einem roten Fruchtbehang im Herbst und einer farbenprächtigen Laubfärbung. Mit einer Wuchshöhe von 2 bis 4 Meter kommt er für die zweite oder dritte Ebene infrage, denn er ist ausgezeichnet schnittverträglich und schnell wachsend.

Schlehe (Prunus spinosa)

Bei Vögeln ist der Strauch äußerst beliebt, dank der gehaltvollen Früchte, die bis weit in den Winter als Nahrung dienen. Hier legen sie zudem gerne ihren Nistplatz an, denn die schwarzen
Dornen halten Freßfeinde auf sicherem Abstand. Bienen und Hummeln freuen sich über die frühe Blüte im April. Die Wuchshöhe von 1,50 bis 4 Meter ist durch Schnittmaßnahmen gut zu regulieren - langsam wachsend.

Bauernjasmin (Philadelphus coronarius)

Unmengen duftender Einzelblüten dekorieren den Strauch im Mai und Juni. Dank des straffen, aufrechten Habitus mit leicht überhängenden Zweigen und einer Wuchshöhe bis 3 Meter, eignet er sich ausgezeichnet für die Ansiedlung in der mittleren Ebene einer Naturhecke.

Schwarzer Holunder (Sambucus nigra 'Black Beauty')

Hier ziehen rosafarbene Blüten und rot

geschlitzte Blätter alle Blicke auf sich. Der schnell wachsende Blütenstrauch punktet darüber hinaus mit den leckeren Fruchtbeeren. Solange der Standort sonnig bis halbschattig ist, gedeiht er in jedem guten Gartenboden.

Feldahorn (Acer campestre)

Seine Blüte im Mai ist zwar kaum der Rede wert; das macht der Feldahorn wett mit einer atemberaubenden Wuchsgeschwindigkeit und einer erstaunlichen Schnittverträglichkeit. Somit darf dieser Laubbaum mit dem strauchartigen Habitus in keiner Naturhecke fehlen, zumal er Mensch und Tier einen ausgezeichneten Windschutz bietet.

Felsenbirne (Amelanchier lamarckii)

FelsenbirneEin bezaubernder, mehrstämmiger Strauch mit herrlicher Blüte im Frühling, blau-schwarzen Früchten und einer fantastischen Laubfärbung im Herbst. Mit seiner lockeren Silhouette und einer Höhe von 3 bis 4 Metern sorgt der Blütenstrauch in jeder Naturhecke für opulente Fülle und liefert zugleich Insekten und Vögeln jede Menge Leckerbissen.

Weißbunter Hartriegel (Cornus alba Elegantissima)

Der bezaubernde Zierstrauch sorgt mit panaschiertem Laub, das sich im Herbst karminrot färbt, für hübsche Farbtupfer.  Mit seinen roten Trieben gewährleistet das Gehölz selbst während der kargen Winterzeit ein dekoratives Erscheinungsbild.

Kornelkirsche (Cornus mas)

Mit einer gold-gelben Doldenblüte läutet die Kornelkirsche im März und April das Gartenjahr ein, was Insekten natürlich besonders freut. Die kirschähnlichen Früchte sind reich an Vitamin C und laden auch den Hobbygärtner zum Naschen ein. Das Wildgehölz ist enorm robust, äußerst anspruchslos und resistent. Somit sorgt es in jeder Naturhecke für zuverlässige Stabilität.

Maiblumenstrauch (Deutzia gracilis)

Seine Wuchshöhe bis 100 Zentimeter qualifiziert den Zierstrauch als perfekten Kandidaten für die erste Ebene in einer Naturhecke. Mit weißen Blütenrispen bezaubert das Gehölz von Mai bis Juni, untermalt von länglichem, dunkelgrünem Laub.

Zwergflieder (Syringa Palibin)

Ein weiterer Zwerg für die vordere Reihe in einer Naturhecke blüht mit ein wenig Glück sogar zwei Mal pro Saison. Verschiedene Sorten verbreiten zugleich einen betörenden Duft, auf den Bienen und Schmetterlinge begierig fliegen. Mit einer Höhe von maximal 150 Zentimetern, kommen die pastellfarbenen Blüten vor dunkler Kulisse besonders gut zur Geltung.

Haselnuss (Corylus avellana)

Unverzichtbarer Bestandteil einer Naturhecke kommt als anspruchsloses Pioniergewächs und Nusslieferant für Vögel und Kleintiere daher. Über die sehr frühe Blüte ab Februar jubilieren zudem die ersten Insekten des Jahres, wie die staatenbildenden Bienenköniginnen. Der mächtige Wuchs ist dank der flexiblen Schnittverträglichkeit problemlos unter Kontrolle zu halten.

Zaubernuss (Hamamelis intermedia 'Feuerzauber')

Eine duftende Blüte mitten im Winter gefällig? Die einheimische Zaubernuss erfüllt in der Naturhecke gerne diesen Wunsch und schafft somit für Mensch und Tier im Januar und Februar mit weinroten Blütenblättern ein optisches Highlight in der dunklen Jahreszeit. Das genügsame Ziergehölz kommt sogar ohne jeglichen Erhaltungsschnitt aus.

Kreative Hobbygärtner flechten in den Pflanzplan immergrüne Sträucher ein, die für Konstanz sorgen im Gesamtbild einer Naturhecke. Hier kommen ausdauernde Lebensbäume ebenso infrage, wie edle Buchsbäume oder schlanke Säulenzypressen.

Fazit

Die Naturhecke vereint eine Vielzahl ökologisch wertvoller Attribute zum Wohl von Mensch und Tier. Es gilt, eine authentische Komposition zu schaffen aus blühenden, früchtetragenden Gehölzen der Region, die sich versammeln in mehreren Ebenen über einen geschwungenen Verlauf. Mischen sich noch zeitversetzte Blütezeiten, farbenprächtiges Herbstlaub und variable Wuchsgeschwindigkeiten unter die Eigenschaften, entsteht ein individueller Pflanzplan, wie aus der Hand von Mutter Natur.