Pflegeleichte Hecke anlegen - blickdichte Heckenpflanzen

Kirschlorbeer als HeckeDamit eine neue Hecke sich harmonisch eingliedert in das Gesamtbild des Grundstücks, sind einige Vorüberlegungen empfehlenswert. Bevor die Einkaufstour startet, sollte klar definiert sein, welche Prämissen die Hecke erfüllen sollte. Der Wunsch nach einer pflegeleichten und zugleich blickdichten grünen Einfriedung rangiert zumeist ganz oben auf der Liste. Einzig wenn alle Faktoren nahtlos ineinander greifen, kommt am Ende die ideale Hecke dabei heraus. Welche zentralen Aspekte stets im Fokus stehen und welche Heckenpflanzen keine neugierigen Blicke zulassen, finden Sie hier heraus.

Feststellung

der detaillierten Standortbedingungen


Es ist sinnvoll, vor der Auswahl geeigneter Heckenpflanzen die exakten Bedingungen am gewählten Standort festzuhalten. Natürlich kennen Sie Ihr Grundstück; stellt sich nur die Frage, wie genau. Es ist enttäuschend, wenn Sie die scheinbar optimale Pflanze entdeckt haben, diese dann nur kümmerlich gedeiht. Je besser eine Pflanze an die Lage angepasst wird, desto pflegeleichter gibt sich die Hecke. Die folgende Checkliste ist rasch abgearbeitet und bietet beim Kauf der Pflanzen ein gewisses Maß an Sicherheit.
  • Eine maßstabsgetreue Planzeichnung anlegen mit dem Verlauf der Hecke
  • Darin die Lichtverhältnisse notieren einschließlich eventueller Schwankungen
  • Die Bodenbeschaffenheit festhalten, inklusive des pH-Wertes mithilfe eines Test-Sets
  • Den gebotene Abstand zum Nachbargrundstück, zur Straße und zu Gebäuden markieren
Tragen Sie im Plan insbesondere wechselnde Licht- oder Bodenverhältnisse ein. Liegt eine Region der Hecke konstant im Schatten, während andere Bereiche halbschattig oder gar sonnig platziert sind, nimmt dieser Umstand Einfluss auf die Auswahl der Heckenpflanzen.

Immergrüne, blickdichte Heckenpflanzen

Einen sicheren Schutz der Privatsphäre bieten immergrüne Gewächse das ganze Jahr hindurch. Zugleich beleben sie den Garten während der kalten Jahreszeit, wenn sich die meisten anderen Pflanzen zurückgezogen haben.

Buchsbaum (Buxus sempervirens)
Nicht ganz so preiswert in der Anschaffung, jedoch sehr edel in der Ausstrahlung, erfreut Buxus sich großer Beliebtheit als Heckenpflanze. Hat Buchs erst einmal die gewünschte Wuchshöhe erreicht, benötigt er kaum noch pflegerischer Aufmerksamkeit. Wer mag, schneidet seine etablierte Buchsbaumhecke so oft in Form, wie es ihm gefällt. Bis dahin ist freilich ein längerer Geduldsfaden gefragt.

Eibe (Taxus baccata)
EibeDer anspruchslose Klassiker gedeiht auch im Schatten und löst somit manches Planungsproblem. Zugleich ist das Gehölz ausgezeichnet schnittverträglich und schafft ein besonders akkurates Erscheinungsbild. Problemlos lassen sich mit ihr künstlerische Formen zaubern, ohne dass eine aufwändige Pflege zu erbringen ist. Allerdings ist die Eibe in allen Teilen giftig.

Feuerdorn (Pyracantha coccineum)
Die bis 6 Meter hoch wachsende Heckenpflanze besticht mit einem eindrucksvollen, leuchtend orangefarbenen Fruchtbehang im Herbst. Am sonnigen bis halbschattigen Platz, legt das Gehölz alljährlich bis zu 40 Zentimeter an Höhe und Breite zu. Somit ist der Sichtschutz rasch gewährleistet. Die starken Dornen machen den Rückschnitt leider etwas beschwerlich.

Glanzmispel (Photinia)
Besiedelt die Hecke einen feuchten Standort im Halbschatten, tritt die Glanzmispel auf den Plan. Sie möchte am liebsten geschützt stehen, wo sie eine herrliche Laubfärbung und einen prächtigen Beerenschmuck präsentiert. Mit nur einem Schnitt pro Saison gibt sie sich bereits zufrieden.

Japanische Lavendelheide (Pieris japonica)
Hier vereinen sich immergrünes Laub und eine bezaubernde Blüte von März bis Mai. Erhält sie regelmäßig Wasser und Nährstoffe, ist die Pflege bereits erfüllt. Darüber hinaus bleibt die Hecke in Form, wenn sie mindestens ein Mal im Frühjahr nach der Blüte geschnitten

wird.

Kirschlorbeer (Prunus laurocerasus)
Mit seinem ausladenden Habitus, ist Kirschlorbeer prädestiniert als Heckenpflanze für große Gärten. Im atemberaubenden Tempo erreicht
die Pflanze die erwünschte Höhe, vorzugsweise in halbschattigen Lagen. Die erfolgreiche Pflege basiert auf einer ausreichenden Wasser- und Nährstoffversorgung und einem regelmäßigen Schnitt, der  von Februar bis August möglich ist. Im Rahmen der Planung sollte die Toxizität berücksichtigt werden.

Liguster (Ligustrum vulgare)
Liguster-HeckeGedeiht bestens in sonnigen bis halbschattigen Lagen, sodass er sich bestens eignet für Hecken mit unterschiedlichen Lichtverhältnissen. Im Frühsommer präsentiert Liguster eine hübsche weiße Blüte. Geschnitten wird die Hecke ab dem dritten oder vierten Standjahr im Frühling vor dem Austrieb.

Thuja - Lebensbaum (Thuja occidentalis)
Die wohl populärste Heckenpflanze ist in Bezug auf ihre vorteilhaften Attribute kaum zu toppen. Preisgünstig in der Anschaffung, schnell im Wachstum, schnittverträglich, pflegeleicht und blickdicht. Als einziges Manko darf der hohe Giftgehalt nicht übersehen werden. Wo sich Kinder, Haustiere, Pferde oder Kühe tummeln, hat eine Thujahecke nichts zu suchen.

Planung

Da eine Hecke regelmäßiger Pflege bedarf, muss sie von beiden Seiten aus zugänglich sein. Wenn sie als Abgrenzung zum Nachbargrundstück dient, kann sich jede Partei um eine Seite kümmern.

Eine hohe Hecke sollten Sie immer von einer Trittleiter aus stutzen, deshalb ist rund um die Hecke für einen 1 m breiten, festen und ebenen Untergrund zu sorgen. Achten Sie beim Umgang mit elektrischen Heckenscheren für Ihre eigene Sicherheit stets auf folgendes: Arbeiten Sie nie auf beengten Raum und führen Sie keine Balanceakte aus.

Der Standort einer Hecke sollte auf der gesamten Länge gleiche Bedingungen aufweisen, was Sonne und Schatten, Bodenfeuchtigkeit, Bodenart und Witterungseinflüsse anbelangt, nur unter dieser Voraussetzung ist garantiert, dass die Hecke gleichmäßig, gesund und dicht wächst.

Vorbereitung

Hecke schneidenUm eine wirklich schöne Hecke zu erhalten, muss ein 1 m breiter Graben ausgehoben werden, die Tiefe hängt von der Heckenart ab. Ein zu schmales Pflanzbett behindert die Beseitigung von unerwünschten Wildkräutern, und die Hecke kann sich nicht entfalten.
Planen Sie die Heckenpflanzung für das Frühjahr, und bereiten Sie den Boden dafür bereits im Herbst vor.

Für laubabwerfende Hecken, die im Herbst gesetzt werden, wird der Boden demzufolge schon im Frühling vorbereitet.

Entlang einer alten Einfriedung bietet der Boden den Pflanzen oft schlechte Wachstumsbedingungen. Wenn Sie beim Ausheben des Grabens auf zuviel Schotter, ausgelaugten oder nassen Boden stoßen, muss ein mindestens 60 cm tieferGraben ausgehoben und frische Erde aufgefüllt werden.

Pflegeleichte Hecke richtig anlegen

Ist die Entscheidung für die beste Heckenpflanze getroffen, nimmt die Pflanzung einen entscheidenden Einfluss auf den Grad des späteren Pflegeaufwands. Unabhängig davon, ob Sie eine immergrüne oder laubabwerfende Hecke anlegen, gilt als ideale Pflanzzeit der Spätsommer bzw. der Frühherbst. Zu dieser Zeit ist das Erdreich noch warm genug, damit die Wurzeln zügig anwachsen. Mit diesem Wachstumsvorsprung starten die Heckenpflanzen dann ins Frühjahr, sodass sie allesamt problemlos austreiben. Während die noch eingetopften Gewächse sich in einem Eimer mit Wasser vollsaugen dürfen, steht die Bodenvorbereitung auf dem Plan. Das Erdreich wird tiefgründig aufgelockert, von Unkraut, Wurzeln und Steinen gereinigt. Daran anschließend spannen Sie zwischen Holzpflöcken Schnüre, als Orientierungshilfe für einen exakten Verlauf. So geht es weiter:
  • Die Heckenpflanzen im geeigneten Abstand entlang der Orientierungshilfe auslegen
  • Einen Pflanzgraben ausheben und das Erdreich anreichern mit Kompost und Hornspänen
  • Jede Pflanze austopfen, in den Graben stellen und entlang der Pflanzschnur ausrichten
  • Bei Bedarf einen Stützpfahl einschlagen, ohne den Wurzelballen zu verletzen
  • Mit Komposterde eingraben, festtreten und reichlich angießen
  • Ist das Wasser versickert, wird der Boden nochmals aufgelockert
  • Eine Mulchschicht ausbreiten aus Rindenmulch, Kompost, Lauberde oder ähnlichem Material
KirschlorbeerEs mag unerfahrenen Hobbygärtnern schwerfallen; jedoch ist in den meisten Fällen ein Pflanzschnitt von Vorteil für das weitere Wachstum. Dabei kürzen Sie im Spätwinter alle Triebe, die nicht verzweigt sind, um die Hälfte ein. Die Heckenpflanzen werden umso üppiger austreiben im Frühjahr und den erwünschten, blickdichten Habitus rasch entwickeln. Eine Ausnahme vom Pflanzschnitt stellen immergrüne Heckenpflanzen dar, wie Thuja, Kirschlorbeer, Buchs oder Eibe.

Tipp: Frisch gepflanzte Hecken werden in den ersten Wochen und Monaten kräftig gewässert. Sollte im Winter Kahlfrost herrschen, erhalten die Pflanzen an frostfreien Tagen ebenfalls einen guten Schluck Wasser.

Fazit

Eine pflegeleichte und zugleich blickdichte Hecke anzulegen, erfordert eine konzentrierte Planung mit Blick auf das Wesentliche. Darauf aufbauend ist eine fundierte Entscheidung hinsichtlich der idealen Pflanze deutlich einfacher, als sie aus dem Bauch heraus zu treffen. Greifen die wichtigsten Komponenten nahtlos ineinander, kommt im Resultat eine genügsame Einfriedung zustande, die neugierige Blicke unmöglich macht. Nur wenn Bodenbeschaffenheit, Lichtverhältnisse und Pflanzenart miteinander harmonieren und die Hecke sachgerecht angelegt wird, kann der Plan gelingen.