
Foto: Christine Schonschek
Die Bryologisch-lichenologische Arbeitsgemeinschaft für Mitteleuropa e.V. hat für das Jahr 2009 das Gemeine Weißmoos und die Echte Rentierflechte ins Rampenlicht gerückt. Beide Arten sind aufgeführt in der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie (FFH-RL). Die darin gelisteten Tier- und Pflanzenarten ‚ sind von gemeinschaftlichem Interesse. Ihre Entnahme aus der Natur sowie auch die Nutzung können Gegenstand von Verwaltungsmaßnahmen sein. Außerdem soll im Rahmen eines Monitorings deren Erhaltungszustand überwacht werden.
In Gestecken der Weihnachts- und Friedhofs-Gärtnerei findet man recht oft das hellgrüne, dicht kissenartige Weißmoos. Das “Gemeine” oder “Graue Weissmoos” nennen die Botaniker Leucobryum glaucum. Beim Waldspaziergang kann man es auch antreffen auf mageren Waldstandorten, die etwas geneigt oder vom Wind ausgeblasen sind. Das Moos des Jahres 2009 gehört zu den wenigen seiner Art, welches vom Menschen genutzt wird. Seinen Namen Leucobryum bzw. “Weißmoos” verdankt das Moos der Tatsache, dass es beim Trocknen erbleicht. Auch wenn es noch so verlockend ist für Dekorationszwecke Weißmoos im Wald zu sammeln, sollte man daran denken dass es gesetzlich geschützt ist. Deshalb ist ein Sammeln verboten.
Die sechs in Deutschland vorkommenden Rentierflechten bilden eine Untergruppe in der großen Gattung Cladonia. Eine davon ist die “Echte Rentierflechte” Cladonia rangiferina. Die grauen Röhren (Podetien) der Echten Rentierflechte verzweigen sich in drei oder vier ungleich dicke ƒste. Die Enden sind jeweils ‚ stark einseitswendig gebogen. Besonders sind Rentierflechten in der borealen Zone, also in der Nordhalbkugel, verbreitet. Dort sind sie eine wichtige Nahrungsquelle für Rentiere. Die Echte Rentierflechte findet man auch in Deutschland kleinflächig im Gebirge. Zum Teil kommt sie auch im Flachland vor, dort ist sie allerdings stark auf dem Rückzug. Die Flechte des Jahres 2009 bevorzugt einen nährstoffarmen sandigen bis kiesigen oder felsigen Boden, welcher eher trocken sein sollte. Besiedelt werden insbesondere gut belichtete Standorte wie Heiden, lichte Eichen- und Kiefernwälder sowie magere Stellen am Wegrand oder Silikatfelskuppen.

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