Asbest im oder am Haus?
(Bild: HVBG/metropress) Dass es sich bei Asbest um einen Gefahrstoff handelt, ist mittlerweile weithin bekannt. Doch was ist das eigentlich für ein Material und wo wurde es überall eingesetzt? Asbest ist ein natürlicher mineralischer Rohstoff, der bereits in der Antike verwendet wurde. Das Material zeichnet sich durch Unbrennbarkeit, Hitzebeständigkeit, sehr geringe Wärmeleitfähigkeit, hohe Elastizität und hohe Zugfestigkeit aus. Aufgrund seiner flexiblen Einsatzmöglichkeit erhielt Asbest rasch den Namen “Mineral der tausend Möglichkeiten”. Aber leider können die leicht aufspaltbaren winzigen Asbestfasern eingeatmet werden und gelangen so ins Lungen- und Rippenfell.
Dort können sie durch ihre Eigenschaft Narbengewebe (Fibrose) und bösartige Tumore (Krebs) verursachen. Bis Ende der 70er Jahre wurde Asbest in unterschiedlichen Produkten und Verfahren verwendet. Die Unfallverhütungsvorschrift “Gesundheitsgefährlicher mineralischer Staub” (VBG 119) wurde im Oktober 1979 beschlossen. Aus dieser Vorschrift ergaben sich berufsgenossenschaftliche und staatliche Verbote für die Herstellung, den Handel und die Verwendung von asbesthaltigen Gefahrstoffen. Zu den bekannteren Anwendungsgebieten des Minerals gehören Spritzasbest, Asbestzement (Platten, Rohre, Formstücke) sowie asbesthaltige Dichtungen und Packungen. Weniger bekannt ist allerdings das Asbest auch als Füllstoff in Farben, Kleber, Mörteln / Putzen, Spachtelmassen und Isolierungen beziehungsweise in Bodenbelägen wie Flexplatten und CV-Belägen verwendet wurde. Wird nun beispielsweise so ein asbesthaltiger Bodenbelag nicht fachgerecht entfernt und entsorgt, dann führen zu hohe Staubbelastungen sowohl zu einer Gefährdung der Arbeiter als auch der späteren Nutzer der Räume. Der Bauherr macht sich in einem solchen Fall sogar strafbar. Zum Schutz der eigenen Gesundheit und der Helfer sollte man deshalb, auf jeden Fall bei älteren Immobilen, bevor man eine Sanierungsmaßnahme beginnt, durch einen unabhängigen Sachverständigen prüfen lassen, ob im Baumaterial Asbest mit verarbeitet wurde. Bei Fragen bezüglich der Sanierung erhält man Adressen beim Gewerbeaufsichtsamt, bei der IHK, bei der Stadt oder beim Landkreis. Der fachkundige Betrieb kümmert sich dann auch um die sachgerechte Entsorgung des Gefahrstoffs.